Rund um das Spiel gegen Dortmund

Nach zwei Nie­der­la­gen im Fol­ge scheint der Höhen­flug des VfB bereits wie­der vor­bei zu sein. Mit dem BVB war­tet zudem der nächs­te har­te Bro­cken. Kann die Mann­schaft von Sebas­ti­an Hoe­neß eine Über­ra­schung lan­den oder wird man sich von den Top 5 ver­ab­schie­den müs­sen?

Gui­ras­sy fehlt. Das mag zunächst kein über­ra­schen­des State­ment nach dem ers­ten tor­lo­sen Spiel der Sai­son sein. Doch es sind nicht nur sei­ne Tore, die feh­len. Er fehlt als Anspiel­sta­ti­on, als ers­te Pres­sing­li­nie und auch als Elf­me­ter­schüt­ze. Ich will damit nicht sein Ersatz Deniz Undav bloß­stel­len oder so. Kei­nes­wegs. Die Leih­ga­be aus Eng­land spielt soli­de. Er hat seit Gui­ras­sys Ver­let­zung (Aus­wechs­lung gegen Uni­on Ber­lin mit­in­be­grif­fen) Vier Tore in vier Spie­le geschos­sen und betei­ligt sich auch wie Gui­ras­sy im Spiel­auf­bau. Aber er hat auch ein Elf­me­ter ver­schos­sen und war im „El Schwa­bico“ prak­tisch abge­mel­det.

Das soll­te aber kei­ne Ent­schul­di­gung oder Aus­re­de sein für die bei­den Nie­der­la­gen. Die Mann­schaft wird noch oft genug ohne Gui­ras­sy aus­kom­men müs­sen, da soll­te mehr drin sein, als was wir bis jetzt erlebt haben. Vor alle ist er Stür­mer und gera­de die Defen­si­ve wirk­te die letz­ten Spie­le fah­rig. Hei­den­heim hat­te gera­de in der ers­ten Halb­zeit viel zu oft eine Über­zahl­si­tua­ti­on die wahr­schein­lich ohne Anton zu Gegen­to­ren geführt hät­ten, die Ver­tei­di­gung der Ecken bzw. über­haupt die Ent­ste­hung der Ecken war mit Ver­laub gesagt nicht bun­des­li­ga­reif. Da hof­fe ich, dass Hoe­neß die Was­ser­fla­sche durch die Kabi­ne geschleu­dert hat, und dass die Mann­schaft defen­siv wie­der die Sta­bi­li­tät der ers­ten Spiel­ta­ge errei­chen wird.

 

Denn mit Dort­mund kommt eine Mann­schaft, die sowas eis­kalt bestraft.

Apro­pos Heim­spiel gegen Dort­mund. Wer bei dem Satz nicht an das 3:3 aus letz­ter Sai­son denkt, hat frei nach Rudi Völ­ler den Fuß­ball nie geliebt. Ich zumin­dest wer­de nicht ver­ges­sen, als Mavro­pa­nos beim Stand vom 0:2 mit Gelb-Rot vom Platz flog und ich mir dach­te „Oh Gott, hof­fent­lich wird das kei­ne Packung“. Aber gut Borus­sia Dort­mund mach­te Borus­sia Dort­mund-Sachen und ver­spiel­te die zwei-Tore-Füh­rung. Am Ende stand es 3:3 und Dort­mund hol­te zwei Punk­te weni­ger, als von ihnen erhofft. Zwei Punk­te, die für die Schwarz­gel­ben die Meis­ter­schaft bedeu­tet hät­ten. Jetzt fragt ihr euch, war­um erzähl ich das? Das ist ein VfB-Blog, und kein BVB, Schwatz­gelb, Nie­mals allein™ Blog.

Ich erzähl euch das, weil ich hier die Chan­ce sehe. Dort­mund ist wahr­schein­lich qua­li­ta­tiv zwei Rega­le höher als der VfB, wahr­schein­lich wür­de ihr Zeug­wart bei uns sofort Stamm spie­len, aber Dort­mund – und ich wer­de die­se Mei­nung bis zum Ende ver­fech­ten – ist tak­tisch nicht auf dem glei­chen Niveau. Sie kön­nen per­for­men, aber sobald der Geg­ner ein biss­chen Resi­li­enz zeigt, zeigt der BVB ein kom­plett ande­res Gesicht. Über die letz­ten Jah­re haben sie immer wie­der so siche­re Füh­run­gen ver­spielt, oder siche­re Must-Win Spie­le ver­lo­ren. Und über die gan­zen Duel­le gegen den „Riva­len“ Bay­ern will ich erst gar nicht anfan­gen weil das ein ein­zi­ges Trau­er­spiel ist. Des­we­gen behaup­te ich ket­ze­risch, dass Dort­mund uns aus tak­ti­scher Per­spek­ti­ve wahr­schein­lich mehr liegt als Hei­den­heim. Wenn wir wie­der früh Druck machen, aggres­siv pres­sen und even­tu­ell früh in Füh­rung gehen, kön­nen wir hier ein Upset schaf­fen. Es gibt aber ein ande­res Sze­na­rio: Dort­mund reist mit einem Jetzt-erst-Recht-Gefühl nach Stutt­gart wäh­rend der VfB nach den Nie­der­la­gen ver­un­si­chert ist und zack! Steht es zur zwei­ten Halb­zeit schon 4:0 für die schwarz­gel­ben. Es wird auf jeden Fall kein lang­wei­li­ges Spiel.

Personalsituation

Guess who’s back? Back again? Josh Vagno­man, tell a fri­end! Nach einer lan­gen Ver­let­zungs­pau­se kehrt der Rechts­ver­tei­di­ger zurück in den Spiel­tags­ka­der und wird hof­fent­lich die Lücke auf rechts wie­der fül­len. Wahr­schein­lich wird trotz­dem Sten­zel star­ten, aber mit Vagno­man in der Hin­ter­hand kann ich deut­lich beru­hig­ter schla­fen. Ser­hou Gui­ras­sy könn­te eben­falls sein Come­back fei­ern, aber so wie sich Sebas­ti­an Hoe­neß bei der PK ange­hört hat, wird man auf Num­mer sicher­ge­hen und ihn erst nach der Län­der­spiel­pau­se wie­der ein­set­zen. Ansons­ten lich­tet sich lang­sam das Laza­rett. Außer Nar­tey konn­ten alle mit­trai­nie­ren.

Startaufstellung

meineaufstellung.de

Ich habe mich sehr schwer getan was die Start­auf­stel­lung angeht. Einer­seits ist die Fra­ge, ob die zurück­keh­ren­den Sten­zel, Vagno­man und Gui­ras­sy wie­der gleich 90 Minu­ten spie­len kön­nen ande­rer­seits ist auf der 10 die Fra­ge, ob Mil­lot Jeong wie­der auf die Bank ver­drängt bzw. ob Silas oder Lewe­ling Rechts­au­ßen star­tet. Ansons­ten stellt sich das Team irgend­wie von allei­ne auf, was jetzt nicht für unse­re Kader­tie­fe spricht.

Statistik

Nach 106 Bun­des­li­ga-Duel­le ist die Bilanz recht aus­ge­gli­chen. Wäh­rend man sich 25 mal die Punk­te teil­te, konn­te der VfB 40 mal das Spiel für sich ent­schei­den und 41 mal ging man leer aus. Bei den Par­tien zuhau­se im hei­mi­schen Neckar­sta­di­on konn­te der VfB 27 sei­ner 40 Sie­ge erzie­len (10 Unent­schie­den, 16 Nie­der­la­gen). Stutt­gart gegen Dort­mund ver­spricht immer vie­le Tore. Wer erin­nert sich nicht an das legen­dä­re 4:4 im West­fa­len­sta­di­on? oder das oben erwähn­te 3:3? Das letz­te Mal tor­los blie­ben die bei­den Tra­di­ti­ons­ver­ei­ne im Jahr 2012, beim ers­ten Auf­ein­an­der­tref­fen nach dem 4:4. Danach fie­len immer min­des­tens 2 Tore. Und das gab es auch nur ein­mal. Ansons­ten reicht die Spann­wei­te von 0:6‑Klatschen bis hin zu 5:1‑Überraschungserfolgen als Auf­stei­ger. Das war auch der letz­te VfB Sieg gegen Dort­mund. Seit­dem gab es fünf Spie­le, aus denen der VfB nur einen Punkt holen konn­te.

Was Dort­mund den VfB ver­bin­det, ist der Fokus auf eige­nen Ball­be­sitz. Die Schwa­ben besit­zen mit 56 % durch­schnitt­li­chen Ball­be­sitz den viert­höchs­ten Schnitt. Der BVB aller­dings liegt mit sat­ten 58 % auf Platz 2 in der Sta­tis­tik. Ähn­li­ches fin­det man auch bei der Pass­sta­tis­tik. Dort besitzt aber der VfB ( mit 87,4 % auf Platz 3) den Trumpf über die Schwarz­gel­ben (86,5 %, Platz 4).  Defen­siv besitzt der VfB einen Vor­teil. Wäh­rend die zwei Kon­tra­hen­ten eine ähn­lich gute Zwei­kampf­sta­tis­tik besitzt, ist der VfB bes­ser dar­in, das eige­ne Tor zu ver­tei­di­gen. Mit 10,67 xG against besit­zen Anton und Co. die zweit­bes­te Defen­si­ve der Liga. Zum Ver­gleich: Der BVB kas­sier­te ins­ge­samt 16 xG against.

Übri­gens lie­be Grü­ße an die “VfB over­per­for­med und hat nur Spielglück”-Fraktion. Der Rele­ga­ti­ons­po­kal­sie­ger 2023 hat die zweit­meis­ten xPoints (22,75) und hat somit einen Punkt weni­ger geholt, als es sich erspielt hat. Dort­mund hat übri­gens sich 16,82 xPoints erspielt. Sie haben also 4,18 Punk­te mehr geholt, als sie eigent­lich ver­dient haben.

Es bleibt trotz zwei Nie­der­la­gen in Fol­ge wei­ter­hin eine erfolg­rei­che Sai­son für uns.

Fazit

Es war­tet ein schwe­res Spiel auf uns. Ich bin gespannt dar­auf, wie die Mann­schaft nach den zwei Plei­ten in Fol­ge zurück­kehrt. Dort­mund hat die Qua­li­tät uns kom­plett aus­ein­an­der zu neh­men, aber wenn sie einen schlech­ten Tag erwi­schen, könn­ten wir even­tu­ell sogar den ein oder ande­ren Punkt gewin­nen. Ich den­ke es wird ein inter­es­san­tes 2:2.

Titel­bild: © Chris­ti­an Kas­par-Bart­ke/­Get­ty Images

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