Neu im Brustring: Jacob Bruun Larsen

Der VfB hat den 19-jäh­ri­gen Jacob Bru­un Lar­sen von Borus­sia Dort­mund für ein hal­bes Jahr bis Sai­son­ende aus­ge­lie­hen. Wir haben uns bei BVB-Nach­wuchs­exper­te Klaus Pablo Tor­gau (@AlsterPeruaner, @BVBJugend) über ihn schlau gemacht.

Lar­sen wur­de 1998 im däni­schen Lyng­by gebo­ren und beim dor­ti­gen Lyng­by BK groß. 2015 wech­sel­te er dann in den Nach­wuchs von Borus­sia Dort­mund. Laut Klaus Pablo galt er damals schon als gro­ßes Talent. “In Dort­mund hat er sich dann von Jahr zu Jahr ver­bes­sert und konn­te im Junio­ren-Bereich alles gewin­nen, war im gol­de­nen 98er-Jahr­gang (wie Puli­sic und Bur­nic) ein­mal Meis­ter der B‑Junioren und zwei­mal der A‑Jugend.”, so der BVB-Exper­te. Trai­ner in der B‑Jugend war natür­lich Han­nes Wolf.

Für Däne­mark hat er vier Spie­le bei Olym­pia absol­viert, und das ein­zi­ge Tur­nier­tor der Dänen vor­be­rei­tet. Außer­dem hat er die däni­schen Nach­wuchs­na­tio­nal­mann­schaf­ten seit der U16 durch­lau­fen. Für den BVB  fei­er­te er im Pokal gegen Uni­on Ber­lin letz­te Sai­son sein Pro­fi­de­büt. Dort konn­te er Klaus Pablo zufol­ge auch über­zeu­gen und eben­falls ein Tor vor­be­rei­ten. Die­se Sai­son kam er auch zu sei­nem ers­ten Bun­des­li­ga­ein­satz, spiel­te aber sonst vor allem in der Youth League, der er aber “deut­lich ent­wach­sen ist”. Vier Tore und drei Vor­la­gen in fünf Spie­len sei­en eine gute Bilanz, ande­rer­seits sei das Niveau der Geg­ner teil­wei­se auch nur auf Bezirks­li­ga-Level.

Eine kurze Leihe

Klaus Pablo sieht die Stär­ken von Lar­sen vor allem auf den offen­si­ven Außen, auch wenn er bereits in Test­spie­len unter Tho­mas Tuchel als Links­ver­tei­di­ger agier­te oder in der Youth League im Mit­tel­feld­zen­trum. Dabei sieht er ihn rechts bes­ser auf­ge­ho­ben, weil er von dort “mit sei­ner Dyna­mik und sehr guten Aus­dau­er vie­le Tem­po­läu­fe und schar­fe Flan­ken brin­gen kann”. Anders als zum Bei­spiel Felix Pass­lack sei er tech­nisch sehr stark, wobei er nicht unbe­dingt der typi­sche Tem­po­dribb­ler son­dern eher ein “straigh­ter Außen­spie­ler mit guten Flan­ken­bäl­len” sei. Von der lin­ken Sei­te aus wür­de er auf­grund sei­nes star­ken rech­ten Fußes eher den Abschluss suchen.

Wird Lar­sen die­se Fähig­kei­ten auch für den VfB auf den Platz brin­gen kön­nen? Klaus Pablo sieht eine sechs­mo­na­ti­ge Lei­he als ziem­lich kurz an und hofft, dass Lar­sen in Stutt­gart etwas Bun­des­li­g­aluft schnup­pert. In Dort­mund sei dafür die Kon­kur­renz mit Puli­sic, Sancho, Yar­mo­len­ko und dem­nächst auch Reus der­zeit zu groß. Klaus Pablos Fazit: “Ich glau­be, wenn Lar­sen ein Rota­ti­ons­spie­ler mit ein paar Star­t­el­fein­sät­zen wird, ist das für alle Sei­ten eine zufrie­den­stel­len­de Lei­he gewe­sen. Man soll­te aber nicht davon aus­ge­hen, dass er sofort die Ster­ne vom Him­mel spielt, immer­hin ist sei­ne Her­re­n­er­fah­rung bis­her über­sicht­lich.”

Wolfs Jungs

Auf Twit­ter wur­de die Ver­pflich­tung von Lar­sen, wie schon die von Erik Thom­my, über­wie­gend nega­tiv kom­men­tiert. Natür­lich kann man Par­al­le­len zu Bur­nic und Manga­la zie­hen, die offen­sicht­lich auch unter ande­rem des­halb ver­pflich­tet wur­den, weil Han­nes Wolf sie bereits kennt und die bei­de kaum Ein­sät­ze haben. Alle drei Spie­ler sind unter ganz unter­schied­li­chen Vor­zei­chen zum VfB gekom­men. Manga­la ist fest ver­pflich­tet und ange­sichts sei­nes Alters vor allem ein Trans­fer mit Per­spek­ti­ve. Bur­nic kehrt im Som­mer nach Dort­mund zurück und soll in die­ser Spiel­zeit Erfah­rung in der Bun­des­li­ga sam­meln, sich wei­ter ent­wi­ckeln und in die­sem Zuge dem VfB viel­leicht an der ein oder ande­ren Stel­le hel­fen. Lar­sen hin­ge­gen hat in dem hal­ben Jahr eigent­lich kaum Zeit zur Ent­wick­lung. Für ihn geht es vor allem um Spiel­pra­xis, die er in Dort­mund nicht ver­nünf­tig kriegt. Alle drei Spie­ler haben noch kaum Erfah­rung im Her­ren­be­reich und kom­men, bezie­hungs­wei­se kamen in Dort­mund nicht an ihren Kon­kur­ren­ten vor­bei, auch wenn die Dort­mun­der Mann­schaft kei­ne beson­ders gute Sai­son ablie­fert.

Ich hal­te jedoch nichts davon, Spie­ler schon vor ihrem ers­ten Auf­tritt im Brust­ring abzu­leh­nen. Natür­lich kann man skep­tisch sein, auch wegen der eben auf­ge­führ­ten Grün­de. Viel­leicht über­ra­schen uns Lar­sen und Thom­my aber auch und gehen, anders als ihre Kol­le­gen, unbe­las­tet von der bis­he­ri­gen Sai­son in die Spie­le und machen hin und wie­der den Unter­schied.  Ich fin­de, man macht es sich auch zu ein­fach damit, nur wei­te­re Ver­stär­kun­gen zu for­dern. Wie 2016 hat die Mann­schaft spie­le­risch das Poten­zi­al, die Klas­se zu hal­ten. Sie muss es nur abru­fen — jun­ge, wie auch erfah­re­ne Spie­ler.

Foto: Está­dio Nacio­nal de Bra­sí­lia Mané Gar­rin­cha, Bra­sí­lia, DF, Bra­sil, 7/8/2016,  And­re Borges/Agência Bra­sí­lia unter CC BY 2.0

 

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