Läuft doch!

In Hei­den­heim gewinnt der VfB das vier­te Pflicht­spiel in Fol­ge — und besiegt damit den Alb-Traum der letz­ten Sai­son, als man gegen den Auf­stei­ger nicht gewin­nen konn­te. Zwar ruckelt es noch an der ein oder ande­ren Stel­le und es feh­len Spie­ler — das scheint die Mann­schaft aber im Dezem­ber nicht auf­zu­hal­ten.

Gäbe es beim Fuß­ball eine Sta­tis­tik für in-die Bre­sche-sprin­gen, wür­de man wohl eini­ge VfB-Spie­ler dort fin­den. Ver­gan­ge­ne Sai­son wech­sel­ten sich Ser­hou Gui­ras­sy und Deniz Undav mit dem Tore­schie­ßen ab, in die­ser Sai­son, wenn auch mit gerin­ge­rer Aus­beu­te, ver­tritt Erme­din Demi­ro­vic sei­ne Sturm­kol­le­gen beim Spiel in Bre­men mit zwei Toren und wenn der nicht gefähr­lich vors Tor kommt, sprin­gen Enzo Mil­lot und, schon wie­der, Nick Wol­te­ma­de ein. Gegen Uni­on zeig­te Letz­te­rer bereits, war­um man ihn im Som­mer ablö­se­frei aus Bre­men ver­pflich­te­te, aber auf der Schwä­bi­schen Alb führ­te er sein Meis­ter­stück auf: Erst lei­te­te er die Tref­fer von Maxi Mit­tel­städt und eben Enzo Mil­lot ein, dann schnapp­te er sich beim Elf­me­ter den Ball und drosch ihn humor­los in die Maschen. Deckel drauf und die Tor­schüt­zen­lis­te vom Punkt etwas durch­ein­an­der gebracht.

Das 3:1 gegen Hei­den­heim war durch­aus ver­dient, denn der VfB hat­te viel Kon­trol­le und schaff­te es, der aggres­si­ven Spiel­wei­se der Gast­ge­ber stand­zu­hal­ten, ohne sich sel­ber zu sehr zu emo­tio­na­len Aus­set­zern hin­rei­ßen zu las­sen. Erneut sah sich die Mann­schaft zudem einem Team gegen­über, das hoch press­te und hin­ten kom­pro­miss­los ver­tei­dig­te. Der Unter­schied zu den letz­ten Spie­len, als man jeweils bereits früh einem Rück­stand hin­ter­her­lief: Der VfB hat­te nach Maxi Mit­tel­städts sehens­wer­tem Dop­pel­pass mit Wol­te­ma­de bereits ein Tor auf dem Kon­to. Und er war, wie schon gegen Uni­on, in der Lage, schnell zu reagie­ren. Noch vor der Pau­se stellt Mil­lot nach Wan­ners Aus­gleich die Füh­rung wie­der her, die Wol­te­ma­de in der zwei­ten Halb­zeit aus­bau­te.

Kein Aufbaugegner

Zum Spiel gehört zwar auch, dass der VfB wie­der nicht zu Null spiel­te, das lässt sich aller­dings aktu­ell ange­sichts der wie­der­ge­fun­de­nen offen­si­ven Stär­ke ver­nach­läs­si­gen. Elf Mal traf die Mann­schaft in den ver­gan­ge­nen neun Tagen ins Tor und fei­er­te dabei mit Wol­te­ma­de (3x), Mil­lot (2x), Kara­zor, Stil­ler, Füh­rich, Vagno­man und Kei­tel sie­ben ver­schie­de­ne Tor­schüt­zen. Der Erfolg gegen den Tabel­len-16. mag als müh­sa­mer Pflicht­sieg erschei­nen. Wenn man sich aber anschaut, wie die Mann­schaft sich vor kur­zem noch durch die Spie­le quäl­te und die Spie­le teil­wei­se bis in die Nach­spiel­zeit hin­ein auf Mes­sers Schnei­de stan­den, dann ist so ein Spiel doch eini­ges wert: Der VfB wur­de weder gegen Bochum, noch gegen Kiel oder Hei­den­heim zum Auf­bau­geg­ner und soll­te in die­ser Ver­fas­sung auch gut genug für den nächst­hö­her­plat­zie­ren Ver­ein, den FC St. Pau­li sein.

Mit einem Heim­sieg am kom­men­den Wochen­en­de kann die Mann­schaft zur Win­ter­pau­se einen Euro­pa­po­kal­platz ver­tei­di­gen und das trotz drei ver­letz­ten Stür­mern und der Mehr­fach­be­las­tung der letz­ten Wochen. Lewe­ling und Undav dürf­ten dann spä­tes­tens zum Rück­run­den­auf­takt gegen Augs­burg wie­der zur Ver­fü­gung ste­hen. Gegen Augs­burg hat der VfB dann im hei­mi­schen Neckar­sta­di­on auch das nächs­te gro­ße Spiel und die Chan­ce, zum zwei­ten Mal in drei Jah­ren ins Pokal-Halb­fi­na­le ein­zu­zie­hen. Natür­lich gibt es auch aktu­ell The­men, an denen die Mann­schaft arbei­ten muss: unnö­ti­ge Gegen­to­re aus dem Nichts, Alex Nübels Schwie­rig­keit bei Distanz­schüs­sen, die Abschluss­quo­te von Erme­din Demi­ro­vic, die Anfäl­lig­keit bei Flan­ken — ich will hier gar nicht alles rosa­rot malen nach die­sem Spiel. Gleich­zei­tig sind 23 Punk­te aus 14 Spie­len immer noch die zweit­bes­te Bilanz seit der Meis­ter­sai­son 2006/2007. Es läuft viel­leicht noch nicht so flüs­sig wie ver­gan­ge­ne Sai­son. Aber es wird lang­sam.

Titel­fo­to: © Sebas­ti­an Widmann/Getty Images

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