Rüdiger weg, drei Punkte müssen her — Rund um den Brustring am Freitag, 21. August 2015

Die Pres­se- und Blog­schau hat aus per­sön­li­chen Grün­den zwei Tage Pau­se gemacht. Was seit­dem geschah: Anto­nio Rüdi­ger ist weg und der VfB befin­det sich (viel­leicht) auf der Suche nach einem Nach­fol­ger. Außer­dem steht am Sams­tag­abend das “Top­spiel” des zwei­ten Bun­des­li­ga-Spiel­tags an, der VfB spielt beim Ham­bur­ger SV.

Zunächst zu Anto­nio Rüdi­ger. Ich bin froh, dass der VfB ihn doch noch los gewor­den ist. Denn wie schon ein­mal geschrie­ben: Das gan­ze Wech­sel­thea­ter hät­te sich nur im Win­ter wie­der­holt, in der Zwi­schen­zeit wäre Rüdi­ger von den VfB-Fans wahr­schein­lich über­kri­tisch beäugt wor­den. Zudem war Rüdi­ger für mich nie der Spie­ler, der so über­ra­gend ist, dass man ihn nicht ver­kau­fen dür­fe. Ja, durch sei­ne Sta­tur hat er im Abwehr­kampf unbe­streit­ba­re Vor­tei­le. Gleich­zei­tig war es aber vor allem die wenig krea­ti­ve Spiel­eröff­nung, die meist aus lan­gen Bäl­len bestand, die mich in der Ver­gan­gen­heit an sei­nem Talent zwei­feln lie­ßen. War­um er in die Natio­nal­mann­schaft beru­fen wur­de, erschließt sich mir auch nicht so ganz. Nichts­des­to­trotz: Die Abwehr ist durch sei­nen Abgang jetzt geschwächt.
Nun beginnt die Suche nach einem Nach­fol­ger. Zwar wie­der­holt Alex­an­der Zor­ni­ger im kicker, dass Adam Hlou­sek ja eigent­lich wie geschaf­fen sei für die Posi­ti­on, den­noch möch­te ich nicht allein auf einen umge­schul­ten mit­tel­mä­ßi­gen Links­ver­tei­di­ger ver­las­sen. Zunächst geis­ter­te Mat­thi­as Gin­ter von Borus­sia Dort­mund durch die Gerüch­te­kü­che, zum Bei­spiel bei der Stutt­gar­ter Zei­tung. Hal­te ich aber immer noch für unrea­lis­tisch. Dort­mund wird den Spie­ler nicht nach einem Jahr wie­der ver­kau­fen und eine Lei­he soll­te für den VfB nicht infra­ge kommen.Andere Namen wer­den von den Stutt­gar­ter Nach­rich­ten in den Ring gewor­fen: Antho­ny Brooks oder Sebas­ti­an Lang­kamp von Her­tha BSC. Bei­de krie­gen laut dem Arti­kel bei der Her­tha gera­de kei­nen Fuß in die Start­elf, sei­en aber gestan­de­ne Abwehr­spie­ler, die dem VfB wei­ter­hel­fen könn­ten. Ich habe mich nicht genug mit der Her­tha beschäf­tigt, um die Leis­tung ihrer Ersatz­spie­ler ein­schät­zen zu kön­nen. Ich kann mir aber nicht vor­stel­len, dass einer der bei­den als neu­er soge­nann­ter “Abwehr­chef” kommt. Laut fussballtransfers.com läuft Brooks Ver­trag 2017 aus, der von Lang­kamp bereits im kom­men­den Som­mer.
Noch sind es zehn Tage bis zum Ende der Trans­fer­pe­ri­ode, aber die Bild-Zei­tung spe­ku­liert bereits jetzt, Robin Dutt habe sich “ver­po­kert”. Dem wider­spricht Gold­mann Sax auf sei­nem Blog: Für einen ver­letz­ten Spie­ler habe man nicht mehr Geld erlö­sen kön­nen, zudem sei es immer noch bes­ser, einen Spie­ler nicht an einen Ver­ein in der glei­chen Liga abzu­ge­ben. Das von ihm vor­schla­ge­ne zwei­jäh­ri­ge Leih­ge­schäft mit Gin­ter hal­te ich aller­dings für unrea­lis­tisch und lang­fris­tig genau­so schäd­lich für den VfB wie eine Lei­he über ein Jahr. Am Ende ist der Spie­ler ja doch weg und man muss die Abwehr wie­der umbau­en.

Bundesliga

Auch Ute hat jetzt auf ihrem Blog einen Spiel­be­richt mit Bil­dern zum Köln-Spiel ver­fasst. Im kicker ver­su­chen Trai­ner und Sport­di­rek­tor, Tor­hü­ter Prze­mys­law Tyton nach dem Elf­me­ter gegen Köln ein biss­chen aus der Schuss­li­nie zu neh­men. Mei­ne Mei­nung dazu habe ich ja schon kund­ge­tan.

Kom­men wir zum anste­hen­den Aus­wärts­spiel beim HSV. Zunächst die schlech­te Nach­richt: Der Stutt­gar­ter Zei­tung zufol­ge ist ein Ein­satz von Serey Dié am Sams­tag immer noch unge­wiss. Das wäre, vor allem bei einem engen Spiel­stand kurz vor Ende ziem­lich fatal, denn was pas­siert, wenn sich die Mann­schaft nicht direkt nach einem Gegen­tor wie­der zusam­men­reißt, hat man gegen Köln gese­hen. Auf der ande­ren Sei­te bringt uns ein ange­schla­ge­ner Dié, der sich im ers­ten Zwei­kampf even­tu­ell wie­der ver­letzt, aucht nichts.

Zor­ni­ger erhofft sich laut Sport1 am Sams­tag eine Trotz­re­ak­ti­on, was ein Trai­ner halt nach einer Nie­der­la­ge so sagt. Was ein Trai­ner nor­ma­ler­wei­se nicht so sagt, steht in die­sem Arti­kel der Stutt­gar­ter Zei­tung: Der VfB wol­le von nun an jede Woche mit der glei­chen Tak­tik spie­len, ein Beob­ach­ten durch den kom­men­den Geg­ner sei also nicht mehr not­wen­dig. Ich neh­me an, das bezieht sich vor allem auf die aggres­si­ve Spiel­wei­se und auf die grund­le­gen­de Auf­stel­lung. Anschei­nend spielt aber auch in Ham­burg zunächst die glei­che Elf wie gegen Köln. Das ist erst­mal nicht nega­tiv, schließ­lich leg­te die­se Elf spie­le­risch gleich gut vor. Ich wür­de mir nur wün­schen, dass Zor­ni­ger eher erkennt, wenn ein Spie­ler wie bei­spiels­wei­se Mar­tin Har­nik das Tor ein­fach nicht mehr trifft und ihn dann run­ter nimmt.
Der kicker ver­gleicht vor dem Spiel die Situa­ti­on bei den Ver­ei­nen und kommt zu der erstaun­li­chen Aus­sa­ge, die Auf­trit­te bei­der Teams am ers­ten Spiel­tag erin­ner­ten an die ver­gan­ge­ne Rück­run­de. Wenn über­haupt, dann ähnel­te nur das Ergeb­nis an die letz­te Sai­son, zumin­dest beim VfB. Ansons­ten ist es eigent­lich für jeden Betrach­ter deut­lich, dass der VfB gegen Köln ganz anders spiel­te, als in den letz­ten zwei Jah­ren. Und auch der HSV hielt hin­ten gegen die Bay­ern län­ger dicht, als das so manch einer ver­mu­tet hät­te.
Die Ham­bur­ger Mor­gen­post stellt Nico­lai Mül­ler vor, der nicht nur für Ham­burg in der Rele­ga­ti­on traf, son­dern auch, als er noch das Main­zer Tri­kot trug, viel zu häu­fig gegen den VfB. Die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten haben Mar­kus Bab­bel zum Spiel befragt. Er sieht leich­te Vor­tei­le beim VfB und denkt, dass bei­de Teams am Ende im Tabel­len­mit­tel­feld lan­den. Die Stutt­gar­ter Zei­tung ver­gleicht die bei­den Trai­ner mit­ein­an­der. Der kicker arbei­tet die aktu­el­le Situa­ti­on beim “Cha­os­club” auf, eben­so die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten. 90min.com lis­tet drei Spie­ler auf, die gegen den HSV nach Mei­nung des Autors beson­ders moti­viert sein soll­ten, weil sie von Lab­ba­dia irgend­wann mal aus­sor­tiert wur­den.

Ich sehe auch leich­te Vor­tei­le für den VfB, vor­aus­ge­setzt, wir nut­zen unse­re Chan­cen so kon­se­quent wie gegen Man­ches­ter City. Wie man gegen Mün­chen gese­hen hat, kann der HSV auch bei einem hohen Rück­stand schnell aus­ein­an­der fal­len. Auf der ande­ren Sei­te wird man in Ham­burg nach neun Gegen­to­ren in zwei Pflicht­spie­len das Augen­merk auf die Defen­si­ve legen und eher so agie­ren wie Kiel. Offen­siv kann ich den HSV über­haupt nicht ein­schät­zen. Wich­tig sind die drei Punk­te auf jeden Fall, um Spie­lern und auch Fans zu ver­mit­teln, dass Zor­ni­gers Sys­tem nicht nur ein Luft­schloss ist. Hof­fent­lich gehen mor­gen im Volks­park­sta­di­on dann die Din­ger rein, die vor Wochen­frist im Neckar­sta­di­on nicht den Weg ins Tor fan­den.

Hier gibt es noch die Pres­se­kon­fe­ren­zen bei­der Trai­ner vor dem Spiel:

VfB:

[you­tube https://www.youtube.com/watch?v=QIWjPRbWeUw]

HSV:

[you­tube https://www.youtube.com/watch?v=olxa53mhid0]

Nachwuchs

Die zwei­te Mann­schaft des VfB spielt mor­gen um 14 Uhr zu Hau­se gegen Erz­ge­bir­ge Aue. Fupa.net beschäf­tigt sich mit der aktu­el­len Lage und den nächs­ten Spie­len der Ama­teu­re.

Der VfB hat der­weil die Ver­trä­ge mit zwei Talen­ten ver­län­gert. Prin­ce Osei Owu­su, momen­tan in der zwei­ten Mann­schaft, ver­län­gert für drei wei­te­re Jah­re, ver­mel­det der Ver­ein. Außer­dem ver­län­gert A‑Ju­gend-Spie­ler Geor­gi­os Spanou­da­kis für vier Jah­re:

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Bei­de sind sehr talen­tiert. Owu­su könn­te eigent­lich noch A‑Jugend spie­len, ist aber schon in der zwei­ten Mann­schaft. Spanou­da­kis hol­te der VfB vom FC Bar­ce­lo­na.

Sowohl die U19, als auch die U17 spie­len an die­sem Sams­tag: Die A‑Junioren zu Hau­se um 13 Uhr gegen den 1. FC Nürn­berg, die B‑Junioren zur glei­chen Zeit bei Ein­tracht Frank­furt.

Vermischtes

Wei­te­re Nach­ru­fe auf Ger­hard May­er Vor­fel­der gibt es in der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung, der tages­zei­tung, dem Tages­spie­gel und dem Neu­en Deutsch­land, alle mit unter­schied­li­cher Ein­schät­zung sei­nes Wir­kens, vor allem aus poli­ti­scher Sicht.

Der VfB hat mit Media Markt einen neu­en Spon­sor, berich­ten die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten. Wie auf die­sem Arti­kel bei Channelpartner.de her­vor­geht, steigt Media Markt aller­dings nicht exklu­siv beim VfB ein. In Ingol­stadt sind sie schon Tri­kot­spon­sor. Wei­te­re Wer­be­part­ner sind Schal­ke und Ham­burg.

Zwei Spie­ler des VfB haben angeb­lich das Inter­es­se ande­rer Ver­ei­ne geweckt: Kevin Stö­ger soll bei Bun­des­li­ga-Abstei­ger Pader­born im Gespräch sein (fussballtransfers.com), Vedad Ibi­se­vic in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten (eben­falls fussballtransfers.com).

Die Süd­deut­sche Zei­tung beschäf­tigt sich mit Ex-VfBler Timo Geb­hart, der beim 1. FC Nürn­berg — mal wie­der — aus­sor­tiert wur­de und nun von sei­nem Hei­mat­ver­ein 1860 Mün­chen umwor­ben wird.

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