Same same but different — VfB — 1. FC Köln 1:3

Die Nega­tiv­se­rie des VfB gegen den 1. FC Köln hält an. Am ers­ten Spiel­tag leg­ten die Brust­ring­trä­ger 70 Minu­ten Power-Fuß­ball auf den Rasen und schlu­gen sich am Ende sel­ber.

Es fühlt sich ein biss­chen bekannt an: Der VfB spielt einen Fehl­pass und ver­ur­sacht einen Foul­elf­me­ter, gerät kurz dar­auf mit einem wei­te­ren Tor mit ins­ge­samt 2:0 in Rück­stand, weil die Abwehr pennt. Der Anschluss­tref­fer, eben­falls per Elf­me­ter, ist am Ende dank eines Ball­ver­lus­tes an der Mit­tel­li­nie nur Maku­la­tur. Alles wie immer also?

Nicht ganz. Denn bevor Mode­s­te in der 75. Minu­te das 1:0 für Köln erziel­te, leg­te der VfB eine mehr als ansehn­li­che Par­tie auf den Rasen im Neckar­sta­di­on. Wie schon gegen Man­ches­ter und in gerin­gem Umfang gegen Kiel wur­den Ball und Geg­ner gejagt. Wer einen Groß­teil der ver­gan­ge­nen Sai­son gese­hen hat, für den war die­ses Spiel eine wah­re Freu­de. Nach­dem sich der VfB erst kurz in der neu­en Sai­son zurecht­fin­den und einen Pfos­ten­tref­fer ver­kraf­ten muss­te, schüt­tel­te er sich und leg­te dann ein enor­mes Pres­sing an den Tag, was in zwei Alu­mi­ni­um­tref­fern resul­tier­te. Aber: Die Domi­nanz des VfB wuchs zwar, allein es kam nichts zähl­ba­res dabei her­aus. Viel zu oft spiel­ten die Brust­ring­trä­ger bis zum Straf­raum sehr ansehn­lich mit einem aggres­si­ven Umschalt­spiel nach Ball­ver­lus­ten. Am Straf­raum sel­ber rann­te man sich aber ent­we­der fest oder schlug unge­naue Flan­ken oder Eck­bäl­le in den Köl­ner 16-Meter-Raum.

Über­haupt, Stan­dard­si­tua­tio­nen: Wenn es neben der Chan­cen­ver­wer­tung an der Offen­si­ve etwas zu kri­ti­sie­ren gab, dann waren es die Stan­dard­si­tua­tio­nen. Frei­stö­ße strahl­ten eben­so wenig Gefahr aus, wie die Ecken, die meis­tens in den Hand­schu­hen von Tor­hü­ter Horn oder auf dem Kopf des Ver­tei­di­gers am kur­zen Pfos­ten lan­de­ten. Die­se Mischung aus Unkon­zen­triert­heit im 16er und nicht anstän­dig ein­trai­nier­ten Stan­dards waren ver­ant­wort­lich dafür, dass das ers­te Bun­des­li­ga-Tor des VfB in die­ser Sai­son ein von Dida­vi getre­te­ner Elf­me­ter war. Dida­vi mach­te im übri­gen ein super Spiel, hat­te so vie­le Tor­schüs­se wie die gesam­te Köl­ner Mann­schaft zusam­men.

In der Defen­si­ve hat­te man Antho­ny Mode­s­te lan­ge im Griff, auch wenn sich Timo Baum­gartl irgend­wann eine gel­be Kar­te abhol­te. Gera­de bei den Gegen­to­ren stell­te man sich dann, viel­leicht auch wegen des Kräf­te­ver­schlei­ßes, ziem­lich dumm an. Dem Elf­me­ter ging ein Ball­ver­lust 30 Meter vor dem Tor vor­aus, beim 2:0 direkt im Anschluss ließ man den Köl­nern zu viel Platz. Beim abschlie­ßen­den 3:1 ver­dad­del­ten Timo Wer­ner und Adam Hlou­sek in der Rück­wärts­be­we­gung den Ball. Wer­ner zeig­te lei­der auch in die­ser Par­tie, auch wenn er nur wenig Spiel­zeit bekam, dass er noch nicht wie­der in der Form ver­gan­ge­ner Tage ist. Hlou­sek mach­te bis zu den Gegen­to­ren auf der Innen­ver­tei­di­ger­po­si­ti­on eine ziem­lich gute Par­tie. Auf links blieb mei­ner Mei­nung nach Insua wie­der hin­ter den Erwar­tun­gen zurück.

Wenn man der Mann­schaft nach die­ser Par­tie einen Vor­wurf machen kann, dann den, dass sie in den ent­schei­den­den Situa­tio­nen zu sorg­los waren. Sowohl was die Chan­cen­ver­wer­tung anging, nach der der VfB eigent­lich hät­te gewin­nen müs­sen, als auch bei der Tor­ver­hin­de­rung. Die Köl­ner lie­ßen wesent­lich mehr Chan­cen zu als die Kie­ler, gin­gen jedoch mit den drei Punk­ten vom Platz. Am nächs­ten Sams­tag geht es jetzt nach Ham­burg. Hof­fen wir, dass es dann wesent­lich häu­fi­ger im geg­ne­ri­schen Kas­ten klin­gelt. Sicher­lich hät­te man heu­te die schlech­te Serie gegen Köln been­den müs­sen, ich bin aber noch weit davon ent­fernt, Zor­ni­gers Kon­zept in Fra­ge zu stel­len. Es war klar, dass es Anlauf­schwie­rig­kei­ten geben wür­de. Die dür­fen aber nicht so weit gehen, dass die Jungs im Brust­ring vor lau­ter Jagd­in­stinkt und Power­fuß­ball ver­ges­sen, wo das Tor steht. Auch den HSV darf man trotz des Fehl­starts nicht auf die leich­te Schul­ter neh­men. Gegen die Bay­ern, die auch in die­ser Sai­son in der Lage sind, fünf Tore in einem Spiel zu schie­ßen, hiel­ten die Ham­bur­ger lan­ge gut mit. Vor allem Har­nik darf nicht noch ein­mal in so ein Loch fal­len, wie das, aus dem er in der ver­gan­ge­nen Sai­son erst spät raus kam.

Was bleibt: Mund abwi­schen, wei­ter üben!

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