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Der VfB holt gegen Bayer Leverkusen ein 1:1-Unentschieden und kann damit durchaus zufrieden sein.

Wenn es einen Spieler gibt, der als Sinnbild für die Leistung des VfB gegen Bayer Leverkusen taugt, dann ist es Sasa Kalajdzic. Es war ein schweres Spiel für den jungen Stürmer, der angesichts einer stabilen und – zumindest aus dem Spiel heraus – meist gut sortierten Bayer-Abwehr nicht seine in den bisherigen Spielen gezeigte Wirkung entfalten konnte. Wenn es doch nur einen zweiten Sasa Kalajdzic auf dem Platz gegeben hätte, auf den er die langen Bälle hätte ablegen können, die er so hervorragend gegen seine Gegenspieler abschirmte. Aber er biss sich durch, durfte sich auch durchbeißen und belohnte sich und seinen Trainer mit dem dritten Tor im dritten Bundesligaspiel seiner Karriere.

Auch dank Gregor Kobel behielt der VfB einen Punkt in Stuttgart. Bild: © Adam Pretty/Getty Images

Der Punkt gegen Leverkusen war am Ende auch der angemessene Lohn für die Bemühungen der gesamten VfB-Mannschaft. Für mehr fehlte vorne die Präzision und manchmal auch einfach die Klasse, um sich durchzusetzen. Weniger hätte es nach dem engagierten Auftritt nicht sein dürfen. Denn obwohl die Mannschaft erneut in der Anfangsviertelstunde ein Gegentor herschenkte, erneut nach einer Standardsituation und einem Ball in den Strafraum, der erneut durchaus zu verteidigen gewesen wäre, schlug sie erneut zurück. Hätte Mavropanos bei seinem Bundesligadebüt etwas präziser geköpft, hätte sich die Mannschaft vielleicht sogar schon früher belohnt.

Überraschender Coulibaly

Tanguy Coulibaly überraschte und überzeugte – so wie die ganze Mannschaft. Bild: © Wolfgang Frank/Eibner-Pressefoto

Dabei darf nicht unterschlagen werden, dass das Spiel auch ganz anders hätte ausgehen können, was natürlich vor allem an der individuellen Klasse der Gästeoffensive lag, der der VfB vor allem in der ersten Hälfte nicht immer gewachsen war. Anders als Mainz und Freiburg hatte Bayer gerade im Stuttgarter Sechserraum viel Platz, auch weil sie nicht so einfach vom Ball zu trennen waren wie die bisherigen VfB-Gegner. Überhaupt waren sie über das gesamte Spiel dominanter. Zum ersten Mal in dieser Saison hatte der VfB in fast allen Standardstatistiken wie Ballbesitz, Pässen, Passquote und Torschüssen das Nachsehen. Was wiederum hieß, dass Gregor Kobel sich zum ebenfalls zum ersten Mal in dieser Spielzeit auszeichnen konnte und das auch tat – mehrfach, so dass Leverkusen am Ende ein Tor weniger auf dem Konto hatte, als es die gängigen xG-Statistiken erwartet hatten.

Ein anderer Sinnbild-Spieler war übrigens Tanguy Coulibaly, der in der 56. Minute für den angeschlagenen Wamangituka reinkam und vorne nicht nur gleich Betrieb machte, sondern auch wesentlich selbstsicherer und auch technisch beschlagener agierte als man es von ihm erwartet hätte. So ließ sich auch das Team genausowenig von den verletzungsbedingten Auswechslungen seiner wichtigen Spieler Mavropanos und Wamangituka einschüchtern wie von der Leverkusener Konterstärke, spielte auch nach dem Ausgleich noch nach vorne und verlegte sich erst in der Nachspielzeit darauf, die Bälle weit vom eigenen Tor wegzuschlagen. Und:

Die Nervosität ist weg

Unterm Strich also ein Punkt, mit dem man mehr als zufrieden sein kann und den ich angesichts des Respekt den ich vor der Leverkusener Offensive mit dem nach seinem Tor früh ausgewechselten Patrik Schick und Außenspieler Moussa Diaby hatte, gerne mitnehme. Natürlich gibt es auch dieses Mal wieder einige Punkte, die mich nachdenklich stimmen, allen voran die Anfälligkeit nach gegnerischen und die Harmlosigkeit nach eigenen Standards – sieht man mal von Philipp Klements Torvorlage ab, die ihm nach der Länderspielpause hoffentlich einen Platz in der Startelf beschert. Auch auf den Außenbahnen bin ich noch nicht glücklich, denn was Borna in Zagreb nicht gelernt hat, nämlich die Defensivarbeit, das lernt Sosa wohl nimmermehr.

Wie schon in der Vorwoche ist das aber Klagen auf hohem Niveau. Die erste Nervosität nach dem Wiederaufstieg hat sich gelegt. Der VfB kann in der Liga mithalten und wenn ein arroganter Schnösel wie Karim Bellarabi meint, man müsse junge Spieler wie Roberto Massimo mit einem Griff an die Nase maßregeln, dann knallen wir seiner Mannschaft eben im Gegenzug den Ausgleich rein.

Titelbild: © Adam Pretty/Getty Images

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