Rund um das Spiel gegen Fürth

Vor dem Bundesligaauftakt gegen Fürth haben wir mit den Spielvereinigung-Fans Max (@max_thats_it) und Sebi (@SeebiiiBMG) über die Lage beim Aufsteiger gesprochen.

Rund um den Brustring: Hallo Max, hallo Sebi, vielen Dank, dass Ihr Euch Zeit für unsere Fragen nehmt. Erstmal zu Euch: Wie seid Ihr Fans des Kleeblatts geworden?

Max: Servus, Bei mir war es 2011. Meine Mutter hat früher als Putzkraft bei der Stadt gearbeitet für die Gebäude der, von unserem Dorf ca 200 Meter entfernten, Mülldeponie. Eines Tages kam jemand auf sie zu und sagte: “Dein Junge mag doch Fußball, oder nicht? Ich habe nämlich zwei Karten für ein Spiel in Fürth, heute Abend.” Erst wollte ich nicht, da ich damals Bayern Fan (Schande über mein Haupt) war, habe mich dann aber umentschieden. Das Spiel war gegen Aachen und ging 1:0 fürs Kleeblatt aus und seitdem habe ich das Kleeblatt verfolgt, aber richtiger Fan wurde ich erst Ende 2013 als die Bayern langweilig wurden. Und seit 2017, als ich mir endlich die Tickets leisten konnte, gehe ich regelmäßig/fast immer zu den Heimspielen. 

Sebi: Fan bin ich ja quasi durch die Geburt geworden, da meine gesamte Familie, genau wie ich selbst aus der Kleeblattstadt stammen teils schon seit mehreren Generationen, war die Spielvereinigung immer fester Bestandteil des Familienlebens, auch wenn mein Interesse für den Fußball erst so 2013-14 aufgekommen ist, war das Kleeblatt natürlich erste Wahl. 

Die Spielvereinigung geht in ihre erst zweite Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte. 2012/2013 ging es direkt als Tabellenletzter wieder runter. Was macht Euch zuversichtlich, dass die Erstklassigkeit diesmal länger andauert und wie schlimm wäre ein erneuter direkter Wiederabstieg?

beide: Der Franke ist von Natur aus Pessimist, aber die Art und Weise wie Leitl spielen lässt, zusammen mit der sehr jungen Mannschaft stimmen uns dann doch schon sehr optimistisch ein. Und wenn wir wieder absteigen, wäre es uns egal. Wir sind hier um die Fahrt zu genießen. 🙂 

Dem VfB begegnete man aber nicht nur in der Bundesliga, sondern auch vier Mal in der zweiten Liga. Was hat sich in Fürth seit der vorletzten Saison geändert, dass es vergangene Spielzeit endlich zum langersehnten Aufstieg reichte?

Nicht viel tatsächlich. Das einzige was für uns der Unterschied war, war das die Mannschaft das System von Leitl besser verinnerlicht hat und an den richtigen Stellschrauben in Form von Spielern gedreht wurde. Und auch mehr Glück/weniger Pech mit dem Aluminium. Weil vor allem gegen den VfB in Stuttgart wäre mehr drin gewesen. Ein Unentschieden hätte es nach unserer Leistung sein müssen (Wenn man die Seguin-Situation mal weg lässt).

Im Pokal schied Fürth überraschend im Elfmeterschießen in Babelsberg aus, wie lief denn Eure Vorbereitung sonst? Schaut Ihr optimistisch für den Bundesliga-Start?

Bescheiden, um familienfreundlich zu bleiben. Verloren gegen Bayern II, Würzburg und Fenerbahce. Unentschieden gegen Ingolstadt und Hoffenheim. Von all diesen Spielen, war nur das Hoffenheim-Spiel wirklich gut von uns. Optimistisch fühlen wir uns eher weniger, aber die Vorfreude ist auf alle Fälle da.

In der Sommerpause hat die Spielvereinigung auf den ersten Blick kaum Qualität verloren, mit Adrian Fein, der zuletzt an den PSV Eindhoven verliehen war, durchaus interessante Spieler verpflichtet. Wie bewertet Ihr den bisherigen Transfersommer?

Da sind wir so wie jedes Jahr und können es nicht wirklich einordnen. Auf Adrian Fein freuen wir uns schon sehr, mehr von ihm zu sehen, dass sich Jessic Ngankam gleich beim ersten Test verletzt hat, tut schon weh, da wir uns einiges von ihm erhofft haben und bei Christansen, Seufert, Jung und Hoogma lassen wir uns überraschen, da wir sie noch nicht richtig einschätzen können. Auf der anderen Seite tun einige der Abgänge (vor allem ablösefrei) schon ziemlich weh, aber es ist ja leider nicht das erste und wird auch nicht das letzte Mal sein, das uns so was passiert.

Julian Green. © imago
Julian Green. © imago
Marius Funk. © imago
Marius Funk. © imago

Blicken wir kurz auf den Kader. In dem befinden sich mit Torwart Marius Funk, Mittelfeldspieler Hans Nunoo Sarpei und Stürmer Julian Green drei Spieler mit VfB-Vergangenheit. Welchen Stellenwert hat das Trio in der Mannschaft?

Funk ist eine typische Nummer 2. Wenn er spielt, spielt er ordentlich, aber er steht nur selten auf dem Platz. Hans Nunoo Sarpei ist ein fantastischer Sechser, der leider immer wieder mal Aussetzter hat. Julian Green ist einer der Besten in unserem Kader und, was man so hört, ist auch sein Stellenwert sehr groß in der Mannschaft. Und seit dem 13.05.2018 ein Held für uns alle, mit seinem Tor gegen Heidenheim.

Hans Nunoo Sarpei. © imago
Hans Nunoo Sarpei. © imago

Trainer ist seit 2019 Stefan Leitl, der dementsprechend auch schon bei den letzten Begegnungen mit dem VfB an der Seitenlinie stand. Wie lässt er seine Mannschaft spielen und wie bewertet Ihr seine Arbeit?

Rasanter Offensivfußball. Der Gegner wird früh attackiert und wenn das Kleeblatt mal am Ball ist, dann wird eigentlich immer konsequent auf das Tor des Gegners gespielt. Selten steht seine Mannschaft hinten drin und mauert um danach schnell zu kontern. Am Anfang war ich ein bisschen skeptisch gegenüber ihm, aber jetzt kann man sagen, dass er der richtige für den Job und unser bester Trainer seit Mike Büskens 2011/12 ist.

Vor wem müssen wir uns denn am Samstag besonders in Acht nehmen und wo liegen die Schwächen der Spielvereinigung?

Auf Julian Green und Branimir Hrgota ist Acht zu geben. Ein bisschen Platz und das wird sofort bestraft bei den beiden. Und die Schwäche ist die Chancenverwertung, siehe Pokal gegen Babelsberg.

Aktuell sind wieder Fans in den Stadion erlaubt. Wie haltet Ihr es? Geht Ihr hin?

Max: Wenn die Leute einen PCR Test haben, genesen oder komplett geimpft sind, dann warum nicht? Solange die Leute sich an die Abstandregeln halten, sehe ich kein Problem darin. Ob die Menschen sich dann aber daran halten, ist eine andere Sache. Und ich fahre nicht hin, da ich zur Zeit ein noch ein bisschen für mein Auto sparen muss. Dafür werde ich zu den Heimspielen gehen, so lange es erlaubt ist. 

Sebi: Wenn ich Karten bekomme werde ich definitiv wieder ins Stadion gehen, da ich auch länger schon doppelt geimpft bin ist das Risiko einer Infektion ja auch eher geringer. 

Zum Abschluss: Eure Tipps fürs Spiel?

Max: Ich hab so das Gefühl das es ein 1:1 wird.

Sebi: Ich tippe auf ein 2:2, ich hoffe auf einen spannenden Schlagabtausch von zwei guten Mannschaften die beide Interesse an Offensiv Fußball haben.

Danke Euch für das Gespräch!

Titelbild: © imago/emspor

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