El Khannouss 1, Heidenheim 0

Trotz einer über­schau­ba­ren Leis­tung bleibt der VfB auch im drit­ten Liga-Heim­spiel in Fol­ge ohne Punkt­ver­lust und Gegen­tor. Dass die Mann­schaft auf Platz 4 in die Län­der­spiel­pau­se geht hat sie neben einer größ­ten­teils kon­zen­trier­ten Abwehr­leis­tung vor allem einem Neu­zu­gang zu ver­dan­ken.

Man kann die Kader­pla­nung in der Offen­si­ve in die­ser Sai­son ja durch­aus kri­tisch betrach­ten — gera­de jetzt wo sich Deniz Undav und Erme­din Demi­ro­vic in der Reha­welt die Klin­ke in die Hand geben. Dass das pas­sie­ren wür­de, war zwar mög­lich, aber nicht unbe­dingt abseh­bar, vor allem nicht beim eigent­lich dau­er­fit­ten Demi­ro­vic. Den­noch hat­te man am Ende der Trans­fer­pe­ri­ode unterm Strich einen Offen­siv­mann weni­ger, nach­dem man sich bei Genks Oh ver­po­kert hat­te, als man des­sen irgend­wann mal geris­se­nes Kreuz­band zum Drü­cken des Prei­ses nut­zen woll­te. Genau der fehlt jetzt, um in den kom­men­den Wochen Deniz Undav offen­siv zu unter­stüt­zen und ihn davon abzu­hal­ten, zu vie­le Spie­le zu absol­vie­ren. An ande­rer Stel­le hat Fabi­an Wohl­ge­muth aber voll ins Schwar­ze getrof­fen und zwar beim Ersatz für Enzo Mil­lot.

Die Gefahr von halblinks

Bil­al El Khan­nouss hat­te in den ver­gan­ge­nen Wochen gro­ßen Anteil an dem rein punk­te­mä­ßig zweit­bes­ten Start in eine Bun­des­li­ga-Sai­son in den letz­ten 20 Jah­ren. Direkt nach der Ver­pflich­tung zur Natio­nal­mann­schaft abge­reist, stand er nur zwei Tage nach sei­ner Rück­kehr gegen Frei­burg direkt in der Start­elf. Auch wenn das Spiel für den ers­ten gro­ßen inter­nen Knall beim VfB sorg­te und El Khan­nouss sei­ne Klas­se wenn über­haupt nur andeu­ten konn­te, so wur­de er in den dar­auf­fol­gen­den Spie­len zum ent­schei­den­den Fak­tor: Gegen St. Pau­li traf er nach Abla­ge von Demi­ro­vic von halb­links, gegen Cel­ta de Vigo nach einem Dop­pel­pass mit Ange­lo Stil­ler von halb­links und im strö­men­den Cannstat­ter Regen am ver­gan­ge­nen Sonn­tag — nun­ja, eben­falls von halb­links. Drei ent­schei­den­de Tore eben und dane­ben führt er die VfB-Offen­si­ve mit sei­ner Ball­si­cher­heit und sei­ner Über­sicht an — Attri­bu­te, die sei­ne Mit­spie­ler mit­un­ter ver­mis­sen las­sen.

So auch gegen Hei­den­heim, als die Angriffs­be­mü­hun­gen des VfB lan­ge nach dem glei­chen Sche­ma ablie­fen: Die Mann­schaft erober­te den Ball von über­for­der­ten Hei­den­hei­mern, ver­pass­te dann den Umschalt­mo­ment und erlaub­te es dem Geg­ner, sich wie­der geord­net vor dem eige­nen Tor zu pos­tie­ren. In der Fol­ge wur­de der Ball hin- und her­ge­scho­ben, immer mit der Angst im Nacken, dass ein muti­ger ver­ti­ka­ler Pass einen Kon­ter ein­lei­ten konn­te. Aus der Angst vor dem eige­nen Ball­be­sitz resul­tie­ren dann Feh­ler, die erst recht in Ball­ver­lus­ten mün­de­te, die man aber wie schon gegen harm­lo­se Gali­zier schnell unge­sche­hen machen konn­te — nur um dann den Zyklus wie­der von vor­ne zu begin­nen. Immer­hin hat­te die Abwehr um den star­ken Jeff Cha­b­ot die Hei­den­hei­mer dies­be­züg­lich gut im Griff.

Die Ansprüche steigen

Kam der VfB dann doch mal vors Tor, fehl­te vor allem die Genau­ig­keit: Beim letz­ten Pass, der ent­we­der als Flan­ke in den Armen von Diant Ramaj lan­de­te oder in der fla­chen Ver­si­on an einem Abwehr­bein hän­gen blieb. Oder beim Tor­schuss, der ent­we­der in die Wol­ken oder ins Getüm­mel ging — aber zu sel­ten gefähr­lich aufs Tor. Dass der VfB zu Tor­chan­cen kommt, wie etwa dem lächer­li­cher­wei­se abge­pfif­fe­nen 2:0 von Demi­ro­vic, ist vor allem sei­ner Qua­li­tät zuzu­schrei­ben und damit sind wir bis dato auch ganz gut gefah­ren, schließ­lich ist ein vier­ter Platz nach sechs Spie­len kei­ne schlech­te Weg­mar­ke. Aber auch Sebas­ti­an Hoe­neß war offen­sicht­lich mit dem Auf­tritt in der ers­ten Halb­zeit so wenig ein­ver­stan­den, dass er außer­ge­wöhn­lich früh außer­ge­wöhn­lich vie­le Spie­ler auf ein­mal aus­wech­sel­te.

Für den nächs­ten Block zwi­schen den bei­den Län­der­spiel­pau­sen, der Aus­wärts­spie­le in Wolfs­burg, bei Fener­bah­ce und in Leip­zig bereit­hält, wird Qua­li­tät allei­ne nicht rei­chen, denn die haben die­se Mann­schaft größ­ten­teils auch. Viel­leicht wer­den dann leicht­sin­ni­ge Ball­ver­lus­te wie der von Ata­kan Kara­zor am Mit­tel­kreis auch ein­fach mit­leids­los bestraft und dann lau­fen wir wie­der gegen eine sta­bi­le Abwehr an und trau­en uns noch weni­ger, muti­ge Päs­se zu spie­len. Dass die Mann­schaft die nöti­ge Qua­li­tät hat, trotz der Ver­let­zung von Demi­ro­vic mit einer guten Punk­te­aus­beu­te durch den Rest des Jah­res zu kom­men, ist unbe­strit­ten und nach der Reak­ti­on des Trai­ners auf das Frei­burg-Spiel glau­be ich auch wei­ter­hin, dass allen bewusst ist, dass man sich zu kei­nem Zeit­punkt eines Spiel zurück­leh­nen kann. Die Ansprü­che wer­den aber in den kom­men­den Wochen höher wer­den und dem­entspre­chend muss sich auch die Mann­schaft dar­an anpas­sen.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass meint “Man muss das Spiel gegen den Tabel­len­letz­ten vom Ergeb­nis her den­ken” und: “Der VfB hat sich warm gespielt für die wich­ti­gen Spie­le gegen Bay­ern, Borus­sia Dort­mund, Leip­zig, Lever­ku­sen und Ein­tracht Frank­furt.” Einer Sai­son wie der letz­ten, als man in den ers­ten drei Heim­spie­len kein Gegen­tor kas­sier­te, steht also nichts im Wege. 😉

Titel­bild: © Adam Pretty/Getty Images

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