But can they do it on a cold Tuesday night at Paderborn?

Der VfB schießt end­lich in Leip­zig ein Tor, tritt bei der Nie­der­la­ge aber trotz Ver­let­zungs­sor­gen bes­ser auf als in den Spie­len zuvor.

Eigent­lich. Ja, eigent­lich war der VfB der mora­li­sche Sie­ger die­ses Spiels. Hät­te der ehe­ma­li­ge Assis­tent von Robert Hoyzer nur mal so genau hin­ge­schaut wie beim ein­deu­ti­gen Hand­spiel von Josko Gvar­di­ol, dann hät­te er erkannt, dass sich Wata­ru Endo in jener 25. Minu­te des Frei­tag­abend­spiels genau­so fair den Ball erkämpf­te wie beim ver­meint­li­chen Sieg­tref­fer in Hof­fen­heim und Flo­ri­an Mül­ler hät­te sei­ne Flutsch­fin­ger ste­cken las­sen kön­nen. Und was soll man gegen Kunst­tor­schüt­zen wie Andrej Kra­ma­ric und Domi­nik Szo­boszlai schon aus­rich­ten? Also, eigent­lich hät­te der VfB hier gut und ger­ne was mit­neh­men kön­nen.

Die B‑Elf überzeugt

Hat er aber nicht. Und das lag weni­ger dar­an, dass Bru­no Lab­ba­dia wegen diver­ser Ver­let­zun­gen und einer Sper­re nicht nur nicht zum drit­ten Mal die glei­che Elf aufs Feld schi­cken konn­te, son­dern die­se gleich mehr­fach umbau­en muss­te. Denn Tho­mas Kas­t­a­n­a­ras zeig­te bei sei­nem Start­elf­de­büt bis zu sei­ner Aus­wechs­lung eine durch­aus anspre­chen­de Leis­tung und brach­te sogar einen ziem­lich gefähr­li­chen Schuss aufs Tor. Und auch die Abwehr, dies­mal (end­lich) mit Pas­cal Sten­zel und Joshua Vagno­man auf den Außen­bah­nen, mach­te einen rela­tiv sta­bi­len Ein­druck. Ein­zig Luca Pfeif­fer, der den von Magen­pro­ble­men geplag­ten Ser­hou Gui­ras­sy ersetz­te, blieb sehr blass.

Man könn­te also sogar sagen, die B‑Elf spiel­te über wei­te Stre­cken bes­ser als es die A‑Elf zum Ende der Hin­run­de getan hat­te.

Emblematischer Elfmeter 

Das Pro­blem war nur: Es war halt gegen Leip­zig und anstatt wie ande­re Mann­schaf­ten von deren Unkon­zen­triert­hei­ten zu pro­fi­tie­ren, leg­te sich der VfB das ers­te Tor durch einen unfass­ba­re Lap­sus von Mül­ler wie­der selbst rein, ver­wer­tet die eige­nen Chan­cen nicht und hät­te sich fast noch um das ers­te Aus­wärts­tor gegen Fuschl gebracht. 

Das Elf­me­ter-Tor von Füh­rich war emble­ma­tisch für das Spiel. Der geg­ne­ri­sche Kee­per defen­siv so feh­ler­an­fäl­lig wie sei­ne Kol­le­gen, der eige­ne Schüt­ze so unbe­hol­fen wie sei­ne Kol­le­gen und dazu eine VAR-Ent­schei­dung, die so lan­ge dau­er­te, wie man es bei der Umset­zung die­ser Tech­no­lo­gie und die­sem Schieds­rich­ter befürch­ten muss­te. Der VfB hät­te hier über­ra­schend Punk­te holen und sich für sei­ne Leis­tung beloh­nen kön­nen, ver­pass­te es aber wie gewöhn­lich.

Und so ist das Bes­te an die­sem Wochen­en­de, dass die Kon­kur­renz im Tabel­len­kel­ler stand Sams­tag­abend durch die Bank weg eben­falls ver­lo­ren hat. Und dass das erst der 18. Spiel­tag war. Bewer­ten lässt sich die Leis­tung vom Frei­tag­abend aber erst, wenn die Mann­schaft sich die bei­den eben genann­ten Fak­to­ren zunut­ze macht und am kom­men­den Sonn­tag gegen Bre­men end­lich mal wie­der gewinnt. Ein wei­te­rer Prüf­stein für die Leis­tungs­fä­hig­keit der Mann­schaft erwar­tet uns indes schon am Diens­tag­abend. 

Tradition 

Irgend­wann muss­te ich das Bon­mot des eng­li­schen Kom­men­ta­tors Andy Gray ja mal im Blog brin­gen. Also: Schön, dass der VfB sich in Leip­zig nur vom Schieds­rich­ter und den eige­nen Töl­pe­lei­en schla­gen lässt. Aber kön­nen sie die­se Leis­tung auch an einem kal­ten Diens­tag­abend in Pader­born abru­fen? Mit Aus­nah­me der vor­letz­ten Sai­son ist es näm­lich Tra­di­ti­on, dass sich die Brust­ring­trä­ger nach über­ra­gen­den Außen­sei­ter-Leis­tun­gen im nächs­ten Spiel wie­der dem schwä­che­ren Geg­ner anpas­sen.

Immer­hin bie­tet das Spiel uns Fans mal ein biss­chen Abwechs­lung. Es ist erst die fünf­te Begeg­nung mit den Ost­west­fa­len (auch wenn Fabi­an Wohl­ge­muth bei der Aus­lo­sung noch in Diens­ten des SCP noch etwas von vie­len span­nen­den Duel­len erzähl­te) und nach 2002 im Pokal und 2015 in der Liga — Gin­c­zek! — erst das drit­te Spiel dort. Für vie­le Fans, mich ein­ge­schlos­sen, also ein neu­er Ground und ein müdes Unent­schie­den ist auch aus­ge­schlos­sen. Nicht, dass es uns zuletzt an Ner­ven­kit­zel geman­gelt hät­te. Aber im tiefs­ten Win­ter aus­wärts zu einem ambi­tio­nier­ten Zweit­li­gis­ten fah­ren, in der Hoff­nung auf eine tri­um­phie­ren­de Heim­fahrt? Tau­send Mal bes­ser als in deren über­kan­di­del­ten Sta­di­on oder vor dem Fern­se­her der erwart­ba­ren Nie­der­la­ge in Leip­zig ent­ge­gen zu sehen.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass kommt zu einem ähn­li­chen Fazit und fin­det, die Mann­schaft habe Das Bes­te draus gemacht. Stuttgart.International sieht eine Tap­fe­re B‑Elf, aber auch einen miss­glück­ten Neu­start unter Lab­ba­dia. 

Titel­bild: © Stuart Franklin/Getty Images

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