Rund um das Spiel in Freiburg

Zwei Punk­te zu wenig gegen Fürth, null Punkt gegen Leip­zig. Wird es gegen Frei­burg end­lich bes­ser oder müs­sen wir wei­ter dar­auf war­ten, dass der Kno­ten platzt?

Ich gebe zu, ich schwan­ke der­zeit ziem­lich in mei­ner Stim­mung bezüg­lich der nächs­ten Spie­le und dem Aus­gang die­ser Sai­son. Direkt nach­dem ich das Leip­zig-Spiel und den spie­le­risch guten Auf­tritt der Brust­ring­trä­ger im reli­ve gese­he hat­te, blick­te ich opti­mis­ti­scher auf die kom­me­nen Wochen als am nächs­ten Tag, als ich mir die Fra­ge stell­te Und wenn es nicht reicht?. Nach unse­rer Pod­cast-Auf­nah­me am Diens­tag war ich dann schon etwas zuver­sicht­li­cher, aber das war auch vor dem Pokal­spiel der Frei­bur­ger und der Spiel­tags-Pres­se­kon­fe­renz heu­te — dazu gleich mehr. Ja, ich weiß, es wird wahr­schein­lich bis zur letz­ten Minu­te span­nend für uns die­ses Jahr, aber ich hab ein­fach kei­nen Bock, dass wir in so einer ver­damm­ten Ground­hog Day-Schlei­fe gefan­gen sind und alle drei Jah­re wie­der zum Klang des Radio­we­ckers  in der zwei­ten Liga auf­wa­chen.

Aber es hilft nichts, man muss trotz des flau­en Gefühls im Magen auch durch die­ses Spiel durch als Fan. In der Hoff­nung, dass einem die Mann­schaft end­lich zeigt und zei­gen kann, dass beim neu­en VfB alles anders ist als frü­her und sie sich auch aus die­sem Tief wie­der her­aus­ar­bei­ten kann. Eigent­lich musst Du die­ses Spiel auch gewin­nen, um end­lich die Ner­ven auf und neben dem Platz zu beru­hi­gen, aber wenn mir jemand ver­si­chern kann, dass es danach nicht wie­der schlech­ter wird, kann ich in Frei­burg auch mit einer Leis­tung ähn­lich der in Leip­zig und einem Punkt leben. Ob die Ner­ven wohl in der zwei­wö­chi­gen Pau­se ruhi­ger sind? Was ich in der aktu­el­len Situa­ti­on jeden­falls für irrele­vant hal­te, ist, ob der VfB sein Geld statt in ein Trai­nings­la­ger oder in

steckt statt in einen offen­si­ven Mit­tel­feld­spie­ler oder einen neu­en Stür­mer für die Bun­des­li­ga-Mann­schaft. In jedem Unter­neh­men, und das ist die VfB AG nun mal, gibt es Bud­gets für bestimm­te Berei­che, die einen sind grö­ßer (Bun­des­li­ga), die ande­ren sind klei­ner (Ama­teu­re), die einen mehr aus­ge­schöpft (Bun­des­li­ga), die ande­ren offen­sicht­lich weni­ger (Ama­teu­re). Sol­len wir jetzt das letz­te Geld als allen Ecken zusam­men­krat­zen für einen Win­ter­trans­fer mit Ablö­se oder Leih­ge­bühr plus Gehalt, der sofort ein­schlägt? Die Empö­rung dar­über, die mit­un­ter zumin­dest auf Twit­ter zu lesen war, ist für mich genau­so unver­ständ­lich wie die Kri­tik an einer Auto­gramm­stun­de unter der Woche im Abstiegs­kampf. Aber genug auf­ge­regt, kom­men wir zur

Personalsituation

Es hät­te so schön sein kön­nen: Sasa fit. Bor­na fit. Silas.…nunja

Immer­hin scheint Dinos Mavro­pa­nos kei­ne blei­ben­den Schä­den davon­ge­tra­gen zu haben von dem Foul des Leip­zi­gers Gvar­di­ol, das des­sen Arbeit­ge­ber noch mit einem hämi­schen und spä­ter klamm­heim­lich gelösch­ten Video auf Twit­ter fei­er­te. Förs­ter fällt wohl mit Erkäl­tung aus, Mola mal wie­der mit Hüft­pro­ble­men und bei Dida­vi zwickt das Knie, obwohl er in Frei­burg sogar ins Hotel dürf­te, wenn man dort eins bezö­ge. An sich hät­te ich Förs­ter schon ganz gern auf dem Platz gese­hen, um den Frei­bur­gern ein wenig Druck zu machen, aber er zähl­te eben auch zu den Spie­lern, die mich in Fürth ent­täusch­ten. Inter­es­san­ter­wei­se ist Erik Thom­my laut Mat­a­raz­zo wie­der voll im Trai­ning. Ob das für Sams­tag einen Kader­platz bedeu­tet oder er damit nur fit für einen Wech­sel bis zum 31. Janu­ar ist, wird sich zei­gen. So rich­tig glau­be ich nicht dar­an, dass wir den noch­mal im Brust­ring sehen. Omar Mar­moush hat sich übri­gens mit Ägyp­ten für das Ach­tel­fi­na­le des Afri­ca Cups qua­li­fi­ziert, das am 26. Janu­ar aus­ge­spielt wird. Mal schau­en, ob er gegen Frank­furt am 5. Febru­ar dann wie­der dabei ist. Aber mal abge­se­hen von die­sen Per­so­na­li­en ist der Kader erfreu­lich fit und hof­fent­lich mit jedem Spiel auch mehr ein­ge­pielt.

Wie sähe also eine

Mögliche Aufstellung

aus?

Ich war mir eigent­lich letz­te Woche fast sicher, dass Bey­az nach der guten Schluss­pha­se in Fürth gegen Leip­zig hin­ter Kalajd­zic auf­lau­fen wür­de, ent­we­der er oder Egloff. Statt­des­sen ver­zich­te­te Mat­a­raz­zo jedoch auf die defen­si­ve Vari­an­te mit Kara­zor aus Aus­put­zer und ent­schied sich für zwei Offen­si­ve im Mit­tel­feld, wobei Alex Tibi­di sei­ne Sache wesent­lich bes­ser mach­te als der wie häu­fig enga­gier­te, aber wenig ziel­stre­bi­ge Cou­li­ba­ly. Auch gegen Frei­burg soll­te der VfB die­se offen­si­ve Grund­struk­tur bei­be­hal­ten. Tibi­di wird wohl sei­nen nächs­ten Star­t­el­fein­satz bekom­men, auch wenn er gegen Leip­zig kei­ne über­ra­gen­de Par­tie ablie­fer­te. Dane­ben könn­te ich mir vor­stel­len, dass Mat­a­raz­zo auf Li Egloff setzt, der zuletzt auch immer mehr Spiel­mi­nu­ten bekommt. Auf links ist Sosa natür­lich gesetzt. Auf rechts ist Füh­rich natür­lich nicht die Opti­mal­be­set­zung. Wenn er aber Stan­dards wie gegen Leip­zig schlägt, könn­te das schon die Auf­stel­lung wert sein. Wenn sich Frei­burg dar­auf kon­zen­triert, Sosas Flan­ken auf Kalajd­zic zu unter­bin­den, dann bie­ten sich viel­leicht auch für ihn Räu­me und soll­te Silas noch zum Ein­satz kom­men, könn­te er ein­fach in die Mit­te rücken.

Und wie ist die

Lage beim Gegner

…? Dar­über haben wir mit SC-Fan Domi­nik (@mit2iundk) vom Pod­cast Füchs­le­talk gespro­chen.

Wie ist Dein Gefühl vor dem Spiel?

Meist vor der­ar­ti­gen Par­tien eher mau. Aber seit dem Pokal­spiel habe ich ein sehr gutes Gefühl. Die Mann­schaft hat die rich­ti­ge Reak­ti­on auf den miss­glück­ten Start nach der Win­ter­pau­se gezeigt. So kann es jetzt in der Liga im Kampf um die inter­na­tio­na­len Plät­ze wei­ter­ge­hen.

Wer fehlt?

Die PK vor dem Spiel fin­det erst am Frei­tag statt. Daher ist bis­her nichts bekannt, aber soll­te sich im Pokal­spiel nie­mand ver­letzt oder zwi­schen­zeit­lich die Seu­che geholt haben, sind tat­säch­lich alle Spie­ler ein­satz­be­reit.

Was sind Stär­ken und Schwä­chen und auf wen müs­sen wir auf­pas­sen?

Ich hof­fe, ihr könnt elf Spie­ler im Blick behal­ten, denn bei uns ist die Qua­li­tät des Kaders die­se Sai­son sehr breit und jeder für eine top Leis­tung oder ein Tor gut. Eigent­lich gehört es sich nicht aktu­ell einen Spie­ler her­aus­zu­grei­fen, aber ich will die Fra­ge doch beant­wor­ten und emp­feh­le, neben Kevin Scha­de auf Phil­ipp Lien­hart auf­zu­pas­sen, den — mei­nes Wis­sens — tor­ge­fähr­lichs­ten Innen­ver­tei­di­ger der Liga. Wenn ich euch eine Schwä­che ver­ra­ten möch­te, dann, dass unse­re Chan­cen­ver­wer­tung bes­ser sein könn­te. Sie ist lei­der nicht immer so gran­di­os wie beim 6–0 gegen Mön­chen­glad­bach. Aber dafür sind wir in der Ver­tei­di­gung beson­ders stark, ver­ges­sen wir mal das Spiel gegen Dort­mund.

Schau­en wir auf die

Statistik

Im Gegen­satz zu die­ser Woche ver­dient die Rubrik ihren Namen wie­der. Es ist das 40. Bun­des­li­ga-Duell bei­der Ver­ei­ne, hin­zu kom­men noch fünf Pokal­spie­le, die der VfB bis auf eines für sich ent­schied. In Frei­burg gelang dem VfB in die­ser omi­nö­sen Korkut-Rück­run­de der letz­te Sieg, Mario Gomez schoss bei­de Tore beim 2:1‑Sieg. Ansons­ten ist jün­ge­re Bilanz gegen den Sport­club eher mau, drei Nie­der­la­gen am Stück, davor ein Unent­schie­den in der Rück­run­de der Abstiegs­sai­son. Die Zei­ten, in denen der Trai­ner schon Streich hieß, der SC aber immer noch ein dank­ba­rer Geg­ner für den VfB war, sind erst­mal vor­bei. In der Tabel­le grüßt Frei­burg mit 30 Punk­ten und damit zwei Zäh­lern hin­ter einem Cham­pi­ons League-Rang von Platz sechs. Einer­seits konn­ten sie von den let­zen zehn Bun­des­li­ga-Spie­len nur drei gewin­nen, ande­rer­seits war da neben einem Pflicht­sieg gegen Fürth auch das von Domi­nik erwähn­te 6:0 in Glad­bach dabei und ein 2:1 zu Haue gegen Lever­ku­sen. Die von ihm ange­spro­che­ne qua­li­ta­ti­ve Brei­te zeigt sich auch dar­in, dass in der inter­nen Tor­schüt­zen­lis­te gleich vier Spie­ler mit jeweils vier Toren füh­ren: Phil­ipp Lien­hart (s.o., auch wenn Mavro­pa­nos mit ihm gleich­auf liegt und Kempf nur ein Tor weni­ger hat), der im Hin­spiel erfolg­rei­che Woo-Yeong Jeong, Lucas Höler und…Vincenzo Grifo. An den erin­nern sich VfB-Fans nach dem Schub­ser gegen Pas­cal Sten­zel ver­gan­ge­ne Sai­son sicher genau­so gern wie an Fürths Paul Segu­in. Der ist mit 9 Assists der Frei­bur­ger Tops­corer und traf auch am Mitt­woch im Pokal.

Kom­men wir also zum

Ausblick

Die­ses Spiel ist wich­tig. Ver­dammt wich­tig. Und gleich­zei­tig extrem schwer, weil wir gegen Frei­burg zwar nie chan­cen­los waren, uns am Ende aber immer ein biss­chen sel­ber geschla­gen haben. Von einem Sieg aus­zu­ge­hen, wäre daher ver­mes­sen, aber die­ses Spiel darf ein­fach kein Rück­fall sein. Über­haupt soll­te Fürth der letz­te Rück­fall gewe­sen sein. Ja, 20 Spie­le sind 20 Spie­le und die Kon­kur­renz hat mit Frank­furt und Lever­ku­sen auch kein Fall­obst vor der Brust. Aber wir kön­nen uns auch nicht von Woche zu Woche angeln und hof­fen, dass wir mit Nie­der­la­gen und Unent­schie­den nicht zu sehr den Anschluss ver­lie­ren. Mei­ne Hoff­nung: Guter Auf­tritt in Frei­burg mit min­des­tens einem Punkt, im Trai­nings­la­ger ver­let­zungs­frei blei­ben und end­lich die so wich­ti­gen Abläu­fe rein­brin­gen und dann daheim gegen Frank­furt end­lich den Kno­ten plat­zen las­sen. Es wäre so wich­tig.

Titel­bild: © Alex Grimm/Getty Images

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