Derzeit nicht im Brustring: Die Leihspieler des VfB

Die Bun­des­li­ga macht, wenn auch nur kurz, Pau­se. Zeit für uns, auf die Hin­run­de der ver­lie­he­nen VfB-Spie­ler bei ihren Leih­ver­ei­nen zu schau­en.

Auch in die­ser Sai­son hat der VfB wie­der eine hal­be Mann­schaft bei ande­ren Ver­ei­nen zwi­schen­ge­parkt. Wie immer sind die Grün­de dafür unter­schied­lich: Man­che Spie­ler sind in ihrer Ent­wick­lung noch nicht weit genug für die Bun­des­li­ga, ande­re hät­ten trotz aus­rei­chend Erfah­rung kei­ne Chan­ce im Kader. Dies war bereits in der ver­gan­ge­nen Sai­son der Fall, was Sport­vor­stand Alex­an­der Wehr­le zu der Kri­tik ver­lei­te­te, die vie­len Leih­spie­ler wür­den finan­zi­el­le Kader­res­sour­cen bin­den. Nun hat der VfB in die­sem Som­mer mit Ömer Bey­az, Gil Dias, Wahid Fag­hir, Matej Mag­li­ca, Luca Pfei­fer, Juan José Perea und Mo San­koh erneut sie­ben Spie­ler an ande­re Ver­ei­ne ver­lie­hen, hin­zu kam Mateo Kli­mo­wicz, der im ver­gan­ge­nen Win­ter für das Kalen­der­jahr 2023 ver­lie­hen wur­de. Immer­hin hat er, genau­so wie Matej Mag­li­ca mitt­ler­wei­le einen neu­en Ver­ein gefun­den, mit Tho­mas Kas­t­a­n­a­ras fand die VfB loan army jedoch direkt einen wei­te­ren Rekru­ten. Auch in die­sem Jahr stellt sich die Fra­ge nach der Sinn­haf­tig­keit der Lei­hen, denn wie im Fol­gen­den deut­lich wird, haben die ver­lie­he­nen VfB-Spie­ler in ihrer neu­en sport­li­chen Hei­mat auf Zeit nicht durch­weg Bäu­me aus­ge­ris­sen. Je nach Alter des Spie­lers sind das kei­ne guten Vor­zei­chen für eine erfolg­rei­che Kar­rie­re im Brust­ring oder eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung bei einem ande­ren Ver­ein und die damit ver­bun­de­ne Ablö­se­sum­me. Es muss für den VfB in den kom­men­den Jah­ren dar­um gehen, einen Kader wie­der auf ein gesun­des Maß zu schrump­fen, der durch die Anfor­de­run­gen der Pan­de­mie und das Sam­meln von Spie­lern mit vor allem mit­tel­fris­ti­ger Per­spek­ti­ve ziem­lich auf­ge­bläht war — wobei natür­lich eine tra­gen­de Rol­le jenen Spie­lern mit Poten­zi­al zukommt, die sich vor­zugs­wei­se beim VfB durch­set­zen und nicht unter Wert ver­kauft und woan­ders durch­star­ten sol­len.

Aber wer­fen wir erst­mal einen Blick auf die ers­te Halb­se­rie. Denn wie in der Schu­le sind die Halb­jah­res­zeug­nis­se ja nur ein Anhalts­punkt für den aktu­el­len Leis­tungs­stand. Für die­sen Blick auf das letz­te hal­be Jahr haben wir uns mit Jour­na­lis­ten und Exper­ten unter­hal­ten, die unse­re Leih­spie­ler und deren Ver­ei­ne beob­ach­ten. Wo es mög­lich ist, wer­den wir ver­su­chen, deren per­sön­li­che Ein­drü­cke mit Sta­tis­ti­ken zu unter­füt­tern, es ist aber natür­lich wich­tig, fest­zu­hal­ten, dass es sich hier um per­sön­li­che Ein­drü­cke unse­rer Gesprächs­part­ner han­delt.

Begin­nen wir alpha­be­tisch mit

Ömer Beyaz

, der in der lau­fen­den Sai­son an den tür­ki­schen Süper­lig-Ver­ein Hat­ayspor ver­lie­hen ist. Hat­ayspor spielt eigent­lich in der Stadt Antak­ya in der Pro­vinz Hat­ay im Süd­zi­pel der Tür­kei der zwi­schen Syri­en und dem Mit­tel­meer liegt. Ich schrei­be eigent­lich, weil die Regi­on vor etwas weni­ger als einem Jahr, was fast schon wie­der in Ver­ges­sen­heit gera­ten ist, von einem schwe­ren Erd­be­ben erschüt­tert wur­de. Wir mir Sport­jour­na­list Mus­ta­fa Dilek berich­tet, ist die Stadt und die Regi­on immer noch stark zer­stört, das Sta­di­on, die Funk­ti­ons­ge­bäu­de und die Trai­nings­an­la­gen von Hat­ayspor nicht benutz­bar. Aus die­sem Grund zog sich der Ver­ein im Febru­ar aus der ver­gan­ge­nen Süper­lig-Sai­son zurück, dies Sai­son tritt er jedoch wie­der an. Nach­dem die Spie­ler nach dem Erd­be­ben zunächst die Ein­rich­tun­gen des tür­ki­schen Fuß­ball­ver­bands in Istan­bul zum Trai­nie­ren nutz­ten, spie­len sie min­des­tens in die­ser Sai­son, vor­aus­sicht­lich aber auch in der nächs­ten in Mer­sin einer Stadt an der Mit­tel­meer­küs­te etwa 270 Kilo­me­ter von Antak­ya ent­fernt. Was, wie Hat­ay-Fan Ali Ateş fest­hält, dazu führt, dass jedes Spiel für Hat­ayspor eigent­lich ein Aus­wärts­spiel ist.

In der Süper­lig ran­giert Hat­ayspor nach der 1:2‑Niederlage gegen Bes­ik­tas kurz vor Jah­res­en­de mit 19 Punk­ten auf Platz 14, nur zwei Punk­te vor dem ers­ten Abstiegs­platz. Zu Sai­son­be­ginn blie­ben sie mit drei Sie­gen und fünf Unent­schie­den acht Spie­le lang unge­schla­gen, seit­dem gelang ihnen nur noch ein Sieg, aus­ge­rech­net gegen Schwer­ge­wicht Gala­ta­sa­ray. Ömer Bey­az kehr­te mit die­ser Lei­he im ver­gan­ge­nen Jahr in sein Hei­mat­land zurück, dass er 2021 mit dem ablö­se­frei­en Wech­sel von Fener­bah­çe zum VfB ver­las­sen hat­te. In Istan­bul sah er damals ange­sichts pro­mi­nen­ter Neu­ver­pflich­tun­gen nicht genü­gend Per­spek­ti­ve und lehn­te einen neu­en Ver­trag ab. Beim VfB unter­schrieb er einen Kon­trakt bis 2025, muss­te aber zunächst bis zu sei­nem 18. Geburts­tag Ende August war­ten, da er vor­her als min­der­jäh­ri­ger nicht-EU-Aus­län­der nicht spiel­be­rech­tigt war. Lei­der galt das auch nach sei­ner Voll­jäh­rig­keit für die viert­klas­si­ge Regio­nal­li­ga. Man­gels der Mög­lich­keit, dort Spiel­pra­xis zu sam­meln, pen­del­te er im Bun­des­li­ga-Kader zwi­schen Tri­bü­ne und Bank und kam nur zu vier Kurz­ein­sät­zen in der Liga und einem im Pokal. In der Fol­ge­sai­son wur­de dem­entspre­chend zu Zweit­li­gist Mag­de­burg aus­ge­lie­hen um auf einem etwas nied­ri­ge­ren, aber den­noch geho­be­nen Niveau Spiel­pra­xis zu sam­meln. Wie in der letz­ten Halb­jah­res­bi­lanz vor einem Jahr deut­lich wur­de, war die­se Lei­he jedoch ein ziem­li­cher Rein­fall. Bey­az wur­de nicht wirk­lich benö­tigt, hat­te Pro­ble­me sich durch­zu­set­zen und kam bis zur Win­ter­pau­se auf nur 69 Ein­satz­mi­nu­ten. Es folg­te im ver­gan­ge­nen Som­mer also der nächs­te Anlauf für den mitt­ler­wei­le — aber auch erst!  — 19jährigen, eben bei Hat­ayspor.

Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft

Dort sei man von der Lei­he zunächst etwas über­rascht gewe­sen, berich­tet Mus­ta­fa. Ange­sichts der Tat­sa­che, dass Trai­ner Vol­kan Demi­rel einen posi­ti­ven Ein­fluss auf jun­ge Spie­ler habe — als Bei­spiel führt Ali Emre Mor an, der unter Demi­rel nach sei­ner Zeit in Dort­mund wie­der auf­ge­blüht sei — , sei ihm aller­dings durch aus eine Ent­wick­lung zuge­traut wor­den. Zumal Demi­rel nicht nur lang­jäh­ri­ger tür­ki­scher Natio­nal­tor­hü­ter war, son­dern auch fast sei­ne gesam­te Kar­rie­re bei Fener­bah­çe ver­brach­te und dort nach sei­nem Kar­rie­re­en­de 2019 bis 2021 als Co-Trai­ner fun­gier­te, Bey­az also schon aus Istan­bul kann­te. Dass Bey­az in den letz­ten zwei Jah­ren in Deutsch­land kaum Spiel­pra­xis sam­meln konn­te, war hin­ge­gen kein Pro­blem, auch wenn er zu Sai­son­be­ginn nur zu Kurz­ein­sät­zen kam und in den ers­ten neun Sai­son­spie­len  — als Hat­ayspor noch unge­schla­gen war, fünf Mal die die kom­plet­te Spiel­zeit auf der Bank ver­brach­te. Gegen Ende der ers­ten Sai­son­hälf­te erhielt er jedoch mehr Star­t­el­fein­sät­ze mit jeweils etwa 60 Minu­ten Spiel­zeit, beson­ders beim 2:1‑Sieg gegen Gala­ta­sa­ray. Hin­zu kam ein Ein­satz über 90 Minu­ten im Pokal. Für Gala­ta­sa­ray war die Nie­der­la­ge gegen Hat­ayspor die bis­her ein­zi­ge der Sai­son, in die­sem Spiel habe Bey­az auch in der tür­ki­schen Fuß­ball­öf­fent­lich­keit wie­der auf sich auf­merk­sam gemacht, erklärt Ali.

Ömer Beyaz im Trikot von Hatayspor. © Ahmad Mora/Getty Images
Ömer Bey­az im Tri­kot von Hat­ayspor. © Ahmad Mora/Getty Images

Mus­ta­fa zufol­ge habe sich Bey­az durch gute Trai­nings­leis­tun­gen einen Platz in der Mann­schaft und einen Vor­sprung vor den Kon­kur­ren­ten auf sei­ner Posi­ti­on erar­bei­tet. Inter­es­san­ter­wei­se agiert er bei Hat­ayspor weni­ger als klas­si­scher Zeh­ner, als den ihn Tür­kei-Exper­te Fatih Demi­re­li bei sei­ner Vor­stel­lung bei uns im Blog 2021 beschrieb, son­dern eher als Ach­ter, der zwi­schen den Straf­räu­men pen­delt, ein box-to-box-Spie­ler also. Mus­ta­fa beschreib ihn als jeman­den, der den Ball in die geg­ne­ri­sche Hälf­te tra­gen und das Spiel eröff­nen kann, teil­wei­se zei­ge er auf dem Feld auch Füh­rungs­qua­li­tä­ten. Er habe aber auch auf dem rech­ten Flü­gel gute Leis­tun­gen gezeigt. Ali unter­streicht, dass Bey­az vor allem phy­sisch stär­ker gewor­den sei seit sei­ner Zeit bei Fener­bah­çe, auch wenn Mus­ta­fa ein­schränkt, dass er in die­sem Bereich immer noch Luft nach oben habe und des­we­gen sein Poten­zi­al noch nicht voll aus­ge­schöpft sei. Dar­an, so Ali arbei­te er aber hart. Gleich­zei­tig, so Mus­ta­fa “zeigt er, dass er bei aus­rei­chen­dem Enga­ge­ment einen Platz im tür­ki­schen Fuß­ball haben kann.” Ali beschreibt, dass Bey­az’ Spiel erwach­se­ner und er wesent­lich lauf­stär­ker gewor­den sei. Sei­ne Stär­ken kämen Demi­rels Umschalt­spiel also zugu­te, wäh­rend der noch gro­ße Schwä­chen im Abschluss habe. Bey­az gab bei sei­nen Ein­sät­zen nur ins­ge­samt sechs Abschlüs­se ab, von denen nur drei aufs Tor gin­gen.

Auf einem guten Weg — zum VfB?

Wie also geht es wei­ter für Hat­ayspor und Bey­az? Mus­ta­fa pro­phe­zeit, dass der Ver­ein bis zum Ende um den Klas­sen­er­halt kämp­fen wer­de — nicht unbe­dingt das bes­te Umfeld, um jun­ge Spie­ler zu ent­wi­ckeln. Ande­rer­seits erfährt Bey­az dann die Wett­kampf­här­te, die ihm in den letz­ten bei­den Jah­ren fehl­te. Vol­kan Demi­rel habe gar nach der jüngs­ten Nie­der­la­ge gegen Beşik­taş sei­nen Rück­tritt ange­bo­ten, die­ser sei aber vom Ver­ein abge­lehnt wor­den. Ali ver­weist dar­auf, dass die Abstän­de in der Liga der­zeit noch sehr gering sein, so tren­nen den Tabel­len-17. und den Neun­ten nur sechs Punk­te, es kön­ne also schnell in bei­de Rich­tun­gen gehen. Ali ist zuver­sicht­lich, dass der Ver­ein die Klas­se hält, Bey­az sieht er dabei auf einem guten Weg, auch in der zwei­ten Sai­son­hälf­te eine gute Rol­le zu spie­len. Dass er in der kom­men­den Sai­son noch im Ver­ein ist, hal­ten bei­de für unrea­lis­tisch. Wäh­rend unse­re Exper­ten unei­nig sind, was sei­ne Per­spek­ti­ven in der Bun­des­li­ga angeht, kön­nen sie sich durch­aus vor­stel­len, dass er auch in Zukunft wei­ter in der Tür­kei spielt, viel­leicht sogar wie­der bei Fener­bah­çe.

Oder doch beim VfB? Wie oben schon ange­merkt wird Bey­az im Spät­som­mer erst 21 und wenn man sich mal von dem Wahn befreit, dass man sich mit 20 Jah­ren schon durch­ge­setzt haben muss, weil man sonst als ewi­ges Talent gel­te, dann hat er selbst dann noch vie­le Mög­lich­kei­ten zur Ent­wick­lung. Offen­bar scheint er mit den ers­ten regel­mä­ßi­gen Pflicht­spiel­ein­sät­zen seit über zwei (!) Jah­ren einen gewis­sen Rhyth­mus und sei­nen Platz auf dem Feld gefun­den zu haben. Es bleibt zu hof­fen, dass Demi­rel, der einen posi­ti­ven Ein­fluss auf Bey­az zu haben scheint, auch in der Rück­run­de bei Hat­ayspor an der Sei­ten­li­nie steht und die Mann­schaft unter ihm auch wie­der eini­ge Erfol­ge fei­ern kann. Soll­te sich Bey­az in der Rück­run­de dort fest­spie­len, könn­te er auch für den VfB wie­der zur Opti­on wer­den — je nach­dem wie unse­re Sai­son endet. Soll­ten wir im kom­men­den Jahr nach lan­ger Zeit mal wie­der auf drei Hoch­zei­ten tan­zen, brau­chen wir gera­de im zen­tra­len Mit­tel­feld mehr Brei­te. Gleich­zei­tig erhöht sich dann die Chan­ce, dass bei­spiels­wei­se Enzo Mil­lot im Ver­ein bleibt, was natür­lich die Per­spek­ti­ve für Bey­az wie­der ein­schrän­ken dürf­te. So oder so muss man im Ver­ein im Som­mer eine weit­rei­chen­de Ent­schei­dung tref­fen. Denn das ein­gangs erwähn­te Ver­trags­en­de 2025 bedeu­tet, dass man die­sen vor einer wei­te­ren Lei­he ver­län­gern müss­te. Soll­te er die Ver­ant­wort­li­chen im Som­mer erneut nicht über­zeu­gen, wäre es ver­mut­lich das sinn­volls­te ihn direkt zu ver­kau­fen. Auch wenn Bey­az eigent­lich zu jenen Leih­spie­lern zählt, bei denen das Ziel sein soll­te, sie irgend­wann in den VfB-Kader zu inte­grie­ren, anstatt einen Abneh­mer für sie zu fin­den.

Etwas anders dürf­te der Fall bei

Gil Dias

lie­gen, den der VfB im ver­gan­ge­nen Win­ter ver­pflich­te­te und damit des­sen Lei­ho­dys­see aus Mona­co und Lis­sa­bon vor­erst been­de­te. Dias spiel­te sei­ne Ablö­se mit einem sehens­wer­ten Tref­fer im Pokal in Pader­born wie­der ein und leg­te kurz dar­auf einen Tref­fer beim ein­zi­gen Sieg unter Lab­ba­dia gegen Köln nach. Die ver­hee­ren­de Nie­der­la­ge gegen Wolfs­burg, mit der der VfB auf den letz­ten Tabel­len­platz abstürz­te, soll­te sein letz­ter Auf­tritt im Brust­ring wer­den, zwei Wochen spä­ter wur­de Bru­no Lab­ba­dia ent­las­sen und Sebas­ti­an Hoe­neß befrei­te die Mann­schaft vom 4–3‑3-System mit fal­schem Rechts­ver­tei­di­ger. Damit fiel aber auch Dias’ Para­de­po­si­ti­on als rech­ter Flü­gel­stür­mer weg, so dass er für den Rest der Sai­son zwi­schen Bank und Tri­bü­ne wech­sel­te und gegen Sai­son­ende nicht mal mehr im Kader stand.

So folg­te also im Som­mer die nächs­te Lei­he von Dias, dies­mal von Stutt­gart in die pol­ni­sche Haupt­stadt zu Legia Wars­za­wa. Dort konn­te er immer­hin im Euro­pa­po­kal spie­len, denn als er Anfang Sep­tem­ber wech­sel­te, hat­te sich Legia schon durch drei Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den in die Grup­pen­pha­se der Con­fe­rence League gekämpft und traf im Herbst auf Aston Vil­la, AZ Alk­maar und Zrin­j­ski Mostar. Ins­ge­samt bestritt der Ver­ein bis zur Win­ter­pau­se 34 Spie­le (19 in der Liga, 12 im Euro­pa­po­kal, ein Super­cup-Spiel und zwei Pokal­spie­le) und damit wesent­lich mehr, wie uns Legia-Fan Kuba Żyw­ko erklärt. Dias wur­de also auch für die Kader­brei­te geholt, um die regu­lä­ren Außen­bahn­spie­ler Patryk Kun und Paweł Wszołek zu ent­las­ten und im Fal­le des eher defen­siv ori­en­tier­ten Kun viel­leicht sogar zu erset­zen. Sei­ne Vita habe durch­aus Ein­druck auf die Legia-Fans gemacht, die Aus­stiegs­klau­sel von etwas über einer Mil­li­on sei als mög­li­ches Schnäpp­chen ange­se­hen wor­den, auch wenn der Ver­ein bei Ablö­sen sel­ten in die Mil­lio­nen gehe.

Möglichkeiten nicht genutzt, Rolle nicht erfüllt

Gil Dias. © Alex Grimm/Getty Images)
Gil Dias. © Alex Grimm/Getty Images)

Die­se Dis­kus­si­on, so Kuba habe sich jedoch schnell erüb­rigt, weil Dias die in ihn gesetz­ten Erwar­tun­gen nicht erfül­len konn­te. Er spiel­te von 19 Spie­len in der Eks­tra­kla­sa nur zwei über 90 Minu­ten, dies waren auch sei­ne bei­den ein­zi­gen Start­elf-Ein­sät­ze, ein wei­te­res Mal wur­de er immer­hin zur Pau­se ein­ge­wech­selt. Im Euro­pa­po­kal dau­er­te sein längs­ter Ein­satz 55 Minu­ten beim Gast­spiel in Bir­ming­ham, im Pokal, aus dem Legia im Ach­tel­fi­na­le aus­schied, spiel­te er zwei Mal durch und steu­er­te immer­hin einen Assist bei. Zwei Mal wur­de er aber auch für Legi­as Reser­ve in der vier­ten Liga ein­ge­setzt. Dem ent­spre­chend fällt auch Kubas Urteil aus: Dias habe sei­ne Mög­lich­kei­ten nicht genutzt und sei­ne Rol­le als Alter­na­ti­ve zu den regu­lä­ren Außen­bahn­spie­lern nicht erfüllt. Im Dezem­ber habe Trai­ner Kos­ta Run­ja­ić (in der Ver­gan­gen­heit unter ande­rem in Darm­stadt, Kai­ser­lau­tern oder bei 1860 an der Sei­ten­li­nie) gar einen Ver­tei­di­ger auf der Außen­bahn spie­len las­sen oder Wszołek trotz Adduk­to­ren­pro­ble­men ein­ge­setzt.

Kuba lobt zwar Dias’ Tech­nik, die­se habe sich aber zu häu­fig als brot­lo­se Kunst erwie­sen, weil er nach den Dribb­lings zu häu­fig den Ball ver­lo­ren habe. Bei Run­jaic sei er als lin­ker oder rech­ter Wing­back vor­ge­se­hen gewe­sen, dazu habe ihm aber die defen­si­ve Qua­li­tät gefehlt — was nie­man­den in Stutt­gart über­ra­schen dürf­te. Aber auch offen­siv sei er kein Unter­schieds­spie­ler gewe­sen, so Kuba, auch sei­ne Viel­sei­tig­keit sei eher eine Schwä­che als eine Stär­ke. Beim Pokalaus gegen Koro­na Kiel­ce und beim Remis gegen den Tabel­len­letz­ten ŁKS Łódź habe er zudem wich­ti­ge Chan­cen lie­gen gelas­sen, ihm feh­le die Kalt­schnäu­zig­keit vorm Tor und die Fähig­keit, sei­ne tech­ni­schen Fer­tig­kei­ten gewinn­brin­gend ein­zu­set­zen — ein ziem­lich ver­nich­ten­des, wenn auch nicht über­ra­schen­des Urteil. Auch wenn man durch­aus die Fra­ge stel­len muss, war­um Dias als Schie­nen­spie­ler ange­dacht war, die beschrie­be­nen Schwä­chen hät­ten ihm auch als rei­ner Rechts­au­ßen nicht zum Ruhm gereicht.

Perspektive Einwechselspieler

Auch in der Rück­run­de sieht Kuba nur wenig Mög­lich­kei­ten für Dias, sich zu bewei­sen. Run­jaic sei sehr kon­ser­va­tiv, was die Kader­pla­nung ange­he, es sei unwahr­schein­lich, dass er mit Wszołek einen Top­spie­ler für Dias auf der Bank las­se. Legia ran­giert aktu­ell auf dem fünf­ten Platz und hat das offi­zi­el­le Sai­son­ziel, die Meis­ter­schaft, noch nicht kor­ri­giert, müss­te dafür aber neun Punk­te Rück­stand auf Tabel­len­füh­rer Śląsk Wro­cław auf und drei ande­re Kon­kur­ren­ten über­ho­len. Kuba sieht die erneu­te Qua­li­fi­ka­ti­on für die Con­fe­rence League als rea­lis­ti­sches Ziel an. In der Zwi­schen­run­de des dies­jäh­ri­gen Wett­be­werbs trifft die Mann­schaft auf Mol­de aus Nor­we­gen, soll­ten sie dort wei­ter­kom­men, wären sie in den fol­gen­den Run­den kla­rer Außen­sei­ter, so dass nur noch Liga-Spie­le zu bestrei­ten wären, in denen er Dias höchs­tens als Ein­wech­sel­spie­ler sieht. Soll­te sich Dias in der Win­ter­pau­se nicht kom­plett ver­än­dert haben, sieht er auch kei­nen Grund, die ein­gangs erwähn­te Kauf­op­ti­on zu zie­hen und auch für eine Bun­des­li­ga-Kar­rie­re beim VfB sehe es sei­ner Mei­nung nach nicht gut aus. Auch das dürf­te in der Mer­ce­des­stra­ße nie­man­den über­ra­schen.

Dort wie­der­um läuft sein Ver­trag erst im Jahr 2025 aus, genau­so wie bei Bey­az. Was wie­der­um heißt, dass man ihn im Som­mer mög­lichst ver­kau­fen soll­te, denn eine Ver­trags­ver­län­ge­rung und eine erneu­te Lei­he erscheint unrea­lis­tisch. Wäh­rend ich bei Gen­ki Hara­guchi noch zugu­te hal­ten kann, dass die­ser mit sei­ner Bun­des­li­ga-Erfah­rung eine wich­ti­ge Rol­le im Team­ge­fü­ge spielt, ist der Trans­fer von Gil Dias lei­der im Nach­hin­ein betrach­tet ein eben­so gro­ßer Feh­ler wie die des Trai­ners, für des­sen Spiel­sys­tem er geholt wur­de. Auch mir erscheint eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung in War­schau über den Som­mer hin­aus unwahr­schein­lich, hier kann man nur hof­fen, dass der VfB sich im Som­mer mit einem etwas weni­ger ambi­tio­nier­ten Ver­ein auf eine etwas nied­ri­ge­re Ablö­se­sum­me einigt und das Kapi­tel Gil Dias schnell wie­der schließt.

Ein Jahr län­ger läuft der Ver­trag von

Wahid Faghir

beim VfB, näm­lich bis 2026. In der ver­gan­ge­nen Sai­son war er in sei­ne däni­sche Hei­mat zurück­ge­kehrt, konn­te bei FC Nordsjæl­land aber nicht wirk­lich über­zeu­gen, was zum einen mit dem wenig zu ihm pas­sen­den Spiel­sys­tem zu tun hat­te, zum ande­ren damit, dass ihm zu Sai­son­be­ginn die Spiel­pra­xis fehl­te und er sich dann im Herbst eine Ver­let­zung zuzog, die ihn sport­lich wie­der zurück­warf. Im ver­gan­ge­nen Som­mer folg­te also der nächs­te Anlauf, das Poten­zi­al des wie Bey­az im Som­mer 2021 ver­pflich­te­ten Talents rich­tig aus­zu­schöp­fen und zwar beim Zweit­li­ga-Auf­stei­ger SV Elvers­berg. Dort leg­te er einen beein­dru­cken­den Sai­son­start hin, traf direkt im ers­ten Spiel gegen Han­no­ver, steu­er­te im von Leih­spie­ler-Kol­le­ge Perea spät ent­schie­de­nen Spiel gegen Han­sa Ros­tock die Vor­la­ge zur Elvers­ber­ger-Füh­rung bei, erziel­te das ein­zi­ge Tor beim Aus­wärts­sieg in Osna­brück und erneut zwei Wochen spä­ter gegen Wehen.

Vielversprechender Start

An die­ser Stel­le ende­te die Hin­run­de Fag­hirs im Saar­land, denn vor dem Spiel gegen Fürth Ende Sep­tem­ber zog er sich eine Mus­kel­ver­let­zung im Ober­schen­kel zu und bestritt seit­her kein Spiel mehr. Es ist nicht der ers­te Ein­trag in einer für einen 20jährigen bereits ziem­lich dicken Kran­ken­ak­te, denn nicht nur in Däne­mark, son­dern auch in Stutt­gart ver­pass­te er immer wie­der Spie­le, häu­fi­ger war auch der Ober­schen­kel betrof­fen — wobei ich zu sei­ner aktu­el­len Ver­let­zung kei­ne Infor­ma­tio­nen gefun­den habe, ob die­se struk­tu­rell bedingt ist oder durch einen Kon­takt im Trai­ning zustan­de kam. Für Fag­hir, der einen viel­ver­spre­chen­den Start in die zwei­te Liga zeig­te, auf jeden Fall bit­ter. Immer­hin stand er beim Trai­nings­auf­takt der SVE am 2. Janu­ar wie­der auf dem Platz (im Tweet auch im rech­ten Bild im Hin­ter­grund zu sehen).

Elvers­berg-Fan @Flimatic1983 beschreibt Fag­hir als “enorm zwei­kampf- und lauf­stark”, er strah­le immer Gefahr aus. Im Spiel gegen Osna­brück habe er auch durch sein Kopf­ball­spiel über­zeugt. Da sowohl Luca Schnell­ba­cher, den er ergän­zen soll­te, als auch Ex-VfB-Jugend­spie­ler Domi­nik Mar­ti­no­vic zu Beginn der Sai­son mit Ver­let­zun­gen fehl­ten, rück­ten Fag­hir recht schnell in die Mann­schaft, habe aber direkt über­zeugt. Teil­wei­se sei Fag­hir auf dem Platz sehr extro­ver­tiert und trei­be Mit­spie­ler und Fans an, mit­un­ter füh­re sein gro­ßer Ehr­geiz in man­chen Situa­tio­nen dazu, den Kopf hän­gen zu las­sen und sich etwas raus­zu­neh­men.  Es scheint also weni­ger, wie in Stutt­gart, die kör­per­li­che Kon­sti­tu­ti­on zu sein, die ihm zu schaf­fen macht, son­dern ab und zu die men­ta­le, auch wenn das natür­lich ange­sichts der gerin­gen Spiel­zeit genau­so mit Vor­sicht zu genie­ßen ist, wie sei­ne Sta­tis­ti­ken. Den­noch sind sei­ne drei Sai­son­to­re in 371 gespiel­ten Minu­ten, also 0,73 pro 90 Minu­ten, rela­tiv gese­hen der bes­te Wert der Elvers­ber­ger Mann­schaft. Er gab immer­hin 3,6 Schüs­se pro 90 Minu­ten und schoss ein Tor mehr als sta­tis­tisch erwar­tet. Da er in den Spie­len, in denen er auf dem Feld stand, als Stür­mer agier­te, ist es durch­aus sinn­voll, sich auf die­se Sta­tis­ti­ken zu kon­zen­trie­ren, ob er die­se Zah­len über eine gan­ze Hin­run­de auf­recht erhal­ten hät­te, bleibt Spe­ku­la­ti­on.

Wahid Faghir in Aktion für Elversberg. © Christof Koepsel/Getty Images)
Wahid Fag­hir in Akti­on für Elvers­berg. © Chris­tof Koepsel/Getty Images)

Fli­ma­tic geht jeden­falls nicht davon aus, dass Fahir auch in der kom­men­den Sai­son nach das Tri­kot der Saar­län­der trägt. Soll­te sein Come­back nach der Win­ter­pau­se genau­so ver­lau­fen wie sein Sai­son­start, sei es schwie­rig, ihn für ein wei­te­res Jahr aus­zu­lei­hen. Bei sei­ner der­zei­ti­gen Ent­wick­lung stün­den ihm alle Optio­nen im höher­klas­si­gen Fuß­ball offen. Wich­tig wird es jetzt vor allem Fag­hir sein, ver­let­zungs­frei zu blei­ben und sich in der zwei­ten Sai­son­hälf­te über die 2. Bun­des­li­ga für die Bun­des­li­ga zu emp­feh­len. Eben­so wie Bey­az schien er vor sei­ner Ver­let­zung und nach der ent­täu­schen­den Lei­he nach Däne­mark in die Spur zu kom­men. Auch Fag­hir ist erst 20 Jah­re alt und könn­te in der nächs­ten Sai­son mit dann 21 Jah­ren ein Her­aus­for­de­rer in einem Sturm sein, des­sen Zusam­men­set­zung jetzt noch völ­lig offen ist — vor allem ist offen, wen her dann her­aus­for­dert. Auf jeden Fall scheint ein Zweit­li­ga-Auf­stei­ger für ihn ein bes­se­res Umfeld zu sein als der Kampf um die däni­sche Meis­ter­schaft, viel­leicht braucht er auch genau die­ses Umfeld, in dem er eine akti­ve­re Rol­le spie­len kann.

Gar kei­ne Rol­le mehr beim VfB wird

Mateo Klimowicz

spie­len. Der Sohn des lang­jäh­ri­gen Bun­des­li­ga­stür­mers, nach dem Abstieg 2019 von Insti­tu­to AC aus Argen­ti­ni­en nach Bad Cannstatt gekom­men, hat nach sei­ner zwölf­mo­na­ti­gen Lei­he zum mexi­ka­ni­schen Club Atlé­ti­co de San Luis dort einen fes­ten Ver­trag bis Mit­te 2026 unter­schrie­ben. Wäh­rend der WM-Pau­se 2022 brach der VfB die Lei­he zur in der zwei­ten Liga abge­stürz­ten Armi­nia aus Bie­le­feld ab, um ihn für das Kalen­der 2023 nach Mexi­ko zu ver­lei­hen. Das ers­te Halb­jahr, bezie­hungs­wei­se die zwei­te Hälf­te der Sai­son in Mexi­ko ver­lief für Kli­mo­wicz etwas bes­ser, wie mir Mexi­ko-Exper­te Osmín damals berich­te­te. Wie schon in der Clau­su­ra 2022/2023 —  in Mexi­ko wird, wie in manch ande­ren süd­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern, pro Halb­jahr eine Meis­ter­schaft mit Play­offs aus­ge­spielt — traf er auch in der Aper­tu­ra die­ser Sai­son ein­mal ins Tor und zwar am vier­ten Spiel­tag beim Pue­bla FC zur 1:0‑Führung

Lei­der kam es nach der Aper­tu­ra, in der San Luis als Tabel­len­sieb­ter der Haupt­run­de bis ins Halb­fi­na­le der Play­offs vor­stieß und dabei wie schon im Früh­jahr an CF Amé­ri­ca schei­ter­te, aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den nicht zu einem erneu­ten Gespräch mit Osmin. Kli­mo­wicz stand bei ins­ge­samt 22 Sai­son­spie­len 21 Mal im Kader und zehn Mal in der Start­elf, spiel­te jedoch nie kom­plett durch. Er hat­te jedoch meh­re­re Spie­le über sech­zig Minu­ten. Genug auf jeden Fall um die Ver­ant­wort­li­chen von San Luis von sich zu über­zeu­gen. Letzt­end­lich ver­mut­lich für alle Sei­ten das Bes­te. Wün­schen wir ihm, dass er in Mexi­ko in Zukunft mehr aus sei­nem Poten­zi­al machen wird.

Auch nicht mehr im Brust­ring­tri­kot auf­lau­fen wird

Matej Maglica

Maglica trifft. © Alex Grimm/Getty Images
Mag­li­ca trifft. © Alex Grimm/Getty Images

denn des­sen Lei­he wur­de im Lau­fe der Vor­run­de in einen im kom­men­den Som­mer begin­nen­den Anschluss­ver­trag umge­wan­delt, so dass er zwar pro for­ma der­zeit noch ver­lie­hen ist, die Per­spek­ti­ve aber jetzt schon klar ist, wes­we­gen wir uns auch nur kurz mit ihm befas­sen wol­len. 2020 aus Göp­pin­gen zum VfB II gewech­selt, ver­lieh ihn der VfB ein­ein­halb Jah­re spä­ter für eine Halb­se­rie an den FC St. Gal­len in die Schweiz, ver­kauf­te ihn dann im Som­mer an den FCSG nur um ihn im ver­gan­ge­nen Som­mer per Rück­kauf­op­ti­on wie­der an den Neckar zu holen und direkt an den Bun­des­li­ga-Neu­kon­kur­ren­ten aus Darm­stadt zu ver­lei­hen. Genau­so wie Luca Pfeif­fer, zu dem wir gleich noch kom­men. Über bei­de spra­chen wir mit Lili­en­fan Mat­thi­as, der unter Kickschuh.Blog über die Süd­hes­sen berich­tet.

Instabile Defensive

Für den SVD stand Mag­li­ca in den ers­ten 16 Bun­des­li­ga­spie­len neun Mal in der Start­elf, vier Mal wur­de er ein­ge­wech­selt und drei Spie­le ver­pass­te er wegen Sper­ren. Ihm gelang näm­lich, wenn auch teil­wei­se unver­dient, das Kunst­stück, in der Hin­run­de bereits zwei rote Kar­te zu sam­meln. Abge­se­hen davon, sei er ein Star­t­elf­spie­ler gewe­sen, erklärt Mat­thi­as. In den letz­ten Spie­len vor der Win­ter­pau­se sei er aller­dings erst von der Bank gekom­men, weil Trai­ner Tors­ten Lie­ber­knecht die Aggres­si­vi­tät gefehlt habe. Die Lili­en über­win­tern auf Platz 18, wie bei sei­nen Mit­spie­lern sei also bei ihm auch noch viel Luft nach oben. Für Mat­thi­as sei klar gewe­sen, dass Mag­li­ca Anlauf­zeit brau­chen wür­de, um den Sprung von der Super­league in die Bun­des­li­ga zu schaf­fen. Er habe es zwar direkt in die Mann­schaft geschafft, jedoch in eine Defen­si­ve, die nicht mehr die glei­che Sta­bi­li­tät hat­te wie in der zwei­ten Liga.  Soll­te der SVD wie­der abstei­gen, könn­te Mag­li­ca eine noch wich­ti­ge­re Rol­le spie­len, aktu­ell müs­se er sei­ne Qua­li­tä­ten noch stär­ker auf­zei­gen, um sich fest­zu­spie­len. Mat­thi­as wünscht sich von ihm mehr Sei­ten­ver­la­ge­run­gen und mehr Kopf­ball­stär­ke. Immer­hin erziel­te er im Spiel gegen Mön­chen­glad­bach mit dem Kopf sein ers­tes Bun­des­li­ga-Tor bevor ihm spä­ter eine rote Kar­te wegen Hand­spiel das Duell mit dem VfB kos­te­te.

Kom­men wir zu

Luca Pfeiffer

Der wech­sel­te bekannt­lich im Som­mer 2020 von den Würz­bur­ger Kickers in die däni­sche Liga zum Über­flie­ger­team FC Midt­jyl­land, die ihn eine Sai­son spä­ter nach Darm­stadt aus­lie­hen, für die er in 32 Zweit­li­ga­spie­len 17 Mal traf und damit den VfB auf sich auf­merk­sam mach­te. Im Som­mer 2022 wech­sel­te er also nach Stutt­gart. Für den VfB traf er immer­hin zwei Mal beim 6:0 im Pokal gegen Bie­le­feld und berei­te­te im Ach­tel­fi­nal­spiel in Pader­born den Tref­fer von Gil Dias vor, ein wei­te­rer Assist gelang ihm im Rele­ga­ti­ons-Rück­spiel, als er Silas das 3:0 auf­leg­te. In der Bun­des­li­ga fiel jedoch vor allem durch eine kom­plett über­mo­ti­vier­te Grät­sche im Spiel gegen den 1. FC Köln auf, die ihm eine Sper­re über drei Spie­le ein­brach­te. Ansons­ten konn­te er die in ihn gesetz­ten Erwar­tun­gen, gera­de nach der Ver­let­zung von Ser­hou Gui­ras­sy im Win­ter, nie erfül­len, so dass er im Som­mer leih­wei­se nach Süd­hes­sen zurück­kehr­te, wo ihm beim 3:3 in Hof­fen­heim kurz vor Weih­nach­ten immer­hin sein ers­ter Bun­des­li­ga­tref­fer gelang, mit zwei wei­te­ren Assists trug er maß­geb­lich zum Punkt­ge­winn bei.

Mat­thi­as schrieb kurz nach der Bekannt­ga­be der Lei­he in sei­nem Blog: „Ich ver­mu­te, Pfeif­fer ist nicht die abso­lu­te Wunsch­lö­sung. Gera­de mit der Erfah­rung von nur einer (sub­op­ti­ma­len) Bun­des­li­ga­sai­son im Gepäck. Letz­te Sai­son hat er gespürt, dass die Decke doch sehr weit oben ist. Wenn er in die­ser Spiel­zeit zeigt, dass er der Decke bedeu­tend näher­kom­men kann, dann wird ein Schuh draus.“ Was schon seit sei­ner ers­ten Sai­son in Darm­stadt klar war: Luca Pfeif­fer ist nie­mand, der als allei­ni­ge Spit­ze funk­tio­nier­te, wes­we­gen er auch beim VfB nur wenig Land sah. In Darm­stadt sei er die Kon­stan­te mit wech­seln­den Sturm­part­nern gewe­sen, erklärt Mat­thi­as. In der Tat stand Pfeif­fer in allen 16 Sai­son­spie­len auf dem Platz, 13 Mal in der Start­elf, wei­te­re Assists gelan­gen ihm gegen Uni­on und Bochum, ins­ge­samt zeig­ten die Darm­städ­ter aber bis­her weder offen­siv, noch defen­siv eine gute Leis­tung. Mat­thi­as hält Pfeif­fer zugu­te, dass er sich stets rein­ge­hängt habe. Er sei aller­dings häu­fig als Ziel­spie­ler für lan­ge Bäl­le ein­ge­setzt wor­den, nicht unbe­dingt sei­ne Stär­ke — Pfeif­fer hat trotz sei­ner Kör­per­grö­ße nur weni­ge Kopf­ball­to­re in sei­ner Kar­rie­re erzielt. Das läge aber eben auch an den wech­seln­den Sturm­part­nern, Fraser Horn­by habe sich bei­spiels­wei­se ver­let­zungs­be­dingt nie als Ziel­spie­ler eta­blie­ren kön­nen. Als hän­gen­de Spit­ze kämen Pfeif­fers Stär­ken mit dem Ball am Fuß bes­ser zur Gel­tung, eben­so im Spiel gegen Hof­fen­heim, in dem er neben Skar­ke auf­lief.

Vielseitig, aber eingeschränkt

Lei­der käme die Win­ter­pau­se für Pfeif­fer zur Unzeit, beklagt Mat­thi­as, sonst hät­te er viel­leicht direkt in eine Lauf kom­men kön­nen. Durch schlech­te Ergeb­nis­se gegen Kon­kur­ren­ten im Tabel­len­kel­ler — zu denen wir gott­sei­dank die­se Sai­son nicht gehö­ren — und erfolg­lo­se Heim­spie­le sei­en die Lili­en schon etwas ins Hin­ter­tref­fen gera­ten, nach der Pau­se war­ten zudem mit Dort­mund und Frank­furt direkt schwe­re Geg­ner. Bei Pfeif­fer ist er aber etwas zuver­sicht­li­cher: Wenn sich vor­ne mit ihm ein ein­ge­spiel­tes Sturm­duo her­aus­bil­den kann, wer­de er sei­nem ers­ten Bun­des­li­ga­tor noch wei­te­re fol­gen las­sen kön­nen. Vor allem die vier genann­ten Tor­vor­la­gen sei­en ein Beweis von Pfeif­fers Viel­sei­tig­keit, der die Tore mal per Kopf, mal per Hacke und mal durch einen öff­nen­den Pass vor­be­rei­tet habe. Wenn sich Pfeif­fer fal­len las­se, habe er mehr Bal­lak­tio­nen und gewin­ne an Sicher­heit. Zwar habe er auch teil­wei­se Pech im Abschluss gehabt, er müs­se aber vor allem an sei­nem Kopf­ball­spiel arbei­ten. Sei­ne Durch­set­zungs­fä­hig­keit auf dem Boden habe sich mit zuneh­men­der Spiel­zeit jeden­falls ver­bes­sert. Immer­hin hat Pfeif­fer mit fünf die zweit­meis­ten goal crea­ting actions der Lili­en, also Aktio­nen, die direkt oder indi­rekt zu einem Tor füh­ren.

Luca Pfeiffer im Duell mit seinem Stammverein. © Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
Luca Pfeif­fer im Duell mit sei­nem Stamm­ver­ein. © Chris­ti­an Kas­par-Bart­ke/­Get­ty Images

Soll­te es finan­zi­ell mög­lich sein, wür­de Mat­thi­as ihn auch ger­ne in der kom­men­den Sai­son in Darm­stadt sehen. Beim VfB sähe er für ihn in der lau­fen­den Sai­son nur wenig Chan­cen, auch in der kom­men­den Sai­son und bei mög­li­cher­wei­se inter­na­tio­na­len Auf­trit­ten der Brust­ring­trä­ger blie­be für Pfeif­fer nur die Rol­le des Back­ups in Liga­spie­len. Eigent­lich war Pfeif­fer das für mich schon bei sei­ner Ver­pflich­tung, denn es war klar, dass er einen mög­li­chen Kalajd­zic-Abgang nicht wür­de auf­fan­gen kön­nen. In die­ser Sai­son haben wir Deniz Undav als Absi­che­rung gegen einen Aus­fall Ser­hou Gui­ras­sys, aber auch Undav hat natür­lich mit sei­nen Erfol­gen in Bel­gi­en und sei­nem Schritt nach Brigh­ton ein ande­res Niveau als Pfeif­fer. Es wird span­nend sein zu sehen, ob die Darm­städ­ter die rote Later­ne bald wie­der abge­ben kön­nen und wel­che Rol­le Pfeif­fer dabei spielt. Klar ist: Es braucht schon genau die rich­ti­ge Kon­stel­la­ti­on — eben wie damals in der zwei­ten Liga — damit er sein Poten­zi­al aus­schöpft, wobei er wie Ser­hou Gui­ras­sy in die­sem Jahr 28 Jah­re alt wird. Soll­te er sei­ne Leis­tun­gen sta­bi­li­sie­ren, könn­te ich ihn mir im VfB-Sturm 2024/2025 durch­aus als Ein­wech­sel­spie­ler vor­stel­len, der zumin­dest noch­mal den Deckel drauf machen kann oder bei Aus­fäl­len der Stamm­spie­ler kei­nen so gro­ßen Qua­li­täts­ab­fall wie in der ver­gan­ge­nen Sai­son dar­stellt. Ein biss­chen Sor­gen macht mir, dass man ihn auch in Darm­stadt bis­her nicht opti­mal ein­setz­te. So viel­sei­tig er mit dem Fuß am Ball ist, so ein­ge­schränkt ist er auf die­se Spiel­wei­se. Aber wie gesagt: Die Kar­ten in der VfB-Offen­si­ve wer­den im Som­mer neu gemischt, unter ande­rem auch weil, neben Pfeif­fer mit Dias, Fag­hir, Perea und San­koh vier wei­te­re Stür­mer zunächst zum VfB zurück­keh­ren.

Den bei­den letz­te­ren wol­len wir uns jetzt wid­men, zunächst

Juan José Perea

Der kam im Som­mer 2022 zusam­men mit Pfeif­fer zum VfB und spiel­te vor­her für ver­schie­de­ne Ver­ei­ne in Grie­chen­land. Er ist zwar etwas jün­ger als Pfeif­fer, aber auch er hat­te es schwer, sich in einer unsi­che­ren VfB-Mann­schaft durch­zu­set­zen. Er kam immer­hin auf 16 Ein­sät­ze und ein Tor gegen den FC Bay­ern im März 2023, 15 Spie­le ver­brach­te er aller­dings auch kom­plett auf der Bank, drei Mal stand er gar nicht im Kader, sei­ne längs­ten Ein­sät­ze hat­te er mit jeweils 45 Minu­ten unter Bru­no Lab­ba­dia gegen Leip­zig und Bre­men. Auch in der lau­fen­den Zweit­li­ga-Sai­son kam er auf 16 Ein­sät­ze — aller­dings von 17 mög­li­chen, und das auch nur, weil er erst nach dem ers­ten Zweit­li­ga-Spiel­tag ver­lie­hen wur­de. In sei­nem ers­ten Ein­satz dreh­te er direkt mit zwei spä­ten Tref­fern gegen die SV Elvers­berg die Par­tie zuguns­ten sei­nes Leih­ver­eins Han­sa Ros­tock und ließ einen wei­te­ren Tref­fer gegen Osna­brück fol­gen, die damit von bei­den VfB-Leih­spie­lern in der Hin­run­de einen ein­ge­schenkt beka­men. Han­sa-Fan Chris­ti­an erklärt uns, dass er Perea zuerst für einen klas­si­schen Neu­ner hielt, weil der damals im Han­sa-Kader noch fehl­te. Nach sei­nem guten Ein­stand wur­den sei­ne Ein­satz­zei­ten gegen Ende der Hin­run­de kür­zer.

Unruheherd und Systemopfer

Perea im Einsatz für Rostock. © Maja Hitij/Getty Images
Perea im Ein­satz für Ros­tock. © Maja Hitij/Getty Images

Chris­ti­an ver­mu­tet, dass er der Umstel­lung von Drei­er- auf Vie­rer­ket­te, die Ex-Trai­ner Alo­is Schwartz nach drei Nie­der­la­gen in Fol­ge Ende Okto­ber vor­nahm, zum Opfer gefal­len ist, nach­voll­zieh­bar sei das jedoch nicht, schließ­lich habe er mit sei­ner Schnel­lig­keit und Robust­heit immer für Unru­he gesorgt, so zum Bei­spiel auch bei der knap­pen Nie­der­la­ge gegen St. Pau­li. Schwartz habe aber grund­sätz­lich auch Pro­ble­me gehabt, das Bes­te aus dem Kader her­aus­zu­ho­len, Chris­ti­an hofft, dass es unter des­sen Nach­fol­ger Mers­ad Sel­im­be­go­vic für den Ver­ein und für Perea bes­ser lau­fe. Er betont Pere­as kör­per­li­che Stär­ken, auch die Abschluss­schwä­che sei nicht so schlimm gewe­sen wie ange­nom­men. Er hat aller­dings 1,2 Tore weni­ger geschos­sen als erwar­tet, was ihn in Han­sas schwa­cher Offen­si­ve immer noch zum zweit­bes­ten Stür­mer macht — auch in ande­ren Sta­tis­ti­ken. Zunächst sei Perea neben einem wei­te­ren Stür­mer — erst Kai Prö­ger, spä­ter Juni­or Bru­mado — auf­ge­lau­fen, mit dem Sys­tem­wech­sel muss­te er auf die offen­si­ven Halb­po­si­tio­nen aus­wei­chen.

Die läu­fe­ri­sche und kämp­fe­ri­sche Stär­ke Pere­as sei auf jeden Fall wich­tig im Abstiegs­kampf, für den der Kader eigent­lich ein biss­chen zu gut sei. Chris­ti­an erwar­tet, dass Perea die Offen­si­ve Han­sas in der Rück­run­de wie­der bele­be. Er wür­de ihn auch ger­ne im Nord­os­ten behal­ten, auch weil er für Perea der­zeit kei­ne Per­spek­ti­ve in einem Bun­des­li­ga-Kader sehe. Auch ich tue mich damit noch schwer, so sehr ich Pere­as Enga­ge­ment gegen den Ball schät­ze. Ich muss hier nicht wie­der­ho­len, dass die Sturm­si­tua­ti­on im Som­mer noch offen ist. Was der VfB jedoch braucht, ist ein Stür­mer, der in der Bun­des­li­ga ver­läss­lich für Tore sor­gen kann, zumin­dest in einer Rol­le als Ein­wech­sel­spie­ler. Wie auch bei Pfeif­fer müss­te Han­sa in der Rück­run­de schon einen ziem­li­chen Tur­n­around hin­le­gen, um die Klas­se zu hal­ten. Sowohl Pfeif­fer als auch Perea kön­nen ihren Teil dazu bei­tra­gen — nur eben auf unter­schied­li­chen Ebe­nen. Perea scheint zumin­dest etwas viel­sei­ti­ger zu sein als Pfeif­fer und hat ihm ein paar Jah­re Poten­zi­al vor­aus. Den­noch kann es sich der VfB nicht leis­ten, Spie­ler auf die Bank zu set­zen, die nicht an die Stamm­elf her­an­kom­men. Auch hier wer­den wir im Som­mer hof­fent­lich etwas schlau­er sein und damit schlie­ßen wir unser dies­jäh­ri­ges Halb­se­ri­en­zeug­nis mit

Mo Sankoh

ab. Des­sen (Leidens-)Geschichte ist jedem VfB wohl­be­kannt: Von Sto­ke City ins VfB-NLZ gewech­selt, zer­fled­der­te er Anfang 2021 eine Halb­se­rie lang die Regio­nal­li­ga Süd­west mit neun Tref­fern in 15 Spie­len, bevor er in den Bun­des­li­ga-Kader auf­rück­te und sich im ers­ten Spiel der neu­en Sai­son eine Ver­let­zung zuzog, die sei­ne Sai­son been­de­te. Die Hoff­nung auf ein Come­back im Brust­ring muss­te zunächst ein Jahr auf­ge­scho­ben wer­den, denn es ging zurück in sei­ne Hei­mat zum Eren­di­vi­sio­när Vites­se Arn­hem. Ver­gan­ge­nen Som­mer erklär­te mir Vites­se-Fan Wil­ko, dass San­koh vor allem durch sei­nen Ein­satz ein Schlüs­sel­spie­ler für die Mann­schaft gewe­sen sei. Auch in der lau­fen­den Sai­son lief San­koh nicht für den VfB auf, statt­des­sen ver­schlug es ihn zu Hera­cles nach Alme­lo, einer Stadt in der Nähe von Ensche­de. Über die Regi­on berich­tet auch Jour­na­list Ralph Bli­j­le­vens für die Regio­nal­zei­tung De Twent­sche Cou­rant Tub­an­tia.

Für Alme­lo bestritt San­koh, der im Okto­ber erst zwan­zig Jah­re alt wur­de, 13 von 14 mög­li­chen Spie­len, neun Mal davon in der Start­elf. Nach einem Tor zum Ein­stand gegen Excel­si­or Rot­ter­dam traf im Novem­ber gleich drei Mal beim Kan­ter­sieg gegen Alme­re City, einer der weni­gen Licht­bli­cke in der Hin­run­de von Alme­lo, die als Tabel­len-15. in die Win­ter­pau­se gin­gen.

San­koh sei damals als Last-Minu­te-Ersatz für Angrei­fer Jizz Horn­kamp aus­ge­lie­hen wor­den, der sich im ers­ten Sai­son­spiel gegen Ajax ver­letzt hat­te. Im eben erwähn­ten ers­ten Spiel gegen Rot­ter­dam habe er direkt sehr viel Ener­gie und Geschwin­dig­keit auf den Platz gebracht. Das habe ihm auch im Spiel gegen Alme­re gehol­fen, als er vie­le Päs­se hin­ter die Abwehr bekam und aus vier Chan­cen drei Tore mach­te. Er habe aller­dings auch Schwä­chen in der Ball­kon­trol­le gezeigt, hier feh­le es ihm noch an der tech­ni­schen Rei­fe. San­koh habe sich häu­fi­ger fal­len las­sen, um den Ball auf­zu­neh­men, anstatt sich sei­ne Ener­gie für Bal­lak­tio­nen im Straf­raum auf­zu­he­ben. Er müs­se aus sei­nen Fähig­keit mehr machen. Trai­ner John Lam­mers, der vor dem letz­ten Spiel des ver­gan­ge­nen Jah­res ent­las­sen wur­de, setz­te sehr auf San­koh, da er frü­her ein Stür­mer mit ähn­li­chen Anla­gen gewe­sen sei.

Starker Körper, starke Persönlichkeit

Sankoh erneut in den Niederlanden. © OLAF KRAAK/ANP/AFP via Getty Images
San­koh erneut in den Nie­der­lan­den. © OLAF KRAAK/ANP/AFP via Get­ty Images

Ralph pro­phe­zeit aber, dass San­koh mit der Rück­kehr von Horn­kamp im Janu­ar wie­der ins zwei­te Glied rücken wür­de. Auch wenn der neue Trai­ner Erwin van de Looi frü­her Trai­ner der nie­der­län­di­schen Nach­wuchs­teams war und damit auch für San­koh för­der­lich sein soll­te. Denn gleich­zei­tig geht es für ihn natür­lich dar­um, mit Alme­lo die Klas­se zu hal­ten. Soll­te San­koh sich unter ihm mit dem Ball nicht wesent­lich wei­ter­ent­wi­ckeln, sieht Ralph ihn im Som­mer wie­der in Stutt­gart, auch wenn er ihm aktu­ell noch nicht zutraut, eine Rol­le in der Bun­des­li­ga zu spie­len. Er lobt jedoch San­kohs Ein­satz und sei­ne Per­sön­lich­keit, für die er ein ein­drucks­vol­les Bei­spiel hat: San­koh kün­dig­te nach dem Drei­er­pack gegen Alme­re an, den Spiel­ball nach Sier­ra Leo­ne, das Hei­mat­land sei­ner Mut­ter schi­cken zu wol­len. Alme­los Fans waren jedoch der Mei­nung, er sol­le den Ball behal­ten und orga­ni­sier­ten statt­des­sen eine Akti­on, um Fuß­bäl­le nach Sier­ra Leo­ne zu schi­cken, aktu­ell sei­en etwa 200 Bäl­le für das von Armut gebeu­tel­te Land und die Kin­der dort zusam­men gekom­men.

Mo San­koh traue ich wei­ter­hin von allen Leih­spie­lern neben Wahid Fag­hir und mit Abstri­chen Ömer Bey­az noch am Meis­ten zu. Erneut muss ich dar­auf ver­wei­sen, dass er vor weni­gen Mona­ten erst 20 Jah­re alt wur­de und die letz­ten ein­ein­halb Jah­re immer­hin Spiel­pra­xis in einer der bes­se­ren euro­päi­schen Ligen, die nicht zu den Top 5 zäh­len, sam­meln konn­te. Lei­der befin­det auch er sich im Abstiegs­kampf und muss­te schon einen Trai­ner­wech­sel mit­ma­chen, was die Situa­ti­on für jun­ge Spie­ler bekannt­lich nicht ein­fa­cher macht. Ande­rer­seits sind es sol­che Situa­tio­nen, in denen sich manch­mal schon in einem jun­gen Alter Qua­li­tät zeigt, die sich von ande­ren abhebt. Erneut: Schau­en wir mal, wie es im Som­mer aus­sieht, ich wür­de mich jeden­falls freu­en, wenn wir ihn nach drei Jah­ren end­lich wie­der im Brust­ring zu sehen bekom­men.

Und damit sind wir am Ende unse­rer Halb­jah­res-Bilanz. Es fällt wie gesagt auf, dass der VfB mit Aus­nah­me von Matej Mag­li­ca nur Offen­siv­spie­ler ver­lie­hen hat, die im Som­mer nach ihrer Rück­kehr unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven haben, das gilt auch für den aktu­ell in Ulm wei­len­den Tho­mas Kas­t­a­n­a­ras. Noch befin­den wir uns im Win­ter-Trans­fer­fens­ter und noch wis­sen wir nicht, wel­che sport­li­chen und finan­zi­el­len Per­spek­ti­ven Fabi­an Wohl­ge­muth im Som­mer zur Ver­fü­gung hat. Es wäre wün­schens­wert, wie schon ein­gangs gesagt, wenn wir die Zahl der Lei­hen in Zukunft wie­der redu­zie­ren könn­ten, denn wir wir trotz posi­ti­ver Ansät­ze auch in die­sem Win­ter sehen, kön­nen Trai­ner­wech­sel und sport­li­cher Miss­erfolg bei Leih­ver­ei­nen das Kon­zept auch ad absur­dum füh­ren — die Spie­ler sit­zen dann halt woan­ders auf der Bank und krie­gen kei­ne Chan­ce, weil der jewei­li­ge Trai­ner lie­ber auf erfah­re­ne Spie­ler setzt, die län­ger­fris­tig an den Ver­ein gebun­den sind. Erneut eine gemisch­te Bilanz der Leih­spie­ler also — immer­hin haben sie noch ein hal­bes Jahr Zeit, um die­se auf­zu­bes­sern. Wir blei­ben für Euch dran, die aktu­el­len Ergeb­nis­se hört ihr jede Woche im Pod­cast und im Som­mer kommt dann natür­lich der gro­ße Leih­spie­ler-Sai­son­rück­blick.

Titel­bild: © sie­he Bild­un­ter­schrif­ten, Mateo Kli­mo­wicz © Hec­tor Vivas/Getty Images

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