Rund um das Spiel in Fürth

Am Sams­tag­nach­mit­tag star­tet der VfB mit der Aus­wärts­par­tie in Fürth in die Rück­run­de. Anstel­le eines aus­führ­li­chen Geg­ner­in­ter­views fin­det ihr an die­ser Stel­le vor­erst eine per­sön­li­che Ein­schät­zung zum Spiel, ein biss­chen Sta­tis­tik und ein paar Infos zum Geg­ner.

Nun geht sie also los, die­se Rück­run­de, von der wir hof­fen, dass alles viel bes­ser wird, weil wir ja qua­si unse­re inter­nen Neu­zu­gän­ge haben, wenn schon extern kei­ne kom­men, und vor der ich trotz allen Opti­mis­mus ein wenig Schiss habe. Um es noch­mal klar und deut­lich zu sagen: 2021/2022 ist nicht 2018/2019 und auch nicht 2015/2016! Ja, auch in die­ser Sai­son ist die Abstiegs­ge­fahr real. Ja, wir ste­hen auf einem Rele­ga­ti­ons­platz. Und ja, beim letz­ten Abstieg hat­ten wir die Vor­sai­son auch auf einem ein­stel­li­gen Tabel­len­platz abge­schlos­sen. Aber nein: Es ist nicht das Glei­che. Denn weder 15/16 noch 18/19 fehl­ten uns eine gan­ze Vor­run­de lang zwei Spie­ler, die zuvor die Liga mehr oder min­der in Grund und Boden geschos­sen hat­ten. Bei den letz­ten bei­den Abstie­gen schlepp­ten wir Spie­ler mit, die über ihren Zenit schon lan­ge hin­aus waren und das Tri­ko mit dem Brust­ring schon lan­ge nicht mehr hät­ten tra­gen sol­len. Und bei den letz­ten Abstie­gen zeich­ne­te sich teil­wei­se schon in der Vor­sai­son ab, dass die Mann­schaft nicht bes­ser ist als eben Platz 16 oder 17. Denn die Rück­run­de 2017/2018 kann ja wohl kaum jemand als nach­hal­tig bezeich­nen. Eine Rei­he von über die Zeit gewürg­ten frü­hen Füh­run­gen und am Ende das Freak-Spiel in Mün­chen. Nee, nee. Auf so schie­fe his­to­ri­sche Ver­glei­che las­se ich mich gar nicht erst ein.

Was nicht heißt, dass die Gefahr des Abstiegs nicht sehr real ist. Denn anders als in der Ver­gan­gen­heit gibt es jetzt Coro­na und auch wenn es ande­re Ver­ei­ne noch stär­ker getrof­fen hat, so wütet Omi­kron auch im Kader des VfB. Schau­en wir also mal auf die

Personalsituation

Über die Fei­er­ta­ge steck­ten sich ins­ge­samt fünf Pro­fis mit Coro­na an: Naoui­rou Aha­ma­da, Mateo Kli­mo­wicz, Kon­stan­ti­nos Mavro­pa­nos, Silas und zuletzt Wahid Fag­hir. Ein­zig Mavro­pa­nos war vor dem Spiel in der Lage, die Iso­la­ti­on zu ver­las­sen, Pel­le­gri­no Mat­a­raz­zo gab aber in der Pres­se­kon­fe­renz zu Pro­to­koll, dass das zu kurz­fris­tig sei, um recht­zeitg spiel­be­reit zu sein. Das hieß es zwar neu­lich auch schon über Chris Füh­rich, der dann wegen ver­schie­de­ner Ver­let­zun­gen doch im Kader stand, bei Mavro­pa­nos kann ich mir aber nicht vor­stel­len, dass Mat­a­raz­zo ein gro­ßes Risi­ko ein­geht. Defi­ni­tiv feh­len außer­dem Omar Mar­moush, der mit Ägyp­ten kom­men­de Woche in den Afri­ca Cup star­tet, der Lang­zeit­ver­letz­te Mo San­koh und: Dani­el Dida­vi. Zumin­dest steht das in der Vor­schau zum Kicker, der Grund ist wenig über­ra­schend: Im Hotel in Fürth gilt die 2G-Regel und die scheint Dida wei­ter­hin nicht zu erfül­len. Kannst Du Dir nicht aus­den­ken. Laut kicker hat auch Thomm noch zu viel Trai­nings­rück­stand, wobei bei dem die Fra­ge ist, wie lan­ge wir den in die­sem Monat noch in Stutt­gart sehen und schließ­lich hat Ata Kara­zor mit Mit­tel­fuß­pro­ble­men ein gro­ßes Fra­ge­zei­chen hin­ter sei­nem Ein­satz.

Immer­hin kom­men Bor­na Sosa, Rober­to Mas­si­mo und Sasa Kalajd­zic zurück in den Kader, das ergibt fol­gen­de

Mögliche Aufstellung

Ich habe hier zum ers­ten Mal mit so einer Auf­stel­lungs-Bas­tel-Sei­te han­tiert, des­we­gen ist es ein wenig scha­blo­nen­haft gewor­den. Die Drei­er­ket­te setzt sich durch Mavro­pa­nos Aus­fall qua­si von allei­ne zusam­men, ob nun Kempf oder Ito den lin­ken Innen­ver­tei­di­ger geben, bin ich mir unsi­cher, im Zwei­fels­fall habe ich lie­ber den etwas erfah­re­ne­ren Kempf im Zen­trum, auch wenn Ito ihm in die­ser Sai­son den Rang auf der lin­ken Sei­te abge­lau­fen hat. Die Dop­pel­sechs kommt ohne Kara­zor, also ohne Trich­ter aus, was in der Ver­gan­gen­heit ein wenig auf Kos­ten der Sta­bi­li­tät ging, was ich aber in die­sem Spiel nicht schlimm fin­de. Auch die Wing­backs sind wenig über­ra­schend, wäh­rend ich hin­ter dem Mit­tel­stür­mer auf Förs­ter und Füh­rich set­zen wür­de. Förs­ter wegen sei­ner Phy­sis und Zwei­kampf­stär­ke und Füh­rich als agi­ler Spie­ler hin­ter einem Mit­tel­stür­mer Kalajd­zic. Ja, Kalajd­zic, auch wenn noch nicht klar ist, wie vie­le Minu­ten er am Sams­tag durch­hält. Doch dazu gleich mehr. Erst­mal kom­men wir zur

Lage beim Gegner

Dafür haben wir dies­mal mit Fürth-Fan Dan­ny (@KDanny_41) gespro­chen und ihm drei Fra­gen zum Spiel gestellt:

Wie ist dein Gefühl vor dem Spiel?

Posi­ti­ver als in der Hin­run­de. Unse­re Mann­schaft scheint ein biss­chen in eine defen­si­ve Sta­bi­li­tät gefun­den zu haben seit dem Spiel gegen Uni­on, selbst gegen den BVB sah das 80 Minu­ten lang sehr gut aus. Die aktu­el­le Per­so­nal­si­tua­ti­on beim VfB spielt da ehr­li­cher­wei­se sicher­lich auch mit rein. Außer­dem haben wir ein Heim­spiel, und immer­hin haben wir die letz­ten bei­den zu Null gespielt!

Wer fehlt bei euch?

Die Spiel­tags-PK fin­det erst am Frei­tag statt, aber wahr­schein­lich Gideon Jung, Jus­tin Hoog­ma hat sich im Lau­fe der Woche mit Coro­na infi­ziert, Ngan­kam ist nach sei­nem Kreuz­band­riss noch nicht fit. Adri­an Fein ist frei­ge­stellt um Gesprä­che über sei­ne Zukunft zu füh­ren, und Tor­wart Mari­us Funk fällt eben­so wohl noch die gesam­te Rück­run­de aus.

Was sind Eure Stär­ken und Schwä­chen und auf wen müs­sen wir auf­pas­sen?

Aktu­el­le Stär­ke ist wohl als Tabel­len­letz­ter mit 5 Punk­ten schwer zu sagen, die Schwä­che liegt wohl ein­deu­tig auf dem Platz! Den­noch gibt es ein paar auf­fäl­li­ge Spie­ler: Jamie Lewe­ling bei­spiels­wei­se, der eine gro­ße Zukunft vor sich haben dürf­te, aber auch Timo­thy Till­man spielt eine gute Sai­son. Ansons­ten ist da wohl ehr­lich gesagt nicht all­zu viel mehr zu erwäh­nen. Ich bin gespannt, wel­ches unse­rer Gesich­ter wir am Sams­tag zei­gen wer­den.

Bevor wir zum Aus­blick auf das Spiel kom­men, etwas

Statistik

Es ist das 19. Auf­ein­an­der­tref­fen zwi­schen bei­den Ver­ei­nen, die ers­ten gab es in der End­run­de um die Deut­sche Meis­ter­schaft 1935, die der VfB als Vize­meis­ter been­de­te. Man traf sich erneut in 1950, als der VfB auf dem Weg zu ers­ten Deut­schen Meis­ter­schaft war und dann in der Liga erst wie­der 1975, genau­er gesagt in der zwei­ten Liga. Nach dem Auf­stieg des VfB 1977 dau­er­te es wie­der­um bis 2012, als die mitt­ler­wei­le zur Spiel­ver­ei­ni­gung Greu­ther gewor­de­nen Für­ther in die Bun­des­li­ga auf­stie­gen. Obwohl sie das Rück­spiel in Stutt­gart mit 2:0 gewan­nen, ereil­te sie am Ende der Sai­son ein ähn­li­ches Schick­sal, wie es ihnen wohl auch in die­ser Sai­son bevor­steht. Nach den Abstie­gen 2016 und 2019 gab es erneut ein Wie­der­se­hen in der zwei­ten Liga, wobei bei­de Ver­ei­ne jeweils ihre Heim­spie­le zu null gewan­nen — unver­ges­sen Ben­ja­min Pavards Steil­pass auf Car­los Mané. Unterm Strich hat der VfB von 18 Pflicht­spie­len gegen Fürth elf gewon­nen und sechs ver­lo­ren, ein Spiel ende­te Unent­schie­den mit einer Tor­bi­lanz von 33:18 aus Sicht des VfB. Hilft aber halt nichts, wenn man die letz­ten Aus­wärts­spie­le bei einer schwer zu bespie­len­den Für­ther Mann­schaft jeweils ver­lo­ren hat. Die Spiel­ver­ei­ni­gung ist zwar mit 5 Punk­ten abge­schla­ge­ner Tabel­len­letz­ter, hat aber aus den letz­ten bei­den Heim­spie­len einen Sieg gegen Uni­on und ein Unent­schie­den gegen Augs­burg geholt und in bei­den Spie­len zu Null gespielt. Davor gab es aller­dings auch ernüch­tern­de Ergeb­nis­se wie ein 1:7 gegen Lever­ku­sen, ein 3:6 gegen Hof­fen­heim oder ein 0:4 gegen Glad­bach.

Zum

Ausblick

Der VfB muss die­ses Spiel gewin­nen. Ohne Wenn und Aber. Es wäre ein mora­lisch extrem wich­ti­ger Sieg zu Beginn der Rück­run­de, wür­de uns vor dem schwe­ren Spiel gegen Leip­zig tabel­la­risch wie­der etwas Luft und der Mann­schaft noch mehr Selbst­ver­trau­en ver­schaf­fen. Das Pro­blem: Fürth muss eigent­lich nicht mehr viel, außer sich anstän­dig zu ver­ab­schie­den. Dass sie jetzt noch einen Lauf zum Klas­sen­er­halt star­ten, kann ich mir nur schwer vor­stel­len. Dem­entspre­chend liegt der Druck beim VfB, der sich von der gewohnt rus­ti­ka­len Spiel­wei­se der Haus­her­ren nicht irri­tie­ren las­sen darf. Die indi­vi­du­el­le Qua­li­tät soll­te beim VfB trotz der Aus­fäl­le höher sein — das hat man bereits im Hin­spiel gese­hen. Wir müs­sen es nur auch auf den Platz brin­gen, von Anfang an. Des­we­gen wür­de ich auch Kalajd­zic star­ten las­sen, der gefühlt schon die hal­be Hin­run­de auf die­ses Spiel brennt. Jedem muss klar sein, dass das kei­ne Gala geben wird wie am ers­ten Spiel­tag. Aber mit einem frü­hen Füh­rungs­tor soll­ten und müs­sen wir in der Lage sein, Fürth direkt den Zahn zu zie­hen und ihnen klar zu machen, dass ihre Auf­hol­jagd erst am 19. Spiel­tag beginnt. Ange­sichts der Aus­fäl­le der bei­den Unter­schieds­spie­ler Mavro­pa­nos und Silas wird das kein leich­tes Unter­fan­gen, son­dern ein Spiel, in dem sich der VfB immer wie­der wird weh­ren müs­sen. Wir haben genug Spie­ler, die die­se Wider­stands­fä­hig­keit zei­gen kön­nen — wes­we­gen ich Kli­mo­wicz selbst wenn er fit wäre nicht auf­ge­stellt hät­te und Cou­li­ba­ly erst brin­gen wür­de, wenn sich die Für­ther ver­aus­gabt haben.

Die Per­so­nal­si­tua­ti­on ist wei­ter­hin nicht opti­mal. Aber wenn die Mann­schaft einen ähn­lich kon­zen­trier­ten Auf­tritt wie gegen Mainz hin­legt und die sich unwei­ger­lich ent­ste­hen­den Chan­cen nutzt, ist der drin­gend not­wen­di­ge Sieg mög­lich. Man darf natür­lich nicht außer acht las­sen, dass bei­spiels­wei­se Mas­si­mo und Sosa lan­ge nicht gespielt haben und Sosa und Kalajd­zic noch län­ger nicht auf dem Platz stan­den. Hof­fen wir, dass sie trotz­dem noch wis­sen, wie es geht.

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Titel­bild: © Tho­mas Niedermueller/Getty Images

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