Neu im Brustring: Marc-Oliver Kempf, Borna Sosa, Pablo Maffeo, David Kopacz und Roberto Massimo

Hol­la, die Wald­fee. Micha­el Resch­ke hat auf der heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz neben vie­len ande­ren Neu­ig­kei­ten auch die Ver­pflich­tung von fünf (!) neu­en Spie­lern ver­kün­det. Wir haben uns über sie schlau gemacht.

Ohne Aus­ru­fe­zei­chen in Klam­mern geht es die­ser Tage nicht. Nach dem furio­sen 4:1 in Mün­chen am Sams­tag lud der VfB am Mon­tag vor­mit­tag zu einer Pres­se­kon­fe­renz ein und über­roll­te die anwe­sen­den Jour­na­lis­ten mit einer Viel­zahl von wirt­schaft­li­chen und per­so­nel­len Infor­ma­tio­nen. Um den neu­en Aus­rüs­ter Jako, die ver- und gelie­he­nen Spie­ler sowie die Ver­trags­ver­län­ge­run­gen von Jens Grahl und Emi­lia­no Insua soll es an die­ser Stel­le eben­so­we­nig gehen, wie um den posi­ti­ven Gesamt­ein­druck, den Micha­el Resch­ke ver­mit­tel­te. Nein, wir wid­men uns den ins­ge­samt fünf Neu­zu­gän­gen (eigent­lich vier­ein­halb, aber dazu spä­ter mehr), die eben jener Resch­ke aus dem Sack ließ. Wie schon in der Ver­gan­gen­heit haben wir uns mit Exper­ten und Fans ihrer der­zei­ti­gen Ver­ei­ne unter­hal­ten, denn die­se sind meist am nächs­ten dran und geben den rei­nen Sta­tis­ti­ken der Spie­ler etwas mehr Tie­fe. Begin­nen wol­len wir mit einem Trans­fer, der eigent­lich schon seit einer Wei­le fest­stand.

Marc-Oliver Kempf

Um noch ein wenig mehr über den neu­en Brust­ring­trä­ger zu erfah­ren, haben wir Frei­burg-Fan Phil­ipp Schnei­der (@PshSchneider) vom Pod­cast Füchs­le­talk, mit dem wir bereits vor dem Rück­spiel in Frei­burg spra­chen, befragt.

Gebür­tig aus Lich in der Nähe von Gie­ßen kam Kempf mit 12 Jah­ren in die Jugend­ab­tei­lung von Ein­tracht Frank­furt. 2012 gab der Innen­ver­tei­di­ger mit 17 Jah­ren sein Bun­des­li­ga-Debüt. Im Som­mer 2014 kam er dann mit 19 Jah­ren zum SC Frei­burg.  Er sei mit dem Ver­spre­chen gekom­men, ein hoch ver­an­lag­ter Spie­ler und ein Ver­tei­di­ger für die Zukunft zu wer­den, so Phil­ipp, die­ses Ver­spre­chen habe sich auch erfüllt. Lei­der hät­ten ihn klei­ne Ver­let­zun­gen immer wie­der zurück gewor­fen.

Ver­let­zun­gen sind in der Tat ein The­ma bei Kempf. Ein­mal war es die Patel­la­seh­ne, ein­mal der Menis­kus, dann ver­schie­de­ne Mus­kel­pro­ble­me. So spiel­te er nur die Zweit­li­ga-Sai­son 2015/2016 kom­plett durch, fehl­te ledig­lich zu Sai­son­be­ginn in drei Spie­len. In der Sai­son schoss er auch fünf Tore und war für Phil­ipp der bes­te Ver­tei­di­ger der Liga. Soll­te er frei von Ver­let­zun­gen blei­ben, sagt Phil­ipp, kön­ne er dem VfB sehr wei­ter hel­fen. Sei­ne Stär­ken lie­gen, ähn­lich wie bei Hol­ger Bad­s­tu­ber und Ben­ja­min Pavard, im Zwei­kampf und in der Spiel­eröff­nung. Außer­dem ver­su­che er meis­tens, Situa­tio­nen ohne Foul zu lösen, für einen Innen­ver­tei­di­ger nicht die schlech­tes­te Qua­li­tät. Pro­ble­me habe er, so Phil­ipp, noch im Stel­lungs­spiel.

Chris­ti­an Streich äußer­te sich bereits im Novem­ber, als fest­stand, dass Kempf den Ver­ein ablö­se­frei ver­las­sen wür­de, aber noch nicht wohin, ziem­lich nüch­tern dazu:

Phil­ipps Ein­schät­zung zum Wech­sel von Baden nach Würt­tem­berg: “Ich glau­be, dass ist bei dem Einen mehr, bei dem Ande­ren weni­ger ent­spannt auf­ge­nom­men wor­den. Das kommt glau­be ich bei jedem per­sön­lich dar­auf an, wie groß die Abnei­gung gegen den VfB ist. Kempf war nie einer, der gro­ße Töne gespuckt hat. Ich hat­te immer das Gefühl, bei­de wis­sen was sie von­ein­an­der haben, aber jedem war klar das Kempf nicht sei­ne Kar­rie­re in Frei­burg been­det, Was ich auch über­haupt nicht ver­werf­lich fin­de.” Kempf hat alle Nach­wuchs­mann­schaf­ten des DFB bis zur U21 durch­lau­fen und wur­de mit die­ser und der U19 Euro­pa­meis­ter.

Mei­ne Ein­schät­zung: Abhän­gig von den wei­te­ren Kar­rie­re­plä­nen Hol­ger Bad­s­tu­bers und davon, dass Kempf ver­let­zungs­frei bleibt, kann er als drit­ter Ver­tei­di­ger Pavard und Baum­gartl ordent­lich Feu­er unterm Hin­tern machen und damit das Prin­zip des Kon­kur­renz­drucks auf jeder Posi­ti­on vom letz­ten Som­mer fort­set­zen.

Borna Sosa

Bor­na Sosa, gebo­ren 1998 in Zagreb, hat  bis­her nie bei einem ande­ren Ver­ein als Dina­mo gespielt. Über den gelern­ten Links­ver­tei­di­ger haben wir uns bei Alek­sand­ar Holi­ga (@AlexHoliga) erkun­digt, der Ched­re­dak­teur von Tele­sport, einem kroa­ti­schen Online-Sport­ma­ga­zin ist und bereits ver­schie­de­ne Bei­trä­ge über den kroa­ti­schen Fuß­ball in aus­län­di­schen Publi­ka­tio­nen ver­fasst hat, unter ande­rem im Guar­di­an, bei Four­FourT­wo und in 11Freunde. Er ist zwar eigent­lich Fan von Haj­duk Split, beschäf­tigt sich aber beruf­lich inten­siv mit Dina­mo.

Sosa spiel­te im März 2015 mit 17 Jah­ren zum ers­ten Mal für Dina­mo Zagreb in der HNL, der ers­ten kroa­ti­schen Liga. In der dar­auf fol­gen­den Sai­son folg­ten zwei wei­te­re Ein­sät­ze, ein­mal stand er dabei übri­gens mit Josip Bre­ka­lo gemein­sam auf dem Platz, der nicht nur im Ver­ein, son­dern auch in den kroa­ti­schen Nach­wuchs­na­tio­nal­mann­schaf­ten einen ähn­li­chen Weg ging wie Sosa, nur dass er den Sprung in die Bun­des­li­ga frü­her mach­te. Split, Rije­ka und Osi­jek lie­fen der Talent­schmi­de Dina­mos zwar in letz­ter Zeit ein wenig den Rang ab, so Aleks, den­noch habe der Ver­ein auch in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit vie­le gute Spie­ler aus­ge­bil­det, zu denen auch Sosa gehö­re. Es sei aber auch Teil der Geschich­te, dass die Nach­wuchs­ar­beit Dina­mos stark von der Stadt Zagreb geför­dert wor­den sei und dass vie­le Jugend­spie­ler des Ver­eins auf­grund des­sen gro­ßen Ein­flus­ses auf den kroa­ti­schen Ver­band in den Jugend­na­tio­nal­mann­schaf­ten ver­tre­ten sei­en. Sosa hat alle die­se Mann­schaf­ten durch­lau­fen, spielt der­zeit für U21 und wur­de am Mon­tag in den vor­läu­fi­gen WM-Kader der A‑Nationalmannschaft beru­fen. Selbst wenn er es nicht nach Russ­land schaf­fe, erklärt Aleks, erwar­te jeder, dass er in naher Zukunft die Links­ver­tei­di­ger­po­si­ti­on in der Mann­schaft beset­ze. Auch weil Kroa­ti­en qua­si seit dem Kar­rie­re­en­de Robert Jar­nis Anfang des Jahr­tau­sends ein Pro­blem auf die­ser Posi­ti­on habe.

In der ver­gan­ge­nen Sai­son absol­vier­te Sosa 21 Spie­le für Dina­mo in der ers­ten Liga, und das, obwohl er zunächst nur drit­te Wahl gewe­sen sei. Da aber der eine Kon­kur­rent auf sei­ner Posi­ti­on ver­kauft wur­de und der ande­re nicht die Erwar­tun­gen erfülll­te, bekam er nach und nach mehr Chan­cen und konn­te nach anfäng­li­chen, vor allem defen­si­ven Schwä­chen, sei­ne Qua­li­tät unter Beweis stel­len. Er hät­te sogar noch mehr spie­len kön­nen, sei jedoch vom Trai­ner geschont wor­den, um Ver­let­zun­gen vor­zu­beu­gen und damit, so ver­mu­tet Aleks, den Markt­wert nicht zu gefähr­den. Es wird gemut­maßt, dass der VfB für Sosa rund acht Mil­lio­nen Euro auf den Tisch leg­te.

Aus ver­schie­de­nen Quel­len konn­te man erfah­ren, dass Sosa sei­ne Stär­ken wei­ter­hin vor allem in der Offen­si­ve hat, laut Ex-VfB-Pro­fi Jurica Vran­jes vor allem des­we­gen, weil Dina­mo so domi­nant sei, dass er in der Defen­si­ve kaum gefor­dert sei. Auf Transfermarkt.de lobt Ste­fan Rein­artz, frü­her Lever­ku­sen, heu­te Ana­lyst, vor allem die Anzahl der über­spiel­ten Geg­ner auf Grund­la­ge der Youth League-Spie­le Sosas, attes­tiert ihm aber in der glei­chen Sta­tis­tik defen­siv Schwä­chen. Sosa sei noch kein kom­plett fer­ti­ger Spie­ler, so auch die Ein­schät­zung von Aleks, aber er habe das Poten­zi­al, bereits in der kom­men­den Sai­son einen gro­ßen Ein­fluss auf das VfB-Spiel zu haben. Er sei läu­fe­risch stark und auch gefähr­lich bei Flan­ken und im Zwei­kampf. Außer­dem habe er sich defen­siv im Lau­fe der Sai­son — wie bereits ange­spro­chen — ver­bes­sert. Er sei sehr lern­wil­lig und sehr pro­fes­sio­nell, Aleks beschreibt ihn gar als “psy­chisch über­durschnitt­lich sta­bil”, ange­spro­chen auf die not­wen­di­ge Ein­ge­wöh­nungs­zeit.

Die­se wird sicher ein wenig län­ger sein als bei Kempf. Ver­glei­che man den kroa­ti­schen mit dem deut­schen Fuß­ball, wür­de sich Zagreb wahr­schein­lich in der obe­ren Tabel­len­hälf­te der 2. Bun­des­li­ga wie­der­fin­den, so Aleks Ein­schät­zung. Sosa sei auch kein Wun­der­kind, son­dern habe sich ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt. Tak­tisch ist er fast aus­schließ­lich auf der lin­ken Abwehr­sei­te, gele­gent­lich im lin­ken Mit­tel­feld zu Hau­se. Dina­mo habe meis­tens mit einer Vie­rer­ket­te gespielt, bei Rück­stän­den auch mit einer Drei­er­ket­te, in der Sosa aber auch eine gute Figur gemacht habe. All­ge­mein wür­dens sich kroa­ti­sche Spie­ler aber schnell im Aus­land zurecht­fin­den. Sosa hat zwar noch nie für einen Ver­ein außer­halb Kroa­ti­ens gespielt, habe aber durch die Natio­nal­mann­schaft viel inter­na­tio­na­le Erfah­rung.

Ich wer­de mich hier wahr­schein­lich wie­der­ho­len, aber auch die Ver­pflich­tung Sosas passt in das Sche­ma, Posi­tio­nen dop­pelt stark zu beset­zen, in die­sem Fall gera­de auf den wich­ti­gen Außen­ver­tei­di­ger­po­si­tio­nen, auf denen gute Spie­ler rar gesät sind. Wie man heu­te erfah­ren konn­te, wird Ail­ton wohl in Por­tu­gal blei­ben. Den­nis Aogo hat sei­ne Stär­ken ein­deu­tig im Mit­tel­feld und Emi­lia­no Insua hat zwar sei­nen Ver­trag für min­des­tens zwei Jah­re ver­län­gert, wäre aber, ähn­lich wie Andre­as Beck in die­ser Sai­son, ohne die­se Ver­pflich­tung kon­kur­renz­los gesetzt. Es wird mit Sicher­heit einen har­ten Zwei­kampf geben, der nur zum Woh­le der Gesamt­qua­li­tät des Kaders sein kann und den Sosa wahr­schein­lich auf Dau­er für sich ent­schei­den wird. Den­noch wird er zunächst auch kein Pro­blem haben, sich auf die Bank zu set­zen. Natür­lich ver­läuft nicht jede Kar­rie­re line­ar nach oben. Aber soll­te Sosa sich im Defen­siv­spiel an die Bun­des­li­ga —  und die Ansprü­che der Abwehr aus Gra­nit — anpas­sen, könn­te das einer der wich­tigs­ten Trans­fers der letz­ten Jah­re wer­den. In die­se Kate­go­rie könn­te auch der nächs­te neue Spie­ler fal­len.

Pablo Maffeo

Pablo Car­mi­ne Maf­feo Becer­ra ist nur ein Jahr älter als Sosa und auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te der Vie­rer­ket­te zu Hau­se. Für den in die­ser Sai­son von Man­ches­ter City an den FC Giro­na nach Spa­ni­en aus­ge­lie­he­nen Rechts­ver­tei­di­ger blät­ter­te der VfB angeb­lich 10 Mil­lio­nen Euro hin, so viel wie noch nie für einen Spie­ler. Jona­than Smith (@jonnysmiffy) berich­tet für ESPN über Man­ches­ter City und stand uns Rede und Ant­wort, eben­so wie Pete Cum­mings, der den City-Blog Bit­ter and Blue betreibt. Infor­ma­tio­nen aus Giro­na waren in der Kür­ze der Zeit noch nicht zu bekom­men, wer­den aber ergänzt.

Maf­feo wuchs in Kata­lo­ni­en auf und mach­te sei­ne ers­ten fuß­bal­le­ri­schen Schrit­te bei Espan­yol Bar­ce­lo­na, bevor er 2013 zu Man­ches­ter City nach Eng­land wech­sel­te. Nach­dem er die Nach­wuchs­mann­schaf­ten der Citi­zens durch­lau­fen hat­te, wur­de er erst­mals im Janu­ar 2016 zurück in sein Hei­mat­land, sogar in sei­ne Hei­mat­re­gi­on, zum FC Giro­na ver­lie­hen. Bis zu die­sem Som­mer pas­sier­te das zwei wei­te­re Male, nach­dem Maf­feo zwi­schen­durch immer­hin einen Cham­pi­ons-League-Ein­satz für City absol­vier­te. Giro­na stieg zeit­gleich mit dem VfB in die ers­te Liga auf und steht der­zeit im Tabel­len­mit­tel­feld. Die Ver­bin­dung zwi­schen Giro­na und Man­ches­ter ist übri­gens kein Zufall, wenn man weiß, dass der Ver­ein zu je knapp 44 Pro­zent der City Group und dem Bru­der von City-Trai­ner Pep Guar­dio­la gehört, wie unter ande­rem die Welt und der bri­ti­sche Inde­pen­dent zu berich­ten wuss­ten.

Sei es drum, die Lei­hen nach Kata­lo­ni­en sei­en für Maf­feo auf jeden Fall per­fekt gewe­sen, sagt Jona­than. Er habe sich in der zwei­ten Liga in der Mann­schaft eta­bliert und auch in die­ser Sai­son für Auf­se­hen gesorgt, unter ande­rem im Spiel gegen den FC Bar­ce­lo­na und des­sen Star Lio­nel Mes­si. Maf­feo habe Mes­si so pene­trant ver­folgt, dass sei­ne Leis­tung in die­sem Spiel sogar in Car­toon-Form fest­ge­hal­ten wur­de, erzählt Pete:

Vor gro­ßen Kulis­sen in Spa­ni­en statt vor 3.000 Zuschau­ern in der zwei­ten Mann­schaft in Eng­land zu spie­len, sei bes­ser für jun­ge Spie­ler, so Pete. Von den vier Leih­spie­lern, die City nach Giro­na geschickt habe, sei er der ein­zi­ge, der sich durch­ge­setzt habe. In der aktu­el­len Sai­son hat er für den Ver­ein 31 Spie­le bestrit­ten. In Man­ches­ter habe er zwar unter Guar­dio­la ins­ge­samt nur drei Mal gespielt, sei jedoch ein wich­ti­ger Spie­ler in den Nach­wuchs­mann­schaf­ten gewe­sen. Dass Guar­dio­la Maf­feo und den VfB ein­an­der emp­foh­len habe, sage bereits viel über sei­ne Qua­li­tät aus. Jona­than geht davon aus, dass Maf­feo in spä­tes­tens drei Jah­ren irgend­wo in der Cham­pi­ons League spielt. Pete weist noch dar­auf hin dass Maf­feo bei Giro­na eini­ge gel­be Kar­ten gesam­melt habe und even­tu­ell noch ler­nen müs­se, etwas ruhi­ger zu wer­den.

Maf­feo sei der klas­si­sche moder­ne Rechts­ver­tei­di­ger. Er sei, ähn­lich wie Sosa, offen­siv sehr gefähr­lich, sowohl am Ball als auch mit Flan­ken, kön­ne aber auch gut ver­tei­di­gen. Ich hof­fe, hier aus Kata­lo­ni­en noch ein paar mehr Hin­ter­grün­de zu erfah­ren. Maf­feo spielt der­zeit eben­so wie Sosa für die U21 sei­nes Lan­des. Natür­lich ist die Kon­kur­renz beim ehe­ma­li­gen Welt- und Euro­pa­meis­ter noch grö­ßer als in Kroa­ti­en, sowohl Jona­than, als auch Pete räu­men Maf­feo mit­tel­fris­tig aber gute Chan­cen ein.

Noch wär­mer als Emi­lia­no Insua muss sich Andre­as Beck in der kom­men­den Sai­son anzie­hen, zumal er ja erst ein­mal von sei­ner Ver­let­zung zurück­kom­men muss. Maf­feo, für den Man­ches­ter trotz eines Arbeits­pa­piers bis 2023 angeb­lich eine Rück­kauf­op­ti­on hat, ist wie bereits ange­spro­chen der teu­ers­te Trans­fer der Ver­eins­ge­schich­te und ist im Gegen­satz zu sei­nem Pen­dant auf links schein­bar offen­siv wie defen­siv stark. Beck fehlt, wie wir wis­sen, vor allem die offen­si­ve Durch­schlags­kraft, was er aber teil­wei­se, wie auch Insua, durch Erfah­rung und Abge­klärt­heit wie­der wett­ma­chen kann. Trotz­dem sehe ich ihn, wenn Maf­feo das hält, was er ver­spricht, schnel­ler auf der Bank als Emi­lia­no Insua. Ich hat­te ja noch mit einer Rück­kehr von Zim­mer und einem Zwei­kampf zwi­schen ihm und Beck gerech­net, aber nicht mit einem Trans­fer die­ses Kali­bers. Etwas weni­ger Spiel­zeit wer­den die letz­ten bei­den Neu­zu­gän­ge die­ses Super-Mon­tags erhal­ten.

David Kopacz

Die Trans­fers aus dem BVB-Nach­wuchs an den Neckar haben ja schon eine gewis­se Tra­di­ti­on. Im Gegen­satz zu Dze­nis Bur­nic und Jacob Bru­un Lar­sen, die nach Ende ihrer Lei­hen wie­der zur Borus­sia zurück­keh­ren, ist der 18jährige David Kopacz aber fest an den VfB gebun­den. Gebo­ren in Iser­lohn, mit pol­ni­scher Staats­bür­ger­schaft, kam er mit acht Jah­ren zum BVB und durch­lief dort alle Jugend­mann­schaf­ten. Wer könn­te uns also bes­ser Aus­kunft über ihn geben als Klaus Pablo Tor­gau, bei Twit­ter als @AlsterPeruaner und unter dem Account @BVBJugend unter­wegs, der uns schon Bur­nic und Lar­sen näher­brach­te?

Bur­nic, Lar­sen und auch Manga­la sei­en in der U19 qua­li­ta­tiv vor Kopacz anzu­sie­deln, erklärt Klaus Pablo, wobei die­se auch ein Jahr älter sei­en. Die U19 des BVB habe sich die­ses Jahr erneut für die Meis­ter­schafts-End­run­de qua­li­fi­ziert, ste­he dort aber kurz vor dem Aus­schei­den. Von Kopacz habe man sich, vor allem am Sai­son­an­fang, etwas mehr ver­spro­chen, er ist jedoch in die­ser Sai­son kla­rer Stamm­spie­ler. Kopacz ist ein Offen­siv­all­roun­der im bes­ten Sin­ne, mit Ein­sät­zen als Zeh­ner, Ach­ter oder auch auf der Außen­bahn. Er sei aber auch schwe­rer in eine kla­re Rol­le zu packen als Bur­nic, Manga­la oder Lar­sen. Rechts offen­siv sieht Klaus Pablo ihn am stärks­ten. Er sei ein lauf­star­ker, tech­nisch sau­be­rer Spie­ler, des­sen größ­te Stär­ke es sei, Räu­me auf dem Spiel­feld zu erken­nen. Klaus Pablo ver­weist auch auf die­sen Arti­kel auf Goal.com, der die Ent­wick­lung Kopaczs nach­zeich­net. In die­ser Sai­son hat er für die U19 des BVB sie­ben Tore erzielt.

Am Bei­spiel von Dze­nis Bur­nic kön­ne man aber auch sehen, dass der Sprung von der Junio­ren- in die Her­ren-Bun­des­li­ga vor allem in Sachen Spiel­in­ten­si­tät und ‑geschwin­dig­keit, aber auch was die Kör­per­lich­keit angeht, ziem­lich groß ist. Kopacz müs­se sich in allen Berei­chen noch wei­ter­ent­wi­ckeln. In der pol­ni­schen U21-Natio­nal­mann­schaft hat er aller­dings schon einen ordent­li­chen Sprung gemacht, denn dort spiel­te er bereits ein paar Mal mit, obwohl er erst 18 Jah­re alt ist. Klaus Pablo sieht ihn beim VfB, auch ange­sichts des auf­ge­rüs­te­ten Kaders als Per­spek­tiv­spie­ler mit der Aus­sicht auf ein paar Minu­ten Bun­des­li­ga-Luft.

Das waren so ziem­lich auch die Wor­te, die Micha­el Resch­ke wähl­te und dar­auf wird es auch hin­aus­lau­fen. Soll­te Tay­fun Korkut nächs­te Sai­son mit einem ähn­li­chen Sys­tem spie­len, dann gäbe es sowie­so kei­ne Zeh­ner­po­si­ti­on und auf den offen­si­ven Außen­bah­nen hat er mit Ako­lo, Donis, Thom­my und Gent­ner der­zeit ein Über­an­ge­bot. Schein­bar war die Ver­pflich­tung von Lar­sen im Win­ter doch kein Not­trans­fer auf Anra­ten von Han­nes  Wolf, denn auch Korkut und Resch­ke sind wohl von der Dort­mun­der Nach­wuchs­ar­beit begeis­tert. Bis die­ser Trans­fer Früch­te trägt, wer­den wir wohl aber noch ein wenig war­ten müs­sen. Das gilt auch für den letz­ten Spie­ler, den wir vor­stel­len.

Roberto Massimo

Rober­to Mas­si­mo, in Gha­na gebo­re­ner Deutsch-Ita­lie­ner, unter­schrieb zwar einen Ver­trag beim VfB, wird aber min­des­tens nächs­te, viel­leicht auch über­nächs­te Sai­son, bei der Armi­nia in Bie­le­feld ver­brin­gen, für die er in die­ser Zweit­li­ga-Sai­son mit 17 Jah­ren sein Pro­fi­de­büt gab. Auch in Bie­le­feld ken­nen wir natür­lich aus der vor­ver­gan­ge­nen Sai­son noch jemand, näm­lich Mai­ke (@masi_76), die uns vor dem Hin­spiel damals 11 Fra­gen zur Armi­nia beant­wor­te­te.

Mas­si­mo kam 2014 aus Lipp­stadt nach Bie­le­feld und wur­de 2016/2017 Tor­schüt­zen­kö­nig der B‑Ju­nio­ren-Bun­des­li­ga mit 16 Tref­fern. Zu Beginn der Sai­son noch für die A‑Jugend ein­ge­setzt, absol­vier­te er die letz­ten sechs Liga­spie­le der Armi­nia auf der Rechts­au­ßen­po­si­ti­on. Dass sich Mas­si­mo in so kur­zer Zeit einen Stamm­platz beim immer­hin Tabel­len­vier­ten der 2. Liga erspielt habe, sei ein deut­li­ches Zei­chen, so Mai­ke. Soll­te er wei­ter kon­stant so spie­len, traut sie ihm unter Trai­ner Jeff Saibe­ne, der ger­ne auf jun­ge Spie­ler set­ze, wei­te­re Ein­sät­ze zu. Die Armi­nia wird ihre zwei­te Mann­schaft in die­sem Som­mer abschaf­fen und auch im Fall von Mas­si­mo habe ein Ein­satz in der Ober­li­ga kei­ne Rol­le gespielt.

Mai­ke beschreibt ihn als sehr ball­si­cher und schnell und für sein Alter ver­hält­nis­mä­ßig zwei­kampf­stark. Am Sonn­tag gegen Sand­hau­sen wäre ihm sogar fast sein ers­tes Tor gelun­gen. Die Ver­trags­kon­stel­la­ti­on spre­che für die Boden­stän­dig­keit des Spie­lers, den sie auch sonst als sehr zurück­hal­tend wahr­nimmt. Es habe schon in der A‑Jugend diver­se Anfra­gen gege­ben, dies­mal muss­te sich der VfB dem Ver­neh­men nach gegen Hof­fen­heim durch­set­zen. Es wird inter­es­sant sein zu sehen, wie sich Mas­si­mo in den nächs­ten ein bis zwei Jah­ren bei der Armi­nia ent­wi­ckelt.

Entwicklung statt großer Namen

Was kann man also über die­se Flut an Neu­zu­gän­gen sagen? Der VfB setzt wei­ter­hin nicht auf gro­ße Namen, son­dern auf ent­wick­lungs­fä­hi­ge Spie­ler, die durch­aus auch ihren Preis haben. Wer­den sie alle ein­schla­gen? Das kann jetzt noch kei­ner ver­läss­lich ein­schät­zen. Aber den Ansatz, mit hung­ri­gen jun­gen Spie­lern den Kon­kur­renz­druck zunächst auf den Außen­ver­tei­di­ger­po­si­tio­nen zu erhö­hen, gefällt mir auch wei­ter­hin. Ich bin gespannt, was Resch­ke vor allem offen­siv noch nach­legt. Ich war zuge­ge­be­ner­ma­ßen bis­her noch ein wenig skep­tisch ihm gegen­über, auch weil Beck und Aogo nur eine mit­tel­mä­ßi­ge Hin­run­de spiel­ten. Am Mon­tag hat Resch­ke uns alle über­rascht und sei­nen Ruf beim VfB ziem­lich reha­bi­li­tiert. Nichts­des­to­trotz bedeu­ten die­se Ver­pflich­tun­gen natür­lich nicht, und auch das hat er betont, dass wir jetzt die Liga platt­wal­zen. Aber der VfB und der Blick in des­sen Zukunft macht momen­tan ziem­lich Spaß.

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