Rund um das Spiel gegen Bochum

Etwas spä­ter als sonst, Brot­be­ruf sei dank, die Vor­schau auf das immens wich­ti­ge Spiel gegen Bochum.

Natür­lich ist es Quatsch, das Spiel gegen Bochum zum End­spiel um den Klas­sen­er­halt zu dekla­rie­ren: End­spie­le haben für gewöhn­lich einen Sie­ger und sei es, dass der im Elf­me­ter­schie­ßen ermit­telt wird. Das Hin­spiel an der Cas­tro­per Stra­ße ende­te hin­ge­gen in einem müden 0:0. Auch für Pel­le­gri­no Mat­a­raz­zo dürf­te es kein End­spiel sein, wenn sich Sven Mislin­tat nicht in Resch­ke­sche Sphä­ren der Unglaub­wür­dig­keit bege­ben will. Was bleibt ist ein sehr wich­ti­ges Spiel gegen einen schwie­ri­gen, aber schlag­ba­ren Geg­ner. Ich habe mich ja, wie ihr nach dem Lever­ku­sen-Spiel lesen konn­tet, auf Zweck­op­ti­mis­mus ver­legt. Und der hat auch die Woche über ange­hal­ten, auch wenn mein Wunsch vom letz­ten Wochen­en­de nicht in Erfül­lung ging:

Denn natür­lich mel­de­ten sich wei­te­re ehe­ma­li­ge VfBler zu Wort, in per­so­na Kevin Kuranyi, Ex-Bera­ter von Ex-VfB-Spie­ler und aktu­el­lem eng­li­schen Dritt­li­ga-Spie­ler Leon Daja­ku sowie Ex-Sport­vor­stand Robin Dutt. Und die per­so­nel­len Hiobs­bot­schaf­ten?

Personalsituation

Nun­ja. Auch in die­ser Woche ver­mel­de­te der VfB drei neue Coro­na-Fäl­le, nach­dem sich Wal­de­mar Anton und Omar Mar­mouh gera­de aus­ku­riert haben: Dani­el Dida­vi, Tang Cou­li­ba­ly und Enzo Mil­lot fal­len fürs Bochum-Spiel aus. Da es eine Heim­spiel ist, hät­te Dida­vi immer­hin im Kader ste­hen kön­nen — und er wird, wie es aus­sieht, wohl auch wie­der aus­wärts mit­fah­ren dür­fen — auch Enzo Mil­lot war ja eigent­lich immer­hin auf dem Sprung auf die Bank. Und Cou­li­ba­ly hät­te am Sams­tag je nach Spiel­stand viel­leicht sogar eine Ein­wechs­lung bekom­men. Viel­leicht aber auch nicht, denn eigent­lich ist der VfB offen­siv so gut auf­ge­stellt wie lan­ge nicht, mit einer Aus­nah­me:

Sei­en wir mal (zweck-)optimistisch, und hof­fen, dass es für Kalajd­zic auf jeden Fall für einen Ein­satz reicht, ent­we­der von der Bank oder in Start­elf aber nicht über 90 Minu­ten. Dann hät­te Mat­a­raz­zo im Angriff ein Über­an­ge­bot an, sagen wir mal, inter­es­san­ten Spie­lern, die viel­leicht auch ein biss­chen die Tor­ge­fahr stei­gern: Omar Mar­moush könn­te den lin­ken Halb­stür­mer geben, den er schon in der zwei­ten Liga bei St. Pau­li so erfolg­reich inter­pre­tiert hat und muss sich aber mit dem immer bes­ser in Fahrt kom­men­den Chris Füh­rich um die­sen Platz strei­ten. Füh­rich fehlt halt aktu­ell noch ein wenig die Ziel­stre­big­keit, die Mar­moush aus­zeich­net. Im Sturm­zen­trum könn­te Tomás an sei­ne Leis­tun­gen vom Lever­ku­sen-Spiel anknüp­fen, ent­we­der als Ersatz für Kalajd­zic oder wenn er für die­sen rein­kommt. Viel­leicht schafft die­ses Über­an­ge­bot an poten­zi­ell gefähr­li­chen Spie­lern auch den Raum für Silas auf der rech­ten Sei­te, um Fahrt auf­zu­neh­men, ohne sich in sechs Bochu­mer Bei­nen zu ver­hed­dern. Also, wie sieht die

Mögliche Aufstellung

aus?

Ursprüng­lich woll­te ich gegen Bochum gegen den Ball auf die Drei­er­ket­te set­zen, um vor­ne mehr Optio­nen zu haben. Jedoch ver­fügt auch der VfL — wie ihr gleich im Geg­ner­ge­spräch lest —  über schnel­le Außen­bahn­spie­ler, so dass ich mich doch wie­der für die Vie­rer­ket­te ent­schie­den habe. Auf Twit­ter las ich den Vor­schlag, Hiro­ki Ito eine Pau­se zu gön­nen, des­sen Leis­tun­gen eher schwan­kend sind. Ich könn­te auch mit Sten­zel auf rechts leben, Mit Mavro­pa­nos jedoch einen Spie­ler außen zu haben, der auch in der Lage ist, das Offen­siv­spiel zu unter­stüt­zen, hal­te ich zunächst für wich­ti­ger. Klar ist: Ata­kan Kara­zor muss wie­der in der Start­elf ste­hen. Wie Sten­zel wird er ger­ne belä­chelt, man konn­te jedoch gegen Lever­ku­sen sehen, wie wich­tig er in sei­ner Rol­le hin­ter der Dop­pel­sechs für die Sta­bi­li­tät der Mann­schaft ist. Außer­dem ent­las­tet er damit Orel Manga­la, der sich damit mehr in die Offen­si­ve ein­schal­ten kann. Vor­ne wür­de ich mit Füh­rich und Silas in den Halb­räu­men star­ten. Je nach Spiel­si­tua­ti­on und Fit­ness könn­te man zur Not auch Füh­rich auf rechts zie­hen und Mar­moush links spie­len las­sen. Oder Tomás auf rechts aus­wei­chen las­sen und Mar­moush in die Mit­te zie­hen. Das ist aber schon sehr spek­tu­la­tiv. Füh­rich und Tomás sind im Spiel­rhyth­mus und haben in Lever­ku­sen gut gespielt und soll­ten des­halb in der Start­elf ste­hen, mit Mar­moush und Kalajd­zic hat man dann noch sehr gute Optio­nen in der Hin­ter­hand.

Und wie ist die

Lage beim Gegner

…? Dar­über haben wir mit VfL-Fan Nick (@VfL_Nick1848) gespro­chen:

Was ist Dein Gefühl vorm Spiel?

Gemisch­te Gefüh­le. Einer­seits schiss den “Bay­ern Fluch” zu bekom­men, das was Glad­bach bekommt wenn sie gegen Bay­ern gewin­nen, danach nix mehr auf die Ket­te zu bekom­men. Ande­rer Sei­te ist es ein extrem wich­ti­ges Spiel und man könn­te sich mit 3 Punk­ten gut abset­zen. Es hängt viel von dem Spiel ab und ich bin ner­vö­ser als gegen Bay­ern.

Wer fehlt bei Euch?

Simon Zol­ler und Elvis Rexh­be­caj

Was sind der­zeit Eure Stär­ken und Schwä­chen und auf wen müs­sen wir Acht geben?

Unse­re stär­ken momen­tan sind defi­ni­tiv auf den außen. Mit Ger­rit Holt­mann und Chris­to­pher Ant­wi-Adjei die unnor­mal schnell sind. Außer­dem ist die Defen­si­ve meist sehr sta­bil mit Armel Bel­la-Kot­chap und Maxim Leitsch und Dani­lo Soares. Staf­y­li­dis und Gam­boa sind auch sehr wich­tig, da vari­iert Trai­ner Tho­mas Reis aber oft. Er stellt dann öfters nach Geg­ner auf aber Armel und Leit­schi sind eigent­lich immer gesetzt in der Defen­si­ve.

Was euch zugu­te kom­men könn­te ist die Offen­si­ve da wir dort öfters pat­zen und eine rela­tiv schlech­te Ver­wer­tung haben.

Apro­pos Ver­wer­tung — bli­cken wir auf die

Statistik

Zunächst mal die des Geg­ners. Bochum steht mit rela­tiv ent­spann­ten 28 Punk­ten und damit zehn Punk­ten mehr als der VfB auf Platz 11 und spielt im Grun­de unse­re ver­gan­ge­ne Sai­son nach. Unser 5:1 in Dort­mund war ihr 4:2 gegen die Bay­ern am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de. Zwi­schen­durch gelan­gen den Bochu­mern ein, zwei Mal zwei Sie­ge am Stück, aller­dings ver­lo­ren sie auch in Bie­le­feld, aktu­ell sind sie seit vier Spie­len unge­schla­gen. Sie haben zwar zwei Tore weni­ger geschos­sen als der VfB, aber auch zehn weni­ger kas­siert. Top-Tor­jä­ger ist aktu­ell Sebas­ti­an Pol­ter mit sie­ben Tref­fern. Bemer­kens­wert ist, dass sowohl der VfL, als auch der VfB bei den gän­gi­gen Lauf­sta­tis­ti­ken eher am Tabel­len­en­de auf­tau­chen. Ins­ge­samt ist es das 76. Auf­ein­an­der­tref­fen der bei­den Ver­ei­ne, das 66. in der Bun­des­li­ga und das ers­te Bun­des­li­ga-Heim­spiel gegen Bochum seit dem Dezem­ber 2009, als der VfB in Über­zahl die 1:0‑Führung durch Ser­dar Tasci nicht über die Zeit brach­te. Ja, es war das unrühm­li­che letz­te Spiel von Mar­kus Bab­bel als VfB-Trai­ner, samt Men­schen­auf­lauf vor der Haupt­tri­bü­ne nach dem Spiel. Im Neckar­sta­di­on ver­lo­ren wir zuletzt 1987 gegen Bochum und auch sonst sieht die Bilanz von einer Nie­der­la­ge im Pokal abge­se­hen gut aus. An die letz­te Liga-Nie­der­la­ge in Bochum erin­ne­re ich mich auch nur zu gut, es war das vor­letz­te Spiel von Mat­thi­as Sam­mer, in dem der VfB 2005 die Cham­pi­ons League-Teil­nah­me so gut wie ver­spiel­te. Aber wir spie­len ja zu Hau­se.

Ausblick

Joa, wir brau­chen drei Punk­te, Ende der Durch­sa­ge. Bochum wird nach dem Bay­ern-Spiel auch nicht ganz genau wis­sen, wo sie ste­hen: War die glanz­vol­le Leis­tung gegen den Qua­si-Meis­ter der Peak der Sai­son oder kön­nen sie dar­an anknüp­fen? Der VfB muss hier von Beginn an hell­wach sein und darf den Gäs­ten gar nicht erst das Gefühl geben, es gin­ge hier direkt so wei­ter. Da darf dann aber auch wirk­lich nichts schief gehen: Kei­ne ver­geig­ten Stan­dard­si­tua­tio­nen vor dem eige­nen Tor, kei­ne Hara­ki­ri-Päs­se in den eige­nen Sech­ser­raum Im Spiel­auf­bau, kei­ne sinn­lo­sen Ego­trips vor­ne. Selbst bei einem Sieg sind wir immer noch 17., aber ein Sieg könn­te ein Auf­bruch­si­gnal sein und der der psy­chisch ange­schla­ge­nen Mann­schaft klar machen, dass sie zum einen noch gewin­nen kann und zum ande­ren das ret­ten­de Ufer zum Grei­fen nahe ist — wenn das Ufer mit­spielt. Ich bin jetzt ein­fach mal opti­mis­tisch und hof­fe, dass genau das ein­tritt. Was bleibt mir auch ande­res übrig?

Titel­bild: © Fre­de­ric Scheidemann/Getty Images

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