Wie ein Absteiger

Der VfB ver­sagt im letz­ten Hin­run­den­spiel und ver­liert gegen den direk­ten Kon­kur­ren­ten aus Gel­sen­kir­chen mit 1:3. Böse Erin­ne­run­gen wer­den wach.

Irgend­wann ist auch mal gut. Über­mor­gen ist Weih­nach­ten und wenn die DFL schon an die­sem Wochen­en­de einen Spiel­tag ansetzt, dann muss ich mir die Urlaub- und Fest­tags­stim­mung nicht län­ger als not­wen­dig von mei­nem Ver­ein ver­mie­sen las­sen. Des­we­gen heu­te mal ein Spiel­be­richt ohne dar­über geschla­fen zu haben, ohne die Aus­re­den zum Spiel abge­war­tet zu haben, direkt eine Drei­vier­tel­stun­de nach Abpfiff.

Die­ses 1:3 gegen Schal­ke am 17. Spiel­tag war die Krö­nung einer Hin­run­de, die an Beschis­sen­heit (sor­ry­not­sor­ry) kaum zu über­bie­ten ist. Genau genom­men gibt es nur eine Hin­run­de, die noch mie­ser war. Nein, ich muss Euch ent­täu­schen, es ist nicht die Abstiegs­sai­son, son­dern die Sai­son 2010/2011, als wir nach 17 Spie­len gar nur 12 Punk­te hat­ten. Damals hol­te der VfB in der Rück­run­de sagen­haf­te 30 Punk­te. Das sind nur vier weni­ger als in der Rück­run­de der ver­gan­ge­nen Sai­son — nur damit Ihr einen Ein­druck habt von dem Kraft­akt, den wir für den Klas­sen­er­halt bräuch­ten. Aber ver­glei­chen wir die­se Hin­run­de mal mit der von vor drei Jah­ren, die ja nun wirk­lich die aller­er­bärm­lichs­te im immer schlim­mer wer­den­den kon­stan­ten Abstiegs­kampf der letz­ten Jah­re war.

Schlechter als vor drei Jahren

Vor drei Jah­ren hat­te der VfB zur Win­ter­pau­se sogar noch einen Punkt mehr, näm­lich 15. Er hat­te auch zehn Tore mehr geschos­sen, näm­lich 22. Immer­hin hat­te er auch mehr Gegen­to­re als in die­sem Jahr — gan­ze drei Gegen­tref­fer mehr. Ach­ja: Damals hat­ten wir zur Win­ter­pau­se schon vier Eigen­to­re geschos­sen, 2018 sind es nach Gomez’ Tref­fer ins fal­sche Netz gegen Schal­ke erst drei. Um es kurz zu machen: Der VfB spielt wie ein Abstei­ger. Ich hat­te ja nach dem Ber­lin-Spiel noch von einem Fort­schritt gespro­chen, weni­ger spie­le­risch als viel mehr bezüg­lich der Ein­stel­lung. Ich hab mich lei­der getäuscht. Oder zumin­dest war der Fort­schritt kein nach­hal­ti­ger, denn nach dem heu­te zu besich­ti­gen­den Rück­schritt, ste­hen wir wie­der genau­so da wie vor­her.

Wo soll ich anfan­gen? Beim behä­bi­gen Auf­bau­spiel, das jeg­li­che gedank­li­che und kör­per­li­che Geschwin­dig­keit ver­mis­sen ließ? Bei den zehn­tau­send Quer­päs­sen, die sich Baum­gartl, Kempf und Co. auf Höhe der Mit­tel­li­nie zuscho­ben? Bei der Wackel­ab­wehr, die wie schon gegen Wolfs­burg nicht weiß, wo sie im Straf­raum zu ste­hen hat und die zudem heu­te bereits auf den zehn Metern vor dem Straf­raum die Ver­tei­di­gung ein­stell­te und die Schal­ker nach Belie­ben durch­mar­schie­ren ließ? Bei den soge­nann­ten Kon­tern, bei denen Mario Gomez auf dem Flü­gel (!) war­ten muss, bis der Rest der Mann­schaft auf­rückt? Die Mann­schaft spielt einen genau­so erbärm­li­chen Fuß­ball wie im August in Ros­tock, es ist buch­stäb­lich kei­ner­lei Ent­wick­lung seit­dem zu erken­nen.

Warnschuss oder Startschuss?

Jaja, ich weiß, es ist noch kei­ner an Weih­nach­ten abge­stie­gen (ok, Köln mal aus­ge­nom­men). Und es scheint der­zeit auch mit Han­no­ver und Nürn­berg noch zwei Mann­schaf­ten zu geben, die ähn­lich mies spie­len wie unse­re Jungs. Sogar drei Punk­te schlech­ter. Aber mich beschleicht schon wie­der ein ganz ungu­tes Gefühl, was ja, sie­he oben, von der Sta­tis­tik auch nicht wirk­lich wider­legt wird. Wie schon unter der Woche gegen Wolfs­burg geschrie­ben: Wir brau­chen in der Win­ter­pau­se mehr als nur ein paar neue Spie­ler. Wir brau­chen eine Idee, wie wir in der Rück­run­de mehr als die erbärm­li­chen 0,7 Tore pro Spiel schie­ßen.  Wie wir über­haupt mehr als die lach­haf­ten 2,7 Schüs­se pro Spiel aufs Tor brin­gen wol­len. Und wie wir weni­ger als 2 Gegen­to­re pro Spiel kas­sie­ren wol­len, denn von der Form der letz­ten Rück­run­de sind wir defen­siv auch weit ent­fernt. Wie soeben bekannt wur­de, kommt Alex­an­der Ess­wein leih­wei­se aus Ber­lin. Aber nur die Spie­ler auf dem Feld aus­zu­tau­schen wird nicht rei­chen. 

Immer­hin, um die­sen Spiel­be­richt auf einer posi­ti­ven Note zu been­den: Nico Gon­zá­lez hat nach sei­nem Fehl­schuss gegen den Pfos­ten doch end­lich noch sein ers­tes Tor für den VfB geschos­sen. Wäre schön wenn das Spiel ein Warn- und Gon­za­lez’ Tor ein Start­schuss für eine wei­te­re außer­ge­wöhn­li­che Rück­run­de wäre. Mir fehlt momen­tan der Glau­be.

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