FCK CVD

Der VfB trotzt den nega­ti­ven Vor­zei­chen der Par­tie und holt in Mön­chen­glad­bach einen ver­dien­ten Punkt. Nicht nur das Ergeb­nis, auch der Auf­tritt der Brust­ring­trä­ger macht Mut.

“Man muss in Glad­bach nicht punk­ten” — die­ses leicht abge­wan­del­te Bon­mot schien vor der Sams­tag­abend-Par­tie am Nie­der­rhein Kon­sens. Zumin­dest ange­sichts der Ent­wick­lun­gen in der Län­der­spiel­pau­se: Stamm­kee­per in Qua­ran­tä­ne, sein Ersatz in letz­ter Minu­te frei­ge­tes­tet, Abwehr­chef und eine Hälf­te der wich­ti­gen Dop­pel­sechs eben­falls in Qua­ran­tä­ne, eben­so zwei Flü­gel­spie­ler. Unter die­sen Umstän­den konn­te es gegen eine Glad­ba­cher Mann­schaft, die schon letz­te Sai­son ein her­aus­for­dern­der Geg­ner war und zuletzt Wolfs­burg und Dort­mund geschla­gen hat­te, eigent­lich nur schief gehen. Aber: Vor­bei sind die Zei­ten, wo man in Stutt­gart intern von Bonus­spie­len spricht:

Von Beginn an online

Und genau­so spiel­ten sie auch. Mit Ito anstel­le von Anton, mit Kara­zor als Abräu­mer hin­ter einer Dop­pel­sechs, in der Nar­tey mit sei­nem Start­elf­de­büt Manga­la ersetz­te. Mit Füh­rich, Mar­moush und Cou­li­ba­ly, weil, nun­ja, Sasa und Silas halt auch immer noch ver­letzt sind. Schon beim Blick auf die Auf­stel­lung dach­te ich mir, dass die Start­elf so schlecht eigent­lich gar nicht ist und was vor zwei Wochen gegen Hof­fen­heim zu beob­ach­ten war, setz­te sich gegen Glad­bach naht­los fort. Unab­hän­gig von ihrer Zusam­men­set­zung war die Mann­schaft von Beginn an wach und im Spiel — “online” also, um mal ein ande­res VfB-Sprich­wort zu bemü­hen. Nicht nur defen­siv, son­dern auch im Umschalt­spiel. Zwar spran­gen im gesam­ten Spiel dabei nur fünf Tor­schüs­se für die Brust­ring­trä­ger raus, aber direkt mit dem ers­ten belohn­te sich die Mann­schaft für ihren Auf­tritt.

Who the fuck is Dinos?

Es ist viel­leicht sym­pto­ma­tisch, dass in der aktu­el­len Situa­ti­on immer wie­der Kon­stan­ti­nos Mavro­pa­nos sein Tor macht und wie er es macht. Gegen Bochum noch von der Hand­spiel­re­gel gebremst, pflüg­te er in der Fol­ge­wo­che die Hof­fen­hei­mer Abwehr um. Am Sams­tag­abend schlich er sich unbe­merkt von einer Glad­ba­cher Abwehr, die die­se Spie­le wohl nicht gese­hen hat, vor den Straf­raum und nagel­te Omar Mar­moushs klu­ges Zuspiel aus etwa 20 Metern links­un­ten neben den Pfos­ten. Und das bereits nach 15 Minu­ten, zu einem Zeit­punkt also, an dem der VfB in der Ver­gan­gen­heit ger­ne schon mal mit einem oder zwei Toren in Rück­stand lag. Es scheint, als habe die Mann­schaft ihren Durch­hän­ger, der gegen Lever­ku­sen und Bochum am deut­lichs­ten zuta­ge trat, über­wun­den — viel­leicht auch, weil ihr bewusst gewor­den ist, dass es mit den vie­len Aus­fäl­len erst recht nicht mit 80 Pro­zent reicht.

Ver­dien­ter Punkt

Viel­leicht wäre in die­sem Spiel sogar noch mehr drin gewe­sen, wenn Tang Cou­li­ba­ly sei­nen Heber über Yann Som­mer in der 30. Minu­te genau­so gut aus­ge­führt hät­te wie den vor­an­ge­gan­ge­nen Ball­ge­winn. Über­haupt mach­ten die Glad­ba­cher nicht den Ein­druck, sie sei­en in der Lage, den ersatz­ge­schwäch­ten VfB an die Wand zu spie­len. Letzt­lich reich­te es für bei­de Mann­schaf­ten zu einem Punkt, mit dem der VfB bes­ser, ja sogar sehr gut leben kann. Die Borus­sia war zwar auf­grund ihrer indi­vi­du­el­len Qua­li­tät grund­sätz­lich immer gefähr­lich, von den 31 Tor­schüs­sen kamen aber nur neun auf den von Fabi Bred­low vor­züg­lich gehü­te­ten Kas­ten. Der Rest wur­de geblockt oder ging vor­bei, exem­pla­risch stand dafür viel­leicht der Frei­stoß von Gin­ter kurz vor Ende der Par­tie, der aus aus­sichts­rei­cher Posi­ti­on übers Tor segel­te. Der VfL woll­te schon mehr, konn­te aber nicht, sieht man ein­mal von Hof­manns Aus­gleich und den Sturm­läu­fen von Plea ab, von denen Ata Kara­zor auf der Sechs zunächst etwas über­for­dert schien.

Gefühl­ter Auf­wärts­trend

Der VfB hin­ge­gen spiel­te das, was er schon letz­te Sai­son gut konn­te — kon­struk­ti­ves Umschalt­spiel aus einer sta­bi­len Defen­si­ve her­aus. Beson­ders Niko­las Nar­tey fiel dabei auf — weil er nicht auf­fiel, son­dern sei­ne Auf­ga­be genau­so abge­zockt erle­dig­te wie Endo neben ihm und Manga­la sonst. Nur fehlt eben noch die Tor­ge­fahr der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit. Cou­li­ba­ly und Füh­rich waren aktiv, eben­so wie Wahid Fag­hir bei sei­nem Debüt im Brust­ring. Im Ver­bund mit Omar Mar­moush, den man außer beim Assist kaum wahr­nahm, reicht es aber auch nicht, um einen Geg­ner wie Glad­bach wirk­lich unter Druck zu set­zen. Fag­hir zeig­te bei sei­nem Kurz­ein­satz jedoch eine beein­dru­cken­de Direkt­heit im Offen­siv­spiel, aber auch er wird noch Zeit brau­chen, um in die Mann­schaft rein­zu­kom­men. Das ist kei­ne Fun­da­men­tal­kri­tik. Die per­so­nel­le Situa­ti­on ist wie sie ist und solan­ge Mavro­pa­nos wei­ter so spek­ta­ku­lär trifft, ist es auch egal, dass Mar­moush gefühlt immer noch auf der fal­schen Posi­ti­on spielt. Wich­tig ist, dass es trotz der schlech­ten Stim­mung vor dem Spiel auf­wärts zu gehen scheint und einem auch vor dem Heim­spiel gegen Uni­on nicht ban­ge sein muss. Höchs­tens vor deren ver­que­rer “Hal­tung”.

Titel­bild: © Fre­de­ric Scheidemann/Getty Images

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