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Der VfB gewinnt auch sein fünf­tes Spiel in Fol­ge und zeigt gegen die Gäs­te aus Kai­sers­lau­tern trotz Abschluss­schwä­che, dass er auch die bes­te Abwehr der Liga kna­cken kann.

Die 15 Sie­ge, die der VfB in die­ser Sai­son schon ein­ge­fah­ren hat, kamen auf unter­schied­lichs­te Wei­se zustan­de. Es gab die dre­cki­gen Sie­ge wie zuletzt gegen Sand­hau­sen und Hei­den­heim, es gab deut­li­che Sie­ge wie gegen Fürth oder Aue, es gab ein­fa­che Sie­ge wie den gegen ein ziem­lich harm­lo­ses Düs­sel­dorf und es gab eben die­sen 15. Sieg gegen den 1. FC Kai­sers­lau­tern, der weder dre­ckig, noch deut­lich, noch ein­fach war.

Der 1. FC Kurios

Im Bild: Beste Offensive gegen beste Defensive. © Eric Späte
Im Bild: Bes­te Offen­si­ve gegen bes­te Defen­si­ve. © Eric Spä­te

Geg­ner der Brust­ring­trä­ger war an die­sem Sonn­tag näm­lich ein Kurio­sum der Liga: Die Pfäl­zer hat­ten vor dem Spiel erst 16 Tore geschos­sen und stell­ten damit die harm­lo­ses­te Offen­si­ve der Liga. Gleich­zei­tig muss­te Lau­terns Tor­hü­ter aber in 21 Spie­len nur 17 mal hin­ter sich grei­fen, der Best­wert in die­ser Kate­go­rie. Der VfB wür­de die Gäs­te also nicht über­ren­nen kön­nen, gleich­zei­tig muss­ten die Brust­ring­trä­ger trotz der bis­her gezeig­ten Harm­lo­sig­keit des FCK höl­lisch (hehe) auf­pas­sen, denn mit einem Rück­stand wäre es noch schwe­rer gewe­sen, die Lau­te­rer Abwehr zu kna­cken.

Glück­li­cher­wei­se kam es dazu nicht, weil die VfB-Defen­si­ve sich als ähn­lich sat­tel­fest erwies. Im Gegen­satz zum Spiel gegen Hei­den­heim lie­ßen Baum­gartl und sei­ne Neben­leu­te sich nicht auf halb­ga­re Klä­rungs­ver­su­che ein, son­dern dro­schen den Ball vehe­ment aus dem Straf­raum. Am ande­ren Ende des Spiel­felds war die Par­tie zumin­dest in der ers­ten Halb­zeit eine sehr zähe Ange­le­gen­heit. Der VfB müh­te sich zwar red­lich, ver­stol­per­te oder ver­spiel­te aber immer wie­der den letz­ten Pass am Straf­raum. Beson­ders die Flü­gel­spie­ler Asa­no und Mané waren wie­der sehr aktiv, jedoch lei­der vor allem glück­los. Vor allem Asa­no auf dem lin­ken Flü­gel ver­tän­del­te vie­le Bäl­le, wäh­rend Manés Anspie­le oft ein­fach ihr Ziel nicht fan­den.

Geht da noch mehr?

So weit, so unbe­frie­di­gend. Oder? Natür­lich ist uns allen klar, dass die­se Sie­ges­se­rie irgend­wann enden wird — auch wenn es nicht so dra­ma­tisch wei­ter­ge­hen soll­te wie in der ver­gan­ge­nen Sai­son, als man nach eben­falls fünf Sie­gen in Fol­gen die Boden­haf­tung ver­lor. Aber wie schon gegen Hei­den­heim wünscht man sich als VfB-Fan ja schon so ein biss­chen, dass sich die Brust­ring­trä­ger etwas sou­ve­rä­ner, bezie­hungs­wei­se in die­sem Fall geschick­ter anstel­len und ein Team aus der unte­ren Tabel­len­hälf­te wie den FCK ein­fach auch mal spie­le­risch bezwin­gen. Auf der ande­ren Sei­te ist die Tor­dif­fe­renz der Lau­te­rer nicht vom Him­mel gefal­len. Sie ste­hen eben des­we­gen auch so ver­hält­nis­mä­ßig schlecht da, weil von den 22 Spie­len immer­hin sechs null zu null aus­gin­gen und man mit weni­ger als einem Tor pro Spiel eben sel­ten drei Punk­te holt.

Da ist es passiert. Terrodde hat zugeschlagen. © VfB-Bilder.de
Da ist es pas­siert. Ter­rod­de hat zuge­schla­gen. © VfB-Bilder.de

Alles in allem war die ers­te Halb­zeit also aus­bau­fä­hig. Das sah wohl auch Han­nes Wolf so und fand glück­li­cher­wei­se in der Pau­se die rich­ti­gen Wor­te. Die Geduld des VfB in den 45 Minu­ten zahl­te sich jetzt aus, denn bereits nach 12 Minu­ten Dau­er­pres­sing in der zwei­ten Halb­zeit erlös­te Simon Terod­de die Brust­ring­trä­ger auf dem Platz und auf den Rän­gen des Neckar­sta­di­ons mit dem 1:0. Erneut gab Insua mit einer fast per­fek­ten Flan­ke die Vor­la­ge dazu. So macht man das halt als Tabel­len­füh­rer mit mitt­ler­wei­le einem gewis­sen Selbst­ver­ständ­nis: Man war­tet auf sei­ne Chan­cen und nutzt sie dann irgend­wann. Und mitt­ler­wei­le hat der VfB auch gut ein­ge­spiel­te Abläu­fe für sowas:

 

Starke zweite Halbzeit macht Hoffnung

Daniel Ginczek: Aufmerksamer Zuhörer, aber hektisch vorm Tor. © VfB-Bilder.de
Dani­el Gin­c­zek: Auf­merk­sa­mer Zuhö­rer, aber hek­tisch vorm Tor. © VfB-Bilder.de

Und auch danach ließ man den Gäs­ten nur wenig Platz zur Ent­fal­tung. Zwar wur­de es noch­mal kurz brenz­lig, als ich schon eine Wie­der­ho­lung des Hei­den­hei­mer Schei­ben­schie­ßens der Vor­wo­che befürch­te­te, aber irgend­wie kämpf­te sich der VfB immer wie­der hin­ten raus, zumal die Aktio­nen der Gäs­te so zwin­gend nicht waren. Gleich­zei­tig schaff­te es der VfB nicht nur sich zu befrei­en, son­dern auch das Lau­te­rer Tor wei­ter zu atta­ckie­ren und mit Nadel­sti­chen den FCK wie­der in die Defen­si­ve zu brin­gen. Wie gegen Hei­den­heim schon, hät­te man den Deckel frü­her drauf machen kön­nen und müs­sen, aber Dani­el Gin­c­zek scheint vorm Tor immer noch nicht die Ruhe zu besit­zen, die ihn vor sei­ner Ver­let­zung aus­ge­zeich­net hat. Geduld, möch­te man ihm zuru­fen, Du wirst dein Tor noch schie­ßen, aber nicht wenn Du es so sehr drauf anlegst, dass der Ball aus zwölf Metern mei­len­weit vor­bei­geht.

Der VfB-Stür­mer reha­bi­li­tier­te sich dann aber noch und trug sich mit einem schö­nen Pass auf Ber­kay Özcan in die Sco­rer­lis­te ein, denn den Pass ver­wer­te­te Özcan frei­ste­hend und abge­klärt zum 2:0 und mach­te damit end­gül­tig den Deckel auf die­se Par­tie. Ist jetzt also alles per­fekt beim VfB nach die­ser Sie­ges­se­rie oder besteht, wie Ben­ni aka @Tragisches3Eck für den Süd­ku­rier schreibt, noch Luft nach oben? Der VfB ist auf jeden Fall wei­ter­hin auf einem  guten Weg. Es läuft sicher­lich noch nicht alles per­fekt und auf­ge­stie­gen ist man natür­lich auch noch lan­ge nicht. Schon allein weil man noch gegen die Ver­fol­ger Han­no­ver, Ber­lin und Braun­schweig antre­ten muss, gegen letz­te­re am kom­men­den Mon­tag. Aber rein gefühlt ist dies so eine Sai­son, wo so viel für den VfB läuft, dass eigent­lich nicht mehr viel schief gehen kann. Natür­lich soll­ten wir uns wei­ter auf Fak­ten, also die Tabel­le stüt­zen und weni­ger auf Hoff­nun­gen und Gefüh­le, aber wenn man Spie­le so gewinnt, wie es der VfB der­zeit tut, ist auch gegen Braun­schweig ein wenig Hoff­nung drin.

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