Auf Fehlersuche

Für die Kri­se des VfB gibt es der­zeit eine Viel­zahl an Erklä­rungs­an­sät­zen. Nicht alle tref­fen mei­ner Mei­nung nach kom­plett zu. Der Ver­such einer Bestands­auf­nah­me und Ein­schät­zung.

Dass es beim Ver­ein mit dem roten Brust­ring der­zeit — mal wie­der — unter­ir­disch läuft, macht sich nicht nur am Tabel­len­platz bemerk­bar, son­dern auch dar­in, dass gleich drei VfB-Fans der blog­gen­den Zunft qua­si par­al­lel und nicht abge­spro­chen (?) Ihrem Ver­ein ordent­lich die Levi­ten lasen: Andre­as (@abiszet) in gleich drei Bei­trä­gen für den Ver­ti­kal­pass, Ron (@Brustring1893) auf sei­nem Blog Brustring1893 und Mar­tin (@two_four_two) vom Brust­ring­Talk auf sei­nem Blog gedankenvoll.de. Die Tex­te sind wich­tig und Ihr soll­tet sie Euch alle durch­le­sen. Denn sie legen den Fin­ger in die rie­si­gen Wun­den, die in der Grund­struk­tur des VfB klaf­fen. Es geht natür­lich schwer­punkt­mä­ßig um die zen­tra­len han­deln­den Per­so­nen im Ver­ein: Prä­si­dent und AG-Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Wolf­gang Diet­rich und den Vor­stand Sport Micha­el Resch­ke. Wenn ihr mei­ne Mei­nung zu den bei­den Her­ren kennt, wisst Ihr: Ich kann vie­lem von dem, was die Blog-Kol­le­gen schrei­ben, zustim­men. Aber nicht allem.

Zum Ver­ständ­nis: Es geht hier nicht dar­um, bes­ser­wis­se­risch noch einen wei­te­ren Blog­ar­ti­kel hin­ter­her zu schie­ben oder jeman­den in die Pfan­ne zu hau­en. Mir ist nur wich­tig, dass wir uns gründ­lich auf Spu­ren­su­che bege­ben und kei­ne fal­schen Schlüs­se zie­hen. Vie­les ist dabei sicher­lich auch Ansichts­sa­che. Hier also mei­ne Ansicht, nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen ver­stärkt durch Recher­che. Eigent­lich ist es nach dem 12. Spiel­tag noch zu früh, eine sol­che Bilanz kann man viel­leicht bes­ser nach Ende der Hin­run­de zie­hen. Aber wenn die Dis­kus­si­on schon ein­mal begon­nen hat, ist es sinn­voll, sie auch jetzt fort­zu­füh­ren.

Fehler Nr 1: Die Kaderzusammenstellung

In sei­nem Text Das Mil­lio­nen-Miss­ver­ständ­nis? schreibt Andre­as:

Per­len­tau­cher, Netz­wer­ker, genia­ler Kader­pla­ner, Super­na­se: Micha­el Resch­ke eil­te bei sei­nem Amts­an­tritt in Stutt­gart ein Ruf wie ein Don­ner­hall vor­aus. Die Rea­li­tät: Er hat die Aus­glie­de­rungs­mil­lio­nen ver­senkt. In Tay­fun Korkut und in Spie­ler wie Mario Gomez, Gon­za­lo Cas­tro, Hol­ger Bad­s­tu­ber, Dani­el Dida­vi, Andi Beck und Den­nis Aogo. Alles Spie­ler, deren Gehäl­ter üppig sind und deren Wie­der­ver­kaufs­wert bei Null lie­gen wird. Dazu kom­men in Pablo Maf­feo, Nico­las Gon­za­lez und Bor­na Sosa Talen­te, deren Markt­wert beim VfB Stutt­gart gesun­ken ist. Deut­lich.

Wir haben da auf Twit­ter schon aus­gie­big drü­ber dis­ku­tiert, aber hier noch­mal ein wenig geord­ne­ter: Natür­lich wird der VfB auch in Zukunft dadurch Ein­nah­men gene­rie­ren müs­sen, dass er Spie­ler rela­tiv güns­tig ver­pflich­tet, sie wei­ter­ent­wi­ckelt und sie dann teu­er ver­kauft, um mit dem ein­ge­nom­me­nen Geld den Kader nach­hal­tig zu ver­stär­ken. Trotz aller gegen­tei­li­gen Beteue­run­gen von Wolf­gang Diet­rich wird das auch in Zukunft der Fall sein. Bis auf den letz­ten Schritt ist das genau das, was mit Ben­ja­min Pavard im kom­men­den Som­mer pas­sie­ren wird. Es kann aber nicht das Ziel sein, dass die Mann­schaft zu gro­ßen Tei­len aus die­sen Spie­lern besteht. Es muss auch Spie­ler im Kader geben, deren Wert für den Ver­ein in ihrer Anwe­sen­heit statt in ihrer Abwe­sen­heit liegt.

Denn die ein­zi­ge Metho­de, wie mei­ner Mei­nung nach die Aus­glie­de­rung Früch­te tra­gen ist fol­gen­de: Der VfB inves­tiert die geschenk­ten Mil­lio­nen in Spie­ler, die ihn durch ihre Fuß­ball­küns­te in Tabel­len­re­gio­nen brin­gen, in denen er erheb­li­che Mehr­ein­nah­men gene­rie­ren kann. Sprich: In den Euro­pa­po­kal, opti­ma­ler­wei­se in die Cham­pi­ons League, in der man schon mit Geld über­häuft wird, bevor die Wett­be­werbs­hym­ne das ers­te Mal in einem Sta­di­on ertönt. Das wäre auch die ein­zi­ge Metho­de, um Wolf­gang Diet­richs abstru­se Plä­ne umzu­set­zen, irgend­wann die Num­mer 3 hin­ter Dort­mund und Mün­chen zu wer­den. Für wie rea­lis­tisch ich das hal­te, habe ich bereits vor der Aus­glie­de­rung auf­ge­schrie­ben: Sehr unrea­lis­tisch.

Bleibt man die­ser Idee der Aus­glie­de­rung aber ver­haf­tet, ist es durch­aus sinn­voll, Geld auch in Spie­ler zu inves­tie­ren, die man auf­grund ihres Alters nicht mehr teu­er wei­ter­ver­kau­fen kann. Dafür müs­sen die­se aber auch Leis­tung zei­gen. Das tun der­zeit weder Cas­tro, noch Bad­s­tu­ber, noch Gomez. Wären sie in Top­form, hät­te man eine sta­bi­le Ach­se Bun­des­li­ga-erfah­re­ner und sport­lich vor­bild­li­cher Spie­ler, an denen sich jün­ge­re Mit­spie­ler wie Baum­gartl, Kempf, Pavard, Ascací­bar oder Gon­za­lez ori­en­tie­ren kön­nen. Anders als bei zwei Spie­lern, auf die ich gleich noch zu spre­chen kom­me, war das Form­tief erfah­re­nen Spie­ler aber vor der Sai­son so nicht abseh­bar. Gomez und Bad­s­tu­ber hat­ten gro­ßen Anteil am Klas­sen­er­halt, Cas­tro hat­te jah­re­lang weit über dem Niveau des VfB gespielt.

Bei Dida­vi ist das Pro­blem noch ein wenig anders gela­gert, auf ihn kom­me ich gleich noch. Zu Beck und Aogo: Bei­de Spie­ler waren mehr oder min­der Not­käu­fe, die Resch­ke in der ver­gan­ge­nen Sai­son kurz vor Tore­schluss hol­te, um den ver­meint­li­chen Man­gel an erfah­re­nen Spie­lern, den Jan Schin­del­mei­ser hin­ter­las­sen hat­te, zu kor­ri­gie­ren. Beck ist immer­hin ein defen­siv sta­bi­ler Außen­ver­tei­di­ger, auch wenn er offen­siv fast kom­plett wir­kungs­los ist. Aogos Wech­sel ins zen­tra­le Mit­tel­feld ist das Bes­te, was ihm pas­sie­ren konn­te. Denn auf der lin­ken Außen­bahn ist er für mich die aller­letz­te Opti­on. Erfreu­li­cher­wei­se lau­fen die Ver­trä­ge der bei­den aus.

Die Aus­glie­de­rungs­mil­lio­nen im Fal­le von Maf­feo, Sosa und Gon­za­lez als “ver­senkt” zu bezeich­nen, hal­te ich für ver­früht. Klar ist: Sie haben die mit ihnen ver­bun­de­nen Erwar­tun­gen nicht erfüllt und auch im Fall von Ben­ja­min Pavard kön­nen wir, wenn es so wei­ter­geht, froh sein, dass wir für ihn eine fest­ge­schrie­be­ne Ablö­se­sum­me erhal­ten werden.Von Sosas Ver­let­zung, die ihn für den Rest der Hin­run­de außer Gefecht setzt, mal ganz abge­se­hen kann es nicht Auf­ga­be die­ser drei teu­ren, jun­gen Neu­zu­gän­ge sein, die grund­le­gen­den Pro­ble­me der gesam­ten Mann­schaft zu lösen. Ich bin immer noch über­rascht, dass ein Spie­ler von Timo Baum­gartl, des­sen Bun­des­li­ga-Kar­rie­re gefühlt bis­her nur aus Abstiegs­kampf und Kri­se besteht, so sta­bil ist, dass er immer noch Nach­wuchs-Natio­nal­spie­ler ist. 

Zur gene­rel­len Kad­er­zu­sam­men­stel­lung zu mög­li­chen Trans­fers im Win­ter kom­me ich gleich. Kurz noch zu Dani­el Dida­vi. Andre­as schreibt in einem wei­te­ren Text sei­ner Tri­lo­gie zur Lage des VfB unter der Über­schrift Doppel‑D: die Hoff­nungs­trä­ger? fol­gen­des:

Es sagt alles über den jäm­mer­li­chen Zustand des VfB Stutt­gart und den ver­blen­de­ten Blick von Resch­ke, wenn er auf zwei Spie­ler hofft, die auf­grund von Ver­let­zun­gen lan­ge nicht auf dem Platz stan­den und die zuvor nicht wirk­lich bewie­sen haben, dass sie kon­stant (und ver­let­zungs­frei!) auf hohem Niveau spie­len kön­nen. Der eine immer an der Schwel­le zur Inva­li­di­tät, der ande­re wirk­te bis­wei­len lau­nisch wie eine Diva.

Es ist klar: Gemeint sind Ana­sta­si­os Donis und eben Dani­el Dida­vi, der in die­ser Sai­son kaum im Brust­ring zu sehen war, weil er Pro­ble­me an der lin­ken Achil­les­seh­ne hat, genau­er gesagt eine Ent­zün­dung des Schleim­beu­tels. Die hat er, wenn ich mich nicht irre, spä­tes­tens seit dem 33. Spiel­tag der ver­gan­ge­nen Sai­son, beim letz­ten Sai­son­spiel sei­nes alten Arbeit­ge­bers sowie in den anschlie­ßen­den Rele­ga­ti­ons­spie­len, in denen jener Arbeit­ge­ber sich lei­der durch­setz­te, fehl­te er bereits. Ich habe einen Arti­kel gefun­den, in dem von einem “Schlag auf die Achil­les­seh­ne” am 31. Spiel­tag die Rede ist. Ich bin kein Sport­me­di­zi­ner und muss mich da auf die Mei­nung ande­rer ver­las­sen.

War­um ich auf den Schleim­beu­tel an der lin­ken Achil­les­seh­ne ein­ge­he? Weil der Knor­pel­scha­den, an dem Dida­vi seit jenem schick­sal­haf­ten Freund­schafts­spiel des 1. FC Nürn­berg im Früh­som­mer 2o12 lan­ge labo­rier­te, das lin­ke Knie betraf. Die letz­te Ope­ra­ti­on an jenem Knie liegt aber bereits zwei Jah­re zurück. Seit Febru­ar 2017 ver­zeich­nen die Leis­tungs­da­ten bei Transfermarkt.de vier Spie­le, die er aus gesund­heit­li­chen Grün­den ver­passt hat. In der letz­ten Sai­son war Dida­vi Tops­corer in Wolfs­burg, mach­te  neun Tore und gab sechs Vor­la­gen. Sind also die Achil­les­seh­nen-Pro­ble­me eine Spät­fol­ge der jah­re­lan­gen Pro­ble­me am Knie?

Wie gesagt, ich bin kein Exper­te. Ich kann und will mir nicht vor­stel­len, dass der VfB so blau­äu­gig war und nicht erkannt hat, dass die Schleim­beu­tel­ent­zün­dung im April 2018 eine Fol­ge der Knie­pro­ble­me ist, die zuletzt Ende des Jah­res 2016 auf­tra­ten. Aber mög­lich ist bei unse­rem Ver­ein natür­lich alles. Wäre der VfB das Risi­ko, dass Dida­vi wegen sei­ner Achil­les­seh­ne län­ger aus­fal­len kann, wis­sent­lich ein­ge­gan­gen, muss ich Andre­as völ­lig recht­ge­ben: Dann hät­te man bei Dida­vi in der Tat Geld ver­senkt und es wäre in der Tat töricht, wei­te­re Hoff­nun­gen auf ihn zu set­zen, ganz abge­se­hen davon, dass Donis und Dida­vi sowie­so allei­ne den VfB nicht wer­den ret­ten kön­nen, wie Andre­as rich­tig schreibt. Die gan­ze Mann­schaft muss wie­der funk­tio­nie­ren. Zu Dida­vi freue ich mich über wei­te­re sport­me­di­zi­ni­sche Ein­schät­zun­gen. Nicht weil ich der zitier­ten Twit­ter­nut­ze­rin nicht glau­be, son­dern weil ich ger­ne noch eine wei­te­re Mei­nung dazu hät­te. Viel­leicht kann man da bei einer Pres­se­kon­fe­renz auch ein­fach mal beim VfB nach­fra­gen, lie­be Kol­le­gen von der Pres­se?

Ergän­zung: Twit­ter-Nut­zer @vacilar hat sei­ne Ein­schät­zung zu dem The­ma auf­ge­schrie­ben:

Mal unab­hän­gig von Dida­vi ist ein häu­fig geäu­ßer­ter Vor­wurf an Micha­el Resch­ke: Der Kader ist grund­falsch zusam­men­ge­stellt, es fehlt vor allem an Geschwin­dig­keit. Ron schreibt in sei­nem Bei­trag namens Make VfB sym­pa­thisch again, der Kader sei “kom­plett unaus­ge­wo­gen” und Mar­tin kon­sta­tiert in sei­nem Bei­trag Beim ers­ten Mal tat es noch weh:

Der Ver­ein ist eine AG, das ein­ma­li­ge Geld von Daim­ler ist ver­brannt, der Kader macht jedem Rent­ner­pa­ra­dies in Flo­ri­da Kon­kur­renz inklu­si­ve lang­fris­ti­ger Ver­trä­ge zur Alters­vor­sor­ge.

Viel­leicht liegt mei­ne Ten­denz, der Kri­tik an der Kader­pla­nung zu wider­spre­chen auch dar­an, dass ich mir vor der Sai­son und auch in der Sai­son­vor­schau mit Hei­ko Hin­rich­sen ziem­lich sicher war, dass der VfB lan­ge nicht mehr einen so gut zusam­men­ge­stell­ten Kader gehabt hat. Anders als vie­le ande­re Auf­stei­ger muss­te der VfB im Som­mer nach dem Auf­stieg kei­ne Leis­tungs­trä­ger abge­ben, son­dern konn­te sei­ne defen­siv bis dahin sta­bi­le Mann­schaft vor allem in der Offen­si­ve ver­stär­ken. Ich hat­te mir vor­ge­stellt, dass auf fast jeder Posi­ti­on ein Kon­kur­renz­druck herr­schen wür­de, der die ein­zel­nen Spie­ler und die Mann­schaft als Gan­zes bes­ser machen wür­de.

  • In der Innen­ver­tei­di­gung hät­te man ein Luxus­pro­blem, wenn die drei jün­ge­ren Spie­ler Baum­gartl, Pavard und Kempf um den Platz neben dem arri­vier­ten Füh­rungs­spie­ler Hol­ger Bad­s­tu­ber kon­kur­rier­ten. Alter­na­tiv könn­ten zwei von ihnen in einer Drei­er­ket­te spie­len.
  • Auf den Außen­ver­tei­di­ger­po­si­tio­nen wür­de der jun­ge Sosa mit dem älte­ren Insua und der jun­ge Maf­feo mit dem erfah­re­nen Beck um den Platz in der Start­elf rin­gen, zur Not könn­ten auch noch Pavard und zur aller­größ­ten Not Aogo auf die Außen­bahn aus­wei­chen.
  • Im defen­si­ven Mit­tel­feld wäre ein Gon­za­lo Cas­tro mit Über­sicht, Erfah­rung und Impul­sen nach vor­ne die per­fek­te Ergän­zung zum Rasen­mä­her Ascací­bar, des­sen Stär­ken eher im Tore ver­hin­dern als im Tore vor­be­rei­ten lie­gen. Als Back­up hät­te hier Aogo bereit gestan­den, wenn es hart auf hart kommt auch Bad­s­tu­ber, auch wenn er eine sol­che Rol­le vor der Sai­son abge­lehnt hat.
  • In der Offen­si­ve wären wir mei­ner Mei­nung nach mit der Ver­pflich­tung von Dida­vi in der Lage gewe­sen, zwei ver­schie­de­ne offen­si­ve Sys­tem zu spie­len: Ent­we­der mit Dida­vi hin­ter einer Dop­pel­spit­ze Gonzalez/Gomez und flan­kiert von zwei Mit­tel­feld­spie­lern auf der Außen­bahn und in dem Fall nur einem Sech­ser oder mit Gomez als ein­zi­ger Spit­ze und zwei Stür­mern auf der Außen­bahn vor Dida­vi und einer Dop­pel­sechs. Für die offen­si­ven Außen­bah­nen wäre mei­ner Mei­nung nach auch genug spie­le­ri­sches Poten­zi­al da gewe­sen: Thom­my, der eine super Rück­run­de gespielt hat­te, Donis, der gegen Mün­chen sein Kön­nen hat­te auf­blit­zen las­sen, Ako­lo, der in der Hin­run­de noch gut in Form war und selbst Chris­ti­an Gent­ner, des­sen Stär­ken ein­deu­tig eher im offen­si­ven als im defen­si­ven Mit­tel­feld lie­gen.

Das Pro­blem an der gan­zen Geschich­te habe ich oben schon beschrie­ben: In der Abwehr herrscht kein Kon­kur­renz­kampf, weil Hol­ger Bad­s­tu­ber und Ben­ja­min Pavard mehr oder weni­ger neben sich ste­hen und Timo Baum­gartl nicht so sta­bil ist, wie wir uns das wün­schen. Marc-Oli­ver Kempf hat vor zwei Wochen erst sein Debüt im Brust­ring gefei­ert. Außen fällt Bor­na Sosa für den Rest der Hin­run­de aus und Pablo Maf­feo läuft mitt­ler­wei­le vor Beck im offen­si­ven Mit­tel­feld auf. Im Mit­tel­feld hat sich Cas­tro in einem atem­be­rau­ben­den Tem­po aus der Start­elf gebolzt und mit Chris­ti­an Gent­ner kann Mar­kus Wein­zierl nicht so rich­tig etwas anfan­gen, aber als Kapi­tän muss er ihn wahr­schein­lich ein­fach auf­stel­len. Erik Thom­my kann an sei­ne Leis­tun­gen der Rück­run­de anknüp­fen und auch Ako­lo kann sich nicht durch­set­zen. Dida­vi und Özcan, der ihn viel­leicht erset­zen könn­te, sind ver­letzt und im Sturm haben wir die Aus­wahl zwi­schen einem Mario Gomez, der kein Scheu­nen­tor mehr trifft, einem Nico­las Gon­za­lez, der sehr bemüht ist und einem ver­letz­ten Ana­sta­si­os Donis.

Klingt erst­mal wie eine lan­ge Lis­te an Aus­re­den und lie­fert auch zunächst kei­ne Erklä­rung dafür, war­um der Mann­schaft auf der Außen­bahn die Geschwin­dig­keit fehlt oder doch? Dazu gleich mehr. Vor­her noch etwas zu einem wei­te­ren Kri­tik­punkt.

Fehler 2: Der Kader ist zu klein

Der Kader sei zu dünn besetzt, schreibt Ron. Auf den ers­ten Blick scheint das ange­sichts der sport­li­chen Bilanz und der Tat­sa­che, dass die U21 zeit­wei­se nur drei Aus­wech­sel­spie­ler hat­te, weil alle ande­ren zur ers­ten Mann­schaft abge­zo­gen wor­den waren, zutref­fend. In der Tat hat der VfB mit 26 Spie­lern laut transfermarkt.de den  viert­kleins­ten Kader der Liga und da sind Aido­nis und Daja­ku schon mit ein­be­rech­net. Nur Mün­chen, Leip­zig und Han­no­ver leis­ten sich einen ähn­lich klei­nen Kader. Am ande­ren Ende der Lis­te steht Ein­tracht Frank­furt mit 36 Spie­lern, die ja auch in der Bun­des­li­ga-Tabe­le nicht ganz schlecht daste­hen. Sicher­lich gehö­ren dazu auch die vier 18jährigen, die die Ein­tracht aus lizenz­recht­li­chen Grün­den in die ers­te Mann­schaft gezo­gen sowie die ins­ge­samt fünf Tor­hü­ter, die in derm Kader­lis­te ste­hen. Ein gro­ßer Kader ist aber allei­ne auch kein Erfolgs­ga­rant. Düs­sel­dorf hat 30 Spie­ler und unser nächs­ter Geg­ner Augs­burg, der in der Tabel­le auch gera­de ein wenig abrutscht mit 32 die viert­meis­ten. Mehr Spie­ler im Kader heißt auch gleich­zei­tig: Meht Spie­ler sind unzu­frie­den, weil sie viel­leicht nicht nur einen, son­dern zwei Kon­kur­ren­ten vor sich und dem­entspre­chend nur gerin­ge Chan­cen auf einen Ein­satz haben. Mei­ner Mei­nug nach ist der Kader groß genug, wenn man nicht gleich­zei­tig ver­letz­te und form­schwa­che Spie­ler erset­zen muss.

Fehler 3: Im Winter wird Reschke seine verfehlte Transferpolitik fortsetzen

Noch ein letz­ter Punkt zum The­ma Trans­fers: Es liegt in der Natur der Sache, dass bereits jetzt die Gerüch­te um mög­li­che Win­ter­neu­zu­gän­ge des VfB hoch­ko­chen: Shin­ji Kaga­wa, Patrick Herr­mann, San­dro Wag­ner oder Sebas­ti­an Rode. Andre­as schreibt:

Jetzt sol­len Spie­ler wie Patrick Herr­mann, San­dro Wag­ner, Sebas­ti­an Rode und Shin­ji Kaga­wa den VfB ret­ten. Und sie pas­sen in Resch­kes Beu­te­sche­ma:  teu­er, erfah­ren, mit Füh­rungs­an­spruch und ent­we­der ver­let­zungs­an­fäl­lig oder lang­sam. Wird der VfB Stutt­gart end­gül­tig zur Rent­ner-Gang? Eine mög­li­che Auf­stel­lung könn­te dann hei­ßen: Zie­l­er, Bad­s­tu­ber, Pavard, Baum­gartl, Insua, Beck, Aogo, Cas­tro (Rode), Kaga­wa, Herr­mann, Gomez (Wag­ner). Eine Auf­stel­lung, mit der ich mich nicht iden­ti­fi­zie­ren könn­te. Eine Auf­stel­lung, mit der der VfB wohl abstei­gen wird,

Wer bremst die­sen Mann, der offen­sicht­lich Spie­ler danach aus­wählt, was sie in der Ver­gan­gen­heit mal geleis­tet haben und nicht danach, was sie in der Zukunft für den Club brin­gen kön­nen? 

Auch das sehe ich ehr­lich gesagt anders. Kurz­fris­tig wür­de uns, je nach­dem wie man ihn ein­bin­det, jeder die­ser Spie­ler sport­lich wei­ter­hel­fen und einen Bei­trag dazu leis­ten, den Klas­sen­er­halt noch zu schaf­fen. Alle spie­len der­zeit bei Mann­schaf­ten, die unter den Top 5 der Bun­des­li­ga ran­gie­ren. Selbst wenn es für Glad­bach, Dort­mund oder Mün­chen nicht mehr rei­chen soll­te: Für den VfB wären die­se Spie­ler eine Ver­stär­kung. Wie nach­hal­tig ein sol­cher Trans­fer wäre, ist natür­lich eine ganz ande­re Fra­ge. Aber ange­sichts vor allem der kol­lek­ti­ven Form­kri­se der erfah­re­nen Spie­ler, die schon unter Ver­trag ste­hen, wird man wohl kei­ne Alter­na­ti­ve haben, denn jun­ge Spie­ler mit Poten­zi­al kriegt man im Win­ter nun­mal nur gegen sehr viel Geld. Es blei­ben jene übrig, die bei ihren Ver­ei­nen kei­ne Per­spek­ti­ve mehr sehen, das Fuß­ball­spie­len für die­se Sai­son aber noch nicht an den Nagel hän­gen wol­len.

Das Pro­blem ist viel­mehr, dass der VfB über­haupt die Not­wen­dig­keit sieht, noch­mal in grö­ße­rem Sti­le auf dem Trans­fer­markt aktiv zu wer­den, oder wie Ron es for­mu­liert: “Es ist schon schlimm genug, dass man sich schon wie­der der­ma­ßen in Rück­la­ge befin­det, dass man nur noch reagie­ren und nicht agie­ren kann.” Und damit kom­me ich zu dem Aspekt von Resch­kes Arbeit, dem man ihm im Gegen­satz zur Kad­er­zu­sam­men­stel­lung wirk­lich vor­wer­fen kann: Dem Trai­ner­wech­sel.

Fehler 4: Die Verpflichtung von und Vertragsverlängerung mit Tayfun Korkut

Andre­as bringt es auf den Punkt: 

Hoff­nung macht ein­zig Mar­kus Wein­zierl, der eher (handlungs)schnelle Spie­ler bevor­zugt und dem ein San­dro Wag­ner oder Sebas­ti­an Rode sicher nicht ins Kon­zept pas­sen. Aber was heißt das schon? Womög­lich wie­der­holt Resch­ke den Feh­ler, dass er Spie­ler nach sei­nem Gus­to holt und nicht nach den Vor­stel­lun­gen des Trai­ners. Die Som­mer­trans­fers kann er jeden­falls kaum mit Tay­fun Korkut abge­stimmt haben.

Dass die Ver­pflich­tung und Wei­ter­be­schäf­ti­gung von Tay­fun Korkut ein Feh­ler war, habe ich ja schon nach dem Han­no­ver-Spiel dar­ge­legt. Wir müs­sen ja vor allem auf den Außen­bah­nen nach­le­gen, weil der aktu­el­le Kader für die Spiel­idee von Mar­kus Wein­zierl, näm­lich mit Tem­po über die Flü­gel kom­men, nicht geeig­net ist. War er für die Spiel­idee von Tay­fun Korkut geeig­net? Wir wis­sen es nicht, denn eine sol­che konn­ten wir in die­ser Sai­son nicht erken­nen und letz­te Sai­son bestand sie aus einer frü­hen Füh­rung und einer 85minütigen Abwehr­schlacht. Oder wie Ron es aus­drückt:

Nach der außer­ge­wöhn­li­chen Rück­run­de der ver­gan­ge­nen Sai­son hat Micha­el Resch­ke nicht nur Stun­den spä­ter einen Groß­teil der Neu­ver­pflich­tun­gen und damit die Aus­rich­tung des Kaders prä­sen­tiert, son­dern auch kurz dar­auf noch ohne Not die Ver­trä­ge mit dem dama­li­gen Trai­ner­team ver­län­gert. Vor allem Letz­te­res ist in der Rück­schau defi­ni­tiv nach hin­ten los­ge­gan­gen und zeugt von einer kom­plet­ten Fehl­ein­schät­zung der Lage (auch wenn man von Sei­ten des Ver­eins natür­lich nicht müde wird zu beto­nen, dass die Rück­run­de schon rea­lis­tisch ein­ge­schätzt hat).

Es ist der viel­leicht gra­vie­rends­te Feh­ler, den Resch­ke in sei­ner Amts­zeit als Vor­stand Sport beim VfB gemacht hat. Der his­to­risch schlech­te Sai­son­start geht mit Sicher­heit auch zu Las­ten von Spie­lern, die ihre Leis­tung nicht brin­gen, weil sie der Mei­nung sind, es wür­de so wei­ter­ge­hen wie in der Rück­run­de oder dass man in Mainz nicht gewin­nen müs­se. Aber auch Tay­fun Korkut und damit Micha­el Resch­ke trägt Schuld dar­an, dass beim VfB mal wie­der panisch nach dem Ver­bands­kas­ten gesucht wird oder gleich bes­ser nach dem Werk­zeug­kas­ten, der ver­hin­dert, dass das Schiff schon wie­der absäuft.

Was ist der Lösungsansatz?

Ron for­dert in sei­nem Blog­bei­trag, in dem es ja vor allem dar­um geht, wie man sich mit dem VfB noch iden­ti­fi­zie­ren kann, den Rück­tritt von Wolf­gang Diet­rich von allen Ämtern und legt Wert auf die Fest­stel­lung, dass das nichts mit der sport­li­chen Situa­ti­on zu tun hat. Dem kann ich mich nur anschlie­ßen. War­um das not­wen­dig ist, dazu habe ich bereits zwei Arti­kel hier geschrie­ben. Aber: Nicht um jeden Preis. Mar­tin schreibt: “Wenn die Zwei bei einem Abstieg sicher weg sind – es wäre ein Anfang.” Dem kann ich mich nichr anschlie­ßen. Ein erneu­ter Abstieg muss unbe­dingt ver­mie­den wer­den, denn er wür­de den VfB in rie­si­ge Pro­ble­me stür­zen, wie Andre­as in sei­nem drit­ten Text Meis­ter im Schön­re­den? rich­tig anmerkt:

Es scheint fast so, als ob der VfB kei­ne sport­li­chen Pro­ble­me hät­te. Dabei wäre ein Abstieg der abso­lu­te GAU. Jan Schin­del­mei­ser hat vor eini­ger Zeit gesagt, dass ein Jahr in Liga zwei rund 50 Mil­lio­nen Euro kos­tet. So oft kann der VfB gar nicht aus­glie­dern, um die­se Defi­zi­te rein­zu­ho­len (und aktu­ell scheint man ohne­hin kei­ne wei­te­ren seriö­sen Inves­to­ren zu fin­den).

Wir müs­sen Wolf­gang Diet­rich auf einem ande­ren Weg als die­sem irgend­wie wie­der los­wer­den. Was Micha­el Resch­ke angeht: Viel­leicht ist es wirk­lich so, dass er sich auf das Pla­nen des Kaders beschrän­ken soll­te. Dass er der kol­por­tier­te Allein­herr­scher in der Mer­ce­des­stra­ße ist, glau­be ich nicht. Er ist mei­ner Mei­nung nach ein guter Kader­pla­ner, wie ich oben dar­ge­legt habe. Aber nicht nur im Fall von Tay­fun Korkut, son­dern auch was den Umgang mit der zwei­ten Mann­schaft in der letz­ten Sai­son angeht, ist er ein lau­si­ger Vor­ge­setz­ter. 

Und jetzt?

Die­ser lan­ge Text hat für das Spiel gegen Augs­burg am Sams­tag nur gerin­ge Rele­vanz und wahr­schein­lich wird es auch dar­auf hin­aus­lau­fen, dass wir in der Win­ter­pau­se erneut Geld in die Hand neh­men müs­sen, um die Mann­schaft nicht nur zu ergän­zen, son­dern sub­stan­zi­ell zu ver­stär­ken. Es war mir den­noch wich­tig, einen wei­te­ren Bei­trag zur Debat­te um die Feh­ler, die beim VfB gemacht wer­den, zu leis­ten und auf even­tu­el­le Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen hin­zu­wei­sen. Lasst uns hof­fen, dass unser Ver­ein sich die von Andre­as, Ron, Mar­tin und mir geäu­ßer­te Kri­tik irgend­wann ein­mal zu Her­zen nimmt und aus die­ser elen­di­gen Abwärts­spi­ra­le aus­bricht.

7 Gedanken zu „Auf Fehlersuche“

  1. Herz­li­chen Dank für die „Rezen­si­on“ unse­rer 3 Tex­te auf vertikalpsss.de, sehr lesen­wert und sehr gelun­gen!

    Lass mich bit­te noch ein paar Din­ge ergän­zen bzw. ein­ord­nen:
    — Kader: Ich blei­be dabei, außer bei IV und AV ist das zu dünn und nicht aus­ge­wo­gen. Es gibt einen ein­zi­gen Sech­ser (San­ti), drei Ach­ter (Cas­tro, Gen­te, Aogo), deren Stär­ke weder schnell sein noch schnell han­deln ist. Es gibt genau 2 (!) offen­si­ve Außen mit Donis und Thom­my und einen ein­zi­gen zen­tra­len Mit­tel­feld­spie­ler (Dida­vi), der in der Ver­gan­gen­heit mit Ver­let­zun­gen zu kämp­fen hat­te, Özcan hat man offen­sicht­lich nichts zuge­traut. Ein ein­zi­ger Neu­ner (Gomez) und zwei 9einhalber (Ako­lo, Gon­za­lez), die auf Außen nicht gut auf­ge­ho­ben sind. Aber klar: bei weni­ger Form­kri­sen wirkt sich das nicht so dra­ma­tisch aus wie aktu­ell.
    — The­ma Geld ver­senkt: Soll der VfB zum Auf­fang­be­cken älte­rer Spie­ler wer­den, die rela­tiv kost­spie­lig sind? Beck, Aogo, Gen­te, Cas­tro, Gomez und der knapp 30-jäh­ri­ge Bad­s­tu­ber, das ist zu viel und zu teu­er und ihnen fehlt Geschwin­dig­keit. Punk­tu­ell Erfah­re­ne ja, aber nicht in der Anzahl. Aus­ge­wo­gen kommt mir das nicht vor. Zumal alle spie­len müssen/sollen/wollen und dann wird nach Erfah­rung auf­ge­stellt und nicht nach Leis­tung. Pro­blem: Die Spie­ler ent­wi­ckeln sich, aber lei­der zurück. Was ist der Unter­schied zwi­schen Aogo und Manga­la? Aogo hat den Swag, Manga­la ist (handlungs)schneller, wird bes­ser und kos­tet weni­ger. 😉

    Ich gebe Dir völ­lig recht: Sich “gründ­lich auf Spu­ren­su­che zu bege­ben“, das soll­ten nicht nur wir, son­dern auch die Ent­schei­dungs­trä­ger beim VfB tun. Und klar: „Vie­les ist dabei sicher­lich auch Ansichts­sa­che.”

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    • Hal­lo Andre­as,

      etwas ver­spä­tet mel­de ich mich noch­mal zurück. 🙂

      Kader: Kommt halt drauf an, wie man den Sech­ser defi­niert, also ob ein Sech­ser, der sich nach vor­ne ein­schal­tet, schon ein Ach­ter ist. Bei der Cas­tro-Vor­stel­lung hier im Blog sag­te der BVB-Exper­te ja, er sei ein Ver­bin­dungs­spie­ler, also qua­si der klas­si­sche Ach­ter. So hat­te ich mir das auch vor­ge­stellt: Er lei­tet das Offen­siv­spiel ein und San­ti hält ihm den Rücken frei. Aogo ist da natür­lich nur der Not­na­gel. Gent­ner hat für mich zen­tral nichts zu suchen. Es steht und fällt im offen­si­ven Mit­tel­feld halt viel mit Gon­za­lo Cas­tro, von dem ich mir erhofft hat­te, dass er ein Schlüs­sel­spie­ler wird. Und es kommt auch immer auf das Spiel­sys­tem an. Auch in kol­lek­ti­ver Hoch­form ist das sicher­lich kein Kader für Euro­pa, aber zumin­dest einer für eine ent­spann­te Sai­son im Mit­tel­feld.

      Geld: Wie schon gesagt: Man muss die­se Alt­her­ren-Rie­ge mei­ner Mei­nung nach dif­fe­ren­zie­ren. Gent­ner ist schon ewig da, sein Ver­trag und die von Beck und Aogo lau­fen im Som­mer aus. Bad­s­tu­ber, Cas­tro und Gomez könn­ten, wenn sie die Leis­tung zei­gen, zu der sie imstan­de sind, der Mann­schaft sport­lich wei­ter­hel­fen und jun­gen Spie­lern die Mög­lich­keit geben, neben ihnen zu wach­sen und sie irgend­wann zu ver­drän­gen. Ja, Manga­la spielt in Ham­burg super. Wenn es gut läuft, kommt er im Som­mer wie­der und ersetzt Aogo. Im Som­mer 2018 schien er noch nicht bereit für die Bun­des­li­ga. Ist er es jetzt bei einem Spit­zen­team der 2. Liga? Hof­fent­lich.

      Lie­be Grü­ße, Lenn­art

      Antworten
  2. Dan­ke,
    kann ich Dir größ­ten­teils zustim­men.
    Was wir aber eben­falls unbe­dingt brau­chen ist mehr (kri­ti­sche) Fuß­ball­kom­pe­tenz im Ver­ein. Dann wären Feh­ler, wie die Ver­pflich­tung und Ver­trags­ver­län­ge­rung mit Korkut nicht pas­siert.

    Antworten
    • Hi,

      da brauch­te man noch nicht mal “kri­ti­sche Fuß­ball­kom­pe­tenz” für, fin­de ich. Das ein­zi­ge Argu­ment für Korkut war schon bei sei­ner Vor­stel­lung nur sein Geburts­ort und sein Wohn­sitz. Aber ja, even­tu­ell muss man hier doch eine Lösung wie in Frank­furt fah­ren, auch wenn Resch­ke das nicht schme­cken wird. Die Fra­ge ist nur: Wer soll das machen? Von der Klins­mann-Geschich­te hal­te ich wenig.

      Vie­le Grü­ße, Lenn­art

      Antworten
  3. Hal­lo Lenn­art,
    vie­len Dank für dei­nen Arti­kel, der sich kon­struk­tiv kri­tisch mit den aktu­el­len The­men beim VfB beschäf­tig. Natür­lich habe ich die Bei­trä­ge aus den ande­ren Blogs auch gele­sen. Ich sel­ber ver­su­che mir eine dif­fe­ren­zier­te Mei­nung von der aktu­el­len Situa­ti­on zu machen und da hel­fen mir die Berich­te, wel­che in den ver­schie­de­nen Blogs erschei­nen.
    Mir sel­ber geht es inzwi­schen so, dass ich lei­de und ziem­lich rat­los bin, wenn ich z.B. auf die aktu­el­le Situa­ti­on beim VfB ange­spro­chen wer­de. Aber da bin ich wohl seit eini­ger Zeit nicht mehr allei­ne.
    Auch wenn ich mich zum ers­ten Mal mit einem Kom­men­tar bei dir mel­de, lese ich doch so gut wie alles, was in dei­nem Blog erscheint. Somit also auch dan­ke für dei­ne seit­he­ri­gen Arti­kel. Beson­ders gut gefällt mir, dass vor dem Spiel die geg­ne­ri­sche Mann­schaft mit einem zuge­hö­ri­gen Fan beleuch­tet wird. Die anschlie­ßen­de Auf­be­rei­tung des Spiels in dei­nem Blog run­det die Sache für mich ab.
    Wei­ter so und lie­be Grü­ße,
    Fah­ne

    Antworten
    • Hal­lo Fah­ne,

      vie­len Dank für dein Lob und dei­ne posi­ti­ve Rück­mel­dung! Ja, rat­los sind wir glau­be ich alle, des­we­gen gibt es ja so vie­le ver­schie­de­ne Erklä­rungs­an­sät­ze. Es ist eine abso­lu­te Kata­stro­phe, dass wir schon wie­der so schlecht da ste­hen.

      Vie­le Grü­ße, Lenn­art

      Antworten
  4. Hal­lo Lenn­art,

    mit Inter­es­se habe ich dei­nen Text und die der zitier­ten Blog­ger gele­sen. Ich stim­me voll mit dir über­ein, dass die Ana­ly­se gründ­lich und viel­schich­tig sein muss. Zu drei Punk­ten möch­te ich zusätz­li­che Denk­an­stö­ße geben:

    1. Die Aus­glie­de­rung war eine Grund­satz­ent­schei­dung über die zukünf­ti­ge Auf­stel­lung des VfB. Bei der Ver­stär­kung des Kaders mit Spie­lern, die uns sofort hel­fen oder spä­ter mit Mehr­wert ver­kauft wer­den, sind die Mil­lio­nen des Inves­tors (noch im Sin­gu­lar) sicher hilf­reich. Für min­des­tens genau­so wich­tig hal­te ich aller­dings eine nach­hal­ti­ge stra­te­gi­sche Aus­rich­tung des NLZ und der Lizenz­spie­ler­ab­tei­lung. Von der Infra­struk­tur auf dem Ver­eins­ge­län­de über die Trai­nings­me­tho­dik und Trai­ner­aus­bil­dung bis zur pro­fes­sio­nel­len Betreu­ung der Spie­ler in allen Belan­gen (sie­he Bera­ter-Gate) gibt es genü­gend Hand­lungs­fel­der, auf denen der VfB im Ver­gleich zur natio­na­len und inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz auf­ho­len muss. Das hier inves­tier­te Geld wirkt zwar eher mit­tel- bis lang­fris­tig, dafür ver­si­ckert es nicht so leicht wie die Trans­fer­mil­lio­nen.

    2. Die Arbeit des Sport­vor­stands muss man mei­nes Erach­tens jen­seits der Kad­er­zu­sam­men­stel­lung und Trai­ner­aus­wahl mehr als bis­her anhand der The­men Talent­för­de­rung und sport­li­che Gesamt­stra­te­gie bewer­ten. Ohne die­sen Punkt län­ger aus­füh­ren zu wol­len, bin ich der Ansicht, dass Herr Resch­ke bei der Aus­wahl des Kaders im Ver­gleich zu den ande­ren Berei­chen noch rela­tiv gut aus­sieht. Die Zwei­te tau­melt mit kaum aus­rei­chend Spie­ler­ma­te­ri­al durch die Regio­nal­li­ga, ohne der Bun­des­li­ga­mann­schaft in irgend­ei­ner Wei­se Sub­stanz zufüh­ren zu kön­nen. Eine Stra­te­gie ist nicht erkenn­bar.

    3. Die Amts­zeit des Prä­si­den­ten Diet­rich ist bis­lang von der Aus­glie­de­rung und dem direk­ten Wie­der­auf­stieg geprägt. Auf die­se Wei­se hat er vie­le Mit­glie­der hin­ter sich ver­sam­melt. Zu hof­fen, dass er frei­wil­lig sei­nen Platz räumt, hal­te ich für sehr opti­mis­tisch. Bei einem erneu­ten Abstieg wäre er wohl zur Auf­ga­be gezwun­gen. Der Rest liegt im Win­ter­ne­bel.

    Sport­li­che Grü­ße

    Chris­toph aka @ReyBucanero74

    Antworten

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