Der VfB in Mexiko – eine Buchempfehlung

Was macht ein Fan eines Traditionsvereins, wenn es aktuiell mal nicht so läuft? Genau. Er schaut zurück und erinnert sich an frühere Helden.

Pardo und Osorio fallen einem sofort ein, wenn man die Stichwörter VfB und Mexiko hört. Sie waren nicht nur die ersten mexikanischen Spieler des VfB, sondern auch in der Bundesliga und dabei noch absolute Leistungs- und Sympathieträger. Nicht nur die Meisterschaft 2007 lässt uns an diese Ausnahmespieler zurück denken. Doch die beiden sind bei weitem nicht die erste Verbindung unseres Vereins mit dem roten Brustring nach Mexiko. Schon im Jahr 1951 machte sich auf Einladung des Mexikanischen Fußballverbandes eine Delegation des Deutschen Meister VfB Stuttgart um die Legende Robert Schlienz und den damaligen Ersten Vorsitzenden Dr. Fritz Walter auf in das vom Fußball begeisterte Land, um Testspiele gegen mexikanische Erstligisten zu bestreiten.

Eben diese Reise ist Thema des (Foto)-Buches von Adriano Gómez-Bantel, das Aufnahmen aus jener Zeit zeigt, die so bislang nicht einmal dem VfB bekannt waren. Neben allerlei Bildern der Reise gibt es auch einen Reisebericht von Dr. Fritz Walter, der sehr spannende Einblicke in jene Zeit zulässt.. Der VfB absolvierte neben diversen Trainings auch 5 Spiele von denen das Erste gegen Atlas Guadalajara vor 60.000 Zuschauern (!) in sengender Mittagshitze mit 5:1 gewonnen wurde. Die mexikanischen Zeitungen überschlugen sich. Die weiteren Spiele gegen Atlante (Mexico City), Chivas Guadalajara, und Necaxa (Mexico City) waren (zumindest sportlich) weniger erfolgreich und gingen aufgrund von Reisekrankheiten einiger Spieler zum Teil deutlich verloren. Das letzte Spiel gegen Deportivo Oro (Guadalajara) konnte in der Nacht mit 4:0 gewonnen werden.

VfBinMexiko

Das reich bebilderte Buch ist ein einzigartiges Dokument aus einer längst vergangenen Zeit und bietet spannende Einblicke Rund um die Helden der 50er Jahre. Mit den Meisterschaften 1950, 1952, (an Letzterer dürfte diese Reise einen nicht unerheblichen Anteil haben), der Vizemeisterschaft 1953 und dem Gewinn des DFB Pokals 1954 und 1958 dürfte es DAS Jahrzehnt des Vereins sein. Leidenden VfB Fans, die Schlienz nur von Doppelhaltern kennen und denen Namen wie Bögelein, Retter, Läpple und wie sie alle hießen wenig sagen – all denen sei dieses Buch ans Herz gelegt und als Weihnachtsgeschenk empfohlen.

Tom kommt aus der Nähe von Schwäbisch Gmünd und kann im Gegensatz zu Lennart auch richtig schwäbisch. Jetzt lebt er in Frankfurt. VfB-Fan ist er seit Mitte der 90er, in seinem ersten Spiel im Stadion stand er direkt am Spielertunnel und hat noch Carlos Dunga angefeuert. Auch Tom ist Mitglied bei den VfB-Supporters Hessen und hat eine Auswärtsdauerkarte. Auf Twitter heißt er @zwuggele.

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