That’s why we can’t have nice things

Der VfB hat heu­te sei­nen Sport­di­rek­tor Jan Schin­del­mei­ser beur­laubt. So vie­le Fra­gen…

So wer­den wohl die meis­ten Fans und Mit­glie­der auf die­se Mel­dung des VfB reagiert haben:

Jan Schin­del­mei­ser, der nach der reich­lich chao­ti­schen Som­mer­pau­se 2016 instal­liert wur­de und sowohl damals, als auch in der Win­ter­pau­se und in die­ser Trans­fer­pe­ri­ode die Mann­schaft des VfB zusam­men­ge­baut hat, ist von sei­nen Auf­ga­ben ent­bun­den. Inte­rims­wei­se über­neh­men sei­ne Auf­ga­ben Tho­mas Hitzl­sper­ger und Marc Kien­le. Soweit die Fak­ten. Nun zur alles ent­schei­den­den Fra­ge:

Wollt Ihr uns verarschen?

Dass am Wasen nicht alles Frie­de, Freu­de, Eier­ku­chen war, konn­te man ahnen, als der Arti­kel von Gun­ter Bar­ner in dn Stutt­gar­ter Nach­rich­ten erschien. Jetzt schei­nen sich die Unken­ru­fe bewahr­hei­tet zu haben, was besag­ter Gun­ter Bar­ner natür­lich gleich aus­gie­big in Form eines wei­te­ren Arti­kels, man kann es nicht anders sagen, fei­ert. Gehen wir also mal davon aus, dass sei­ne Ver­bin­dun­gen in den Ver­ein, Ver­zei­hung den Club, immer noch so gut ist, dass er mit sei­nen Mut­ma­ßun­gen ins Schwar­ze getrof­fen hat.

Ein Kader voller Fehleinkäufe?

Aber war­um um alles in der Welt, lässt man Schin­del­mei­ser dann wei­ter­ar­bei­ten? Wenn man schon im Win­ter mit ihm unzu­frie­den war, aber nicht den Auf­stieg gefähr­den woll­te, war­um dann kei­ne Tren­nung direkt im Anschluss. Der VfB hat jetzt unter Schin­del­mei­ser 14 Spie­ler ver­pflich­tet, allein sechs in die­sem Som­mer. War­um lässt man ihn all die­se Spie­ler ver­pflich­ten, wenn man mit sei­ner Trans­fer­po­li­tik unzu­frie­den ist? Dass er vor allem jun­ge ent­wick­lungs­fä­hi­ge Spie­ler aus klei­ne­ren Ligen aus dem Aus­land ver­pflich­tet, war bekannt. Dass der VfB nach dem Auf­stieg nicht gleich mit Paris und Ney­mar mit­bie­ten konn­te, auch. Jetzt steht man vor einem mit­tel­schwe­ren Pro­blem.

Denn nun hat man einen Kader, gespickt mit Spie­lern, deren Ver­pflich­tung intern als Feh­ler ange­se­hen wird. Die viel­leicht in das Kon­zept des neu­en Sport­di­rek­tors über­haupt nicht hin­ein­pas­sen. Die man des­we­gen viel­leicht im Win­ter wie­der ver­kau­fen muss. Für die man in die­sem Fall mit Sicher­heit nicht die Ablö­se erhält, die man gezahlt hat. Immer­hin hat der VfB jetzt mit Hol­ger Bad­s­tu­ber einen bun­des­li­ga­taug­li­chen Innen­ver­tei­di­ger. Aber auch hier stellt sich die Fra­ge: Ist der in ein paar Mona­ten noch erwünscht?  Und wenn die Neu­zu­gän­ge in das Kon­zept des Neu­en pas­sen: War­um dann Schin­del­mei­ser ent­las­sen?

Eine Frage des Vertrauens

Ver­bun­den mit der Fra­ge nach der Trans­fer­po­li­tik ist auch die Fra­ge nach der finan­zi­el­len Aus­stat­tung der VfB AG. Schließ­lich hat Schin­del­mei­ser mit den 41,5 Mil­lio­nen Euro ein­ge­kauft, die von Daim­ler für die Antei­le zur Ver­fü­gung gestellt wur­den. Soll­ten Neu­zu­gän­ge die­ses Som­mers aus den oben genann­ten Grün­den kei­ne Ver­wen­dung beim VfB fin­den, dann hat man hier Geld in den Wind geschos­sen. Geld, dass man nur ein­mal erhält, in Form einer Anschub­fi­nan­zie­rung, um irgend­wann, laut Wolf­gang Diet­rich, nur noch Bay­ern und Dort­mund vor sich haben zu müs­sen. Nicht zuletzt auch Geld, wel­ches man zur Ver­fü­gung gestellt bekom­men hat, weil vie­le Mit­glie­der Jan Schin­del­mei­ser und sei­nen Per­so­nal­ent­schei­dun­gen ver­traut haben.

Es war mit Sicher­heit weder Ste­fans Heims Häus­le­bau­er-Ana­lo­gie, noch Jochen Rött­ger­manns ewi­ges Her­um­rei­ten auf den Ver­mark­tungs­rech­ten, die man noch hält, die die Mit­glie­der in gro­ßen Tei­len über­zeugt haben. Es waren wohl auch nicht Wolf­gang Diet­richs groß­spu­ri­ge Ankün­di­gun­gen. Nein, es war vor allem die Tat­sa­che, dass ein Car­los Mané, für klei­nes Geld aus­ge­lie­hen durch die zwei­te Liga wir­bel­te, dass ein Ben­ja­min Pavard einen Traum­pass auf eben jenen Mané schlug, dass Asa­no und Bre­ka­lo und Green und wie sie alle hei­ßen, ihr Poten­ti­al größ­ten­teils bereits in der zwei­ten Liga andeu­te­ten.

Nun wird Micha­el Resch­ke vom FC Bay­ern als Nach­fol­ger gehan­delt. Mit Sicher­heit kei­ne schlech­te Lösung. Aber wenn man ihn für bes­ser hält als Schin­del­mei­ser: War­um lässt man zu, dass die­ser poten­zi­ell die Anschub­fi­nan­zie­rung ver­pul­vert? Die Ent­schei­dung zur Aus­glie­de­rung war von vie­len Sei­ten ein Ver­trau­ens­vor­schuss an den dama­li­gen Ver­eins- und jet­zi­gen AG-Vor­stand. Mit die­ser chao­ti­schen Per­so­nal­po­li­tik hat man beim VfB die­ses Ver­trau­en erst­mal ent­täuscht. In der Ver­gan­gen­heit führ­te das in Stutt­gart zu Abwahl­an­trä­gen und Miss­trau­ens­vo­ten. Das ist jetzt vor­bei: Der Auf­sichts­rat, von der Haupt­ver­samm­lung der AG gewählt, hat ein Vor­stands­mit­glied der AG ent­las­sen. Die Mit­glie­der kön­nen zwar mit den Füßen stamp­fen und den Vor­stand des VfB e.V. abstra­fen: Auf die Per­so­nal­po­li­tik der AG hat das kei­ne Aus­wir­kung.

Mal schau­en, was sich da noch so ergibt in den nächs­ten Tagen. Ich bin auf jeden Fall erst­mal bedient. Der VfB geriert sich mit sei­nem Timing und sei­ner Per­so­nal­po­li­tik mal wie­der als Cha­os­club. Anders kann man es nicht nen­nen. Hof­fen wir, dass sich wenigs­tens der finan­zi­el­le Scha­den in Gren­zen hält. Über den Image­scha­den brau­chen wir nicht zu reden.

 

2 Gedanken zu „That’s why we can’t have nice things“

  1. Weil es am Tag vom Bad­s­tu­ber-Trans­fer die­se Tren­nung von Shin­dy gab, wird die­ser Trans­fer aus mei­ner Sicht fälsch­li­cher­wei­se ver­ant­wort­lich gemacht bzw. zu sehr an den Trans­fe­re selbst fest­le­gen gemacht.

    Was auch mei­ne The­se bekräf­tigt. Der Bruch mit Shin­dy kam schon vor Wochen, weil er trotz Gesprä­chen sein Ver­hal­ten und Vor­ge­hens­wei­se intern nicht gebes­sert hat. Zum dama­li­gen Zeit­punkt konn­te man aber schwer han­deln. Wich­ti­ge Trans­fers waren in vol­lem Gan­ge, inkl Shin­dy. Mit dem heu­ti­gen Tag sind die größ­ten Trans­fers zu Ende, bes­tens fehlt noch ein RV. Ein Raus­wurf vor 4 Wochen wäre tat­säch­lich schäd­lich gewe­sen. Heu­te aber am wenigs­ten, den Groß­teil der Trans­fers getä­tigt (und das eben nicht nur schlecht) und recht­zei­tig bevor es sport­lich drauf ankommt.
    Par­al­lel konn­te der rest­li­che Vor­stand / Auf­sichts­rat die letz­ten Wochen eine neue Lösung aus­fin­dig machen.
    Daher kann man die Situa­ti­on nun als Außen­ste­hen­der blöd fin­den. Aber fürs mich ergibt sie Sinn.

    Seit Mona­ten inter­ne Pro­ble­me, kei­ne Bes­se­rung. Cut vor Wochen wegen Trans­fer­ak­ti­vi­tä­ten nicht gut und noch kein Nach­fol­ger.

    So hat der Prä­si­dent und sei­ne Man­nen den schwie­ri­gen Zeit­punkt doch genau rich­tig gewählt.

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    • Also wird Schin­del­mei­ser nur wegen inter­ner Befind­lich­kei­ten raus­ge­wor­fen, obwohl er gute Arbeit macht? Das fän­de ich min­des­tens genau­so bedenk­lich und nicht zum Woh­le des Ver­eins. Ent­we­der es gab Allein­gän­ge bei Trans­fers, mit denen der Rest-Vor­stand nicht ein­ver­stan­den war, dann hat man zu lan­ge gewar­tet und Schin­del­mei­ser das durch die Aus­glie­de­rung ein­ge­nom­me­ne Geld für fal­sche Spie­ler aus­ge­ben las­sen.

      Oder es lag nicht an den Trans­fers, dann hat man jetzt lau­ter Spie­ler, die viel­leicht nicht ins Kon­zept vom Micha­el Resch­ke pas­sen. Und hat einen Sport­di­rek­tor wegen per­sön­li­cher Ani­mo­si­tä­ten ent­las­sen.

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