Neu im Brustring: Florian Müller

Nach dem Abschied von Tor­hü­ter Gre­gor Kobel hat der VfB heu­te in Flo­ri­an Mül­ler einen Ersatz ver­pflich­tet. Wir haben uns in Mainz und Frei­burg über ihn schlau gemacht, mit einem Tor­wart-Exper­ten gespro­chen und wer­fen einen Blick in die Daten.

Was sich qua­si schon seit Gre­gor Kobels Field-Inter­view ange­kün­digt hat­te, wur­de vor zwei Wochen Gewiss­heit: Er wech­selt zur neu­en Sai­son zu Borus­sia Dort­mund, wo er einen Ver­trag bis 2026 unter­schreibt. Nur ein Jahr, nach­dem er nach eini­gem Hin und Her einen Ver­trag beim VfB unter­schrie­ben hat­te. Man kann das bekla­gen und die man­geln­de Ver­trags­treue der heu­ti­gen Spie­ler­ge­nera­ti­on bemän­geln, wirk­lich über­ra­schen dürf­te es nach die­ser Sai­son nie­man­den. Statt­des­sen könn­te man sich genau dar­über freu­en: Dass VfB-Spie­ler end­lich mal so gute Leis­tun­gen zei­gen, dass ande­re Ver­ei­ne bereit sind, sie uns für viel Geld abzu­kau­fen. Und solan­ge Wolf­gang Diet­richs Ankün­di­gung einer bal­di­gen Cham­pi­ons League-Teil­nah­me nicht bald Gestalt annimmt, wer­den wir uns wei­ter­hin damit arran­gie­ren müs­sen, dass der VfB vor allem ein Sprung­brett ist. 

Viel­leicht auch für den Nach­fol­ger von Gre­gor Kobel, den der VfB am Diens­tag ver­pflich­tet hat: Flo­ri­an Mül­ler, gebo­ren vor 23 Jah­ren und sechs­ein­halb Mona­ten im saar­län­di­schen Saar­lou­is (well, duh!), dass er zuerst Rich­tung Saar­brü­cken ver­ließ, bevor er sich mit 15 Jah­ren dem FSV Mainz 05 anschloss Dort durch­lief er das Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum und schaff­te es bis in die Bun­des­li­ga, in der er in der gera­de abge­lau­fe­nen Sai­son leih­wei­se für den SC Frei­burg zwi­schen den Pfos­ten stand. Um mehr über Mül­ler und sein Tor­wart­spiel zu erfah­ren, haben wir uns mit FSV-Exper­te Oli­ver (@1mainzer), der gemein­sam mit Mara Pfeif­fer die Fuß­ball­fi­bel zu den 05ern geschrie­ben hat, sowie mit SCF-Ken­ne­rin Julia (@juledreierlei) von der Badi­schen Zei­tung unter­hal­ten. Außer­dem haben wir Sascha (@SaschaFltr), der für den Blog Cava­nis Fri­seur schreibt und auf Twit­ter regel­mä­ßig sehr inter­es­san­te #Kee­per­ana­ly­sen ver­öf­fent­licht, um sei­ne Ein­schät­zung gebe­ten. Den Ein­druck von Mül­ler wol­len wir mit einem Blick in die Daten der letz­ten Sai­son abrun­den, den unse­re Part­ner von CreateFootball.com bei­steu­ern. 

In Mainz das größte Talent, aber nicht gesetzt

Nun liegt es in der Natur der aktu­el­len Kon­stel­la­ti­on, dass Mül­ler auto­ma­tisch mit Kobel ver­gli­chen wird, so wie es Rapha­el Schä­fer mit Timo Hil­de­brand erging, dem letz­ten VfB-Tor­wart, der als jung und viel­ver­spre­chend galt. Das wer­den wir auch tun, zunächst wol­len wir aber einen Blick auf Mül­lers Wer­de­gang wer­fen. Der, so Oli­ver habe immer als das größ­te Tor­wart-Talent im Main­zer Nach­wuchs gegol­ten. Dem­entspre­chend spiel­te er bereits als B‑Jugendlicher in der A‑Jugend und als A‑Jugendlicher in der damals dritt­klas­si­gen U23 der Main­zer. Anfang März 2018 debü­tier­te in der Bun­des­li­ga gegen den HSV, als sowohl René Adler, als auch Robin Zent­ner ver­let­zungs­be­dingt aus­fie­len, und sorg­te unter ande­rem mit einem gehal­te­nen Elf­me­ter dafür, dass die Main­zer zu Null spiel­ten und das Spiel nicht ver­lo­ren. “Die Fans lagen ihm danach kom­plett zu Füßen.”, erklärt Oli­ver. Es soll­ten bis Sai­son­ende dann noch vier wei­te­re Ein­sät­ze fol­gen, auch in die Sai­son 2018/2019 ging Mül­ler als Num­mer 1, begin­nend mit dem Sieg gegen den VfB — jenes Spiel, dass “man nicht gewin­nen muss”. Im Herbst zog er sich am Sprung­ge­lenk eine Innen­bands­ver­let­zung zu, war dann recht­zei­tig zum Sieg im Rück­spiel gegen den VfB wie­der fit und hüte­te auch für den Rest der Sai­son das Tor. Wäh­rend der Ver­let­zung wur­de er von Zent­ner ver­tre­ten, der ihm zu Beginn der Sai­son 2019/2020 dann auch den Platz im Tor weg­nahm: Nach drei Nie­der­la­gen (0:3 in Frei­burg, 1:3 gegen Mön­chen­glad­bach und 1:6 beim FC Bay­ern) muss­te Mül­ler sei­nen Pos­ten räu­men und kehr­te erst zurück, als Zent­ner sich am 25. Spiel­tag beim Spiel gegen Düs­sel­dorf ver­letz­te und zur Pau­se aus­ge­wech­selt wer­den muss­te. Da Zent­ner für den Rest der Sai­son aus­fiel, hat­te Mül­ler sei­nen Platz wie­der. Oli­ver führt an, dass es damals mit Jan­nik Huth, der zwi­schen­zeit­lich an Spar­ta Rot­ter­dam ver­lie­hen wur­de und mitt­ler­wei­le in Pader­born spielt, einen Drei­kampf um die Tor­hü­ter­po­si­ti­on gege­ben habe: “Der Druck auf der Posi­ti­on war enorm, das Niveau im Trai­ning ent­spre­chend hoch.”

Müller war im Tor der Mainzer nicht unumstritten. Bild: © imago
Mül­ler war im Tor der Main­zer nicht unum­strit­ten. Bild: © ima­go

War­um aber tausch­ten die Main­zer, unab­hän­gig von Ver­let­zun­gen, ihre Tor­hü­ter immer wie­der? Für Oli­ver war das Wech­sel­spiel zwi­schen den Pfos­ten von außen schwer nach­voll­zieh­bar und hat­te sei­ner Mei­nung nach auch mit den schwan­ken­den Leis­tun­gen der Mann­schaft zu tun. Zent­ner sei als der etwas lau­te­re, emo­tio­na­le­re Tor­wart auf­ge­fal­len, etwas, was der Mann­schaft grund­sätz­lich fehl­te. Dadurch und durch sei­ne Her­kunft aus der Regi­on sei er eher als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur wahr­ge­nom­men wor­den. Nach einem schlech­ten Auf­tritt in einem Test­spiel vor der gera­de abge­lau­fe­nen Sai­son ent­schied sich der dama­li­ge Trai­ner Achim Bei­er­lor­zer dann end­gül­tig für Zent­ner. “Da war dann aber schon klar, dass wer auch immer die Num­mer 2 wird, den Ver­ein ver­las­sen wür­de. Mül­ler und Zent­ner sind bei­de zu gut für die Bank und hin­ten­dran steht mit Finn Dah­men das nächs­te Rie­sen­ta­lent.”, erklärt Oli­ver. Finn Dah­men ist aktu­ell mit der deut­schen U21-Natio­nal­mann­schaft bei der Euro­pa­meis­ter­schaft ver­tre­ten. Er kann auch nach­voll­zie­hen, dass der FSV vor der kom­men­den Sai­son den Zwei­kampf ums Tor nicht noch ein­mal eröff­nen woll­te und Mül­ler zie­hen lässt. Zent­ner habe eine soli­de Sai­son gespielt, die vie­len Gegen­to­re in der Hin­run­de kön­nen man nicht im allei­ne anlas­ten. Zent­ner habe zudem noch einen Ver­trag bis 2023, wäh­rend der von Mül­ler im kom­men­den Jahr aus­läuft. Auch in Frei­burg war die Tor­hü­ter­po­si­ti­on in der Ver­gan­gen­heit stark umkämpft, erzählt Julia. Alex­an­der Schwo­low fiel in der Spiel­zeit 2019/2020 lan­ge ver­letzt aus und wur­de von Mark Flek­ken gut ver­tre­ten. Nach­dem Schwo­low im Som­mer 2020 zur Her­tha wech­sel­te, schien Flek­ken als Num­mer 1 gesetzt, er ver­letz­te sich aber beim Auf­wär­men vor dem Erst­run­den-Pokal­spiel bei Wald­hof Mann­heim und fiel sie­ben Mona­te aus. Frei­burg reagier­te vor dem Bun­des­li­ga-Start schnell und lieh Mül­ler aus Mainz aus — auch weil man Ex-VfB-Kee­per Ben­ni Uphoff die Rol­le als Num­mer 1 (noch) nicht zutrau­te. Mül­ler habe sich schnell gut ein­ge­spielt und den SCF eini­ge Male geret­tet, blickt Julia zurück und resü­miert: “Mit Mül­ler im Tor muss man sich kei­ne Sor­gen machen — ihr könnt euch freu­en.”

Keine Sorgen mit Müller

Wor­auf genau wir uns freu­en kön­nen und war­um wir uns laut Julia kei­ne Sor­gen machen müs­sen, dar­auf möch­te im im Fol­gen­den ein­ge­hen. Auch Oli­ver führt aus, dass man sich mit Mül­ler im Tor kei­ne Sor­gen machen müs­se, auch weil er für sein Alter von 23 Jah­ren sehr abge­klärt sei. Das offen­ba­re sich auch in sei­ner Ball­si­cher­heit: Mül­ler sei “mit bei­den Füßen tech­nisch so gut, dass er sicher das Auf­bau­spiel ein­lei­ten kann”, erklärt Oli­ver und ergänzt: “Der spielt auch einen lan­gen Ball zwi­schen den anlau­fen­den Stür­mern durch, wobei ihm die­ser Mut zum Risi­ko, zu einer spie­le­ri­schen Lösung, in sel­te­nen Fäl­len auch zum Ver­häng­nis wird.” Ich bin mir sicher, das dass auch eines der aus­schlag­ge­ben­de Argu­men­te für sei­ne Ver­pflich­tung war, denn auch in der neu­en Sai­son wird der VfB ver­mut­lich das Spiel über kur­ze Bäl­le von hin­ten auf­bau­en und sich dabei einem hoch­ste­hen­den geg­ne­ri­schen Pres­sing gegen­über sehen. Julia bestä­tigt Mül­lers Fähig­kei­ten am Ball auch für sei­ne Zeit in Frei­burg, Sascha schränkt ein, Mül­ler sei bei den Chip­bäl­len auf die Außen­ver­tei­di­ger nicht so sta­bil sei wie Kobel, sonst kön­ne er ihn in die­ser Hin­sicht aber auf jeden Fall erset­zen. Die Zah­len von Crea­teFoot­ball zei­gen sogar, dass Mül­ler pro 90 Minu­ten mehr Päs­se gespielt hat als Kobel — lan­ge wir kur­ze. Bei der Pass­ge­nau­ig­keit liegt Kobel bei den kur­zen Bäl­len vorn, Mül­ler bei den lan­gen. Mit dem Ball scheint er also wenig Pro­ble­me zu haben, wie sieht es gegen den Ball aus? 

Müller parierte letzte Saison die meisten Schüsse der Liga. Bild: © imago
Mül­ler parier­te letz­te Sai­son die meis­ten Schüs­se der Liga. Bild: © ima­go 

Hier sticht zunächst eine Zahl her­aus: 71,1. Das ist in Pro­zent aus­ge­drückt der Anteil der erfolg­rei­chen Para­den und Liga­höchst­wert bei jenen Tor­hü­ter, die in der abge­lau­fe­nen Sai­son min­des­tens 30 Spie­le absol­viert haben. Gre­gor Kobel kommt hier übri­gens auf einen Anteil von 66,2 Pro­zent. Eine sol­che Sta­tis­tik ist natür­lich genau­so­we­nig ein alles erklä­ren­der Indi­ka­tor für eine Tor­wart­leis­tung wie es der post-shot-xG-Wer­te von 3,1 ist, der besagt, dass Mül­ler liga­weit die meis­ten Tore ver­hin­dert hat. Aber sie zei­gen, wie Sascha betont, “dass sich Mül­ler auf einem guten Weg befin­det und sich wenig hat zu Schul­den kom­men las­sen.” Auch Oli­ver und Julia loben sei­ne Leis­tun­gen auf der Linie, die Sascha zufol­ge auch daher kom­men, dass Mül­ler über eine sau­be­re Tor­wart­tech­ni­ken ver­fü­ge, sich sel­ten unsau­ber vom Boden abdrü­cke oder eine sub­op­ti­ma­le Kör­per­hal­tung zum Ball habe — eine klei­ne Schwä­che die Kobel mit­un­ter offen­bar­te, als er bei man­chen Schüs­sen nicht schnell genug unten war, was aber natür­lich durch sei­ne vie­len über­ra­gen­den Para­den mehr als auf­ge­wo­gen wird. Eine klei­ne Ein­schrän­kung lie­fern die  Zah­len von Crea­teFoot­ball: Kobel hat zwar pro 90 Minu­ten 0,15 Tore mehr kas­siert als Mül­ler, aber weni­ger Tore als nach dem xG-Modell erwar­tet. Ver­kürzt: Mül­ler gar mehr gehal­ten, Kobel aber die schwie­ri­ge­ren Bäl­le. 

Auf der Linie besser als davor 

Vor der Linie sieht Oli­ver einer­seits Schwä­chen in der Straf­raum­be­herr­schung, beim Stel­lung­spiel kön­ne er noch akti­ver wer­den, wobei Mül­ler sich dies­be­züg­lich in Frei­burg wei­ter ent­wi­ckelt habe. Julia führt die­se Ent­wick­lung übri­gens auf den Frei­bur­ger Tor­wart­trai­ner Andi Kro­nen­berg zurück und ver­weist auf ein Zitat aus einem Arti­kel ihres Kol­le­gen David Wei­gend über Kro­nen­berg: „Bau­mann, Bür­ki, Gikie­wicz, Schwo­low, Flek­ken, Mül­ler: Die Lis­te jener Tor­hü­ter, die unter Andre­as Kro­nen­berg von Guten zu sehr guten Kee­pern gewor­den sind, ist lang.“ Sascha sieht ihn dem­entspre­chend auch “tor­wart­tak­tisch auf einem über­durch­schnitt­li­chen Level”. Mül­ler habe ein gutes Gefühl für den Tor­raum und wis­se, wann er wie weit her­aus­kom­men muss. Die­se Ent­schei­dun­gen habe er in der letz­ten Sai­son oft genau rich­tig getrof­fen, er  kam sel­ten über­stürzt her­aus und wähl­te statt­des­sen die rich­ti­ge Art der Ver­tei­di­gung, zum Bei­spiel ein eins gegen eins zu pro­vo­zie­ren, tie­fer blei­ben und mit der Hand parie­ren oder Blo­cken. Mül­ler habe sei­ne Abwehr zwar eini­ge Male geret­tet, ins­ge­samt hät­ten Tor­wart und Defen­si­ve aber gut har­mo­niert, So Julia. Kobel ist laut den Zah­len von Crea­teFoot­ball jedoch etwas siche­rer im Straf­raum, er kam häu­fi­ger raus und ging auch in mehr Luft­du­el­le als Mül­ler. 

Gre­gor Kobel fiel jedoch nicht nur durch sein gutes Tor­wart­spiel, son­dern auch durch sei­ne laut­star­ke Kom­mu­ni­ka­ti­on mit sei­nen Vor­der­leu­ten auf, die bei Geis­ter­speielen natür­lich deut­lich zu hören waren. Mül­ler sei, so Oli­ver, eher ein ruhi­ger, unauf­ge­reg­ter Typ, was ihn in Mainz, wie oben schon beschrie­ben, Zent­ner unter­schei­det. Laut Julia habe er aber durch­aus mal laut­stark ange­peitscht und Anwei­sun­gen gege­ben. Per­spek­ti­visch sieht Oli­ver ihn als “guten Bun­des­li­ga-Tor­wart” auch Julia sieht bei Mül­ler, der even­tu­ell im Som­mer auch im deut­schen Olym­pia­team steht, dass er in der Zeit in Frei­burg noch­mal einen gro­ßen Sprung gemacht habe, “obwohl er schon sehr weit war, als er zu uns kam,. Mit noch mehr kon­stan­ter Ein­satz­zeit und Rou­ti­ne kann ich mir gut vor­stel­len, dass da noch eini­ges geht.” Von den Leis­tun­gen her hät­te man ihn in Frei­burg schon behal­ten wol­len wis­se, aber auch, was man an Flek­ken habe. 

Die beste verfügbare Alternative 

Kann Flo­ri­an Mül­ler also Gre­gor Kobel erset­zen? Sascha hält ihn auf jeden Fall für “die bes­te ver­füg­ba­re Alter­na­ti­ve”, der berei­ta zwei­ein­halb Jah­re Erfah­rung auf die­sem Niveau at und bewie­sen hat, dass er bun­des­li­ga­taug­lich ist. Gleich­zei­tig sei Gre­gor Kobel ver­gan­ge­ne Sai­son in her­aus­ra­gen­der Ver­fas­sung gewe­sen und hät­te mit weni­ger Druck umge­hen müs­sen, als ein Tor­wart eines Abstiegs­kan­di­da­tens. Inso­fern sei ein Ver­gleich nicht ein­fach, Mül­ler wie­der­um war, anders als Kobel, weder in Mainz noch in Frei­burg die unum­strit­te­ne Num­mer 1. Ein Rück­halt, der Kobel sicher­lich auch Selbst­ver­trau­en gab. Mül­ler sei ein “sehr ordent­li­cher Bun­des­li­ga-Kee­per, der über ein kom­plet­tes, run­des Gesamt­pa­ket” ver­fü­ge, “sei­ne Palet­te an Fähig­kei­ten ist sehr weit gefä­chert, in mei­nen Augen hat er weni­ge bis kei­ne Schwä­chen — natür­lich gemes­sen am Niveau auf dem er sich bewegt”, so Saschas Fazit. 

Die Tor­hü­ter­po­si­ti­on kann man durch­aus als neur­al­gisch bezeich­nen. Wel­chen Ein­fluss Gre­gor Kobel Fähig­kei­ten mit und ohne Ball sowie als Füh­rungs­spie­ler auf die gute Sai­son des VfB hat­ten, lässt sich natür­lich schwer  quan­ti­fi­zie­ren. Aber sei­ne Sta­bi­li­tät ver­lieh der Mann­schaft eine Sicher­heit, ohne die unse­re Abwehr­leis­tung mit Sicher­heit noch schlech­ter aus­ge­se­hen hät­te. Mül­ler scheint eine ähn­li­che Sta­bi­li­tät zu bie­ten — unse­re Exper­tIn­nen sind sich einig, dass man sich mit ihm kei­ne Sor­gen machen muss — gleich­zei­tig muss er sich natür­lich erst mit der bestehen­den Hin­ter­mann­schaft ein­spie­len. Das ist ein Aspekt, den ich schon letz­tes Jahr ange­bracht habe, als es dar­um ging, war­um eine Wei­ter­ver­pflich­tung von Kobel sinn­voll sei. Natür­lich, eine gewis­se Fluk­tua­ti­on herrscht immer und mit Kempf und viel­leicht Mavro­pa­nos ver­liert muss der VfB erneut zwei Innen­ver­tei­di­ger erset­zen. Trotz­dem hät­te eine wei­te­re Sai­son mit Kobel den Abwehr­ver­bund des VfB wei­ter gefes­tigt. Nun sind wir aber halt in der Lage, dass unse­re Spie­ler auf­grund ihrer Qua­li­tät auch bei ande­ren Ver­ei­nen begehrt sind. Mül­ler ist auf jeden Fall zuzu­trau­en, dass er in Kobels Fuß­stap­fen tritt. Nicht nur auf dem Platz, son­dern auch in der Ent­wick­lung. Mül­ler ist gera­de mal 23 Tage älter als Kobel und der hat­te vor sei­nem Wech­sel zum VfB auch kei­nen Stamm­platz bei sei­nen vor­he­ri­gen Ver­ei­nen uns gera­de mal 17 Spie­le Erfah­rung im Pro­fi­be­reich. Wer von bei­den mehr Poten­zi­al hat, lässt sich nur schwer abschät­zen. Da spie­len zu vie­le Fak­to­ren eine Rol­le. Es spricht aber nichts dage­gen, Mül­ler das glei­che Ver­trau­en ent­ge­gen zu brin­gen, dass man Kobel gewährt hat und zu hof­fen, dass er es mit einer ähn­li­chen Ent­wick­lung und mehr Kon­ti­nui­tät auf der Tor­wart­po­si­ti­on zurück zahlt. 

Titel­bild: © imago/Guido Kirch­ner

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