Der Tag, an dem Tyti kam und Dida sich den Mund verbrannte – Rund um den Brustring am Mittwoch, den 24. Juni 2015

Endlich, endlich hat der VfB zwei weitere Neuzugänge zu vermelden. Der eine langerwartet, der andere erst relativ kurz im Gespräch. Außerdem kocht die Gerüchteküche weiter, genauso geben aktuelle und ehemalige VfBler in der Sommerpause auch immer noch Interview. Bei Daniel Didavi wäre es vielleicht besser, er hätte den Mund gehalten.

Neu im Brustring

Los geht es mit dem Erfreulichen. Robin Dutt ist aus mal wieder aus dem Bastelkeller aufgetaucht und präsentiert zwei Neuzugänge. Schon länger bekannt, dass der VfB Przemyslaw Tyton verpflichten wollte, heute wurde endlich die Unterschrift gesetzt. Der VfB mit den Statements zur Verpflichtung und einem Video, in dem sich Tyton vorstellt und gleich Vorgaben zum Spitznamen macht:

“Tyti” möchte er also genannt werden, da man sich an seinem Namen als Nicht-Pole anscheinend die Zunge bricht. In den kommenden Tagen kommt noch eine ausführlichere Vorstellung Tytons in der Rubrik “Neu im Brustring”. Ich habe heute mal bei Twitter einige polnische Fußballblogger gefragt, wie man Tyton so einschätzen kann und habe bisher unterschiedliche Einschätzungen erhalten

Tyton ist auch selber sehr aktiv bei Twitter und weist offensichtlich eine sehr steile Lernkurve auf:

Bei den Stuttgarter Nachrichten gibt es einen kurzen Überblick über Tytons bisherige Karriere. Zweiter Neuzugang des heutigen Tages ist in der Tat Lukas Rupp vom SC Paderborn. Auch hier zunächst die Meldung vom VfB. Die Stuttgarter Zeitung mit Infos zu beiden Wechseln. Laut kicker sieht Rupp sich eher im zentralen Mittelfeld als auf den Flügeln. Wie das in die neue Mannschaftsstruktur des VfB passt, wird sich noch zeigen. Auch Rupp werde ich noch ausführlicher vorstellen. Als Vorgeschmack schonmal die Einschätzung eines Paderborn Bloggers und Podcasters (schwarzundblau):

Transfergerüchte

Eigentlich gehört Daniel Didavi ja nicht mehr in die Gerüchteküche, seit Robin Dutt einen Wechsel nach Leverkusen in diesem Sommer kategorisch ausgeschlossen hat. Er hat allerdings der Sport-Bild in der Mittwochs-Ausgabe ein Interview gegeben, an dem man merkt, dass das Wechselverbot sehr an ihm nagt. Die zentralen Aussagen lassen sich in den Stuttgarter Nachrichten nachlesen. Didavi wolle den Wechsel nicht erzwingen, es sei aber nicht sein Ziel, jedes Jahr gegen den Abstieg zu spielen. Schließlich sei er keine 20 mehr und wolle auch nochmal in der Champions’ League spielen.
Bäm. Das sitzt. Von mir aus kann Didavi gerne sofort seine Sachen packen. Mir ist völlig schleierhaft, wie man sich, nachdem man gerade wieder genesen ist und vom Verein im Laufe mehrerer Verletzungen den Rücken gestärkt bekam, so äußern kann. Dass Dida einen feinen Fuß hat, geschenkt. Dass er, wenn er verletzungsfrei bleibt, vom VfB irgendwann nicht mehr zu halten sein wird: Muss uns allen klar sein. Dass so eine Aussage ehrlicher ist als die vielen Lippenbekenntnisse kurz vor Transfers: Meinetwegen. Aber der VfB braucht nächste Saison alle Mann an Bord, um wieder in ruhigere Tabellengefilde zu kommen. In der Brustring-Mannschaft 2014/2015 gab es genügend Spieler, die mit dem Kopf nicht beim VfB, sondern irgendwo anders waren. Für mich macht Didavi den Eindruck, als würde er die Saison beim VfB halt notgedrungen absitzen und gerade so sehr glänzen, dass es Leverkusen sich nicht anders überlegt. Spätestens gegen Saisonende wird eine Diskussion darüber losbrechen, warum ihm eventuell die letzten paar Prozente fehlen. Klar, mit seiner Verletzungsgeschichte wäre es vielleicht wirklich leichtsinnig, sich kurz vor dem Wechsel zu einem CL-Teilnehmer in jeden Zweikampf zu werfen. So Leute braucht der VfB aber, vom ersten bis zum letzten Spieltag.

Die Stuttgarter Nachrichten zitieren eine rumänische Internetseite, Alexandru Maxim werde sich innerhalb der nächsten 24 Stunden entscheiden, wohin sein Weg in der nächsten Saison führt, ein Verbleib in Stuttgart sei wahrscheinlich. Warten wir mal ab. Angesichts der oben angesprochen Situation mit Didavi hätte ich nichts dagegen, wenn Maxim sich entscheidet, in Stuttgart zu bleiben.

Die Stuttgarter Zeitung gibt einen Überblick über die derzeitigen Transfer-Hängepartien. Viel neues ist nicht dabei, aber eine nette Übersicht.

Ehemalige Brustringträger

Auf Fußball.de findet sich ein lesenswertes Portrait über die Gentner-Brüder. Während Christian mit dem VfB den Klassenerhalt schaffte, ist Thomas, der natürlich auch beim VfB groß wurde, mit der TuS Koblenz abgestiegen.

Vermischtes

Die Stuttgarter Zeitung hat ein längeres Interview mit Huub Stevens geführt. Sehr lesenswert, zwei Zitate stechen für mich heraus:

Hatten Sie denn keine Lust, mit dieser Mannschaft weiterzuarbeiten?
Das ist keine Frage der Lust. Der VfB braucht doch einen Neuanfang. Das ist ein ehrgeiziges Projekt. Und man muss es über mehrere Jahre angehen. Dafür bin ich nicht mehr der richtige Trainer.
Sehe ich ganz genauso, sah ich auch schon nach der Vorsaison so. Der VfB muss sich auch konzeptionell neu aufstellen und bei Stevens habe ich bei beiden Engagements nicht viel Konzeption gesehen. Es war eher das Löschen verschiedener kleiner und großer Feuer, die am Ende zweimal den Klassenerhalt zur Folge hatten. So dankbar ich dafür auch bin: Es war auch Stevens extrem defensiv orientierte Spielweise, die den VfB vor nach der Winterpause auf den letzten Tabellenplatz stürzen ließ.
Allerdings spricht es nicht für eine Mannschaft, wenn sie sich wiederholt in so eine prekäre Situation wie der VfB bringt.
Im Team hat es schlicht an Balance gefehlt. Und damit meine ich nicht nur das Gleichgewicht auf dem Platz. Da geht es mir mehr um die Egoismen im Kader. Die Spieler haben viel zu lange an sich selbst gedacht.
Auch das ist Teil der Wahrheit über die verkorkste letzte Saison. Stevens, Veh, Bobic, Wahler, sie sind alle nicht frei von Fehlern, aber nach diversen Wechseln in den Führungspositionen in den letzten Jahren muss man nach dem zweiten Abstiegskampf in Folge auch konstatieren, dass es bei den VfB-Spielern in dieser Zeit sehr, sehr häufig an der Einstellung haperte und dass für das Leid, dass man als VfB-Fan in den letzten zwei Jahren erlitten hat, auch die Jungs im Brustring verantwortlich sind.
Zum Abschluss noch eine weniger qualifizierte Meinung. Maurizio Gaudino meinte, er müsse mal wieder mit der BILD sprechen und echauffiert sich über den Umgang des VfB mit Stevens. Die Fragen sind auf Bild-Niveau und Gaudino fügt sich mit seinen Antwort nahtlos ein.
Lennart kommt aus der Nähe von Kassel, lebt mittlerweile in Darmstadt und ist seit den späten 90ern, etwa seit dem Pokalsieg 1997, treu ergebener Fan des roten Brustrings. In weiser Voraussicht kaufte er sich im Sommer 2006 ein Trikot von Fernando Meira. Seit 2005 ist er auch VfB-Mitglied, seit 2006 ist er Mitglied des offiziellen Fanclubs VfB-Supporters Hessen, außerdem Besitzer einer Heim- und Auswärtsdauerkarte. Auf Twitter findet Ihr ihn unter @l_sauerwald.

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