Der nächste Schritt

Erneut hat der VfB bei der letz­ten Gele­gen­heit — dies­mal wirk­lich bei der aller­letz­ten — einen sport­lich und finan­zi­ell desas­trö­sen Abstieg abge­wen­det, erneut zieht man sich zur Sai­son­ana­ly­se zurück. Aber wor­an liegt es denn, dasss Mann­schaft und Ver­ein seit zwei Jah­ren auf der Stel­le tre­ten und die Stim­mung dabei immer schlech­ter wird? Eine Bestands­auf­nah­me.

Ich bin ganz ehr­lich: Ich hab die­sen Arti­kel etwas auf­ge­scho­ben, so wich­tig er mir per­sön­lich auch ist. Erst­mal galt es, den Mon­tag­abend und den dar­aus resul­tie­ren­den Klas­sen­er­halt emo­tio­nal nach meh­re­ren Wochen des Rech­nens und Ban­gens zu ver­ar­bei­ten. Wochen, in denen man sich ein­mal sicher war, dass der Liga­ver­bleib zum Grei­fen nahe war, nur um sie­ben Tage spä­ter wie­der zu ver­zwei­feln. Außer­dem ist die Fra­ge, war­um der VfB zum zwei­ten Mal seit 2019 Rele­ga­ti­ons­spie­le bestrei­ten muss­te und damit sogar schlech­ter abschnitt als beim hoch­emo­tio­na­len Sai­son­fi­nish 2022, kei­ne ein­fa­che. In den sozia­len Netz­wer­ken, in denen ich aktiv bin — also vor allem Twit­ter — herrscht spä­tes­tens seit Tho­mas Hitzl­sper­gers Ankün­di­gung sei­nes Abschieds ein Hau­en und Ste­chen um die Deu­tungs­ho­heit so ziem­lich jedes Aspekts rund um den VfB.

Zusätz­lich auf­ge­la­den wird die­se Stim­mung durch das, was 11Freun­de-Redak­teur Max Nöl­ke in einem Arti­kel über den VfB als “Kul­tur des Fin­ger­poin­ting” bezeich­ne­te. Öffent­lich durch die Bericht­erstat­tung und Dampfl­plau­de­rer in Weiß­bier­run­den in die Defen­si­ve gedrängt, ver­sucht man vor allem die eige­ne Haut zu ret­ten, trifft Aus­sa­gen, die nur mit Hin­ter­grund­wis­sen als kor­rekt ein­ge­stuft wer­den kön­nen oder taucht ganz unter. Hin­zu kommt, dass jeder Aspekt, jedes Argu­ment in die­ser Dis­kus­si­on eine Vor­ge­schich­te hat, im Zwei­fels­fal­le Teil einer bestimm­ten Agen­da ist, die Alt- und Neu­vor­de­re immer wie­der öffent­lich zum Bes­ten geben, egal ob man sie danach gefragt hat oder nicht. Kurz: Bei einer Bewer­tung der aktu­el­len Lage des VfB und den Grün­den dafür kann man sich nur in die Nes­seln set­zen, im schlimms­ten Fal­le wirft einem irgend­je­mand aus dem Schat­ten der Anony­mi­tät her­aus vor, bezahlt und/oder gelenkt zu sein. Sei es drum. Ich zer­bre­che mir schon seit Mona­ten den Kopf dar­über, was beim VfB, was mit sei­ner Mann­schaft eigent­lich los ist und hab dazu schon so vie­le Dis­kus­sio­nen geführt, die ich mir viel­leicht lie­ber gespart hät­te.

Nicht nur Pech

Betrach­ten wir zunächst mal die nack­ten Zah­len: Der VfB hat in den ver­gan­ge­nen bei­den Spiel­zei­ten, jenen nach der Bun­des­li­ga-Rück­kehr-Sai­son, die die Grund­la­ge für so vie­le Hoff­nun­gen und Träu­me rund um den VfB bil­det, von 68 Spie­len 14 gewon­nen, 24 unent­schie­den gespielt und 30 ver­lo­ren. Dabei 86 Tore geschos­sen und 116 kas­siert, pro Spiel also 1,26:1,7. Bei­de Sai­sons hat­ten eine fast iden­ti­sche Bilanz: 33 Punk­te und die glei­che Ver­tei­lung von Sie­gen, Remis und Nie­der­la­gen. Mit die­ser Punkt­zahl rei­hen sie sich hin­ter der Abstiegs­sai­son 2018/19 (28 Punk­te), Huub Ste­vens’ Ret­tungs­ak­ti­on 2014 mit 32 Punk­ten und der Abstiegs­sai­son 1974/1975 als die ergeb­nis­mä­ßig schlech­tes­ten Spiel­zei­ten der VfB-Bun­des­li­ga-Geschich­te ein. Mit null Sie­gen aus den ers­ten neun Spie­len der abge­lau­fe­nen Sai­son stell­te die Mann­schaft einen ver­eins­in­ter­nen Nega­tiv­re­kord auf, spiel­zei­ten­über­grei­fend gelang es ihr mona­te­lang nicht, ein Aus­wärts­spiel zu gewin­nen oder ein Heim­spiel ohne Gegen­tor zu bestrei­ten.

Dem gegen­über ste­hen zahl­lo­se Momen­te, die sich in unse­re Her­zen und Hir­ne in eine Art und Wei­se ein­ge­brannt haben, wie es wohl nur Sport­fans mög­lich ist: Kalajd­zic gegen Glad­bach, Tomás gegen Augs­burg, Kalajd­zic in Mün­chen, Endo gegen Köln, Anton gegen Augs­burg, Mavro­pa­nos gegen Her­tha, Silas gegen Dort­mund, Endo in Mainz, Mavro­pa­nos gegen Ham­burg, Mil­lot in Ham­burg. Über­haupt: Endo, Silas, Sosa, um nur ein paar zu nen­nen: Man kann eigent­lich nicht anders, als die­se Mann­schaft zu lie­ben, die dir an guten Tagen die Ster­ne vom Him­mel spielt. Und dich an schlech­ten Tagen zur Weiß­glut treibt, weil ihre Unbe­küm­mert­heit sich in Nai­vi­tät wan­delt. Was man in jeder Sai­son­ana­ly­se auf jeden Fall ver­mei­den soll­te: so zu tun, als wäre die oben ange­führ­te Bilanz der letz­ten zwei Jah­re nur eine Ver­ket­tung unglück­li­cher Umstän­de, deren Weg­fall uns auto­ma­tisch in etwas ent­spann­te­re Tabel­len­re­gio­nen füh­ren wür­de.

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Thema mentale Stabilität

Um mal eins von vorn­her­ein klar­zu­stel­len: Ich habe in den letz­ten Jah­ren jeden ein­zel­nen Neu­zu­gang des VfB hier auf dem Blog vor­ge­stellt, habe mich mit Exper­ten ihrer ehe­ma­li­gen Ver­ei­ne unter­hal­ten und konn­te mir mit — mal viel, mal wenig — Phan­ta­sie vor­stel­len, wo der­je­ni­ge in der Zukunft sei­nen Platz beim VfB fin­den könn­te. Die Schwä­che der Mann­schaft liegt — betrach­tet man den gesam­ten Kader — nicht in ihrer fuß­bal­le­ri­schen Qua­li­tät. Das haben vie­le Spie­ler häu­fig genug bewie­sen. Es ist auch wenig ziel­füh­rend, immer auf das Alter abzu­he­ben. Der gesam­te Kader mag einer der jüngs­ten der Liga sein, im Rele­ga­ti­ons­s­rück­spiel in Ham­burg war die Start­elf im Schnitt aber 25 Jah­re alt. Ito, Vagno­man und Mil­lot waren die ein­zi­gen Spie­ler unter 25. Wer die Spie­ler die letz­ten bei­den Jah­re beob­ach­tet hat, der weiß auch, dass es inner­halb des Teams stimmt und dass wir es nicht wie 2016 oder 2019 mit einer Trup­pe zu tun haben, bei der jeder zuerst auf sich schaut — auch wenn es natür­lich in jeder Mann­schaft gewis­se Ego­is­men gibt.

Nein, das größ­ten Pro­blem der Brust­ring­trä­ger liegt mei­ner Mei­nung nach in der men­ta­len Sta­bi­li­tät. Was ich damit mei­ne: Die Mann­schaft ist zu sel­ten in der Lage, gegen den Strom zu schwim­men, sich gegen men­ta­le Wider­stän­de auf­zu­leh­nen, die­se zu über­win­den. Das war 2020/2021 noch anders, als man auch aus kur­zen Nega­tiv­pha­sen wie­der auf­tauch­te und im Anschluss regel­mä­ßig punk­te­te. Das mag der Qua­li­tät eines Nico Gon­za­lez und eines Gre­gor Kobels zuzu­schrei­ben sein, der Erfah­rung eines Gon­za­lo Cas­tro, oder aber der Tat­sa­che, dass die Mann­schaft in die­ser Sai­son nicht so rich­tig aus der Bahn wer­fen konn­te und sie getra­gen von einem guten Gefühl auf Platz 9 lan­de­te. In der Fol­ge zeig­ten sich die Brust­ring­trä­ger als sehr ple­ge­inten­siv, eine Auf­ga­be, mit der auch Pel­le­gri­no Mat­a­raz­zo Anfang 2022 zuse­hends die Geduld ver­lor, als er der Mann­schaft attes­tier­te, dass es Spie­ler gebe, die die Lage nicht begrif­fen hät­ten. Man konn­te es auch bei bei­den Aus­wärts­spie­len in Ber­lin und dem auf Schal­ke in die­ser Sai­son sehen, als schon allein die Spiel­kon­stel­la­ti­on und die Tabel­len­si­tua­ti­on genü­gend Eigen­mo­ti­va­ti­on hät­ten her­vor­ru­fen müs­sen um die­se Spie­le nicht der­art abzu­schen­ken.

Ohne Null viel Aufwand

Hat ein Trai­ner ein­mal die rich­ti­ge Anspra­che gefun­den und ist gleich­zei­tig die Not groß genug — sowie gegen Köln 2022 und in der Rele­ga­ti­on, ist die Mann­schaft in der Lage, ihren Geg­ner zu über­rol­len und in die Knie zu zwin­gen. Nur lei­der ist das viel zu sel­ten der Fall. Ent­we­der fehlt der Mann­schaft die nöti­ge Span­nung oder sie ist wie gelähmt vor der Angst, einen Feh­ler zu machen — und begeht die­se gera­de dann. Offen­siv offen­bart sich das dann vor allem in der Chan­cen­ver­wer­tung, in der die Mann­schaft zu häu­fig aus zu schlech­ten Posi­tio­nen aufs Tor schießt — und sich zu sel­ten so gute Chan­cen her­aus­spielt, dass schon rein sta­tis­tisch gese­hen häu­fig genug einer rein­geht. Viel fata­ler ist die­se men­ta­le Insta­bi­li­tät aber in der Defen­si­ve. Ein Gegen­tor­schnitt von 1,7 bedeu­tet, dass wir in jedem Spiel ein Tor kas­sie­ren, in jedem zwei­ten sogar zwei. Natür­lich gab es in bei­den Spiel­zei­ten Mann­schaf­ten, die wesent­lich mehr Tore kas­sier­ten. Aber jeder Kon­kur­rent um den Klas­sen­er­halt spiel­te häu­fi­ger zu null als der VfB, selbst die jewei­li­gen Abstei­ger.

Dem VfB fällt es extrem schwer, zu null zu spie­len, dem­entspre­chend groß ist der Auf­wand, den die Mann­schaft offen­siv betrei­ben muss, um zu Punk­ten zu kom­men — sie­he oben. In die­sen Abwehr­si­tua­tio­nen offen­ba­ren sich dann indi­vi­du­el­le Aus­set­zer und mann­schafts­tak­ti­sche Schwä­chen, die sich weder durch über­ra­gen­de Ein­zel­spie­ler, noch durch kol­lek­ti­ve Qua­li­tät kor­ri­gie­ren las­sen: Muss der VfB nach hin­ten umschal­ten, fehlt ihm in der Rück­wärts­be­we­gung häu­fig die Zuord­nung. Bei geg­ne­ri­schen Angrif­fen, die nicht in Kon­tern mün­den, zeigt sich die Mann­schaft zu häu­fig zu naiv beim Anlau­fen und im Stel­lungs­spiel. Mehr­fach konn­te man in den letz­ten bei­den Jah­ren beob­ach­ten, wie sich mehr Ver­tei­di­ger als not­wen­dig auf den ball­füh­ren­den Spie­ler stürz­ten. Die dar­aus resul­tie­ren­den Lücken nutz­ten die Geg­ner je nach Qua­li­tät zu Toren. Die Mann­schaft tritt gegen den Ball zu ball­ori­en­tiert auf und lässt dabei zu häu­fig Gegen­spie­ler aus den Augen. Zu die­sen spie­le­ri­schen Schwä­chen kommt eben die men­ta­le: Sehr frü­he Gegen­to­re, sehr spä­te Gegen­to­re, Gegen­to­re direkt zu Beginn der zwei­ten Halb­zeit oder direkt nach der eige­nen Füh­rung — der VfB hat­te alles schon. Natür­lich gibt es auch zahl­rei­che Situa­tio­nen, in denen der VfB sehr gut ver­tei­digt und einen Vor­sprung auch über die Zeit bringt. In der Sum­me und über zwei Jah­re hin­weg waren es jedoch zu vie­le sol­cher Feh­ler. zu vie­le Spie­le mit Gegen­to­ren und unterm Strich zu wenig Punk­te.

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Unruheherd Torhüterposition

Das Fata­le ist, dass sich die­se Schwä­chen bei allen vier Trai­nern in die­ser Zeit — Mat­a­raz­zo, Wim­mer, Lab­ba­dia und Hoe­neß — offen­ba­ren, je nach Art des Trai­ners mal mehr, mal weni­ger. In den Griff bekom­men konn­te sie noch kei­ner der Übungs­lei­ter. Da hilft es auch nichts, auf Rah­men­be­din­gun­gen hin­zu­wei­sen: In der von Ver­let­zungs­sor­gen gepräg­ten Hin­run­de 2021/2022 hol­te der VfB 17 Punk­te, in der dies­be­züg­lich ent­spann­te­ren Rück­run­de 16. In der ver­gan­ge­nen Sai­son plag­ten den VfB weder Ver­let­zun­gen noch eine ein von den olym­pi­schen Spie­len gestör­te Hin­run­de, das Ergeb­nis waren 16 Punk­te. Die Rück­run­de begann mit dem Fehl­griff Lab­ba­dia und ende­te dank Sebas­ti­an Hoe­neß mit 17 Punk­ten. Nicht falsch ver­ste­hen: Ich will der Mann­schaft nicht die grund­sätz­li­che Qua­li­tät für die Bun­des­li­ga abspre­chen. Aber zwei Fast-Abstie­ge in Fol­ge haben nichts mit Pech zu tun, son­dern mit Feh­lern auf allen Ebe­nen.

Was muss sich also ändern in die­ser Mann­schaft? Gar nichts, las ich die Tage auf Twit­ter und hal­te das für fatal. Die Tor­hü­ter­po­si­ti­on ist jetzt schon das zwei­te Jahr in Fol­ge ein Unru­he­herd gewe­sen, der ungu­te Erin­ne­run­gen an Prze­mys­law Tyton weckt. Mit Mül­ler ver­kauft man sei­nen als neue Num­mer 1 gehol­ten Tor­hü­ter wohl dem­nächst weit unter­halb der für ihn gezahl­ten Ablö­se und spart sich immer­hin sein Gehalt. Ob man noch ein­mal so eine Mischung aus men­ta­ler und spie­le­ri­scher Stär­ke wie bei Gre­gor Kobel fin­det, ist offen, die bis­he­ri­gen Gerüch­te deu­ten nicht dar­auf hin und ohne­hin über­brückt man ja auf die­ser Posi­ti­on offen­sicht­lich nur die Zeit, bis man Den­nis Sei­men den Schritt in die Bun­des­li­ga zutraut. In der Drei­er­ket­te davor ver­fügt man über vier soli­de Innen­ver­tei­di­ger, zwei davon mit so viel Poten­zi­al aus­ge­stat­tet, dass sie uns even­tu­ell in die­sem Som­mer ver­las­sen. Gleich­zei­tig aber auch vier Ver­tei­di­ger, von denen jeder in die­ser Sai­son im Wech­sel mal für einen Lap­sus gut war — sie­he oben. Ob man von der Ablö­se für Dinos Mavro­pa­nos und Hiro­ki Ito — so sie einen Abneh­mer fin­den — etwas in die Mann­schaft reinves­tie­ren kann und wenn ja, wie viel, ist offen.

Herzstück ohne Backup

Glei­ches gilt für die lin­ke Außen­bahn, für die man mit Maxi Mit­tel­städt im bes­ten Fall einen Back­up für Sosa oder des­sen Ersatz gefun­den hat. Auf rechts hat sich Josha Vagno­man spät als einer der Gewin­ner der Sai­son eta­bliert, was wie­der­um Silas vor Pro­ble­me stellt: Sein Hoheits­ge­biet, die rech­te Außen­li­nie, hat er ver­lo­ren, als Halb­stür­mer fehlt ihm häu­fig der Anlauf, den er braucht, um sei­ne Stär­ken aus­zu­spie­len, im Klein-Klein rund um den Straf­raum fehlt ihm zu häu­fig die Über­sicht und der Blick für die rich­ti­ge Ent­schei­dung. Da ist ihm Mil­lot aktu­ell ein biss­chen vor­aus, wäh­rend auf der ande­ren Halb­po­si­ti­on Füh­rich nach dem Ende der Lei­he von Tia­go Tomás gesetzt sein dürf­te. Dafür müss­te er aber mehr Kon­stanz und Ziel­stre­big­keit in sein Spiel brin­gen, ob ihm Li Egloff oder Lau­rin Ulrich da den den Rang in der kom­men­den Sai­son ablau­fen, wage ich zu bezwei­feln.

Blei­ben noch die Herz­stü­cke des Teams: Sech­ser und Neu­ner. Wata­ru Endos schier unend­li­ches Arbeits­pen­sum, wel­ches der Ver­ti­kal­pass kürz­lich wür­dig­te, kann so kei­ne Dau­er­lö­sung sein. Ata­kan Kara­zor neben fällt, wie die Innen­ver­tei­di­gung, in den Bereich soli­de, ist aber nie ein Ersatz für Orel Manga­la — der auch offen­si­ver agier­te —  gewor­den. Es ist eben die Soli­di­tät von Spie­lern wie Kara­zor, die die Mann­schaft nicht immer im Kol­lek­tiv auf­fan­gen kann, so dass man in schlech­ten Spie­len eben eine Ansamm­lung von Hoff­nung und Mit­tel­maß hat. Glei­ches gilt für Gen­ki Hara­guchi. Einen der weni­gen Qua­li­täts- und Unter­schieds­spie­ler hat der VfB auf der Neun: Ser­hou Gui­ras­sy. Danach kommt lan­ge nichts. Luca Pfeif­fer hat­te eine ver­hee­ren­de Sai­son, Leih­spie­ler wie Wahid Fag­hir oder Mo San­koh müs­sen sich nach durch­wach­se­nen Spiel­zei­ten (dazu die Tage mehr) erst ein­mal wie­der in der Bun­des­li­ga bewei­sen und Tho­mas Kas­t­a­n­a­ras zudem noch sei­ne Ver­let­zung aus­ku­rie­ren, Juan Perea und Gil Dias ste­hen erneut vor einer Vor­be­rei­tung, in der sie sich bewei­sen kön­nen und müs­sen.

Mit dem Latein am Ende

Kom­men wir zu einem wei­te­ren Fak­tor, um die Pro­ble­me der letz­ten bei­den Sai­sons zu erklä­ren: dem Trai­ner. Der hieß, für VfB-Ver­hält­nis­se außer­ge­wöhn­lich lan­ge, Pel­le­gri­no Mat­a­raz­zo. Viel­leicht zu lan­ge, aber dass die sport­li­chen Ent­schei­der des Ver­eins die Sai­son­ana­ly­se so gran­di­os in den Sand set­zen wür­den wie im ver­gan­ge­nen Som­mer, das wuss­te man eben erst nach neun sieg­lo­sen Spie­len zu Sai­son­be­ginn, die für mich ange­sichts der Rah­men­be­din­gun­gen immer noch ein ziem­li­ches Rät­sel sind. Natür­lich darf auch das Ergeb­nis der Sai­son, der Klas­sen­er­halt, nicht dar­über hin­weg­täu­schen, was alles schief lief in der vor­ver­gan­ge­nen Spiel­zeit. Mat­a­raz­zo stell­te sei­ne Mann­schaft zwi­schen­zeit­lich öffent­lich an den Pran­ger, expe­ri­men­tier­te mit einer Vie­rer­ket­te, kehr­te im Som­mer dann wie­der zum gewohn­ten Sys­tem zurück — nichts soll­te hel­fen. Dabei waren es am Ende weni­ger tak­ti­sche Schwä­chen als viel­mehr das Unver­mö­gen, die Mann­schaft men­tal zu packen, die Mat­a­raz­zo den Job kos­te­ten. Eigent­lich erstaun­lich bei einem Trai­ner, der vor allem — aber nicht nur — für den Umgang mit sei­nen Spie­lern gelobt wur­de. Man darf natür­lich auch die Rück­run­de der Zweit­li­ga-Sai­son nicht außer acht las­sen, in der der VfB nach der Coro­na­pau­se auch erst spät auf den direk­ten Auf­stiegs­zug auf­sprang und beim 3:2 gegen Ham­burg erneut einen Kraft­akt benö­tig­te. Letzt­lich hol­te Tim Wal­ter pro Spiel sogar mehr Punk­te als Mat­a­raz­zo, näm­lich 1,72 zu 1,68.

Auch hier darf man mich bit­te nicht falsch ver­ste­hen. Rino scheint von dem, was ich von außen von ihm mit­be­kom­men habe, ein sehr sym­pa­ti­scher Mensch zu sein, dem der VfB viel zu ver­dan­ken hat — sport­lich, aber auch in der Außen­wahr­neh­mung. Gleich­zei­tig schaff­te er es auf Stre­cke nicht, eine qua­li­ta­tiv soli­de, aber men­tal pfle­ge­be­dürf­ti­ge Mann­schaft aufs Gleis zu brin­gen. Glei­ches galt für sei­nen Co-Trai­ner und Nach­fol­ger Micha­el Wim­mer, der einen furio­sen Sieg im Pokal ein­fuhr, sei­ne Heim­spie­le teils deut­lich, teils emo­tio­nal gewann, sei­ne Aus­wärts­spie­le deut­lich ver­lor und dabei immer in der undank­ba­ren Posi­ti­on war, nicht zu wis­sen, ob er nun Inte­rims- oder Chef­trai­ner war. Gera­de ange­sichts der lang­fris­ti­gen Pro­ble­me der Mann­schaft hal­te ich eine Hoch­rech­nung sei­nes Punk­te­schnitts für unse­ri­ös, immer­hin aber hat­te er sei­nem Nach­fol­ger wie­der­um etwas vor­aus: Er ver­stand die Mann­schaft immer­hin gut genug, um sie zu drei Sie­gen zu füh­ren.

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Fehlgriff Labbadia, Rettung Hoeneß

Zur Ent­schei­dung, Bru­no Lab­ba­dia nach knapp zehn Jah­ren wie­der zum Chef­trai­ner in Bad Cannstatt zu machen, kom­me ich gleich noch. Bli­cken wir aber nur auf sei­ne Amts­zeit und Arbeit, bleibt man kopf­schüt­telnd zurück. Offen­bar kam er mit völ­lig fal­schen Vor­stell­lun­gen von den Fähig­kei­ten, Stär­ken und Schwä­chen der Mann­schaft nach Stutt­gart und war in der längs­ten Win­ter­pau­se seit Men­schen­ge­den­ken nicht in der Lage, die­se abzu­le­gen. Damit wider­sprach er auch dem State­ment bei sei­ner Vor­stel­lung, in dem er von einer prag­ma­ti­schen Her­an­ge­hens­wei­se sprach und ankün­dig­te, die Mann­schaft das spie­len zu las­sen, was sie kön­ne. Grund­sätz­lich eine sinn­vol­le Idee, wes­we­gen ich nach dem ers­ten Schock über die Per­so­na­lie auch nicht mehr kom­plett pes­si­mis­tisch in die Zukunft blick­te.

Eigent­lich schlug letzt­lich jede sei­ner Maß­nah­men fehl. Die Mann­schaft benö­tig­te offen­sicht­lich kein gemein­sa­mes Früh­stück zum Team­buil­ding, denn von Pro­ble­men inner­halb des Teams hat man die letz­ten Jah­re nie etwas gehört, eher das Gegen­teil. Mor­gens früh schon Kon­di­ti­on zu bol­zen soll­te die Aus­dau­er der Mann­schaft stär­ken und manch einer ent­blö­de­te sich nicht, die­se Maß­nah­me als Grund für den Klas­sen­er­halt anzu­füh­ren. Als hät­te der VfB nicht schon vor­her Spie­le spät ent­schie­den. Von per­so­nel­len Fehl­grif­fen wie Wal­de­mar Anton statt Josha Vagno­man als Rechts­ver­tei­di­ger und Silas als Neu­ner mal abge­se­hen gelang es ihm auch nicht, sein Sys­tem auf das Feh­len von Ser­hou Gui­ras­sy anzu­pas­sen. Vor allem aber über­sah er, dass die Lösung für das Pro­blem der unzu­ver­läs­si­gen Defen­si­ve nicht dar­in lag, mehr Spie­ler ver­tei­di­gen zu las­sen. Die Angst vor Feh­lern, sie wur­de unter Lab­ba­dia noch mehr kul­ti­viert, so dass eigent­lich spä­tes­tens nach dem sang- und klang­lo­sen 0:2 gegen Bre­men klar war, dass er für die­se Mann­schaft der fal­sche Trai­ner und des­halb an sei­nem Auf­trag geschei­tert war.

Sebas­ti­an Hoe­neß hin­ge­gen besann die Mann­schaft wie­der auf ihre Stär­ken und gab vor allem den Fans das zurück, was nach zwei Abstie­gen bin­nen drei Jah­ren in Stutt­gart mitt­ler­wei­le als har­te Wäh­rung gilt: Hoff­nung. Spie­le­risch agiert er wie ein jün­ge­rer Mat­a­raz­zo, im klas­si­schen Sys­tem mit Drei­er­ket­te und Wing­backs, aller­dings scheint es ihm bis­lang noch bes­ser als Mat­a­raz­zo zu gelin­gen, die Mann­schaft zu packen. Ich bin gespannt, wie er die Trup­pe auf die neue Run­de vor­be­rei­tet, wenn es nicht allein dar­um geht, für ein klar defi­nier­tes kurz­fris­ti­ges Ziel eine schlag­kräf­ti­ge For­ma­ti­on und ein funk­tio­nie­ren­des tak­ti­sches Kor­sett zu fin­den. Neben per­so­nel­len Anpas­sun­gen muss es Hoe­neß vor allem gelin­gen, der Mann­schaft eine muti­ge Her­an­ge­hens­wei­se ein­zu­trich­tern. Es war eben jene Risi­ko­be­reit­schaft, jener Mut mit Absi­che­rung, der die Mann­schaft nach dem Auf­stieg auf Platz 9 brach­te.

Gewagte Wette mit guten Quoten

Wenn wir über die Schwä­chen der Mann­schaft spre­chen — und noch­mal: wir müs­sen über die Schwä­chen der Mann­schaft spre­chen, denn die müs­sen beho­ben wer­den, um eine drit­te sol­che Sai­son zu ver­hin­dern — müs­sen wir natür­lich auch über jenen Mann spre­chen, der sie zu gro­ßen Tei­len zusam­men­ge­stellt hat. Und sei­ne Vor­ge­setz­ten. Und sei­nen Nach­fol­ger. Ich hab es qua­si in jeder Vor­stel­lung eines Neu­zu­gangs erwähnt und es wird wohl auch kaum jemand bestrei­te­ten: Der VfB hat in den letz­ten Jah­ren sehr vie­le Wet­ten auf die Zukunft abge­schlos­sen. Meis­tens mit einem guten Blatt auf der Hand, weil die Spie­ler ihr Poten­zi­al bereits ange­deu­tet hat­ten, aber so unter dem Radar lie­fen, dass sich die Ablö­se in einem ver­tret­ba­ren Rah­men beweg­te — sieht man viel­leicht ein­mal von den acht Mil­lio­nen ab, die der VfB 2019 als Zweit­ligst für Silas nach Paris über­wies. Das Modell, zunächst sehr jun­ge, spä­ter jun­ge Spie­ler güns­tig zu ver­pflich­ten, sie zu ent­wi­ckeln, um ent­we­der mit ihnen oder den Trans­fer­er­lö­sen sport­lich zu wach­sen, war (und ist) reiz­voll und war ein ange­neh­mes Kon­trast­pro­gramm zu Micha­el Resch­kes Mix aus Talen­ten wie Sosa, Mas­si­mo oder Maf­feo und erfah­re­nen Spie­lern jen­seits ihres Zenits wie Cas­tro, Dida­vi, Bad­s­tu­ber, Gent­ner oder Gomez.

Zu einer Wet­te gehört aber eben auch, dass man sie ver­lie­ren kann, ent­schei­dend ist dann, wie viel Geld man gesetzt hat. Im Fal­le von Gre­gor Kobel, Sasa Kalajd­zic, Dar­ko Chur­li­nov oder Naoui­rou Aha­ma­da ging das Prin­zip auf, bei Flo­ri­an Mül­ler nicht, und bei vie­len ande­ren ist das noch offen. Zwei Fak­to­ren ver­kom­pli­zie­ren das Gan­ze: Zum einen hat­te der VfB mit zwei Abstie­gen finan­zi­el­le Sub­stanz ver­lo­ren, die durch Geis­ter­spie­le in einem für knapp 60.000 Men­schen aus­ge­leg­ten Sta­di­on, sin­ken­dem Fern­seh­geld, Kre­di­te und einen teu­ren Sta­di­on­um­bau wei­ter ange­grif­fen wur­de. Ein wei­te­rer Abstieg in der abge­lau­fe­nen Sai­son hät­te das Fern­seh­geld und auch die Sta­di­on­ein­nah­men wei­ter sin­ken las­sen, was wie­der­um, so mei­ne Ein­schät­zung, die Finan­zie­rung des Sta­di­on­um­baus durch die Betriebs­ge­sell­schaft wei­ter erschwert hät­te. So oder so war es für den VfB nicht nur eine reiz­vol­le Opti­on, son­dern letzt­lich eine wirt­schaft­li­che Not­wen­dig­keit, Über­schüs­se aus Spie­ler­trans­fers zu erwirt­schaf­ten oder die Kader­kos­ten anders zu sen­ken. Das ande­re Risi­ko besteht dar­in, dass ein Abstieg dir jeg­li­che Trans­fer­über­schüs­se wie­der auf­frisst. Zum einen, weil man uner­war­te­te Ver­lus­te wie die eben beschrie­be­nen wie­der aus­glei­chen muss, zum ande­ren weil man nicht immer auf das höchs­te Ange­bot war­ten kann, wenn ein Spie­ler sei­ne Vor­be­rei­tung par­tout nicht bei einem Zweit­li­gis­ten bestrei­ten will — mal  ganz abge­se­hen davon, dass man das Geld ja zum Löcher­stop­fen benö­tigt. In den letz­ten zwei Jah­ren wan­del­te die­se Mann­schaft gefähr­lich nahe an die­sem finan­zi­ell fata­len Sturz in die Zweit­klas­sig­keit. Die Grün­de dafür habe ich schon ange­führt.

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Mehr unmittelbarer Mehrwert?

Es ist also ein schma­ler Grat zwi­schen einer kon­kur­renz­fä­hi­gen Mann­schaft — und dazu zäh­le ich auch das men­ta­le — und Spie­lern, die dir in Zukunft finan­zi­ell den Arsch ret­ten.  Wahid Fag­hir ist so ein Bei­spiel, des­sen Tran­fer in den sozia­len Net­zen über­schwäng­lich gefei­ert wur­de und bei dem auch Sport­di­rek­tor und Medi­en­ab­tei­lung sicht­bar stolz auf den Ver­trags­ab­schluss und die Ver­kün­dung des Trans­fers waren. Ange­sichts der ange­spann­ten Finanz­la­ge muss Mislin­tat sich aber fra­gen las­sen, ob die laut Transfermarkt.de 3,5 Mil­lio­nen Euro Ablö­se für die­sen Spie­ler wirk­lich not­wen­dig waren oder ob man für die­ses Geld nicht lie­ber einen wei­te­ren Spie­ler der Kate­go­rie Vagno­man oder Füh­rich, also mit unmit­tel­ba­rem Mehr­wert für die Mann­schaft hät­te holen müs­sen. Die­se wie auch die ablö­se­freie Ver­pflich­tung von Ömer Bey­az wir­ken so, als habe man die Spie­ler nicht nur wegen ihres Talents ver­pflich­tet, son­dern auch, weil man sich einen Ruf erar­bei­tet hat­te, der den VfB für die­se Spie­ler attrak­tiv macht. Fag­hir konn­te beim däni­schen Vize­meis­ter nicht kom­plett über­zeu­gen, Ömer Bey­az saß erst in Mag­de­burg auf der Bank und ist man­gels Spiel­be­rech­ti­gung für die Regio­nal­li­ga in Stutt­gart nur im Trai­ning zu sehen. Klar ist, auch bei jeman­dem wie Jovan Milo­se­vic: Bei so jun­gen Spie­lern reden wir von einer lang­fris­ti­gen Wet­te, viel­leicht wis­sen wir erst in ein paar Jah­ren, ob die dama­li­ge Ent­schei­dung rich­tig war. So wie man es mitt­ler­wei­le bei Tan­guy Cou­li­ba­ly sieht, der nach einem star­ken ers­ten Bun­des­li­ga-Halb­jahr zwar immer mal wie­der High­light-Spie­le hat­te, es aber nie zu kon­stan­ten Leis­tun­gen brach­te. Oder Mateo Kli­mo­wicz, der noch bis Ende des Jah­res in Mexi­ko spielt. Oder eben in einem kür­ze­ren Zeit­rah­men Flo­ri­an Mül­ler. Und noch­mal: Es geht mir hier nicht dar­um, Mislin­tats Arbeit schlecht zu reden. Aber zu einer Feh­ler­ana­ly­se gehört eben genau das: Die Feh­ler und ihre Aus­wir­kun­gen zu benen­nen.

Letzt­lich muss man auch die ver­korks­te Sai­son­ana­ly­se im ver­gan­ge­nen Som­mer neben Sport­vor­stand Wehr­le (zu ihm gleich mehr) und Trai­ner Mat­a­raz­zo auch dem Sport­di­rek­tor anlas­ten. Denn offen­sicht­lich wur­de nicht erkannt, unter wel­chen Schwä­chen die Mann­schaft litt, die dazu führ­ten, dass der Klas­sen­er­halt erst in der letz­ten Minu­te des letz­ten Sai­son­spiels statt­fand. Hät­te man in einem Trans­fer­fens­ter, in dem man zudem erneut Über­schüs­se gene­rie­ren muss­te, die Mann­schaft so umbau­en kön­nen, dass sie in der Fol­ge­sai­son resi­li­en­ter auf­tritt. Wahr­schein­lich nicht, das wider­sprä­che auch dem Sinn eines lang­fris­ti­gen Pro­jekts. Hät­te man den Trai­ner aus­wech­seln müs­sen, der in der Fol­ge­sai­son nicht in der Lage war, die Pro­ble­me der Mann­schaft zu behe­ben? Im Nach­hin­ein ja, auch wenn das nach den Jubel­sze­nen gegen Köln nur schwer ver­mit­tel­bar gewe­sen wäre. Wie auch immer: Obwohl die Rah­men­be­din­gun­gen bes­ser waren als in der Vor­sai­son, schaff­te die sport­li­che Füh­rung es nicht dar­aus Kapi­tal zu schla­gen. Den­noch: Die aus­ge­tre­te­nen Pfa­de 2019 zu ver­las­sen und einen neu­en Weg zu gehen, war rich­tig. Alter­na­tiv­los war und ist die­ser Weg trotz­dem kei­nes­wegs, denn die Mann­schaft mach­te in den letz­ten zwei Jah­ren zu sel­ten Wer­bung für sich und ihre Idee.

Den Weg fortführen

Auch Fabi­an Wohl­ge­muth wird man frü­hes­tens nach die­sem Trans­fer­fens­ter rich­tig in sei­ner Arbeit bewer­ten kön­nen, eigent­lich aber erst nach der kom­men­den Sai­son, denn auch Anfang August wer­den wir noch nicht wis­sen, wie sich die neue Mann­schaft schla­gen wird. Nichts­des­to­trotz steht auch er von Beginn sei­ner Amts­zeit an unter Beob­ach­tung. Nicht, weil er nicht Sven Mislin­tat ist, son­dern weil die Ver­pflich­tung von Bru­no Lab­ba­dia, die schon vor sei­ner Ver­pflich­tung beschlos­sen gewe­sen sein muss, mit­trug, weil er viel zu lan­ge an ihm fest­hielt und weil er im Win­ter zwei Spie­ler ver­pflich­te­te, die zunächst rein auf die Spiel­idee eines Trai­ners aus­ge­rich­tet waren, der nach weni­gen Mona­ten wie­der Geschich­te war. Wohl­ge­muth muss sich jetzt in sei­ner Arbeit von die­sem unse­li­gen Kon­strukt im Win­ter und — natür­lich in Abstim­mung mit der Spiel­idee von Sebas­ti­an Hoe­neß — eige­ne Akzen­te in der Kader­pla­nung set­zen. Auch er wird auf abseh­ba­re Zeit dar­auf ange­wie­sen sein, Über­schüs­se zu gene­rie­ren und gleich­zei­tig eine wett­be­werbs­fä­hi­ge Mann­schaft auf die Bei­ne zu stel­len. Wir dür­fen gespannt sein.

Unab­hän­gig davon wäre ihm und wahr­schein­lich auch uns gehol­fen, wenn er sich eben dar­auf kon­zen­trie­ren könn­te und nicht genau­so sehr in der Öffent­lich­keit stün­de wie sein Vor­gän­ger. Der hat­te mit sei­nem Sport­vor­stand immer­hin die kla­re Abspra­che, dass er auch das Gesicht der sport­li­chen Füh­rung war. Wohl­ge­muth wirkt bei sei­nen öffent­li­chen Auf­trit­ten mit­un­ter etwas unbe­hol­fen, was sich ja schon dahin­ge­hend abzeich­ne­te, dass er die­se Art der Öffent­lich­keit in Kiel und Pader­born nicht hat­te. Sein Pro­blem ist teil­wei­se, dass er dahin­ge­hend immer wie­der mit Mislin­tat ver­gli­chen wird, teil­wei­se wur­de ihm sogar vor­ge­wor­fen, ähn­lich wie Alex­an­der Wehr­le gegen die­sen nach­zu­kar­ten. Der Satz “Wir wol­len aber kei­ne Mann­schaft aus einer Mono­kul­tur her­aus erschaf­fen” wird dabei aller­dings aus dem Zusam­men­hang geris­sen, denn wer das gan­ze Inter­view liest, sieht, dass er damit die Arbeit sei­nes Vor­gän­gers fort­füh­ren will. Den­noch: Dass Wehr­le Struk­tu­ren und Auf­ga­ben­ver­tei­lung zwi­schen Hitzl­sper­ger und Mislin­tat ein­fach über­nom­men hat, stellt sich auch hier als Feh­ler her­aus.

Den VfB nicht verstanden?

Das Pro­blem liegt nur eben dar­in, dass Alex­an­der Wehr­le bei aller Erfah­rung, die er im Fuß­ball­busi­ness gesam­melt hat, die Sport­kom­pe­tenz fehlt, um die Inhal­te, die Wohl­ge­muth trans­por­tie­ren müss­te, zu ver­mit­teln. Wes­we­gen nicht nur ich schon seit län­ge­rem für einen neu­en Sport­vor­stand plä­die­re. Aber nicht nur, um Fabi­an Wohl­ge­muth einen Gefal­len zu tun. Son­dern auch, weil Alex­an­der Wehr­le in den etwa 15 Mona­ten seit sei­ner Rück­kehr zum VfB meh­re­re sport­li­che, per­so­nel­le und auch kom­mu­ni­ka­ti­ve Fehl­ent­schei­dun­gen getrof­fen hat. Man muss sich schon fra­gen, was er über die das, was zwi­schen sei­nem Abschied 2013 und sei­ner Rück­kehr 2022 beim VfB pas­siert ist Bescheid wuss­te. Und ob ihm wirk­lich, gera­de nach der Amts­zeit von Wolf­gang Diet­rich, nie­mand gesteckt hat, dass “Ent­spannt Euch doch mal” das letz­te ist, was das Umfeld des VfB hören will. Mit­un­ter wirk­te es, als habe er den neu­en VfB genau­so wenig ver­stan­den wie Lab­ba­dia sei­ne Mann­schaft. Und ich fan­ge nicht mal von dem NFT-Scam an, an dem sich der VfB seit letz­tem Jahr betei­ligt.

Dazu zählt bei­spiels­wei­se die Idee, sei­ne feh­len­de Sport­kom­pe­tenz durch zwei Bera­ter zu erset­zen, von denen der eine mitt­ler­wei­le auf dem Sprung zum DFB ist und der ande­re schein­bar vor allem sei­ne Agen­tur arbei­ten lässt und bei öffent­li­chen Auf­trit­ten oder in bei sei­nen legen­där glatt­ge­bü­gel­ten Social Media-Pos­tings so tut, als hät­te er mit dem VfB nichts am Hut. Auch die Pos­se um die immer wie­der ver­scho­be­ne Ver­trags­ver­hand­lung mit Sven Mislin­tat oder die Tat­sa­che, dass er die­sem einen Mit­ar­bei­ter unter­stell­te, ohne mit ihm dar­über zu spre­chen, zeugt genau­so wie die sich wie Kau­gum­mi zie­hen­de Trai­ner­su­che im Herbst von einem: Unpro­fes­sio­na­li­tät. Dass der VfB nach drei Jah­ren unter Mat­a­raz­zo mona­te­lang nicht in der Lage ist, einen neu­en Trai­ner zu fin­den, dann den Inte­rims­trai­ner erst stark redet und dann durch Bru­no Lab­ba­dia ersetzt, kann man nicht anders bezeich­nen.

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Kein Fingerpointing mehr!

Über Lab­ba­dia habe ich mich ja oben schon aus­ge­las­sen und das Bes­te an der Ent­schei­dung, ihn zu ver­pflich­ten, wer­den am Ende die Ver­trags­mo­da­li­tä­ten bei einer Ent­las­sung gewe­sen sein. Dass Wehr­le mit Mislin­tat nicht ver­län­ger­te, ver­mut­lich weil ihm aus struk­tu­rel­ler Sicht und ange­sichts der sport­li­chen Bilanz des­sen Kom­pe­ten­zen zu weit gin­gen, ist grund­sätz­lich legi­tim, auch wenn ich es immer noch bedaue­re. Wie eben­je­ner Mislin­tat aber schon bei der anste­hen­den Ver­ab­schie­dung von Tho­mas Hitzl­sper­ger sag­te: Ent­schei­dend ist nicht wer geht, son­dern wer folgt. Eine Trai­ner­ent­schei­dung wie die für Lab­ba­dia zu tref­fen, die­se nicht öffent­lich als Feh­ler zuzu­ge­ben und gleich­zei­tig aber immer wie­der dar­auf hin­zu­wei­sen, dass man Pro­ble­me über­nom­men habe, die es jetzt zu lösen gel­te, ist genau das, was wir nicht wol­len. Unpro­fes­sio­na­li­tät und eine man­geln­de Feh­ler­kul­tur hat­ten wir schon genug in den letz­ten zehn Jah­ren. Grü­ße gehen raus an die Kol­le­gen Bobic, Dutt und Resch­ke.

Ich hal­te nichts von der Wahr­neh­mung, dass allein die sport­lich ver­hee­ren­de Lab­ba­dia-Zeit uns den direk­ten Klas­sen­er­halt gekos­tet hat. Man kann zwar die Punk­te­schnit­te von Hoe­neß oder Wim­mer hoch­rech­nen, ver­liert dann aber die bereits beschrie­be­nen grund­le­gen­den Pro­ble­me der Mann­schaft aus dem Auge. Hät­te Sebas­ti­an Hoe­neß den VfB nach der WM ins siche­re Mit­tel­feld geführt? Viel­leicht. Viel­leicht hät­te er aber auch in die­sen 19 Spie­len eine Durst­stre­cke mode­ri­en müs­sen, statt die Mann­schaft in kur­zer Zeit auf ein Ziel ein­zu­schwö­ren. Glei­ches gilt für Micha­el Wim­mer. Hät­te ihn über einen län­ge­ren Zeit­raum das glei­che Schick­sal ereilt wie das sei­nes Vor­gän­gers und ehe­ma­li­gen Chef­trai­ners? Mög­li­cher­wei­se. Die­se Mann­schaft ist wie bereits beschrie­ben kom­pli­ziert. Man kann es sich ein­fach machen und die Schuld ein­sei­tig ver­tei­len. Das ist aber genau das, was ich ein­gangs beschrie­ben habe: Die “Kul­tur des Fin­ger­poin­ting”, die vor allem inner­halb des Ver­eins nie­man­den wei­ter­bringt und die auch und gera­de dort schleu­nigst auf­hö­ren soll­te.

Große Räder drehen

Für mich ist klar: Neben klei­ne­ren Stell­schrau­ben in der Mann­schaft und der Anspra­che und die­se müs­sen vor allem grö­ße­re Räder gedreht wer­den: Eine kla­re Auf­ga­ben­ver­tei­lung zwi­schen Sport­di­rek­tor, Vor­stands­vor­sit­zen­dem und neu­em Sport­vor­stand. Die­ses Rad kann und muss letzt­lich ein Gre­mi­um dre­hen: Der Auf­sichts­rat. In der Ver­gan­gen­heit immer wie­der Spiel­wie­se von frei­dre­hen­den Inves­to­ren und leber­wurs­ti­gen Plau­der­ta­schen mit Kopf­ball­stär­ke besteht die­ser aktu­ell aus dem Prä­si­di­um des ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins, eher unauf­fäl­li­gen Inves­to­ren und wei­te­ren Ver­tre­tern aus Poli­tik und Wirt­schaft, die nach außen ähn­lich unsicht­bar blei­ben und immer­hin nicht im Auf­sichts­rat sit­zen, weil sie dem VfB als Spon­sor Geld über­wei­sen.

Auch die­ses Gre­mi­um, wenn es dann mal öffent­lich auf­tritt, bekle­cker­te sich in den letz­ten Jah­ren nicht mit Ruhm. Das ging schon damit los, dass man offen­bar nicht in der Lage war, Sven Mis­li­ni­tat bei der Suche nach einem neu­en Sport­vor­stand als Nach­fol­ger von Tho­mas Hitzl­sper­ger so abzu­ho­len, dass der sich nicht gleich Car­los Ubi­na vors Auf­nah­me­ge­rät warf. Eine Per­so­nalagen­tur zu beschäf­ti­gen, die am Ende mit einem ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ter als Vor­schlag ankommt und die­sen, weil man den Kon­flikt mit Mislin­tat scheut, gleich auch trotz man­geln­der Exper­ti­se zum Sport­vor­stand zu machen war auch kei­ne Stern­stun­de. Und auch wenn man wohl Alex Wehr­le und Fabin Wohl­ge­muth in der Län­der­spiel­pau­se nach dem Wolfs­burg-Spiel mehr oder min­der die Pis­to­le auf die Brust setz­te: Wenn im Auf­sichts­rat in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit sport­li­che Ent­schei­dung getrof­fen oder ver­passt wur­den, waren die­se nicht unbe­dingt von Erfolg geprägt, Viel­mehr ent­steht der Ein­druck, man fol­ge der Füh­rung des­je­ni­gen, den man eigent­lich kon­trol­lie­ren soll.

Mehr Transparenz

Und wenn wir über den Auf­sichts­rat reden, müs­sen wir über Claus Vogt reden, der zwar im Prä­si­di­alau­schuss ein grö­ße­res Gewicht hat, natür­lich aber Ent­schei­dun­gen im Auf­sichts­rat nicht allei­ne trifft. Den­noch: Als höchs­ter demo­kra­tisch gewähl­ter Ver­tre­ter des Ver­eins kommt ihm in sei­ner Rol­le und Posi­ti­on eine beson­de­re Wich­tig­keit zu. An die­ser Stel­le auch noch auf die immer wie­der geäu­ßer­ten Vor­wür­fe ein­zu­ge­hen, wür­de den Rah­men spren­gen, zumal ich vie­les nicht über­prü­fen kann. Ich fin­de es jedoch bedenk­lich, dass die Kri­tik an sei­ner Amts­füh­rung immer wie­der, lang­fris­tig und aus ver­schie­de­nen Ecken kommt. Man kann natür­lich Tho­mas Hitzl­sper­ger in sei­nem offe­nen Brief eige­ne Macht­ge­lüs­te unter­stel­len oder dass sich Oli Frit­sch und Marc Brost in ihrem House of Cannstatts vor Kar­ren haben span­nen las­sen, eben­so die Dis­kre­panz zwi­schen der Kri­tik und der mög­li­cher­wei­se gerin­gen Bereit­schaft an Sit­zungs­teil­nah­men zwei­er Ver­eins­bei­rä­te oder einen anony­men Blog und die dar­auf auf­bau­en­de Kam­pa­gne für eine außer­or­dent­li­che Mit­glie­der­ver­samm­lung für unse­ri­ös hal­ten.

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Unterm Strich ist mir das aber zu viel, als dass ich es ledig­lich für eine böse Kam­pa­gne der alten Seil­schaf­ten hal­te. Das Per­so­nen, die an Wolf­gang Diet­richs Aus­glie­de­rungs­kam­pa­gne betei­ligt waren, bei ihrer Kri­tik an Vogt vor allem aus Eigen­in­ter­es­se han­del­ten, ist für mich nach wie vor plau­si­bel. Schließ­lich setz­te man dem noch nicht gewähl­ten Prä­si­den­ten, egal wie er hieß, bereits im Herbst 2019 im Eil­ver­fah­ren einen Vor­stands­vor­sit­zen­den vor und woll­te natür­lich auch nach dem Wech­sel an der Spit­ze ger­ne sei­nen Job behal­ten oder zumin­dest nicht in der öffent­li­chen Kri­tik ste­hen. Aber auch nach all die­se Men­schen die Gre­mi­en des VfB frei­wil­lig oder unfrei­wil­lig ver­las­sen haben, kehr­te nie Ruhe ein, ris­sen die Vor­wür­fe, ob hane­bü­chen oder nach­voll­zieh­bar, ob über­prüf­bar oder nicht, nie ab.

Auch im Sin­ne des VfB kann sich vor allem Claus Vogt, aber auch der rest­li­che Auf­sichts­rat nicht wei­ter hin­ter sei­nem Vor­stands­vor­sit­zen­den ver­ste­cken, zumal der sel­ber gera­de kein beson­ders gutes Schutz­schild abgibt. Es müs­sen Per­so­nal­ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den, es müs­sen Ent­schei­dun­gen der Ver­gan­gen­heit begrün­det wer­den und es muss end­lich, im Sin­ne einer trans­pa­ren­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­ge­räumt wer­den mit den Vor­wür­fen. Ansons­ten bleibt uns als Fans und Mit­glie­der nur zu hof­fen, dass sich bis zur Mit­glie­der­ver­samm­lung im Sep­tem­ber im Fal­le eines erfolg­rei­chen Abwahl­an­trags eine kom­pe­ten­te­re Alter­na­ti­ve fin­det als die vier daher­ge­lau­fe­nen Oppo­si­tio­nel­len, die pro for­ma einen Antrag auf Abwahl aller Amts­trä­ger stell­ten, ohne die­se stich­hal­tig zu begr­rün­den, ihr Quo­rum dem Ver­neh­men nach deut­lich ver­fehl­ten und dar­über aber nur auf Nach­fra­ge der Lokal­zei­tung berich­ten. Auf VfB-jetzt.de wird immer noch für außer­or­dent­li­che Mit­glie­der­ver­samm­lung gewor­ben. Dass die­se vier und viel­leicht Vol­ker Zeh bis­lang die Alter­na­ti­ve zu ihm zu sein schei­nen, ist für Vogt ver­eins­po­li­tisch aktu­ell das größ­te Pfund.

Es nervt

Hab ich noch wen ver­ges­sen? Ach­ja, den Ver­eins­bei­rat, dem ja eigent­lich eine Kon­trol­le des Prä­si­di­ums obliegt. Der es aber nicht mal schafft, den Mit­glie­dern die Vor­zü­ge des neu­en Grund­la­gen­ver­trags zu kom­mu­ni­zie­ren, son­dern die­se Wer­bung für die eige­ne Arbeit ehren­amt­li­chen Blog­gern über­lässt. Von dem man nicht mehr mit­be­kommt, als dass man sich in Lager teilt und gegen­sei­tig ver­bal die Köp­fe ein­schlägt. Auf die wei­ter­ge­hen­de Reak­ti­on auf die in die­sem omi­nö­sen Blog auf­ge­schrie­be­nen Vor­wür­fe, die nach Sai­son­ende kom­men soll­te, war­te ich noch immer.

Ich hof­fe, ihr habt bis hier­hin durch­ge­hal­ten, aber nach zwei Jah­ren, in denen man sich nur sel­ten über die sport­li­chen Leis­tun­gen und ver­eins­po­li­ti­sche Vor­gän­ge freu­en konn­te — und erst recht nicht über die Kluft, die Miss­erfolg und Unpro­fes­sio­na­li­tät in Fan­krei­sen ver­ur­sacht hat — war die­ser ver­ba­le Round­house Kick ein­fach mal nötig. Dabei will ich gar nicht pes­si­mis­tisch in die Zukunft schau­en: Selbst wenn der VfB eine emo­tio­na­le und teil­wei­se struk­tu­rel­le Abhän­gig­keit von den Jah­ren mit Tho­mas Hitzl­sper­ger und Sven Mislin­tat vor­erst wei­ter mit sich her­um­tra­gen wird: Der Ver­ein wird wei­ter exis­tie­ren und ist grö­ßer als alle genann­ten Per­so­nen. Ich kann nur dafür plä­die­ren, das immer wie­der zu beher­zi­gen, auch in der Bewer­tung von Per­so­nen, unab­hän­gig von Sym­pa­thie.

Ich kann es nicht anders sagen: Der VfB nervt mich. Nicht weil wir Rele­ga­ti­on spie­len muss­ten, son­dern alles, was den sport­li­chen Miss­erfolg bedingt und was die­ser anders­rum aus­löst. Ich wün­sche mir einen VfB Stutt­gart, der einen kla­ren sport­li­chen Plan ver­folgt und auch in der Lage ist, mir die­sen zu erklä­ren. Unab­hän­gig von dem, was war. Einen VfB, der mit die­sem Plan in der Lage ist, sich in der Bun­des­li­ga zu sta­bi­li­sie­ren. Eine Außen­dar­stel­lung und Kom­mu­ni­ka­ti­on, die aner­kennt, was hier die letz­ten Jah­re los war und war­um jemand wie Sven Mislin­tat eine solch emo­tio­na­le Bedeu­tung bekom­men konn­te, von sei­nen Qua­li­tä­ten als Kader­pla­ner mal abge­se­hen. Ich wün­sche mir eine pro­fes­sio­nel­le Per­so­nal­po­li­tik, die sich an Kom­pe­tenz und nicht an einem Blick ins per­sön­li­che Tele­fon­buch oder die VfB-Chro­nik ori­en­tiert. Ich möch­te mich mit den Men­schen, die den VfB ver­tre­ten und reprä­sen­tie­ren, zumin­dest so weit iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, als dass ich nicht stän­dig das Gefühl haben muss, viel­leicht doch hin­ters Licht geführt zu wer­den.

Mut, Ehr­lich­keit, Ver­ant­wor­tung, Pro­fes­sio­na­li­tät. Mehr will ich gar nicht.

Zum Wei­ter­le­sen: Ver­ti­kal­pass — Ein Auge blau, Stuttgart.international — Viel Talent wenig Punk­te und Der Mislin­tat-Kom­plex, Com­man­do Cannstatt — Nichts erreicht, nur ver­hin­dert — Was ist euer Plan mit dem VfB? und eigent­lich der gesam­te Blog Gedankenvoll.de vom geschätz­ten Blog­ger- und Pod­cas­ter­kol­le­gen Mar­tin. Ich stim­me nicht mit allen die­sen Tex­ten inhalt­lich über­ein. Aber sie lie­fern alle eben­so wich­ti­ge Denk­an­stö­ße für die eige­ne “knall­har­te Sai­son­ana­ly­se”

Titel­bild: © Alex­an­der Hassenstein/Getty Images

4 Gedanken zu „Der nächste Schritt“

  1. Groß­ar­ti­ger Text, den alle an der Sai­son­ana­ly­se Betei­lig­ten lesen soll­ten.
    “Und ich fan­ge nicht mal von dem NFT-Scam an, an dem sich der VfB seit letz­tem Jahr betei­ligt.”
    Doch, fang bit­te davon an. Der Begriff NFT-Scam ist mir eini­ger­ma­ßen geläu­fig. Aber was hat das mit Alex­an­der Wehr­le zu tun?

    Antworten
  2. Pri­ma Bei­trag, der sehr viel Infor­ma­tio­nen bringt. Dan­ke dafür.

    Darf ich trotz­dem- nicht böse gemeint- eine klei­ne Anre­gung lie­fern?
    Es wäre hilfreich,würdest Du noch ein paar mehr kon­kre­te Vor­schlä­ge machen.In der Richtung,wer unbe­dingt gebraucht wird (Endo, Guirassy,Anton,Ito.…) und WER uns noch vor­an­brin­gen könn­te.
    Fra­ge deshalb,weil Du offen­sicht­lich näher dran bist als vie­le ande­re oder ich.

    Antworten
    • Hal­lo Roland,

      vie­len Dank für Dein Lob!

      So viel näher bin ich ehr­lich gesagt gar nicht dran, son­dern bewer­te, was ich von außem wahr­neh­me. Rein von den Spie­lern her brau­chen wir mei­ner Mei­nung nach — rei­nes Wunsch­den­ken — ein Upgrade zu Kara­zor, der zwar sein Herz auf dem Platz lässt, spie­le­risch aber teil­wei­se über­for­dert ist und ein Upgrade in der Drei­er­ket­te. Ich weiß, das ist umstrit­ten, weil Anton zuletzt sehr gute Spie­le gezeigt hat und wir sowie­so ein bis zwei Innen­ver­tei­di­ger wer­den zie­hen las­sen müs­sen. Aber die Tat­sa­che, dass jedes Spiel ein ande­rer patzt, macht mich wahn­sin­nig. Klar, für Gui­ras­sy brau­chen wir natür­lich ein Back­up. Kon­kre­te Namen kann ich dir da aber nicht unbe­dingt nen­nen, dazu schau ich aktu­ell zu wenig Fuß­ball abseits des VfB.

      Vie­le Grü­ße

      Lenn­art

      Antworten

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