Neu im Brustring: Philipp Förster

In letzter Minute hat der VfB auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen und Philipp Förster vom SV Sandhausen verpflichtet. Wir stellen Euch den Neuzugang mit VfB-Vergangenheit vor.

Man sieht sich ja – Achtung, Phrasenschwein im Anmarsch – immer zwei Mal im Leben. Auf Philipp Förster, den neuesten Brustringträger, trifft das sogar doppelt zu. Denn laut Heiko Hinrichsen trainierte der in Bretten geborene Mittelfeldspieler bereits in der C-Jugend des blauen Derbyverlierers in spe unter Tim Walter. 2010 wechselte er dann zum VfB und spielte dort in der Jugend bis 2014. Die ersten Jahre im Herrenbereich verbrachte Förster in der Regionalliga: Erst bei Waldhof Mannheim, für die er in drei Jahren 74 Spiele absolvierte und zwölf Tore schoss und anschließend beim 1. FC Nürnberg, der ihn lediglich in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Bayern einsetzte. 2017 wechselte Förster zu Zweitligist SV Sandhausen. Um mehr über unseren Neuzugang zu erfahren, haben wir uns mit Stefan vom SVS-Fanclub Carpe Diem Sandhausen (@CDSandhausen) unterhalten.

Robuster Stammspieler in Sandhausen

Förster robust im Zweikampf. Bild: © Bongarts/Getty
Förster robust im Zweikampf. Bild: © Bongarts/Getty

Förster habe nach seinem Wechsel etwas Zeit gebraucht, um die Mannschaft hinein zu kommen, erklärt Stefan, habe sich aber von Spiel zu Spiel gesteigert. Insgesamt absolvierte er in den letzten beiden Spielzeiten 57 von 68 möglichen Ligaspielen und erzielte dabei acht Tore. In der laufenden Saison stand er in allen fünf Saisonspielen auf dem Platz, traf beim 2:0 in Heidenheim und bereitete in diesem Spiel sowie im Spiel gegen Nürnberg ein Tor vor. Sandhausen schloss die letzten beiden Spielzeiten auf den Plätzen 11 und 15 ab, besonders im Abstiegskampf in der Rückrunde der vergangenen Saison sei er ein wichtiger Faktor gewesen, so Stefan. Seit seiner Zeit in Nürnberg habe er sich dementsprechend auch weiterentwickelt, sei Stammspieler und Leistungsträger. Bei einem Blick auf die letzte Saison fällt auf, dass Förster sich elf gelbe Karten abholte und dementsprechend zwei Gelbsperren absitzen musste. Darauf angesprochen erklärt Stefan: “ Förster ist ein Spieler der vollen Einsatz geht. Dabei kommt es zwangsläufig auch mal zu gelben Karten.” Dazu passt, dass Hinrichsen in seinem Artikel in den Stuttgarter Nachrichten von einem “kernigen Spieler” spricht. Stefan bezeichnet Förster als “Ballverteiler im Mittelfeld”, dem der Spielstil von Tim Walter entgegenkommen könne. Außerdem habe er eine gute Übersicht und die bereits angesprochene körperliche Präsenz

Wäre Förster, der einen Vertrag bis 2023 unterschrieben hat, auch nach einem möglichen Bundesliga-Aufstieg eine Verstärkung für den VfB? Stefan kann sich das generell vorstellen, allerdings müsse er sich in Stuttgart auch härterer Konkurrenz stellen als bisher in Sandhausen. Dort hatte man übrigens damit gerechnet, dass er nach seiner kürzlich abgeschlossenen Vertragsverlängerung bleiben würde, nimmt aber die für den Verein erhebliche Ablösesumme von drei Millionen Euro gerne mit. Die Frage ist in der Tat, welche Rolle man Förster beim VfB zudenkt. Eigentlich ist das Mittelfeld personell gut besetzt, vor allem nachdem Spieler wie Mangala und Ascacíbar dem VfB erhalten geblieben sind. Laut eigener Aussage im erwähnten StN-Artikel kann er jede Position in der Raute besetzen und damit sowohl Karazor auf der Sechs, aber auch den Spielern auf den Halbpositionen und vor allem Daniel Didavi auf der Zehn Druck machen. Vielleicht sieht Walter ihn auch als körperlich robustere Alternative zu Didavi, der vor allem in den drei Spielen gegen tiefstehende Gegner eher blass wirkte. Für einen Ergänzungsspieler sind auf der anderen Seite die Ablöse und die Vertragslaufzeit etwas zu hoch. Mit 24 ist er aber auch erheblich jünger als Didavi (29) und Castro (32), deren Verträge jeweils übernächstes Jahr auslaufen würden. Also eher ein Perspektiv-, als ein Ergänzungsspieler, von denen wir ja im Kader einige haben.

Mit Perspektive auf die Bundesliga

Letztlich wird Philipp Förster wohl weniger der Transfer sein, der die zuletzt – ja auf hohem Niveau – beklagten Probleme in der Offensive gegen kompakte Abwehrreihen löst, sondern vielmehr eine weitere Investition in die Zukunft, die hoffentlich dazu beiträgt, dass wir auch nach einer Rückkehr in die Bundesliga eine dann eingespielte und einigermaßen konkurrenzfähige Mannschaft haben, ohne erneut die Investorenmillionen raushauen zu müssen.

Titelbild: © Bongarts/Getty

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