Daten-Dienstag, der 17. November 2020

Letzte Woche gab es keinen Daten-Dienstag, dafür gibt es heute den Rückblick aufs Frankfurt-Spiel, die Zwischenbilanz nach sieben Spieltagen und den Ausblick aufs Hoffenheim-Spiel.

So ist das, wenn man sich mehr Arbeit aufhalst: Man muss sie auch erledigen. Vielleicht mache ich aus dem Daten-Dienstag einfach einen Daten-Donnerstag. Denn meistens steht ja an einem Montagabend noch eine Podcast-Folge an.. 

Wie auch immer, schauen wir erstmal zurück auf das Frankfurt-Spiel. Es wurde schon verschiedentlich thematisiert: Auch wenn der VfB eine starke erste Halbzeit hinlegte und das Spiel durch ein 3:0 vielleicht entschieden gewesen wäre, ging das Remis am Ende mehr als in Ordnung. Die Eintracht hatte zwar nur einen Schuss mehr und zwei Schüsse aufs Tor mehr als der VFB, Understat und Fivethirtyeight errechnen aber mindestens 3,5 expected goals für die SGE. Dass die Eintracht ihre vielversprechenden Chancen nicht nutzt, ist übrigens keine Seltenheit:

Auf Seiten des VfB stach in diesem Spiel nicht nur optisch Borna Sosa auf dem linken Flügel heraus, er gewann auch zwölf seiner 17 Zweikämpfe. Nicolas Gonzalez gab nicht nur die meisten Torschüsse ab, nämlich fünf, sondern führte auch mit 36 die meisten Zweikämpfe und gewann mit 21 auch die meisten des Spiel – zusammen mit Frankfurts Martin Hinteregger. Der wiederum hatte gemeinsam mit seinem Teamkollegen Makoto Hasebe die meisten Ballkontakte und die beste Passquote. 

Nach sieben Spieltagen findet sich der VfB in ligaweiten Statistiken nirgends ganz oben wieder – außer bei den Treffern an Latte oder Pfosten, hier führt man mit fünf die Tabelle an. Immerhin haben wir nach Bayern, Dortmund und Klein-Salzburg mit 100 die viertmeisten Torschüsse abgegeben und die fünftmeisten gewonnenen Zweikämpfe. Bei den gewonnen Zweikämpfen führt natürlich Wataru Endo mit 116 weiterhin die Einzelwertung an. Immer wieder interessant ist, dass der VfB bei den Laufstatistiken, also gelaufene Kilometer, intensive Läufe und Sprints, nur im Liga-Mittelfeld landet. An der Einstellung mangelt es dem Team ja offensichtlich nicht, aber Laufstatistiken sind natürlich auch kein Gradmesser dafür. 

Kommen wir zum nächsten Gegner aus Hoffenheim, die seit dem zweiten Spieltag gegen Bayern München nicht mehr gewinnen konnten. Andrej Kramaric ist immer noch der Spieler mit den drittgrößten Toren, hat seine sechs Treffer aber in den ersten drei Spielen erzielt und wurde seither von einer Corona-Infektion außer Gefecht gesetzt. Am Samstag dürfte er wieder dabei sein. Ansonsten stechen die Jungs von der SAP-Betriebssportgruppe nirgends wirklich heraus – sieht man mal davon ab, dass nur Union weniger Zweikämpfe gewinnen hat, was aber angesichts deren Tabellenstand auch wenig Aussagekraft hat. Hoffenheim befindet sich definitiv nicht in der Erfolgsspur, hat aber alle drei internationalen Spiele in dieser Saison gewonnen und kriegt wahrscheinlich seinen mit Abstand gefährlichsten Stürmer wieder. Leichter wird es für den VfB in den kommenden Wochen also nicht. 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Daten-Dienstag, der 17. November 2020“

  1. Hallo Lennart,
    vielen Dank für deine sehr guten Artikel. Was ich nicht verstehe sind die Seitenhiebe ‘Klein-Salzburg’ und ‘SAP-Betriebssportgruppe,. Als ob es eine besondere Leistung der heutigen Generation oder ein Kriterium für Anerkennung wäre, dass ein Verein vor mehr als 100 Jahren gegründet wurde. Wie alt muss ein Fußballclub sein, von wem muss das Geld kommen, welche juristische Strukturen muss er haben, dass er akzeptiert wird? Wenn Mercedes in den VfB so viel investieren würde wie in die F1, würde kein VfB-Fan Nein sagen. Neid? Leipzig und Hoffenheim machen einen guten Job und sind mir lieber als manch andere sogenannte Traditionsveine.
    Herzliche Grüße
    Thomas Obermüller

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    • Hallo Thomas,

      Danke für Deinen Kommentar. Es geht mir weder um Neid, noch um Tradition, sondern schlicht um Wettbewerbsverzerrung und die betreiben beide ganz massiv. Von undemokratischen Strukturen und der generellen Ungenießbarkeiten eines Selbstdarstellers wie Hopp und eines Rechtsauslegers wie Matteschitz mal ganz abgesehen.

      Viele Grüße, Lennart

      Antworten

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