Ein erster Schritt

Der VfB gewinnt in Bochum dank eines Drei­er­packs von Erme­din Demi­ro­vic mit 4:0 und bestä­tigt damit nach dem Ein­zug ins Pokal­fi­na­le die auf­stei­gen­de Form. Auch wenn der Geg­ner an die­sem Tag kein Grad­mes­ser war, bot das Spiel wich­ti­ge Erkennt­nis­se.

Wie schnell sich die Stim­mung ändern kann. Am vor­letz­ten Sams­tag­abend blick­te ich vol­ler Sor­ge auf das Pokal­spiel am Mitt­woch in der Angst, dass der VfB mit einer ähn­li­chen ängst­li­chen Leis­tung wie gegen Frank­furt den gro­ßen Traum vom Fina­le ver­spie­len wür­de. Ner­vig zudem, dass Sebas­ti­an Hoe­neß beim Abstiegs­kan­di­da­ten aus Bochum auf sei­nen Mit­tel­feld-Diri­gen­ten, sei­nen bes­ten Links­ver­tei­di­ger sowie erneut einen Innen­ver­tei­di­ger erset­zen muss­te. Sie­ben Tage spä­ter fährt der VfB nach Ber­lin und tief im Wes­ten drei wich­ti­ge Punk­te ein.

Am erstaun­lichs­ten an die­sem Erfolg ist mit Sicher­heit die Kalt­schnäu­zig­keit, mlt der Jeff Cha­b­ot und Erme­din Demi­ro­vic den VfB nach elf Minu­ten bereits auf die Sie­ger­stra­ße brach­ten. In den ver­gan­ge­nen Wochen hat­te gera­de die man­geln­de Chan­cen­ver­wer­tung dazu geführt, dass das Spiel zu lan­ge offen blieb und die Gsgner uns dafür mit Gegen­to­ren bestra­fen — wenn wir sie uns nicht sowie­so sel­ber rein­leg­ten. Jeg­li­che auf­kom­men­de Hoff­nung wur­de durch Demi­ro­vics zwei­ten Streich direkt nach der Pau­se zunich­te gemacht und an ihm war es auch, den Deckel auf die­se Par­tie zu set­zen. Der VfB, abge­zockt wie sel­ten.

Ein Aber mit Aber

Inter­es­sant auch wer die­se Tore, mit denen Demi­ro­vic gegen Ende der Sai­son die Erwar­tun­gen an ihn mehr und mehr erfüllt, ein­lei­te­te: Zwei Mal hat­te Kara­zor den Blick für den Mit­spie­ler, außer­dem drück­te der Stür­mer je eine Flan­ke von Hen­driks und eine von Ster­giou über die Linie. Alle drei hat­ten zuletzt ent­we­der schwa­che Leis­tun­gen gezeigt oder hat­ten wenig gespielt, Ster­giou nicht zuletzt auch wegen sei­ner Sper­re. Außer­dem tauch­ten Yan­nik Kei­tel (für Stil­ler) und Fabi­an Rie­der (für Lewe­ling) wie­der aus der Ver­sen­kung auf und lie­fer­ten eine soli­de Par­tie ab. So könn­te Hoe­neß spät in der Sai­son von sei­nem brei­ten Kader pro­fi­tie­ren und sogar Enzo Mil­lot 90 Minu­ten auf der Bank las­sen.

Nun liegt natür­lich über dem Sieg das gro­ße Aber, dass sich Bochum an die­sem Tag alles ande­re als bun­des­li­ga­taug­lich erwies und mit Sicher­heit nicht mit den nächs­ten Geg­ners aus Bre­men und Köpe­nick zu ver­glei­chen ist. Das stimmt zwar, gleich­zei­tig war auch die nun end­lich been­de­te Sieg­los-Serie vor allem ein Kopf-Pro­blem und kei­nes der man­geln­den Qua­li­tät. Wich­tig für die Mann­schaft ist es nun, zu begrei­fen, dass Bochum nur ein ers­ter Schritt um wie­der zu mehr Selbst­ver­ständ­lich­keit im eige­nen Spiel zu fin­den — wenn auch ein wich­ti­ger. Auf den vie­len posi­ti­ven Erkennt­nis­sen und erfreu­li­chen Ent­wick­lun­gen darf man sich jetzt nicht aus­ru­hen. Dafür fehlt auch die Zeit, denn wir haben nur noch sechs Spie­le, um den Euro­pa­po­kal über die Liga zu errei­chen. So darf es jeden­falls ger­ne wei­ter­ge­hen.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass blickt gen Sai­son­fi­na­le: “Es geht eng zu und in der Tabel­le steht der VfB im Mit­tel­feld. Aber er hat noch alle Mög­lich­kei­ten. Ob er sie nut­zen kann, wer­den wir in den nächs­ten Wochen sehen.”

Titel­bild: © Chris­tof Koepsel/Getty Images

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