Wolfgang der Profi

Ein Prä­si­dent aller Mit­glie­der wol­le er sein, erklär­te Wolf­gang Diet­rich nach sei­ner Wahl. Sei­ne Amts­füh­rung und sei­ne öffent­li­chen Auf­trit­te offen­ba­ren das Gegen­teil. Eine Ana­ly­se.

Als im Som­mer 2016 bekannt wur­de, dass der ein­zi­ge Kan­di­dat des dama­li­gen Auf­sichts­ra­tes des VfB Stutt­gart 1893 e.V. für das Amt des VfB-Prä­si­den­ten Wolf­gang Diet­rich sein wür­de, benutz­te ich die­sen Sound­schnip­sel bereits schon ein­mal in mei­nem Kom­men­tar zu des­sen Kan­di­da­tur. Ich ging jedoch damals irri­ger­wei­se davon aus, dass Diet­richs Ver­gan­gen­heit als Spre­cher von Stuttgart21 die Mit­glie­der und damit den Ver­ein spal­ten wür­den, weil ich dach­te, das Bahn­pro­jekt sei in der Stadt ein grö­ße­res The­ma. Nun, so ist das, wenn man in der süd­hes­si­schen Dia­spo­ra wohnt. Den­noch soll­te ich — und jene, die die­se Bezei­chung schon damals auf Dop­pel­hal­ter pin­sel­ten — Recht behal­ten: Wolf­gang Diet­rich war und ist ein Spal­ter des VfB und kein Ver­söh­ner.

Dies geschieht natür­lich nicht zum Selbst­zweck, weil er den VfB grund­los spal­ten möch­te. Aber er nimmt es in Kauf, um den eige­nen Kopf durch­zu­set­zen, die eige­nen Pro­jek­te umzu­set­zen und die eige­ne Macht zu erhal­ten. Dass er ein Pro­fi in Sachen Öffent­lich­keits­ar­beit ist, ist seit sei­ner letz­ten beruf­li­chen Sta­ti­on deut­lich. Auch als Prä­si­dent des VfB beherrscht er die Kla­via­tur der öffent­li­chen Mei­nung. Wenn es für unse­ren Ver­ein nicht so schäd­lich wäre, müss­te man Diet­rich für sei­nen Fin­ten­reich­tum fast bewun­dern. Statt­des­sen will ich in die­sem Arti­kel auf­zei­gen, mit wel­chen Metho­den Wolf­gang Diet­rich ver­sucht die öffent­li­che Wahr­neh­mung über ihn zu beein­flus­sen und damit die Spal­tung des Ver­eins vor­an­treibt. 

Wer nicht für mich ist, ist gegen die Mannschaft 

Ich habe das bereits in einem ande­ren Arti­kel wäh­rend des Abstiegs­kampfs auf­ge­grif­fen. Die­se Metho­de funk­tio­niert logi­scher­wei­se nur im lau­fen­den Spiel­be­trieb. Um den Pro­test gegen ihn zu dele­gi­ti­mie­ren, beschwor Diet­rich im April den Zusam­men­halt im Ver­ein: “Unse­re Mann­schaft sowie unser neu­er Trai­ner brau­chen für die letz­ten vier Spie­le drin­gend den geball­ten Rück­halt aller VfBer”. Damit sug­gie­rert er, dass dies bis­her nicht der Fall gewe­sen sei (“drin­gend”) und stellt die Pro­tes­te gegen sei­ne Per­son (zu denen er im Rest des Schrei­bens Stel­lung nimmt) in Ver­bin­dung mit dem sport­li­chen Erfolg der Mann­schaft und ihrer Unter­stüt­zung durch die Fans. Sei­ne Bot­schaft: Wenn ihr gegen mich pro­tes­tiert, scha­det Ihr jenen, die Eure Unter­stüt­zung brau­chen und damit letz­ten Endes Euch selbst. Dass das nicht nur unlau­ter ist, son­dern auch fern­ab jeg­li­cher Rea­li­tät auf den Rän­gen, von denen aus die Mann­schaft stets und unab­hän­gig von den Pro­tes­ten gegen Diet­rich unter­stützt wur­de, brau­che ich wohl kei­nem zu erzäh­len. Indem Diet­rich die Reak­ti­on auf sei­ne Per­son mit der Anfeue­rung der Mann­schaft ver­knüpft, ver­sucht er einen Keil zwi­schen Mann­schaft und Fans zu trei­ben.

Wer nicht für mich ist, ist gegen den Erfolg

Wesent­lich weni­ger sub­til ging Wolf­gang Diet­rich vor, als es dar­um ging, die Mit­glie­der von der Aus­glie­de­rung zu über­zeu­gen. Natür­lich ging es hier zuvor­derst um die außer­or­dent­li­che Mit­glie­der­ver­samm­lung und die dort statt­fin­den­de Abstim­mung. Aber die Aus­glie­de­rung war eben auch zuvor­derst Wolf­gang Diet­richs Pro­jekt. Zu dem all­seits bekann­ten, unsäg­li­chen Video kom­me ich spä­ter noch, hier soll es zunächst um die Kam­pa­gne an sich gehen. Deren Mot­to lau­te­te bekannt­lich: “Ja zum Erfolg”. Das ist natür­lich einer­seits plat­tes­tes Mar­ke­ting, ande­rer­seits aber auch eine Belei­di­gung des Intel­lekts der Mit­glie­der. Diet­rich, der sich die­sen Spruch viel­leicht nicht sel­ber aus­ge­dacht, aber ihn mit Sicher­heit frei­ge­ge­ben hat, sug­ge­riert damit zum einen, dass eine Aus­glie­de­rung auto­ma­tisch zum Erfolg führt. Den Gegen­be­weis hat der VfB in die­ser Sai­son in ein­drucks­vol­ler Wei­se ange­tre­ten. Zum ande­ren bedeu­tet die­se Paro­le im Umkehr­schluss, dass die­je­ni­gen, die am 1. Juni 2017 gegen die Aus­glie­de­rung stim­men wür­den, nicht am Erfolg des VfB inter­es­siert sei­en. Ähn­lich stil­los war die Kam­pa­gnen­sei­te mit “Fak­ten” zur Aus­glie­de­rung, denen soge­nann­te “Fakes” gegen­über­ge­stellt wur­den. Das Sys­tem des Spal­tens war das glei­che: Wer gegen die von Wolf­gang Diet­rich ange­trie­be­ne Aus­glie­de­rung ist, ist gegen den Erfolg — und gegen die Wahr­heit. 

Wer nicht für mich ist, ist gegen Thomas Hitzlsperger und Sven Mislinat

Am 2. Juni 2019, bekannt­lich der Tag, an dem die U19 des VfB Stutt­gart im Fina­le um die Deut­sche A‑Ju­nio­ren-Meis­ter­schaft gegen Borus­sia Dort­mund spiel­te, lud der VfB die Medi­en zu einem Pres­se­ter­min ein. Anwe­send waren der gesam­te Vor­stand der AG — Tho­mas Hitzl­sper­ger, Jochen Rött­ger­mann und Ste­fan Heim — sowie der Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­ra­tes Wolf­gang Diet­rich und Sport­di­rek­tor Sven Mislin­tat. Das Ziel die­ses Pres­se­ter­mins: Ers­tens die Mit­glie­der in der Sicher­heit zu wie­gen, dass die Situa­ti­on trotz des Abstiegs gar nicht so schlimm ist und zwei­tens die Geschlos­sen­heit des Vor­stands zu demons­trie­ren. Statt Geschlos­sen­heit könn­te man auch “Soli­da­ri­tät mit Wolf­gang Diet­rich” ein­set­zen. So zitiert die VfB-Web­sei­te in ihrem den Pres­se­ter­min beglei­ten­den Bei­trag zuerst Sven Mislin­tat:

 „Wolf­gang Diet­rich hat in der ver­gan­ge­nen Sai­son weder den Kader geplant noch auf dem Rasen gestan­den“

Und im Anschluss Tho­mas Hitzl­sper­ger:

„Wir kön­nen die­se Auf­ga­be nur im Team schaf­fen. Und er ist Teil des Teams.“ 

War­um sich Mar­ke­ting-Vor­stand Rött­ger­mann und Finanz-Vor­stand Heim nicht mit Erge­ben­heits­adres­sen von der Ver­eins­web­sei­te zitie­ren las­sen, erschließt sich mir nicht. Es könn­te dar­an lie­gen, dass die bei­den anders als Hitzl­sper­ger und Mislin­tat nicht (mehr) als Hoff­nungs­trä­ger für eine bes­se­re Zukunft tau­gen. Wie wir im nächs­ten Abschnitt sehen wer­den ist nach ein­hel­li­ger Mei­nung im Ver­ein vor allem Wolf­gang Diet­rich dafür ver­ant­wort­lich, dass der Meis­ter-Tor­schüt­ze von 2007 und der viel­um­wor­be­ne Kader­pla­ner beim VfB in Amt und Wür­den sind. Die­se Kau­sal­ket­te soll­te in jenem Pres­se­ter­min noch ein­mal unter­stri­chen oder viel­mehr in Text­mar­ker­far­be ange­stri­chen wer­den. Denn das bedeu­tet: Wer Wolf­gang Diet­rich kri­ti­siert, kri­ti­siert auch Tho­mas Hitzl­sper­ger und Sven Mislin­tat, die offen­sicht­lich auf und an sei­ner Sei­te ste­hen. Und wie kann man bit­te den in der Tat sehr sym­pa­thi­schen Tho­mas Hitzl­sper­ger und den coo­len Sven Mislin­tat kri­ti­sie­ren?

Die Schutzschilde

Ich mag zwar mili­ta­ris­ti­sche Ana­lo­gien nicht, weil sie die Dis­kus­si­on um Wolf­gang Diet­rich in einen Kon­text ver­set­zen, der ihr nicht gerecht wird, aber in die­sem Fall geht es nicht anders: Diet­rich schafft mit sol­chen Aktio­nen kla­re Fron­ten. Ihr gegen mich heißt ihr gegen uns. Dabei benutzt er Hitzl­sper­ger und Mislin­tat wie Schutz­schil­der, in der Hoff­nung, die Angrif­fe auf ihn wür­den auf­hö­ren, weil die Angrei­fer nicht wol­len, dass die bei­den Sym­pa­thie­trä­ger durch fri­end­ly fire Scha­den davon tra­gen. Das wur­de bereits deut­lich, als Hitzl­sper­ger zum Sport­vor­stand beru­fen wur­de. Ich möch­te Hitzl­sper­ger gar nicht abspre­chen, dass er der Auf­ga­be gewach­sen ist, bewer­ten kön­nen wir sein Wir­ken zu die­sem Zeit­punkt aber noch nicht abschlie­ßend. Wie ich spä­ter aus­füh­re, ging es Diet­rich damals schein­bar vor allem ums Image. Des­we­gen muss­te sei­ne “Wunsch­lö­sung” Resch­ke gehen und nicht der zigs­te Trai­ner, des­we­gen wur­de Sym­pa­thie­trä­ger Hitzl­sper­ger zum Sport­vor­stand. Dass Hitzl­sper­ger und Mis­li­nat sich als Schutz­schil­der benut­zen las­sen, ist wahr­schein­lich nicht wei­ter ver­wun­der­lich. Ihre Auf­ga­be ist zuvor­derst der Sport und nicht die Ver­eins­po­li­tik.

Wer nicht für mich ist, ist gegen den Vereinsbeirat

Anders sieht es beim nach der Aus­glie­de­rung neu gegrün­de­ten Ver­eins­bei­rat aus, wenn Ihr mir die­sen kur­zen Exkurs erlaubt. Der ließ sich in Per­son sei­ner Vor­sit­zen­den Wolf-Diet­rich Erhard und Clau­dia Main­tok am 8. April von der ver­eins­ei­ge­nen Pres­se­ab­tei­lung inter­view­en. Der Tenor des Inter­views: Seit es den Ver­eins­bei­rat gibt, die­ses Gre­mi­um, durch das die Mit­glie­der­rech­te so weit­rei­chend sind wie nie zuvor, geht es wie­der auf­wärts. Wer sich vom Gegen­teil über­zeu­gen will, dem emp­feh­le ich das Inter­view der Nach­spiel­zeit mit Rai­ner Wenin­ger und Chris­tof See­ger. Außer­dem wer­den Erhard und Main­tok in besag­tem Inter­view auf VfB.de natür­lich zu Wolf­gang Diet­rich befragt. Main­tok stellt fest

Der Ver­ein hat sich ins­ge­samt in den zurück­lie­gen­den zwei­ein­halb Jah­ren sehr posi­tiv ent­wi­ckelt. Auch des­halb wur­den bei der letz­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung Wolf­gang Diet­rich und die wei­te­ren Mit­glie­der im Prä­si­di­um mit etwa 90 Pro­zent ent­las­tet und nun, ein drei­vier­tel Jahr spä­ter, soll plötz­lich alles schlecht sein? Das ist nicht ganz nach­voll­zieh­bar. Und die gan­ze Kri­tik auf eine Per­son aus­zu­rich­ten, das wird Wolf­gang Diet­rich nicht gerecht. Er steckt tag­täg­lich sehr viel Ener­gie in den VfB, das muss man auch mal aner­ken­nen.“

Erhard ergänzt:

Wir sind genau­so ent­täuscht und trau­rig über das, was wir manch­mal auf dem Rasen sehen. Aber das darf nicht dazu füh­ren, dass alles schlecht gere­det wird. Man muss wirk­lich dif­fe­ren­zie­ren. Kri­tik ist gut und muss sein. Aber per­sön­li­che Belei­di­gun­gen und Dif­fa­mie­run­gen kann ich nicht für gut­hei­ßen. Und wenn der VfB für Wer­te steht, die da hei­ßen, dass man respekt­voll mit­ein­an­der umgeht, dann sind wir teil­wei­se weit davon ent­fernt. Das darf so nicht sein! Ja, wir haben schlech­te sport­li­che Zei­ten, aber man muss die Kir­che auch mal im Dorf las­sen. Man kann nicht eine Per­son für alles, was auf dem Rasen pas­siert, ver­ant­wort­lich machen.“

Abge­se­hen davon, dass bei­de teil­wei­se die glei­chen For­mu­lie­run­gen oder bes­ser Wort­hül­sen benut­zen wie Diet­rich und man sich fra­gen muss, wel­che Funk­ti­on eigent­lich ein Ver­eins­bei­rat erfüllt, der sich just dann zum Papier­ti­ger degra­diert, wenn die den Ver­ein nach wie vor domi­nie­ren­de Fuß­ball­ab­tei­lung in einer tie­fen Kri­se steckt, wird auch hier klar Stel­lung bezo­gen: Schaut mal auch der Ver­eins­bei­rat ist auf mei­ner Sei­te. Der Ver­eins­bei­rat, sozu­sa­gen Fleisch aus dem Flei­sche der Mit­glie­der und mit Clau­dia Main­tok sogar noch eine Ver­tre­te­rin der Säu­le der “Fans und Mit­glie­der”. Wer sich gegen die­sen die Mit­glieds­rech­te för­dern­den Ver­eins­bei­rat stellt, der kann ja nun wirk­lich kein Inter­es­se an einem sach­li­chen Aus­tausch haben und möch­te statt­des­sen sei­ner­seits den Ver­ein spal­ten.

Die nächs­te Gele­gen­heit, um die­se Masche anzu­wen­den, bie­tet sich übri­gens kom­men­den Diens­tag bei einer neu­en Aus­ga­be von VfB im Dia­log:

Dort wer­den neben dem Vor­sit­zen­den des Ver­eins­bei­rat und den vom Bei­rat zur Wahl zuge­las­se­nen Kan­di­da­ten für das vakan­te Prä­si­di­um­s­amt, Wer­ner Gass und Rai­ner Mutsch­ler, auch Wolf­gang Diet­rich und Sven Mislin­tat anwe­send sein. Wel­che Rol­le Mislin­tat bei einer Dia­log­ver­an­stal­tung spie­len soll, bei der es anschei­nend um die Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten gehen soll, erschließt sich mir nicht. Die Anwe­sen­heit Diet­richs lässt sich zwar noch dadurch recht­fer­ti­gen, dass es um die Beset­zung eines Amtes in sei­nem Prä­si­di­um geht, er ist aber wahr­schein­lich aus einem ande­ren Grund da: Um sei­ne Ankün­di­gung wahr zu machen, er wer­de sich nach Sai­son­ende den Kri­ti­kern stel­len. Aller­dings zu sei­nen Kon­di­tio­nen: Ein­ge­rahmt von Ver­eins­bei­rat und Sport­di­rek­tor, die ihm zu Not zur Sei­te sprin­gen kön­nen, wenn die vor­ausge­wähl­ten Fra­gen zu haa­rig wer­den. Im Zwei­fels­fall kann er ja auch dar­auf ver­wei­sen, dass es hier gar nicht um ihn gehen soll, son­dern um Gass und Mutsch­ler.

Erfolge sind mein Verdienst, Misserfolge und unpopuläre Entscheidungen habe ich nicht alleine zu verantworten

Für die­se Vor­ge­hens­wei­se gibt es ver­schie­de­ne Bei­spie­le, am über­sicht­lichs­ten ist es jedoch, die am 1. Juli ver­sand­te Stel­lung­nah­me zu den für die Mit­glie­der­ver­samm­lung gestel­len Abbe­ru­fungs­an­trä­gen zurück zu grei­fen, weil Wolf­gang Diet­rich fast alle sei­ne Tricks in einen hand­li­chen, drei­ein­halb­sei­ti­gen Text gepackt hat. Wol­len wir mit dem posi­ti­ven anfan­gen? Zunächst geht es natür­lich um die Per­so­na­li­en Hitzl­sper­ger und Mislin­tat, mit denen Diet­rich sich nicht nur schmückt, son­dern die ihm auch als Schutz­schild die­nen, aber dazu spä­ter mehr. Diet­rich schreibt auf Sei­te 21: 

Tho­mas Hitzl­sper­ger wur­de auf mei­nen Vor­schlag hin bereits im Febru­ar durch den Auf­sichts­rat ein­stim­mig zum Sport­vor­stand beru­fen. Mit Sven Mislin­tat, mit dem ich bereits seit 2017 in Kon­takt stand, konn­te die wich­ti­ge Posi­ti­on des Sport­di­rek­tors besetzt wer­den. Die­se Brü­cken­funk­ti­on zwi­schen Mann­schaft und Sport­li­cher Lei­tung ist von zen­tra­ler Bedeu­tung. Es folg­ten wei­te­re per­so­nel­le Ent­schei­dun­gen im Vor­stands­res­sort Sport, wie die Ver­pflich­tung unse­res neu­en Chef­trai­ners Tim Wal­ter, so dass die sport­li­che Lei­tung bereits vor dem Abstieg per­so­nell neu auf­ge­stellt war und die mit dem Abstieg ent­stan­de­nen Her­aus­for­de­run­gen direkt ange­hen konn­te – wie zum Bei­spiel die Auf­stel­lung eines auf­stiegs­fä­hi­gen Kaders, an der alle mit Hoch­druck arbei­ten.

Sowohl für die Beru­fung von Tho­mas Hitzl­sper­ger als Sport­vor­stand, als auch für die Ein­stel­lung von Sport­di­rek­tor Sven Mislin­tat und Chef­trai­ner Tim Wal­ter gehen also mehr oder weni­ger auf ihn zurück. Schon bei der Vor­stel­lung von Mislin­tat hob Tho­mas Hitzl­sper­ger noch ein­mal extra her­vor: “Auch die gute Ver­bin­dung von Wolf­gang Diet­rich zu Sven Mislin­tat hat dazu bei­getra­gen, Sven vom VfB zu über­zeu­gen”. Der Ver­ein sah also schon damals die Not­wen­dig­keit, die­se durch­aus auf­se­hen­er­re­gen­de Ver­pflich­tung zuvor­derst dem Prä­si­den­ten ans Revers zu hef­ten.

Alles einstimmig

Ganz anders sieht es bei Ent­schei­dun­gen aus, die sich im Nach­hin­ein als Feh­ler her­aus­stell­ten oder in der Öffent­lich­keit kri­ti­siert wur­den. Zum Bei­spiel die Ent­las­sung von Jan Schin­del­mei­ser (Sei­te 22):

Der Auf­sichts­rat der neu gegrün­de­ten AG hat auf­grund der dama­li­gen inter­nen Situa­ti­on, nach Anhö­rung der damals ver­ant­wort­li­chen Auf­sichts­rä­te sowie der dama­li­gen und heu­ti­gen Vor­stands­mit­glie­der Ste­fan Heim und Jochen Rött­ger­mann und mir als Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den ein­stim­mig die Frei­stel­lung von Jan Schin­del­mei­ser beschlos­sen.

Oder die Ver­pflich­tung von Micha­el Resch­ke (ebd.)

Im Zuge der Ent­las­sung von Jan Schin­del­mei­ser wur­de ich vom Auf­sichts­rat qua mei­ner Funk­ti­on als Vor­sit­zen­der die­ses Gre­mi­ums mit der Suche eines Nach­fol­gers beauf­tragt, des­sen Ver­pflich­tung in Per­son von Micha­el Resch­ke wie­der­um vom Auf­sichts­rat ein­stim­mig beschlos­sen wur­de.

Oder die Strei­chung der Kün­di­gungs­klau­sel aus dem Ver­trag von Micha­el Resch­ke im Som­mer 2018 (ebd.):

Vor dem Hin­ter­grund einer erfolg­rei­chen Spiel­zeit 2017/2018, den all­seits posi­tiv bewer­te­ten Wei­chen­stel­lun­gen für die Sai­son 2018/2019 und geprägt durch den Wunsch nach Kon­ti­nui­tät, hat der Vor­stand ein­stim­mig beschlos­sen, den Ver­trag von Tay­fun Korkut um ein Jahr zu ver­län­gern. Dar­über hin­aus beschloss der Auf­sichts­rat zur glei­chen Zeit, also im Som­mer 2018, im Zuge der Ver­trags­ver­län­ge­rung der Vor­stän­de Ste­fan Heim und Jochen Rött­ger­mann, die von Micha­el Resch­ke im Jahr 2017 ange­bo­te­ne Kün­di­gungs­klau­sel wie­der aus dem Ver­trag zu strei­chen.

Die gefet­te­ten Her­vor­he­bun­gen in den Zita­ten stam­men von mir. Was die Ein­stel­lung und den Zeit­punkt der Ent­las­sung von Mar­kus Wein­zierl angeht, ver­weist er auf die Zustän­dig­keit des Sport­vor­stands:

Die Aus­wahl und Ver­pflich­tung eines Chef­trai­ners obliegt dem Sport­vor­stand. Die Per­so­nal­ent­schei­dung ist zwar durch den Auf­sichts­rat zu geneh­mi­gen, die per­sön­li­che und sport­li­che Eig­nung für die­se Auf­ga­be prüft jedoch der ope­ra­tiv zustän­di­ge Res­sort­vor­stand. Eben­falls ist der Sport­vor­stand für die Frei­stel­lung des Trai­ners zustän­dig. So war es auch im Fall von Mar­kus Wein­zierl.

Da ist nun kei­ne Rede mehr davon, dass Diet­rich im Febru­ar nach dem Deba­kel gegen Düs­sel­dorf eine Ent­las­sung Wein­zier­ls ver­hin­dern woll­te. So wird er nach der Vor­stel­lung Hitzl­sper­ger vom Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land wie folgt zitiert:

“Die typi­sche Vari­an­te in solch einer Situa­ti­on wäre die Trai­ner­ent­las­sung. Wir haben uns für eine ande­re Lösung ent­schie­den, weil wir der Über­zeu­gung sind, dass es für den VfB Stutt­gart die Bes­te ist.”

Chris­tof Kne­er drö­selt das in der Süd­deut­schen Zei­tung wei­ter auf: 

Nach dem 0:3 in Düs­sel­dorf votier­te Resch­ke intern für eine Ent­las­sung des Trai­ners Wein­zierl, den er selbst geholt hat­te. Resch­ke hat das bald bereut, weil er merk­te, dass es nicht passt zwi­schen Team und Trai­ner; Resch­ke hat­te sich im Febru­ar bereits mit einem Nach­fol­ger ver­ab­re­det, der Öster­rei­cher Oli­ver Glas­ner hät­te für den VfB den Lin­zer ASK ver­las­sen, dank einer fürs Aus­land gül­ti­gen Klau­sel. Bei den VfB-Gre­mi­en kam Resch­ke aber nicht durch mit sei­nem Plan, sie fürch­te­ten einen wei­te­ren Image­ver­lust des Trai­ner­fres­ser­klubs aus Stutt­gart — am Ende ging dann Resch­ke.

Es ist also nicht so, als wür­de sich Diet­rich, zum Bei­spiel was Ver­ant­wor­tung und Zustän­dig­kei­ten angeht, nicht wider­spre­chen. Nur tre­ten die Wider­sprü­che immer erst im Nach­hin­ein auf: Erst war das Fest­hal­ten an Wein­zierl die bes­te Lösung für den VfB, hin­ter­her war es aber eine Ent­schei­dung des Sport­vor­stands. Diet­richs Hoff­nung: Es erin­nert sich kei­ner dar­an, was er vor­her gesagt hat. Als der angeb­li­che “Hitzl­sper­ger-Effekt” nach der Ent­las­sung Resch­kes ein­trat und die Mann­schaft für zwei Wochen ein biss­chen weni­ger erbärm­lich spiel­te, pro­kla­mier­te er den Erfolg für sich. Als Wein­zierl kra­chend geschei­tert war, woll­te Diet­rich von die­ser erfolg­rei­chen Ent­schei­dung nichts mehr wis­sen.

Das Ziel die­ser Tak­tik: Wenn ihr gegen mich seid, dann müsst ihr auch gegen den rest­li­chen Auf­sichts­rat und den Vor­stand der AG sein. Wollt Ihr wirk­lich gegen die gesam­te Füh­rungs­rie­ge Eures Ver­eins sein? Ver­eins­le­gen­den wie Her­mann Ohli­cher und bis zu des­sen Rück­tritt aus dem Auf­sichts­rat Gui­do Buch­wald? Ich per­sön­lich hät­te ja an fast jedem die­ser Her­ren Kri­tik zu üben, aber es wirkt natür­lich auf die Mas­se wie stump­fes Brud­deln, wenn man gleich dem gesam­ten Auf­sichts­rat und Vor­stand an den Kar­ren fährt. Denn zu häu­fig wird der VfB Stutt­gart mit den für und in ihm han­deln­den Per­so­nen gleich­ge­setzt. Der Sub­text: Wer gegen mich ist, ist gegen die Füh­rungs­rie­ge, ist gegen den Ver­ein.

Beim VfB ist ja sowieso immer der Präsident schuld, wenn es schlecht läuft

Eine ähn­li­che Tak­tik Diet­richs ist es, jene, die aus ganz kon­kre­ten Grün­den Kri­tik an ihm zu üben, als noto­ri­sche Brudd­ler hin­zu­stel­len, die bei sport­li­chem Miss­erfolg grund­sätz­lich den Ver­eins­prä­si­den­ten als Sün­den- oder wie er es nennt, Prell­bock hin­zu­stel­len. Auf der Suche nach der Quel­le für die­se Aus­sa­ge bin ich übri­gens auf einen ande­ren Arti­kel zu ihm gesto­ßen, der aus der Zeit vor sei­nem Amts­an­tritt datiert und mich ver­mu­ten lässt, dass er die For­mu­lie­rung mit dem Prell­bock noch aus sei­ner Zeit als S21-Spre­cher im Hin­ter­kopf hat. Auch sonst ist der Arti­kel übri­gens sehr inter­es­sant, was sein Geba­ren in die­ser Zeit angeht. Wie auch immer: Diet­rich ver­sucht damit, die Kri­tik an ihm zum Einen auf den sport­li­chen Miss­erfolg zu redu­zie­ren und sie zum ande­ren mit sei­nem Amt statt mit sei­ner Amts­füh­rung zu ver­knüp­fen. 

Zwar wur­den die “Diet­rich raus!”-Rufe in der Tat erst nach der Hin­run­de der schlech­tes­ten Sai­son der Ver­eins­ge­schich­te hör­bar, die Kri­tik an ihm besteht aber, wie wir wis­sen, schon wesent­lich län­ger und hat auch nicht aus­schließ­lich sport­li­che Grün­de. Abge­se­hen davon ist es mit­nich­ten so, als wür­den sich VfB-Fans — oder zumin­dest jene, die ihn kri­ti­sie­ren — grund­sätz­lich am Prä­si­den­ten abar­bei­ten, egal wie der heißt. Natür­lich stand Bernd Wahl­er nach dem Abstieg in der Kri­tik, schließ­lich hat­te er jeman­dem wie Robin Dutt zu lan­ge freie Hand gewährt. Den­noch kann ich mich nicht an “Wahl­er raus”-Rufe erin­nern, als die Mann­schaft lang­sam aber sicher über die Klip­pe in den Abgrund schlit­ter­te. Der Frust ent­lud sich damals vor allem an der Mann­schaft. 

Es war eben nicht immer der Präsident

Dass Gerd Mäu­ser vom Hof gejagt wur­de, hat­te auch weni­ger sport­li­che Grün­de, son­dern lag viel­mehr dar­an, dass er für die­ses Amt gänz­lich unge­eig­net war, was nicht nur von der Kur­ve so gese­hen wur­de. Außer­dem wur­de er, ähn­lich wie Diet­rich Jah­re spä­ter, vom dama­li­gen Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den ins Amt gedrückt und gewann die Wahl mit 58,7 Pro­zent der Stim­men — immer­hin noch 1,5 Pro­zent­punk­te mehr als Diet­rich. Erwin Staudt mach­te in sei­ner Amts­zeit mit Sicher­heit auch nicht alles rich­tig, aber eben auch mehr rich­tig als falsch. Schon beim Ver­gleich mit sei­nen drei Vor­gän­gern hinkt also Diet­richs Ver­gleich gewal­tig. Aber sei­ne Mes­sa­ge ist ein­deu­tig: Wer mich kri­ti­siert, hat an jedem Prä­si­den­ten was zu meckern und kann also kein Inter­es­se an sach­be­zo­ge­ner, kon­struk­ti­ver Kri­tik haben.

Weitere Tricks und Kniffe

Um sich aus der öffent­li­chen Ver­ant­wor­tung her­aus zu win­den, reicht aber eine Spal­tung der Mit­glie­der­schaft nicht. Da muss man dann mal etwas sug­ge­riert wer­den, an das man sich nicht mehr erin­nert, da wird ande­ren die Schuld zuge­scho­ben oder man gibt Feh­ler zu, die einem nie vor­ge­wor­fen wur­den.

Was stört mich mein Geschwätz von gestern?

Die wei­ter oben beschrie­be­ne selek­ti­ve Erin­ne­rung Diet­richs hat Sys­tem. Auch die­ses Video ist Euch natür­lich hin­läng­lich bekannt. Wer sich den gan­zen Quatsch nicht noch ein­mal antun möch­te, für den habe ich das zen­tra­le Zitat, mit dem den Mit­glie­dern die Angst vor einem durch­ge­knall­ten Inves­tor genom­men wer­den soll­te, noch ein­mal abge­tippt: “Star­ke, regio­nal ver­wur­zel­te Part­ner sind unser Heim­vor­teil. Den wol­len wir nut­zen.” Wir müs­sen davon aus­ge­hen, dass bereits oben ange­spro­che­ne Kam­pa­gne “Ja zum Erfolg”, zu der die­ses Video gehört von Diet­rich orches­triert oder zumin­dest final abge­seg­net wur­de. Wem das als Urhe­ber­nach­weis nicht reicht, dem sei die­ses Zitat aus dem Okto­ber 2016, wie­der­ge­ge­ben in der Bild, vor­ge­legt:

Soll­ten sich die Mit­glie­der für eine Aus­glie­de­rung ent­schei­den, set­zen wir auf regio­nal ver­wur­zel­te Unter­neh­men, die Wer­tig­keit aus­strah­len.“

Im Okto­ber 2017 über­rasch­te Diet­rich dann gegen­über der dpa mit fol­gen­der Aus­sa­ge, nach­zu­le­sen auf Transfermarkt.de:

Prä­si­dent Wolf­gang Diet­rich will sich bei der Suche nach wei­te­ren Inves­to­ren für den VfB Stutt­gart alle Optio­nen offen hal­ten und schließt auch Fonds als Anteils­eig­ner an der AG nicht aus. „Wir suchen Part­ner, die opti­mal zum Ver­ein pas­sen. Ob der Part­ner aus der Regi­on kommt oder nicht, ist zweit­ran­gig. Es muss pas­sen von den Zie­len, die er hat“, sag­te der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de der VfB-AG der „Deut­schen Pres­se-Agen­tur“.

Wie­der­um ein Jahr spä­ter ver­stieg er sich im Dezem­ber 2018 bei der Ver­an­stal­tung “Forum VfB” in der Lie­der­hal­le zu fol­gen­der Aus­sa­ge, fest­ge­hal­ten von Dan­ny Galm in der Waib­lin­ger Kreis­zei­tung:

„Ich habe nie gesagt, dass ein zwei­ter Inves­tor aus der Regi­on kom­men muss. Das war nie die Prä­mis­se und war nie in einer Form in unse­rer Kam­pa­gne ein The­ma.“

Inner­halb von etwas mehr als zwei Jah­ren wur­de also aus “wir set­zen auf regio­nal ver­wur­zel­te Unter­neh­men” die völ­lig kon­trä­re Aus­sa­ge “Die Regio­na­li­tät des Inves­tors war nie in einer Form in unse­rer Kam­pa­gne ein The­ma”. Diet­richs Hoff­nung: Sei­ne Aus­sa­gen lie­gen zeit­lich so weit aus­ein­an­der, dass sich nie­mand an den Wider­sprü­chen stößt, im Zwei­fels­fall tut man so, als sei eine Aus­sa­ge den Umstän­den geschul­det oder es ist, wie bereits ange­spro­chen, jemand ande­res dafür ver­ant­wort­lich. Das ist zuge­ge­be­ner­ma­ßen kein Ver­such der Spal­tung der Ver­eins­mit­glie­der, man könn­te es eher Ver­wir­rung oder Irre­füh­rung nen­nen, was min­des­tens genau­so ver­werf­lich ist.

Schuld sind immer die anderen

Zum Bei­spiel Micha­el Resch­ke. Ende Febru­ar, nach des­sen Ent­las­sung, beton­te Wolf­gang Diet­rich, dass ein Rück­tritt kei­ne Opti­on sei, denn:

“Micha­el Resch­ke hat öffent­lich betont, dass er ent­schei­dend dafür ver­ant­wort­lich ist, dass man die der­zei­ti­ge Tabel­len­si­tua­ti­on als dra­ma­tisch bezeich­nen muss.”

Man muss sich die­se Unver­fro­ren­heit ein­mal vor Augen füh­ren: Micha­el Resch­ke rich­te­te nach sei­nem Abschied noch fol­gen­de Wor­te an die Fans: “Hört auf mit den Schmä­hun­gen gegen Wolf­gang Diet­rich. Sie sind unge­recht und scha­den dem Ver­ein und der Mann­schaft in die­ser schwie­ri­gen Pha­se.” Der erwähn­te Diet­rich nahm die­se Vor­la­ge vol­ley an und ver­senk­te sie zu sei­nen Guns­ten. Oder Han­nes Wolf. Der wur­de laut Wolf­gang Diet­rich am 19. Mai bei Sport im Drit­ten nicht gegan­gen, son­dern hat sich, wie ab etwa Minu­te 17 unge­fähr zu hören ist, qua­si sel­ber ent­las­sen:

Es ist dies eine Unter­form der Tak­tik, Miss­erfol­ge immer zu kom­mu­na­li­sie­ren und Erfol­ge zu per­so­na­li­sie­ren. Ein wei­te­rer erfolg­ver­spre­chen­der Kniff: Feh­ler zuge­ben, aber nur sol­che, die man ihm nie vor­ge­wor­fen hat.

Ich danke für Ihre Kritik, möchte mich aber für etwas anderes entschuldigen

Doch, Wolf­gang Diet­rich kann auch Selbst­kri­tik üben. Zum Bei­spiel, “dass er nicht genü­gend Druck in die­ser Per­so­na­lie gemacht habe, krei­de­te sich der 70-Jäh­ri­ge als gro­ßen Feh­ler an.”, so die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten am 4. Juni. Dabei wäre doch die Ein­stel­lung eines Sport­di­rek­tors eigent­lich Auf­ga­be des Sport­vor­stands. Zwar wur­de die man­geln­de sport­li­che Kom­pe­tenz in den Gre­mi­en des VfB beman­gelt, nie­mand hat­te jedoch dabei einen Sport­di­rek­tor im Sinn, der dem Sport­vor­stand Micha­el Resch­ke unter­stellt gewe­sen wäre. Viel­mehr wur­de nach einem Kor­rek­tiv geru­fen, dass in der Hier­ar­chie über Resch­ke stand. Also mal glatt vor­bei ent­schul­digt, Herr Diet­rich.

Voll­ends absurd wird es am Ende der wei­ter oben ver­link­ten, an die Mit­glie­der gerich­te­te Stel­lung­nah­me zu den Quat­trex-Vor­wür­fen. Sie schließt mit den Wor­ten: 

Mir zu unter­stel­len, dass ich dem VfB Stutt­gart scha­den oder gar Vor­tei­le aus mei­nem Amt zie­hen möch­te, ist absurd und schmerzt mich sehr.

Auch das hat ihm nie­mand vor­ge­wor­fen. Der Vor­wurf im Rah­men der Dis­kus­sio­nen um die Quat­trex-Betei­li­gun­gen lau­te­te viel­mehr, dass er aus sei­nen geschäft­li­chen Bezie­hun­gen Vor­tei­le zie­hen wür­de und even­tu­ell vom Scha­den des VfB finan­zi­ell pro­fi­tie­ren könn­te. Sei­ne Zurück­wei­sung geht damit ins Lee­re, ver­sucht aber natür­lich, die Kri­tik an ihm zu ver­fäl­schen. 

Worüber wir abstimmen

Es gäbe noch so viel mehr, wor­auf man hin­wei­sen könn­te: Die Pres­se­kon­fe­renz nach sei­ner Wahl, als er den Mit­glie­dern, die alle vor­ge­schla­ge­nen Sat­zungs­än­de­run­gen ablehn­ten, weil dar­über nur en bloc abge­stimmt wer­den durf­te, vor­warf, sie sei­en nicht an einer Stär­kung ihrer Rech­te inter­es­siert. Sei­ne immer wie­der sei­nen Aus­füh­rung ange­häng­te Fest­stel­lung “Das ist ja mal Fakt”, mit der ver­sucht, den Abso­lut­heits­an­spruch sei­ner Aus­sa­gen zu zemen­tie­ren. Die Rol­le von Sport­jour­na­lis­ten wie Herrn Wehr­le vom SWR, sowie die Her­ren Ubi­na und Bar­ner von den Stutt­gar­ter Nach­rich­ten, die ihren Teil dazu bei­getra­gen haben, die Kri­tik an Diet­rich zu dif­fa­mie­ren.

Aber ich will es dabei belas­sen. Ob Wolf­gang Diet­rich am 14. Juli 2019 abge­wählt wird, ist eine demo­kra­ti­sche Ent­schei­dung. Ich habe mei­ne Mei­nung dazu: Jemand, der wie oben beschrie­ben den Ver­ein spal­tet und Mit­glie­der an der Nase her­um­führt, kann nicht län­ger Prä­si­dent des VfB Stutt­gart sein. Ich will und kann mei­ne Mei­nung aber nie­man­dem vor­schrei­ben. Aber ich möch­te dazu bei­tra­gen, dass die Mit­glie­der des Ver­eins für Bewe­gungs­spie­le wis­sen, wor­über sie abstim­men.

9 Gedanken zu „Wolfgang der Profi“

  1. VOLLE ZUSTIMMUNG ! DANKE FÜR DIE HERVORRAGENDE ANALYSE !
    Apell an ALLE: Wer die­sen Mann im Amt lässt han­delt grob fahr­läs­sig. Lie­ber kein Prä­si­dent als die­ser und ich will dar­an erin­nern, dass wir schon mal kei­nen Prä­si­den­ten hat­ten und oh Wun­der es gibt den VfB immer noch.

    Antworten
  2. Die­sem Kom­men­tar wider­spre­che ich im vol­len Umfang. Es ist abso­lut lächer­lich, wie hier die Wör­ter u. Zita­te gegen unse­ren Prä­si­den­ten zurecht gelegt wer­den (gera­de so wie mann es braucht). Solch eine
    Hetz­kam­pa­gne, die von die­sem Blog aus­geht ist ein­fach unters­te Schub­la­de. Es wird
    end­lich Zeit, dass die­se Lügen­ge­schich­ten ein Ende haben. Auch hier will man unse­ren
    Prä­si­den­ten nur fal­len sehen, weil man ihm immer noch die Aus­glie­de­rung nach­trägt.
    Auf gehts lie­be Mit­glie­der kommt zur Mit­glie­der­ver­samm­lung gebt bit­te eurer Stim­me
    ab, damit die­se HETZJAGD ein für alle Mal ein Ende hat!!! Wir brau­chen end­lich Ruhe
    im Ver­ein und zwar mit Wolf­gang Diet­rich!!!!!

    Antworten
    • Hal­lo San­dy,

      kannst Du bit­te Dei­nen Vor­wurf der “Lügen­ge­schich­ten” mit einem kon­kre­ten Bei­spiel bele­gen? Dass es nicht allein um die Aus­glie­de­rung geht, soll­te im Text eben­so deut­lich wer­den, wie die Inten­ti­on des Tex­tes: Ich stel­le Zusam­men­hän­ge dar, bele­ge sie und bie­te mei­ne Inter­pre­ta­ti­on an. Man kann eine ande­re Mei­nung haben, mir pau­schal eine sach­frem­de Hetz­jagd zu unter­stel­len, ist ent­lar­ven.

      Vie­le Grü­ße, Lenn­art

      Antworten
  3. Hal­lo San­dy, ich bin seit ich den­ken kann VfB Fan und ich dan­ke Lenn­art für sei­ne objek­ti­ve Dar­stel­lung !
    Lei­der siehst du das Gan­ze
    sehr ein­sei­tig … wür­de ger­ne
    Fak­ten lesen war­um du die­se Mei­nung hast Lenn­art hat das! Dan­ke dafür

    Antworten
  4. Hal­lo Ute,
    vie­len Dank für dei­ne Fra­ge. Ich bin auch seit Jahr­zehn­ten von Her­zen VfB-Fan. Nur
    das was in mei­nem Her­zens­ver­ein gera­de abgeht tut mir sehr weh. Hast du dich ein­mal
    mit den Auf­ga­ben eines Prä­si­den­ten beschäf­tigt? Nur ein paar Bei­spie­le: erfor­der­li­che
    Struk­tu­ren geschaf­fen (Ver­eins­bei­rat, Mitgliederausschüsse..)Sponsoren nach Abstieg
    teilw. bei der Stan­ge gehal­ten oder neue gefun­den. Ver­sucht Kon­ti­nui­tät (die erst ge-
    for­dert wur­de) zu schaf­fen. Nach­dem Feh­ler gemacht wur­den, die­se kor­ri­giert (dazu steht
    er auch) nur wird dar­über nicht berich­tet usw. komm doch bit­te zur MV und du kannst dich davon über­zeu­gen. Bit­te glau­be nicht alles was jetzt über das Netz u. über die
    Medi­en ver­brei­tet wird. Ich dan­ke dir.….

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