Rund um das Spiel in Bielefeld

Keine Verschnaufpause mehr bis Saisonende: Mit dem Auswärtsspiel in Bielefeld beginnt der Schlussspurt um den Klassenerhalt – für beide Vereine.

Irgendwie tut so ein bisschen fußballfreie Zeit nach den den letzten drei emotionalen Spielen ja ganz gut. Gleichzeitig fragt man sich natürlich, ob sich der ganze Schwung dieser Partien in der frühlingshaften Luft der letzten zwei Wochen verflüchtigt hat und die Mannschaft mit dem Brustring beim Gegner aus Bielefeld wieder in alte Muster zurückfällt. Wobei ja auch gegen Gladbach, Union und Bielefeld vor allem das Ergebnis und die Mentalität stimmten, spielerisch waren zumindest die ersten Halbzeiten größtenteils dürftig, von der Effektivität, mit der die Gegner gegen uns trafen mal ganz zu schweigen. Auf der anderen Seite weiß die Mannschaft jetzt wieder, dass sie auch in der Lage ist Rückstände zu drehen und hat sich so langsam eingespielt. Also, wie sieht die

Personalsituation

aus? Philipp Förster, Li Egloff und Daniel Didavi sind laut Pellegrino Matarazzo keine Option für den Kader am Samstag. Dida hätte wohl im Zweifelsfall sowieso der zweiten Mannschaft beim TSV Steinbach ausgeholfen, das wird jetzt wohl eher Li Egloff machen. Förster wäre in Bielefeld als Einwechselspieler nett gewesen, Egloff mit Abstrichen auch, aber alles drei sind keine Ausfälle, die unsere Chance auf wichtige drei Punkte erheblich schmälern. Ander sieht es da schon bei Borna Sosa aus, den Matarazzo mit einem Fragezeichen versah. Das wäre natürlich nach den letzten Spielen, in denen die Kombination Sosa/Sasa zumindest immer eine Option auf ein Tor darstellte, bitter. So richtig kann man Sosa auch nicht ersetzen, andererseits beackert er in der Viererkette die linke Außenbahn auch nicht allein. Dafür ist Ito nach seiner Corona-Infektion wieder fit. Und das alles hat folgende Auswirkung auf eine

Mögliche Aufstellung

Es ist schon angenehm, wenn man nicht jede Woche neu am Kader herumraten muss, sondern sich auf ein paar Konstanten verlassen kann. Vorne würde ich Führich und Tomás wieder den Vorzug vor Marmoush geben, der trotz des quasi-historischen Freistoßtores gegen Augsburg kein gutes Spiel machte. Hinten hängt viel davon ab, ob Sosa fit wird oder ob die Kette eins nach links rückt und rechts von Stenzel aufgefüllt wird.

Und wie sieht die

Lage beim Gegner

aus? Darüber haben wir mit DSC-Fan Pierre (@pabuiwitt) gesprochen.

Wie ist Dein Gefühl vorm Spiel?

Es sind zwar 3 Euro ins Basler äh Phrasen-Schwein, aber das ist halt so ein klassisches 6-Punkte Spiel, was eigentlich beide Mannschaften gewinnen müssen. Die große Gemeinsamkeit des DSCs im Abstiegskampf: Bisher vertrauen beide auf die Übungsleiter aus der letzten Saison. Es wird ein hartes und wahrscheinlich kein sehr ansehliches Spiel. Ich hoffe dennoch auf einen Sieg des DSC, weil wir das Pech in den letzten Wochen echt an den Hacken hatten und man die Länderspielpause hoffentlich genutzt hat, um die Mannchaft auf Sieg zu polen.

Wer fällt bei Euch aus?

Laut Arminia haben beim Training nur die Nationalspieler gefehlt, es steht also der gesamte Kader zur Verfügung,

Wo liegen aktuell Eure Stärken und Schwächen und auf wen müssen wir besonders aufpassen?

Ich sehe drei Stärken der Arminia:  Eine geordnete Defensive, auch wenn man in den letzten Spiele vor allem gegen Leverkusen nicht so gesehen hat. Frank Kramer hat der Mannschaft Stabilität gegeben, was sich vor allem über einen langen Teil der Saison im Torverhältniss wiedergespielt hat. Schnelle Spieleröffnung aus den eigenen Reihen, Vor allem Stefan Ortega kann das Spiel hervoragend antreiben und vor allem mit seinen präzisen langen Bällen schnell machen. Und Abstiegskampfmentalität. Für den DSC war von Spieltag 1 klar, dass es gegen den Abstieg geht und das hat man in der Mannschaft auch verinnerlicht. Eventuell ein Vorteil gegenüber Teams wie Hertha, Augsburg und auch dem VfB, der mit unten drin ist.
Leider spielt sich die Arminia aktuell zu wenig Möglichkeiten heraus. In guten Spielen lief viel über unsere Playmaker Okugawa und Wimmer. Augsburg hat die richtig „kaputtgetreten“ und darunter litt auch Spiel der Arminia. Der DSC ist zudem brutal schlecht bei Standardsituation und ist noch ohne Tor. Trotz Standardtraining und begnadeter Fußballer wie Schöpf und Wimmer sind die Standards des DSCs viel zu ungefährlich. Vor allem, weil es im Spielaufbau oft nicht läuft, wären grade diese Standards ein probates Mittel. Auf drei Spieler müsst ihr besonders aufpassen: Ortega wegen seiner guten Spieleröffnung und seinen Paraden, Wimmer wegen seiner Unermüdlichkeit und technischen Klasse und natürlich Janni Serra: Die Sturmwundertüte mit guten und schlechten Spielen. Vielleicht ist ja mal wieder ein gutes dabei.

Statistik

Die hat der Vertikalpass schon ziemlich gut zusammengefasst: Die Arminia hat in den letzten zwei Monaten exakt zwei Tore erzielt und damit immerhin gegen Gladbach und Union vier Punkte geholt. Die letzten vier Spiele blieb sie jedoch torlos und hat mit lediglich 22 Toren in 27 Spielen den schlechtesten Angriff der Liga. Gleichzeitig hat sie aber auch erst 38 Gegentore kassiert, wesentlich weniger als die Konkurrenz und auch als der VfB, der gegen Augsburg das 50. Gegentor der Saison kassierte. Mit acht Treffern ist Masaya Okugawa der torgefährlichste Spieler, Patrick Wimmer mit 11 Punkten der beste Scorer. Was die Bilanz des VfB gegen die Ostwestfalen angeht, kann man getrost von einem Angstgegner sprechen: In keiner der letzten drei Bundesliga-Partien konnte der VfB Ortega im Tor überwinden, der letzte Sieg in Bielefeld datiert aus der Hinrunde der Zweitliga-Saison. Insgesamt gewann der VfB von 44 Partien 21.

Fazit

Selbst wenn die Mannschaft den Schwung der letzten Wochen nicht verloren hat, geht es am Samstag wieder bei Null los. Und ich würde mich freuen, wenn wir nicht schon wieder früh in Rückstand geraten würden. Es ist nämlich nicht gesagt, dass wir in einem ausverkauften Stadion mit Ortega im Tor so einfach wieder zurückkommen. Gleichzeitig muss der VfB dieses Spiel gewinnen und kann sich nicht mehr auf Unentschieden oder unglücklichen Niederlagen ausruhen. Ein Punktverlust und schwupps ist man wieder auf dem vorletzten Tabellenplatz gelandet. Natürlich wird das so weitergehen bis Mitte Mai und alle Abstiegskonkurrenten haben noch schwere Gegner vor der Brust: Bielefeld und Augsburg zum Beispiel Bayern und Leipzig, der VfB gegen Bayern und Dortmund und die Hertha gegen Leverkusen und Dortmund. Und schließlich spielen auch, von Bielefeld und Augsburg abgesehen, noch alle gegeneinander. Da hilft uns nur eins: Weiter punkten, punkten, punkten und hoffen, am Ende über dem Strich zu stehen. It’s on!

Titelbild: © Stuart Franklin/Getty Images)

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