Wollt Ihr uns verarschen?

Noch ein offe­ner Brief. An die Gre­mi­en des VfB Stutt­gart 1893 e.V. und der VfB Stutt­gart 1893 AG.

Sehr geehr­te Dame und Her­ren,

Offe­ne Brie­fe sind ja gera­de en vogue beim VfB, also hab ich mir gedacht, schreib ich auch mal einen. Dabei hab ich eigent­lich vor weni­gen Mona­ten erst einen geschrie­ben. An Claus Vogt und Tho­mas Hitzl­sper­ger, mit der Bit­te, die Unter­su­chung zu Daten­wei­ter­ga­be mit Nach­druck zu ver­fol­gen und dabei auch nicht außer Acht zu las­sen, dass man beim VfB ver­sucht hat, sei­ne Mit­glie­der in einer so ele­men­ta­ren Fra­ge wie der Aus­glie­de­rung mit “Gue­ril­la-Mar­ke­ting” zu ver­ar­schen. Welch Iro­nie. Jetzt muss ich schon wie­der einen Brief schrei­ben. Weil ich das Gefühl nicht los­wer­de, mein Ver­ein wol­le mich ver­schei­ßern. Und wie­der ste­hen Claus Vogt und Tho­mas Hitzl­sper­ger im Mit­tel­punkt.

Aber der Rei­he nach:

Liebe Vorsitzende des Vereinsbeirat, lieber Wolf-Dieter Erhardt, liebe Claudia Maintok, 

© Ima­go

Ich weiß, daß hat sich damals alles so ein­fach ange­hört. Man hat­te einen Prä­si­den­ten, der sei­nen Laden im Griff hat­te, in allen Gre­mi­en wur­de alles immer ein­stim­mig beschlos­sen und in der AG lief auch alles nach dem Gus­to des Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den und sei­nem Königs­ma­cher. Da hat man im Vor­sitz des die Mit­glie­der­rech­te nach der Aus­glie­de­rung stär­ken­den Gre­mi­ums ein ruhi­ges Leben. Nur blöd, wenn den glei­chen Mit­glie­dern, die einen in den Ver­eins­bei­rat gewählt haben und deren Rech­te man stär­ken soll, die Miss­ach­tung und Ver­ar­sche durch den Ver­eins­prä­si­den­ten irgend­wann zu viel ist. Dann gibt man dem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­fi der AG (!) pflicht­schul­digst ein Inter­view und spielt in der hei­ßen Pha­se vor der Mit­glie­der­ver­samm­lung den digi­ta­len Dop­pel­pass mit der ver­eins­kon­trol­lier­ten Face­book-Sei­te des Chef­ein­flüs­te­rers.

Zum Stra­te­gen ist eben nicht jeder gebo­ren. Und dazu gehört eben auch, reu­mü­tig das Haupt zu sen­ken, wenn die alles umsonst war. Hän­de­schüt­telnd vorm Sta­di­on bei­spiels­wei­se. Zuge­ge­be­ner­ma­ßen: Dass Ihr den Meis­ter­schüt­zen von 1992 und sei­ne Ban­de von Face­book-Live-Per­for­mern und Nicht-Den­ken ver­hin­dert habt, rech­ne ich Euch hoch an. Aber wo Licht ist, da ist auch Schat­ten und der liegt schon allein dar­in begrün­det, dass ein Gre­mi­um sat­zungs­ge­mäß, aber ohne gro­ße Trans­pa­renz ent­schei­den kann, wel­che zwei Kan­di­da­tIn­nen wir für das obers­te Amt im Ver­ein zur Ver­fü­gung haben. Aber dazu spä­ter noch mehr. Ein neu­er Prä­si­dent ist gewählt, alle sind glück­lich, alle sind froh. Jetzt nur fes­te Dau­men drü­cken, dass kei­ner mehr über frü­her redet. Wenn das dann doch einer tut und der neue Prä­si­dent die Sache gar nicht auf sich beru­hen las­sen will, dann heißt es: Schnell han­deln und die Sache im Len­kungs­aus­schuss in die rich­ti­ge Rich­tung len­ken. Ver­dammt da wird man auch aus­ge­boo­tet? Naja, es ist ja nicht mehr lang bis zur nächs­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung und da hält man ja sowie­so wie­der alle Fäden in der Hand. Da führt man am Bes­ten schon mal mehr­stün­di­gen Gesprä­che mit mög­li­chen Gegen­kan­di­da­ten. Ist grund­sätz­lich erst­mal legi­tim, schließ­lich will ich als Mit­glied auch bei die­ser Mit­glie­der­ver­samm­lung wenn mög­lich die Wahl zwi­schen meh­re­ren Per­so­nen und nicht das “Friss oder stirb”, das der nicht mehr exis­ten­te Auf­sichts­rat des e.V. frü­her so gern prak­ti­zier­te. Viel­leicht redet man auch des­halb so ger­ne mit dem Kan­di­da­ten, weil der genau­so unbe­dacht daher­schwätzt wie jemand, den man sel­ber in guter Erin­ne­rung hat. Wenn der dann fröh­lich in der Zei­tung aus­plau­dert, dass es Leu­te beim VfB gebe, die wol­len, dass er Prä­si­dent wird…na gut, das lief nicht so geplant, aber irgend­wer sticht ja eh dau­ernd Inter­na über den unge­lieb­ten Prä­si­den­ten an die Pres­se durch, da soll­te es ein leich­tes sein, des­sen Nicht­no­mi­nie­rung zu recht­fer­ti­gen. Erst recht, wenn der Vor­stands­vor­sit­zen­de der AG die Kon­trol­le von durch die Mit­glie­der gewähl­ten Ver­eins­ver­tre­tern über ange­stell­te AG-Ver­ant­wort­li­che per Hand­streich aus­he­beln will. Da bewahrt man natür­lich aus Rück­sicht auf den star­ken Mann Still­schwei­gen. Ehren­sa­che. Mit­glie­der­rech­te stär­ken? Ja sicher, kommt gleich nach der Cham­pi­ons League Teil­nah­me 2022 und den regio­na­len Inves­to­ren.

Stimmt alles gar nicht? War alles ganz anders? Ja tut mir leid, ich bewer­te nur, was ich sehe und was ich sehe, macht mich wütend. Nicht weil ich ein Fan von Claus Vogt bin, mir geht es nicht um sei­ne Per­son. Son­dern weil ich ein Fan und Mit­glied des VfB bin und äußerst all­er­gisch dar­auf reagie­re, wenn ich das Gefühl habe ver­arscht zu wer­den.

Aber bit­te, über­zeugt mich:  War­um stellt man sich blind hin­ter einen Prä­si­den­ten, der für alle ersicht­lich den VfB mit Schma­ckes vor die Wand fährt? War­um ent­sen­det man eine vor­be­las­te­te Per­son in ein Auf­klä­rungs­gre­mi­um? War­um spricht man aktiv ande­re Kan­di­da­ten an, anstatt die ein­ge­gan­gen Bewer­bun­gen abzu­war­ten? Und war­um ver­heim­licht man den Mit­glie­dern eine solch bri­san­te wei­te­re Kan­di­da­tur?

Ich freue mich auf Eure Ant­wor­ten.

Noch eins: Die­se Info mag viel­leicht irgend­wann in den letz­ten Jah­ren ver­lo­ren gegan­gen sein, des­we­gen wie­der­ho­le ich sie noch ein­mal: Es soll­te in der Hand der Mit­glie­der lie­gen, zu ent­schei­den, ob sich ein VfB-Prä­si­dent für eine wei­te­re Amts­zeit qua­li­fi­ziert. Egal ob er Wolf­gang Diet­rich oder Claus Vogt heißt.  Und es liegt auch in der Hand der Mit­glie­der, wer im Ver­eins­bei­rat sitzt. Denkt dran, wenn ihr in den kom­men­den Wochen rich­tungs­wei­sen­de Ent­schei­dun­gen trefft. 

Liebes Präsidium des VfB Stuttgart 1893 e.V., lieber Dr. Bernd Gaiser, lieber Rainer Mutschler und lieber Claus Vogt, 

© Ima­go

Ihr seid ein ungleich besetz­tes Gre­mi­um. Zwei von Euch sind schon eine Wei­le beim VfB in Amt und Wür­den, einer von Euch erst seit einem Jahr. Zuerst zu den bei­den Erst­ge­nann­ten. Tho­mas Hitzl­sper­ger sprach in sei­nem offe­nen Brief von vie­len Gre­mi­en in AG und e.V., die mit Claus Vogt über Kreuz lägen. Zählt das Prä­si­di­um auch dazu? Falls nicht, war­um wur­de dann sei­tens des e.V. nicht wie von Claus Vogt gewünscht eine Stel­lung­nah­me zum Vor­ge­hen von Tho­mas Hitzl­sper­ger her­aus­ge­ge­ben? Ist es viel­leicht am Ende nicht nur die AG, die angeb­lich die Ermitt­lun­gen zum Daten­skan­dal behin­dert, son­dern auch Men­schen, die wäh­rend der omi­nö­sen Zusam­men­ar­beit mit Andre­as Schlit­ten­hardt ent­we­der als Prä­si­di­ums­mit­glied oder als Aus­glie­de­rungs­be­auf­trag­ter von den Vor­gän­gen Kennt­nis gehabt haben müs­sen? Und ich mei­ne nicht nur die recht­lich rele­van­ten Aspek­te, son­dern auch die geziel­te Irre­füh­rung der Mit­glie­der in der Fra­ge der Aus­glie­de­rung. Mit­glie­der, die Euch, den einen frü­her, den ande­ren spä­ter, ins Prä­si­di­um gewählt haben. Ich kann, wie gesagt, nur bewer­ten, was ich sehe und was ich sehe, macht mich nach­denk­lich. Und wie steht ihr als Prä­si­di­um zum Ansin­nen Tho­mas Hitzl­sper­gers, im Fal­le der Wahl zum Prä­si­den­ten wei­ter­hin Vor­stands­vor­sit­zen­der blei­ben zu wol­len. Wer ver­tritt dann den Haupt­an­teils­eig­ner im Auf­sichts­rat der AG? Ihr seid die ein­zi­gen demo­kra­tisch gewähl­ten Ver­tre­ter des Ver­eins gegen­über der AG. Einer von Euch sitzt schon im Auf­sichts­rat, der ande­re ist Ange­stell­ter der AG und müss­te sei­ne Arbeit im Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trums qua­si sel­ber kon­trol­lie­ren. Wie soll das gehen? 

Lie­ber Claus Vogt, Du hast es gera­de nicht leicht. Wie­viel davon Du Dir sel­ber zuzu­schrei­ben hast, ver­mag ich von außen nicht zu beur­tei­len. Nicht nur im Sin­ne der Trans­pa­renz gegen­über den Mit­glie­dern son­dern auch im Sin­ne des VfB gibt es ein paar Fra­gen zu klä­ren: Selbst wenn der e.V., wie Du schreibst, ver­si­chert ist (gegen was eigent­lich genau?), stimmt es, dass die Bezah­lung der Ese­con den Ver­ein an den Rand der Zah­lungs­un­fä­hig­keit bringt und wenn ja, wie kann das sein? Wel­che Rol­le spielt der Exper­ten­rat, von dem man nie wie­der etwas gehört hat, im Ver­gleich zu den demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Ver­eins­gre­mi­en? Wie ist der Stand bei The­men wie der Grün­dung einer Fan­ab­tei­lung? Wes­sen Auf­ga­be ist eigent­lich die Akqui­se eines zwei­ten Inves­tors? Kurz: Alle zur Spra­che gebrach­ten Kri­tik­punk­te müs­sen, soweit per­sön­lich­keits­recht­lich, juris­tisch und wirt­schaft­lich ver­tret­bar, vor der Mit­glie­der­ver­samm­lung trans­pa­rent the­ma­ti­siert wer­den, damit sich Mit­glie­der eine eige­ne Mei­nung bil­den kön­nen, soll­te der Ver­eins­bei­rat wider Erwar­ten die Ent­schei­dung dar­über in unse­re Hän­de legen. Das ist auch Dei­ne Ver­ant­wor­tung als Prä­si­dent.

Lieber Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG, insbesondere lieber Wilfried Porth und lieber Hartmut Jenner,

© Ima­go

Ihr wisst wie man Droh­ku­lis­sen auf­baut. Ihr wart 2016 die ein­zi­gen Auf­sichts­rats­mit­glie­der, als es vom mitt­ler­wei­le aus­ge­schie­de­nen Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den Mar­tin Schä­fer hieß, wer Wolf­gang Diet­rich nicht wäh­le und den Auf­sichts­rat abbe­ru­fen wol­le, lege den Ver­ein “in Schutt und Asche”. Hat dann ja doch irgend­wie ganz knapp geklappt ohne Gegen­kan­di­da­ten mit etwas über 50 Pro­zent für “den Prä­si­dent, den wir woll­ten”, wie es einer von Euch bei­den mal in einem Inter­view for­mu­liert hat. Und wenn wir grad beim Ver­tre­ter des “Anker­in­ves­tors” im Auf­sichts­rat sind, reden wir doch mal über die Ein­mi­schung des Min­der­hei­ten-Anteils­eig­ner in e.V.-Belange. War die Schüt­zen­hil­fe für Wolf­gang Diet­rich im fir­men­ei­ge­nen Intra­net das Sah­ne­häub­chen auf den 40 Mil­lio­nen, für die man beim VfB sicher­lich ähn­lich hart mit dem Nach­bar in der Mer­ce­des­stra­ße ver­han­deln müss­te wie Leip­zig mit der Zweig­stel­le in Salz­burg? Immer­hin hat man sich durch die vom Wunsch­prä­si­den­ten mit Droh­ku­lis­sen und der Aus­sicht auf sport­li­chen Erfolg durch­ge­peitsch­ten Aus­glie­de­rung die­ser läs­ti­gen Mit­glie­der ent­le­digt, die einen stän­dig für die eige­ne Amts­füh­rung zur Rechen­schaft zie­hen wol­len. Apro­pos Rechen­schaft: In die­sem omi­nö­sen Prä­si­di­al­rat — hal­lo, Her­mann Ohli­cher! -, waren da Gue­ril­la-Mar­ke­ting und Mit­glie­der­da­ten nie ein The­ma? Wür­de mich wun­dern.

Lieber Vorstand der VfB 1893 AG, lieber Stefan Heim, lieber Jochen Röttgermann, lieber Thomas Hitzlsperger, 

© Ima­go

Auch Ihr müsst Euch kei­ner Wahl oder Ent­las­tung mehr durch die Mit­glie­der stel­len. Was ein Segen. Zumin­dest zwei von Euch nicht. Ich will jetzt gar nicht fra­gen, wer den gan­zen Mar­ke­ting-Quatsch zu ver­ant­wor­ten hat, den wir die letz­ten Jah­re ertra­gen muss­ten, wie eigent­lich die fuß­bal­le­ri­sche Schüt­zen­hil­fe für die deutsch-chi­ne­si­sche Wirt­schafts­po­li­tik so läuft und wie unser ange­bau­tes Häus­le nach dem Abstieg und vor Coro­na eigent­lich so finan­zi­ell aus­ge­stat­tet war. Nein, mich inter­es­siert viel mehr Fol­gen­des:

Nun gehört es zu den bereits beschrie­be­nen Net­tig­kei­ten der Aus­glie­de­rung, dass man als Vor­stand einer AG nur den Anteils­eig­nern Rechen­schaft schul­dig ist und nicht den Mit­glie­dern. Und wenn die Anteils­eig­ner, nun, wie soll ich das for­mu­lie­ren, kein gestei­ger­tes Inter­es­se mehr an den Tag legen, wenn es um Rechen­schaft für Vor­gän­ge zwi­schen 2016 und 2019 geht, dann wäre das ja auch nicht schlimm, oder?

Aber es gibt ja noch einen in Eure Mit­te und dem neh­me ich ein Inter­es­se an der Auf­klä­rung sogar ab. Will es ihm abneh­men. Fra­ge mich aber, ob es dafür die­ser Maß­nah­men bedarf. Ein offe­ner Brief mit mas­si­ver Spreng­kraft, der mit Droh­sze­na­ri­en und der Aus­sicht auf anhal­ten­den sport­li­chen Erfolg han­tiert? Kommt mir bekannt vor, nur in ande­rer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form.

https://facebook.com/VfB/photos/a.429737224324/10156111540849325

Mal ganz abge­se­hen von den Umfangs­for­men und den Vor­wür­fen, die in mei­nem Kopf nicht voll­um­fäng­lich zum Grün­der eines Ver­eins für Inte­gri­tät im Pro­fi­fuß­ball pas­sen: Es gibt einen gewich­ti­gen Grund, war­um demo­kra­tisch gewähl­te Ver­eins­re­prä­sen­tan­ten die Arbeit der durch Ernen­nung zu ihrem Pos­ten gekom­me­nen AG-Ange­stell­ten beauf­sich­ti­gen soll­ten: Es gibt sonst kei­ne Kon­troll­funk­ti­on mehr.

Soll­te die Mann­schaft so wei­ter­spie­len, wie sie es der­zeit tut und soll­te im Wahl­kampf noch ein paar Mal der Begriff “Cott­bus 2007” fal­len, dann haben wir ab März die­se Kon­trol­le nicht mehr oder nur noch ein­ge­schränkt. Denn wenn der ehren­amt­li­che Ver­eins­prä­si­dent sich nicht sel­ber in sei­ner ande­ren Funk­ti­on als Vor­stands­vor­sit­zen­der der AG beauf­sich­ti­gen kann, wer tut es dann? Die bei­den ande­ren Prä­si­di­ums­mit­glie­der, vom denen einer sowie­so schon im Auf­sichts­rat ist und der ande­re Ange­stell­ter der AG (s.o.)? Und wer über­nimmt den Vor­sitz des Auf­sichts­ra­tes? Einer der bei­den oder gar der Ver­tre­ter des ande­ren Anteils­eig­ner, der eine äußerst zwei­fel­haf­te Repu­ta­ti­on hat, wenn es um Mit­glie­der geht, aber immer­hin laut kicker Dein enger Ver­trau­ter ist? Wie soll das alles funk­tio­nie­ren?

Lie­be VfB-Gre­mi­en, ich kann mir die in der Über­schrift gestell­te Fra­ge mitt­ler­wei­le sel­ber beant­wor­ten. Ich kom­me mir ver­arscht vor, vom einen mehr, vom ande­ren weni­ger. Über ein Jahr lang war man nicht in der Lage, Kon­flik­te zum Wohl des VfB zu lösen, son­dern hielt sie nur so gut es ging unter Ver­schluss. Als man es nicht mehr auf­schie­ben konn­te, weil eine Ent­schei­dung der Mit­glie­der unaus­weich­lich wur­de, ver­fiel man wie­der in alte Mus­ter: Indis­kre­tio­nen an die Pres­se, öffent­li­cher Streit mit gegen­sei­ti­gen Vor­wür­fen, die das Anse­hen des VfB schä­di­gen. Als ich den VfB wäh­rend des Wahl­kampfs 2019, als auch über die Pres­se inter­ve­niert wur­de, den VfB einen Klep­per­les-Ver­ein schimpf­te, wur­de mir von Tho­mas Hitzl­sper­ger erst vehe­ment auf Twit­ter und dann auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung wider­spro­chen. Ein Jahr spä­ter sehe ich kei­nen Grund, mei­ne Ein­schät­zung zu kor­ri­gie­ren.

Aber: Ich bin nicht mehr bereit, das hin­zu­neh­men. Wie man im Eng­li­schen sagt: fool me once, shame on me you, fool me twice, shame on you me. 

 Titel­bild: © Ima­go

14 Gedanken zu „Wollt Ihr uns verarschen?“

  1. Der Ein­fluss der Mit­glie­der, also der Fans wäre durch die Dop­pel­funk­ti­on von Hitzl­sper­ger bei Null. Die Hoff­nung, daß die (bis­he­ri­gen) Sym­pa­thien für ihn einen Blick auf die­se Rea­li­tät ver­ne­belt wür­de, hat sich zumin­dest bei den kri­ti­schen Fans nicht erfüllt. Den­noch wird das Kal­kül der hier Agie­ren­den auf­ge­hen, weil die Per­son Hitzl­sper­ger für all­zu vie­le Mit­glie­der mit dem sport­li­chen Erfolg ver­bun­den wird. Wie bei der Aus­glie­de­rung wird das ver­meint­li­che “ja zum Erfolg” den Aus­schlag geben. Scha­de. Es schien für kur­ze Zeit mög­lich, daß der VfB mal neue Wege gehen könn­te.

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  2. Hal­lo Tho­mas,

    vie­len Dank für die­sen Text! Ich den­ke, die schlimms­ten Befürch­tun­gen wer­den war. Viel­leicht gibt es ja in den nächs­ten Tagen Ant­wor­ten. Es sind ja nicht nur die übli­chen Medi­en dran.
    Sehr scha­de um den Ver­ein für den ich in den letz­ten Mona­ten wie­der Stolz emp­fun­den habe. Alles wie­der kaputt!

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  3. Kann euch nur zustim­men und wie­der sol­len die Läm­mer zur schlacht­bank geführt wer­den und ich hof­fe so sehr das die Läm­mer end­lich auf­wa­chen und ihr Gehirn benut­zen. Hitz hat sich für mich als Wolf im Schafs­pelz her­aus­ge­stellt und ich befürch­te das er genau­so in den daten­skan­dal ver­wi­ckelt ist wie alle ande­ren ver­hin­de­rer. Ich bin mir ziem­lich sicher das wir kei­ne Füh­rungs­kräf­te mehr haben wenn die­ser Skan­dal auf­ge­deckt ist außer den Prä­si­den­ten. Ist ja auch sehr merk­wür­dig der schnel­le hitz Auf­stieg. Ach ja mich wür­de noch bren­nend inter­es­sie­ren wen Diet­rich bei sei­nem Rück­tritt gemeint hat mit berei­chern am Ver­ein viel­leicht kann man ihn mal fra­gen.

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  4. Moin aus Müns­ter,

    Ca. 1 Jahr hat­te man jetzt Ruhe im Ver­ein und nun ver­su­chen Sie wie­der dem HSV und S04 Kon­kur­renz zu machen.
    Was ich natür­lich als VfB-Fan wirk­lich sehr scha­de fin­de. Letzt­lich scheint es mal wie­der nur um Macht und Geld zu gehen.
    Eigent­lich soll­te der VfB doch end­lich mal in ruhi­ger Fahr­was­ser gebracht wer­den???
    War­um arbei­tet man nicht ein­fach ehr­lich und offen wei­ter und ver­sucht alles den VfB sport­lich wie­der zu einem guten und soli­den Bun­des­li­ga Club zu machen. Genug Kom­pe­tenz scheint ja end­lich mal da zu sein. Jetzt müs­sen sich die Her­ren nur noch unter­ein­an­der im Sin­ne des VfBs ver­tra­gen.
    Dies könn­te aller­dings schwer wer­den so wie es gra­de aus­sieht. SEHR TRAURIG, wie ich fin­de.
    Als VfB Fan hat man die letz­ten Jah­re genug gelit­ten.
    Sport­lich läuft es jetzt end­lich mal wie­der, da muss man plötz­lich inter­ne Macht­kämp­fe über die Öffent­lich­keit füh­ren.
    Ich fin­de es zum kot­zen.
    Am Ende wird es wie­der nur einen Ver­lie­rer geben und das ist der VfB.
    Die Hoff­nung stirbt erkannt­lich zum Schluß.
    Die Her­ren seht zu das Ihr das schnell im Sin­ne des VfB hin­be­kommt.
    Vie­len Dank.

    Glück auf und einen Heim­sieg gegen Leip­zig wün­sche ich mir auch noch.
    Mit sport­li­chen Gruss
    VfB-Chris­ti­an aus Müns­ter

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  5. Fol­gen­de Fra­ge stel­le ich mir in dem Zusam­men­hang: gemäß vie­ler Zei­tungs­be­rich­te soll­te die Ver­trags­ver­län­ge­rung von Mislin­tat an die Tat­sa­che bzw. mit der For­de­rung ver­knüpft sein, dass auch Hitz für einen län­ge­ren Zeit­raum Teil des Ver­eins wird bzw. bleibt. Ent­spricht dies über­haupt den Tat­sa­chen? Oder soll­te dies nur die (ver­meint­li­che) Ver­bin­dung zwi­schen Hitzl­sper­ger und Mislin­tat demons­trie­ren, so dass die Mit­glie­der den­ken, ohne Hitz gibt es auch kei­ne Mislin­tat mehr? Also ohne Hitz auch kei­nen sport­li­chen Erfolg? Irgend­wie könn­te ich mir vor­stel­len, dass dies absicht­lich so lan­ciert wur­de um die Stel­lung Hitz im Vor­feld auf sei­ne Bewer­bung als Prä­si­dent zu bestär­ken. Intri­gan­ten­sta­del vom Feins­ten… ?

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    • Genau die­sen Gedan­ken hat­te ich auch schon. “Dia­man­t­au­ge” will nur sei­nen Ver­trag ver­län­gern, wenn sicher­ge­stellt ist das “The Ham­mer” sein Chef bleibt. Was über sämt­li­che Medi­en sehr, sehr deut­lich, über einen ordent­li­chen Zeit­raum hin­weg, kom­mu­ni­ziert wur­de.
      Vor dem bewer­bungs­en­de für die Prä­si­den­ten­wahl wird bekannt das VoZe, sich für die Wahl bewirbt. Kommt mit sei­nem Pro­fil irgend­wie dann nicht so gut beim Wahl­volk an. Dann, kurz vor Sil­ves­ter kommt, trotz Böl­ler­ver­bot, ein Knal­ler-offe­ner-Brief.
      Die gan­ze Gschicht hat schon wie­der a Gschmäck­le…

      Antworten
  6. Es reicht nicht, wenn ein Prä­si­dent bei den Fans gut ankommt. Er muss auch sei­nen Job machen. Ich habe davon bis­her noch nicht viel mit­be­kom­men aber das soll nichts hei­ßen. Vlt fehlt mir da der Durch­blick. Aber der Job von Hit­ze und Mislin­tat ist es, sich um den sport­li­chen Erfolg zu küm­mern. Und das tut man erfolg­reich. Mög­li­cher­wei­se muss man sich ein­fach mal im klei­nen Kreis zusam­men­set­zen und sich zum Wohl des Ver­eins zusam­men­rau­fen.

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  7. Da hat sich ever­y­bo­dys Dar­ling Hitz schwer ver­zockt. Schon alles sehr merk­wür­dig, der schnel­le Auf­stieg, jetzt noch macht­gie­ri­ger als alle Ande­ren. Da fra­ge ich mich schon, ob Hitz nicht auch in die Daten­af­fä­re invol­viert ist. War­um sonst soll­te er jetzt alle Macht an sich rei­sen wol­len. Ich bin jeden­falls sehr froh, dass wir end­lich einen Prä­si­den­ten haben, der Kan­te zeigt und sei­nen Job macht, auch im Sin­ne der Mit­glie­der. Ich erin­ne­re auch alle Ja-Sager noch­mal dar­an, wie wir alle ver­arscht wor­den sind. Bit­te lasst euch dies­mal nicht wie die Läm­mer zur Opfer­bank füh­ren. Egal wie viel Köp­fe hier rol­len, aber das muss auf­ge­klärt wer­den.

    Antworten
  8. Wenn wir schon dabei sind soll­ten wir auch die Fra­ge nach Edin Rahic stel­len. Der Mann der angeb­lich zum Exper­ten­rat von Claus Vogt gehö­ren soll. Über den es sogar eine Repor­ta­ge gibt, wie er vor weni­gen Jah­ren äußerst erfolg­reich bei Brad­ford City das Zep­ter über­nom­men hat und der seit 2020 bei Claus Vogt arbei­tet.

    Als Mit­glied des VfB lässt mich der Ein­druck nicht los, dass die Auf­klä­rung der Daten­af­fä­re nicht die gan­ze Geschich­te ist.

    Antworten
      • Hal­lo Lenn­art,

        vie­len Dank für den offe­nen Brief. Ich habe den Teil mit dem Exper­ten­rat schon gele­sen, den­ke aber, dass es tat­säch­lich auch um Namen in die­sem Gre­mi­um gehen könn­te. Wobei mir bis heu­te nicht klar ist, für was genau der Prä­si­dent der e.V einen Exper­ten­rat benö­tigt um sei­ne Auf­ga­be als Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der in der AG umzu­set­zen. Für sei­ne Auf­ga­ben im Ver­ein benö­tigt er ja hof­fent­lich kei­nen wei­te­ren Exper­ten­rat.

        Im übri­gen bin ich echt ver­blüfft wie vie­le Bera­ter­gre­mi­en es beim VfB gibt. War mir nicht bewusst, dass gefühlt jedes zwei­te Mit­glied in einem Gre­mi­um zur Bera­tung eines Ver­eins­ver­tre­ters sitzt. 😉 *leicht über­zeich­net*

        Vie­le Grü­ße
        Toby

        Antworten
        • Hal­lo Toby,

          Den genau­en Sinn des Exper­ten­rats habe ich auch nicht ver­stan­den, wobei es ja grund­sätz­lich kein Feh­ler ist, sich in Bestimm­ten Berei­chen Exper­ti­se von außen dazu zu holen. Wel­che Rol­le Rahic da spielt ist von außen schwer zu beur­tei­len. Man soll­te aber gleich­zei­tig nicht den­ken, dass Tho­mas Hitzl­sper­ger allei­ne agiert. Der wird mit Sicher­heit auch bera­ten, nur eher intern, neh­me ich an (s.o.)

          Vie­le Grü­ße, Lenn­art

          Antworten
  9. Wo nun “Auf­klä­rung” drauf­steht, muss auch Auf­klä­rung drin sein. Mit einem “befrie­den­den Gespräch unter Män­nern” oder so etwas soll­te sich nie­mand zufrie­den geben, denn sonst hängt die­ser Makel dem Ver­ein ewig nach. Er ist nun sowie­so mal wie­der beschä­digt genug. Von irgend­wel­chen recht­li­chen Kon­se­quen­zen aus dem Daten­skan­dal ganz zu schwei­gen. Dass das alles nur die übli­chen poli­ti­schen Macht­spiel­chen sind glaubt ja wohl kei­ner mehr und von daher darf es dann auch kei­ne Scheu vor Namen und Posi­tio­nen geben, sobald genü­gend Licht ins Dunk­le gebracht wur­de!

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