Der Tag, an dem Tyti kam und Dida sich den Mund verbrannte — Rund um den Brustring am Mittwoch, den 24. Juni 2015

End­lich, end­lich hat der VfB zwei wei­te­re Neu­zu­gän­ge zu ver­mel­den. Der eine lang­erwar­tet, der ande­re erst rela­tiv kurz im Gespräch. Außer­dem kocht die Gerüch­te­kü­che wei­ter, genau­so geben aktu­el­le und ehe­ma­li­ge VfBler in der Som­mer­pau­se auch immer noch Inter­view. Bei Dani­el Dida­vi wäre es viel­leicht bes­ser, er hät­te den Mund gehal­ten.

Neu im Brustring

Los geht es mit dem Erfreu­li­chen. Robin Dutt ist aus mal wie­der aus dem Bas­tel­kel­ler auf­ge­taucht und prä­sen­tiert zwei Neu­zu­gän­ge. Schon län­ger bekannt, dass der VfB Prze­mys­law Tyton ver­pflich­ten woll­te, heu­te wur­de end­lich die Unter­schrift gesetzt. Der VfB mit den State­ments zur Ver­pflich­tung und einem Video, in dem sich Tyton vor­stellt und gleich Vor­ga­ben zum Spitz­na­men macht:

[you­tube https://www.youtube.com/watch?v=r6Twe73moto]

“Tyti” möch­te er also genannt wer­den, da man sich an sei­nem Namen als Nicht-Pole anschei­nend die Zun­ge bricht. In den kom­men­den Tagen kommt noch eine aus­führ­li­che­re Vor­stel­lung Tytons in der Rubrik “Neu im Brust­ring”. Ich habe heu­te mal bei Twit­ter eini­ge pol­ni­sche Fuß­ball­blog­ger gefragt, wie man Tyton so ein­schät­zen kann und habe bis­her unter­schied­li­che Ein­schät­zun­gen erhal­ten

Tyton ist auch sel­ber sehr aktiv bei Twit­ter und weist offen­sicht­lich eine sehr stei­le Lern­kur­ve auf:

Bei den Stutt­gar­ter Nach­rich­ten gibt es einen kur­zen Über­blick über Tytons bis­he­ri­ge Kar­rie­re. Zwei­ter Neu­zu­gang des heu­ti­gen Tages ist in der Tat Lukas Rupp vom SC Pader­born. Auch hier zunächst die Mel­dung vom VfB. Die Stutt­gar­ter Zei­tung mit Infos zu bei­den Wech­seln. Laut kicker sieht Rupp sich eher im zen­tra­len Mit­tel­feld als auf den Flü­geln. Wie das in die neue Mann­schafts­struk­tur des VfB passt, wird sich noch zei­gen. Auch Rupp wer­de ich noch aus­führ­li­cher vor­stel­len. Als Vor­ge­schmack schon­mal die Ein­schät­zung eines Pader­born Blog­gers und Pod­cas­ters (schwar­zund­blau):

Transfergerüchte

Eigent­lich gehört Dani­el Dida­vi ja nicht mehr in die Gerüch­te­kü­che, seit Robin Dutt einen Wech­sel nach Lever­ku­sen in die­sem Som­mer kate­go­risch aus­ge­schlos­sen hat. Er hat aller­dings der Sport-Bild in der Mitt­wochs-Aus­ga­be ein Inter­view gege­ben, an dem man merkt, dass das Wech­sel­ver­bot sehr an ihm nagt. Die zen­tra­len Aus­sa­gen las­sen sich in den Stutt­gar­ter Nach­rich­ten nach­le­sen. Dida­vi wol­le den Wech­sel nicht erzwin­gen, es sei aber nicht sein Ziel, jedes Jahr gegen den Abstieg zu spie­len. Schließ­lich sei er kei­ne 20 mehr und wol­le auch noch­mal in der Cham­pi­ons’ League spie­len.
Bäm. Das sitzt. Von mir aus kann Dida­vi ger­ne sofort sei­ne Sachen packen. Mir ist völ­lig schlei­er­haft, wie man sich, nach­dem man gera­de wie­der gene­sen ist und vom Ver­ein im Lau­fe meh­re­rer Ver­let­zun­gen den Rücken gestärkt bekam, so äußern kann. Dass Dida einen fei­nen Fuß hat, geschenkt. Dass er, wenn er ver­let­zungs­frei bleibt, vom VfB irgend­wann nicht mehr zu hal­ten sein wird: Muss uns allen klar sein. Dass so eine Aus­sa­ge ehr­li­cher ist als die vie­len Lip­pen­be­kennt­nis­se kurz vor Trans­fers: Mei­net­we­gen. Aber der VfB braucht nächs­te Sai­son alle Mann an Bord, um wie­der in ruhi­ge­re Tabel­len­ge­fil­de zu kom­men. In der Brust­ring-Mann­schaft 2014/2015 gab es genü­gend Spie­ler, die mit dem Kopf nicht beim VfB, son­dern irgend­wo anders waren. Für mich macht Dida­vi den Ein­druck, als wür­de er die Sai­son beim VfB halt not­ge­drun­gen absit­zen und gera­de so sehr glän­zen, dass es Lever­ku­sen sich nicht anders über­legt. Spä­tes­tens gegen Sai­son­ende wird eine Dis­kus­si­on dar­über los­bre­chen, war­um ihm even­tu­ell die letz­ten paar Pro­zen­te feh­len. Klar, mit sei­ner Ver­let­zungs­ge­schich­te wäre es viel­leicht wirk­lich leicht­sin­nig, sich kurz vor dem Wech­sel zu einem CL-Teil­neh­mer in jeden Zwei­kampf zu wer­fen. So Leu­te braucht der VfB aber, vom ers­ten bis zum letz­ten Spiel­tag.

Die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten zitie­ren eine rumä­ni­sche Inter­net­sei­te, Alex­an­dru Maxim wer­de sich inner­halb der nächs­ten 24 Stun­den ent­schei­den, wohin sein Weg in der nächs­ten Sai­son führt, ein Ver­bleib in Stutt­gart sei wahr­schein­lich. War­ten wir mal ab. Ange­sichts der oben ange­spro­chen Situa­ti­on mit Dida­vi hät­te ich nichts dage­gen, wenn Maxim sich ent­schei­det, in Stutt­gart zu blei­ben.

Die Stutt­gar­ter Zei­tung gibt einen Über­blick über die der­zei­ti­gen Trans­fer-Hän­ge­par­tien. Viel neu­es ist nicht dabei, aber eine net­te Über­sicht.

Ehemalige Brustringträger

Auf Fußball.de fin­det sich ein lesens­wer­tes Por­trait über die Gent­ner-Brü­der. Wäh­rend Chris­ti­an mit dem VfB den Klas­sen­er­halt schaff­te, ist Tho­mas, der natür­lich auch beim VfB groß wur­de, mit der TuS Koblenz abge­stie­gen.

Vermischtes

Die Stutt­gar­ter Zei­tung hat ein län­ge­res Inter­view mit Huub Ste­vens geführt. Sehr lesens­wert, zwei Zita­te ste­chen für mich her­aus:

Hat­ten Sie denn kei­ne Lust, mit die­ser Mann­schaft wei­ter­zu­ar­bei­ten?
Das ist kei­ne Fra­ge der Lust. Der VfB braucht doch einen Neu­an­fang. Das ist ein ehr­gei­zi­ges Pro­jekt. Und man muss es über meh­re­re Jah­re ange­hen. Dafür bin ich nicht mehr der rich­ti­ge Trai­ner.
Sehe ich ganz genau­so, sah ich auch schon nach der Vor­sai­son so. Der VfB muss sich auch kon­zep­tio­nell neu auf­stel­len und bei Ste­vens habe ich bei bei­den Enga­ge­ments nicht viel Kon­zep­ti­on gese­hen. Es war eher das Löschen ver­schie­de­ner klei­ner und gro­ßer Feu­er, die am Ende zwei­mal den Klas­sen­er­halt zur Fol­ge hat­ten. So dank­bar ich dafür auch bin: Es war auch Ste­vens extrem defen­siv ori­en­tier­te Spiel­wei­se, die den VfB vor nach der Win­ter­pau­se auf den letz­ten Tabel­len­platz stür­zen ließ.
Aller­dings spricht es nicht für eine Mann­schaft, wenn sie sich wie­der­holt in so eine pre­kä­re Situa­ti­on wie der VfB bringt.
Im Team hat es schlicht an Balan­ce gefehlt. Und damit mei­ne ich nicht nur das Gleich­ge­wicht auf dem Platz. Da geht es mir mehr um die Ego­is­men im Kader. Die Spie­ler haben viel zu lan­ge an sich selbst gedacht.
Auch das ist Teil der Wahr­heit über die ver­korks­te letz­te Sai­son. Ste­vens, Veh, Bobic, Wahl­er, sie sind alle nicht frei von Feh­lern, aber nach diver­sen Wech­seln in den Füh­rungs­po­si­tio­nen in den letz­ten Jah­ren muss man nach dem zwei­ten Abstiegs­kampf in Fol­ge auch kon­sta­tie­ren, dass es bei den VfB-Spie­lern in die­ser Zeit sehr, sehr häu­fig an der Ein­stel­lung haper­te und dass für das Leid, dass man als VfB-Fan in den letz­ten zwei Jah­ren erlit­ten hat, auch die Jungs im Brust­ring ver­ant­wort­lich sind.
Zum Abschluss noch eine weni­ger qua­li­fi­zier­te Mei­nung. Mau­ri­zio Gau­di­no mein­te, er müs­se mal wie­der mit der BILD spre­chen und echauf­fiert sich über den Umgang des VfB mit Ste­vens. Die Fra­gen sind auf Bild-Niveau und Gau­di­no fügt sich mit sei­nen Ant­wort naht­los ein.

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