Rund um das Spiel gegen Freiburg

Rund um das Spiel gegen Freiburg

Holt der VfB am Sonntag gegen Freiburg endlich  wieder wichtige Punkte für den Klassenerhalt? Wir haben mit SCF-Fan Alexander vom taufrischen Podcast Spodcast Freiburg (@spodcast_scf) gesprochen.

© Alexander Koneczny
© Alexander Koneczny

Rund um den Brustring: Hallo Alexander und vielen Dank, dass Du Dir Zeit für unsere Fragen nimmst. Zunächst zu Dir: Wer bist Du, wie bist Du SCF-Fan geworden und was ist der Spodcast Freiburg?

Alexander: Na sehr gerne doch, danke Dir für das Interesse! Ich versuche mich kurz zu fassen: Alexander Koneczny, 28 Jahre, Journalist der momentan auf der bösen Seite der Macht im Marketing gelandet ist und seit diesem Monat (Januar 2019) den Spodcast Freiburg gestartet hat. Dabei handelt es sich um einen neuen regelmäßigen Podcast zum SC Freiburg. Als geborenes Freiburger Bobbele blieb mir ja gar nichts anderes übrig, als mich schon in der Kindheit unserem sympathischen Heimatverein anzuschließen. Golz, Iashvili, Coulibaly, Pitroipa und natürlich der ganz junge Dennis Aogo, der euch ja bekannt sein dürfte, haben mich dann schnell überzeugt.

Ihr habt die Hinrunde auf Platz 11 abgeschlossen, an den letzten beiden Spieltagen sind keine Punkte mehr dazu gekommen, so dass am Sonntag der 16. gegen den 13. spielt. Wie ist Dein Fazit zur Hinrunde und wie bewertest Du den Rückrundenstart mit den zwei Niederlagen in Frankfurt und gegen Hoffenheim.

Unsere Hinrunde ist wirklich schwierig zu bewerten. 21 Punkte sind für uns natürlich erstmal top, 42 Punkte am Ende der Saison würde ich auf jeden Fall nehmen. Unser größtes Problem der Hinrunde war allerdings die Konstanz bzw. das Fehlen dieser. Tolle Leistungen und Siege wechselten sich munter ab mit schlechten Auftritten. Da man aber weiß, was an einem guten Tag möglich ist, denke ich oft: „Da wär mehr drin gewesen“. So auch gegen Frankfurt und Hoffenheim.

Bisher ist in Sachen Transfers bei Euch in der Winterpause noch nicht so viel passiert: Caleb Stanko und Patrick Kammerbauer verließen den Verein, dafür habt Ihr Vincenzo Grifo aus Hoffenheim zurück geholt. Welche Bedeutung misst Du dieser Personalie bei und wo drückt Euch Deiner Meinung nach noch der Schuh?

Prinzipiell denke ich, sind wir recht gut besetzt und haben wenig Bedarf, eine homogene Truppe die auch noch intern Steigerungspotential besitzt. Mit Grifo haben wir jemanden bekommen, der uns noch ein wenig mehr Kreativität und Ballsicherheit verleiht, ich denke eine gute Entscheidung für beide Seiten. Caleb und Patrick keine Steine in den Weg zu legen, war verständlich. Bei „Kammer“ hoffe ich auf eine gestärkte Rückkehr, trotz kolportierter Kaufoption.

Und was hälst Du davon, dass Ihr Grifo gegen Hoffenheim nicht einsetzen durftet?

Der erste Eindruck war: „Oh Gott, wie peinlich.“ außerdem haben wir uns dann des Öfteren gefragt, ob das überhaupt arbeitsrechtlich in Ordnung ist. Da der SC und die TSG aber mittlerweile ein ganz gutes Verhältnis haben (auf Transfers bezogen), hat man das wohl in Kauf genommen. An diesem Tag hätten wir wohl auch mit ihm verloren.

Wenn ich mir Euren Kader anschaue, fällt auf, dass Nils Petersen und Luca Waldschmidt allein für neun Eurer 24 Saisontore verantwortlich sind. Ist Eure Stärke im Abstiegskampf, dass Ihr Euch nicht allein auf einen von beiden verlassen müsst?

Auf die beiden bezogen denke ich, dass unser größter Vorteil ist, dass beide in der Hinrunde nicht am Limit gespielt haben. Luca hat noch viel unausgeschöpftes Potential (z.B. Konstanz, Entscheidungsfindung, Kaltschnäuzigkeit), Nils hat für seine Verhältnisse eine eher schwache Hinrunde gespielt und wird noch ein paar mal knipsen. Am besten am Sonntag.

Ganz generell: Was ist für den SC in dieser Saison noch drin? Rechnest Du damit, dass wir und die anderen Kellerclubs Euch nochmal so richtig in den Abstiegskampf reinziehen?

Tendenziell bin ich diese Saison ziemlich selbstbewusst und denke, dass der SC den Klassenerhalt schaffen wird. Hannover und Nürnberg würde ich als schlechter einschätzen, Mainz und Augsburg haben diese Saison Probleme, Düsseldorf wird auch bis zum Ende kämpfen müssen und bei euch ist es ja auch nicht gerade „entspannt“. Wir kennen die  Situation und wissen, dass für uns der Klassenerhalt ein super Erfolg ist. Der Kader ist meiner Meinung nach gut genug. Einzige Gefahr: Das haben wir in der Abstiegssaison mit Mehmedi, Darida und Bürki auch gedacht. Aber wir schaffen das dieses Jahr!

Das Hinspiel war torreich.
Das Hinspiel war torreich.

Das Hinspiel ging 3:3 aus, generell ist es eine Weile her, dass der SCF gegen den VfB gewinnen konnte, einen Auswärtssieg im Neckarstadion gab es zuletzt 2011. Auch wenn der Sportclub in der Zwischenzeit immer mal wieder in der Tabelle vor dem VfB landete: Was macht Euch Deiner Meinung nach zu unserem Lieblingsgegner und warum hat es auch im Hinspiel nicht zu einem Heimsieg gereicht?

Ich habe mich ehrlich gesagt gewundert, als ich gesehen habe, dass das so lange her ist. Gefühlt machen wir gerne einen auf „Aufbaugegner“, wobei das wahrscheinlich jeder Fan über seinen Verein denkt. Mit Gomez und Harnik habt/hattet ihr aber auch Spieler in euren Reihen, die gefühlt immer gegen uns treffen – so auch Gomez im Hinspiel. Gefühlt tut sich der SC auch relativ schwer mit klassischen Neunern. Das Hinspiel war ein Hin und Her – symptomatisch für unseren Saisonverlauf bisher. Ich fand es ein wenig schade, da es vor allem die sehr gute Leistung von Jerome Gondorf mit zwei Treffern in den Hintergrund stellte.

Kurze Glaubensfrage: Derby oder nicht?

Jein. Rivalität – auf jeden Fall – Derby… eher nicht. Für mich impliziert der Begriff „Derby“ irgendwie eher eine kürzere Distanz bzw. Stadt- oder Lokalderbys. Dortmund – Schalke, Real – Atletico oder bestenfalls The Old Firm – das sind für mich richtige Derbys. Wahrscheinlich ist sogar ein Match von euch gegen die Stuttgarter Kickers eher ein Derby. Aber na klar – eine kleine Baden-Württembergische Rivalität zwischen Schwaben und Baden ist sicherlich vorhanden. Jeder von uns möchte schließlich singen können “Die Nummer eins im Land sind wir” – Hoffenheim ignorieren wir einfach an dieser Stelle ganz frech.

Was sind die Stärken der SCF-Elf und welche Schwächen könnte sich der VfB am Sonntag zunutze machen?

Vorne hui, hinten Pfui. Leider. Momentan sieht es bei uns so aus, dass wir immer für ein Tor gut sind, aber defensiv nicht konzentriert genug spielen. Am letzten Wochenende haben wir unsere Standardstärke wiederentdeckt, vielleicht hilft uns diese ja am Sonntagabend.

Welche Themen beschäftigen die Freiburger Fans denn derzeit abseits des grünen Rasens?

Wahrscheinlich momentan die Entwürfe und der Start des Baus des neuen Stadions und der damit immer näher rückende schmerzhafte Abschied unseres geliebten Dreisamstadions. Ich fand es übrigens sehr schön, wie auch du euer Stadion immer noch Neckarstadion nennst.

Wenn Du die derzeitige Situation des SC Freiburg mit einem Song beschreiben müsstest, welcher wäre das und warum?

“Up and Down” von den guten alten Vengaboys.
Nicht weil wir eine Fahrstuhlmannschaft sind, sondern aufgrund der inkonstanten Leistungen diese Saison. Mal schlägst du Gladbach und Leipzig überzeugend, mal verlierst du verdient gegen Düsseldorf oder Mainz. Ein recht schreckliches Lied, mit ein paar Zäpfle kann man aber auch dazu Party machen ;-).

Zum Abschluss: Dein Tipp fürs Spiel?

Aufgrund der Erfahrungen und des „Laufs“ des Spodcast Freiburg wenn ich auf den SC wette, tippe ich auf einen 1:0 Sieg des VfB. Und auf Gegenteiltag.

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3 Gedanken zu “Rund um das Spiel gegen Freiburg”

  1. Mein Kommentar zum Freiburg Spiel.
    Ich bin fassungslos. So viele Tatsachen sind einfach unübersehbar. Diese Tatsachen sehe ich als Fan des VfB’s. Wie kann die ein Trainer nicht sehen?
    Die erste Tatsache ist, dass der VfB mit reinem Flanken-Spiel einfach nichts erreicht. Selbst wenn ein Mario Gomez im Sturmzentrum spielt sind Flanken einfach zu durch schaubar für jeden Gegner. Diese Taktik dann auch noch in einem Spiel anzuwenden in dem Gomez erst später eingewechselt wird ergibt noch weniger Sinn.
    Die zweite Tatsache ist, dass ein Gentner einfach nicht mehr tragbar ist. Ich verstehe einfach nicht wie man schon von Spielbeginn an mit einem Spieler weniger spielen möchte. Es war doch eindeutig sichtbar, dass sogar ein Didavi, welcher noch nicht annähernd auf seinem möglichen Niveau spielt, für mehr Torgefährlichkeit sorgt als Rentner-Gentner.
    Die dritte Tatsache ist, dass der VfB einfach mal lernen muss man Schönspielerei angesagt ist und wann nicht. Wenn man vorne liegt und die Nachspielzeit läuft muss man die Bälle einfach lang heraus schlagen und nicht versuchen es spielerisch zu lösen. Aber der VfB scheint es wohl für klüger zu halten im Angriff nur die Bälle lang zu schlagen und sich hinten aus der Abwehr in gefährlichen Situationen spielerisch zu befreien.

    • Hallo Johannes,

      ja, die Flanken (35 an der Zahl, die meisten aus dem Halbfeld) gehen mir auch auf die Nerven. Und ja. Das Ding muss hinten raus, auch in Unterzahl, ohne Wenn und Aber.

      Viele Grüße, Lennart

  2. Danke für deine Antwort.

    Nachdem ich meinen Kommentar zum Freiburg-Spiel noch einmal durchgelesen habe, muss ich doch zugeben, dass ich einen Gentner zu negativ beurteilt habe. Er mag sicherlich sich für den Verein verdient gemacht zu haben und die Binde zu recht tragen. Trotzdem finde ich ist er, vlt auch aufgrund seines Alters, nicht mehr auf seinem möglichen Leistungsniveau. Deswegen sollte man ihm meiner Meinung nach auch mal eine Pause können.

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