Hauptsache weitergekommen?

Der all­ge­mei­ne Tenor zum Pokal­spiel des VfB war, wie man in der VfB-Lek­tü­re vom Don­ners­tag nach­le­sen konn­te fol­gen­der: Die Mann­schaft hat zwar nicht so über­zeu­gend gespielt, aber gegen einen unter­klas­si­gen Geg­ner hat man es im Pokal immer schwer. Außer­dem hat man mit einer ersatz­ge­schwäch­ten Mann­schaft zu null gespielt. Stimmt alles, trotz­dem stimmt der Auf­tritt des VfB in Jena nach­denk­lich.

Natür­lich ist ein 2:0‑Auswärtssieg nach dem spä­ten Nacken­schlag in Lever­ku­sen am ver­gan­ge­nen Sams­tag Bal­sam auf die geschun­de­nen VfB-See­len. Und wahr­schein­lich gebührt Zor­ni­ger auch Respekt dafür, dass er aus dem ihm zu Ver­fü­gung ste­hen­den Kader eine Auf­stel­lung bas­tel­te, die den VfB am Ende ins Ach­tel­fi­na­le brach­te.

Sicher­lich war das Expe­ri­ment mit Schwa­ab als ein­zi­gem Sech­ser ambi­tio­niert, aber es war weni­ger die Auf­stel­lung, die einem in die­sem Spiel sor­gen mach­te (obwohl man sich lang­sam fra­gen muss, wie vie­le sil­ber­ne Löf­fel Georg Nie­der­mei­er wohl geklaut hat), son­dern erneut die Ein­stel­lung.

Dem VfB gelang bis auf die sehens­wer­te Ein­zel­ak­ti­on von Mar­tin Har­nik so gut wie nichts vor­ne. Zwar erober­te man sich ein ums ande­re Mal von den Jena­ern den Ball, ver­spiel­te ihn aber eben­so hek­tisch wie unkon­zen­triert. Ent­we­der, indem man ihn nach vor­ne bolz­te, auf einen Mit­spie­ler der ent­we­der den Ball nicht erreich­te, oder ihn gleich an eine Über­macht von Gegen­spie­ler ver­lor. Oder durch unkon­zen­trier­te Fehl­päs­se auf zwei Meter direkt im Mit­tel­kreis.

Eine Konzentrationsübung

Frü­her am Abend sag­te der Sky-Mode­ra­tor, der die Par­tie Vik­to­ria Köln gegen Bay­er Lever­ku­sen so etwas in der Art wie: “Bei einem unter­klas­si­gen Geg­ner im Pokal zu bestehen ist eine Kon­zen­tra­ti­ons­übung”. Die Lever­ku­se­ner bestan­den, zuge­ge­be­ner­ma­ßen mit einem bes­se­ren Kader, die­se Übung mit Leich­tig­keit. Beim VfB tat man sich hier wesent­lich schwe­rer.

Und das ist das, was einen so rat­los zurück­lässt nach die­sem Erfolg im Pokal. Natür­lich fragt in zwei Wochen kei­ner mehr, wie der VfB ins Ach­tel­fi­na­le des DFB-Pokals kam. Und sicher­lich ist ein dre­cki­ger Sieg wie schon gegen Ingol­stadt der­zeit bes­ser als gar kein Sieg. Aber gera­de gegen einen Viert­li­gis­ten hät­te die VfB-Mann­schaft bewei­sen kön­nen, dass sie in der Lage ist, ihr Spiel 90 Minu­ten kon­zen­triert durch­zu­zie­hen, ohne Gefahr zu lau­fen, von einer spie­le­risch über­le­ge­nen Mann­schaft über­rannt zu wer­den.

Statt­des­sen war es am Ende ein im Grun­de über­flüs­si­ges Hand­spiel, wel­ches den Brust­ring­trä­gern einen spä­ten Gegen­tor­schock erspar­te. Der VfB spiel­te auch des­we­gen zu null, weil die Stür­mer des Drit­ten der Regio­nal­li­ga Nord­ost eben nicht so gefähr­lich sind wie die eines Bun­des­li­gis­ten.

Am Sonn­tag gegen Darm­stadt kön­nen dem Ver­neh­men nach eini­ge län­ger ver­letz­te Spie­ler wie Chris­ti­an Gent­ner und Filip Kostic wie­der auf­lau­fen. Aber auch gegen Darm­stadt wird es ein Gedulds- und Kon­zen­tra­ti­ons­spiel wer­den. Kom­plett­aus­set­zer wie die von Toni Sun­jic kann man sich indes gegen die Stür­mer des Auf­stei­gers nicht leis­ten. Das muss­ten schon eini­ge Mann­schaf­ten erfah­ren.

Mei­ne Befürch­tung ist, dass die Freu­de über das Wei­ter­kom­men die Defi­zi­te des Spiels in Jena etwas über­tüncht.

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