Rund um den nächsten Gegner: Im Gespräch mit Bochum-Fan Christos

Nach dem Final­ein­zug muss der VfB tief in den Wes­ten zum VfL Bochum rei­sen. Wie es beim abstiegs­ge­fähr­de­ten Revier­klub läuft ver­rät uns Chris­tos.

Rund um den Brust­ring: Wie läuft die aktu­el­le Sai­son der Bochu­mer?

Chris­tos: Wir sind his­to­risch schlecht in die Sai­son gestar­tet, des­halb auch die frü­he Ent­las­sung von Peter Zeid­ler. Nach­dem unser dama­li­ger Co-Trai­ner Mar­kus Feld­hoff dann für zwei Spie­le inte­rims­wei­se über­nahm, kam Die­ter Hecking und hat die Mann­schaft nicht nur spie­le­risch sta­bi­li­siert, son­dern auch die ers­ten Punk­te kamen. Dass wir dann vor dem 28. Spiel­tag gegen den VfB nur zwei Punk­te Rück­stand auf den Rele­ga­ti­ons­platz haben und uns nur 5 Punk­te zum 15. St. Pau­li feh­len, hät­te wohl jeder Bochu­mer vor Heckings Amts­an­tritt unter­schrie­ben. Die zwei Punk­te, die uns nach dem Feu­er­zeug­wurf-Skan­dal nach­träg­lich zuge­schrie­ben wor­den hel­fen uns, aber natür­lich wäre es schö­ner wenn wir auf die zwei Punk­te am Ende der Sai­son nicht ange­wie­sen sind und die Klas­se trotz­dem hal­ten.

Bochum hat bereits ein­mal den Trai­ner gewech­selt, wie bewer­test du Die­ter Hecking?

Die­ter Hecking hat beim VfL eine beein­dru­cken­de Kehrt­wen­de geschafft. Als er uns über­nahm gal­ten wir schon wie der ers­te siche­re Abstei­ger. Mit sei­ner enor­men Erfah­rung und sei­ner prag­ma­ti­schen Art Fuß­ball spie­len zu las­sen konn­te er die Mann­schaft sofort sta­bi­li­sie­ren und brach­te Struk­tur rein. Das 1:1 vs Lever­ku­sen bei sei­nem Debüt hat gezeigt was eigent­lich in der Mann­schaft steckt und, dass man mit ein­fa­chem Fuß­ball erfolg­reich sein kann. Schnell wur­de auch ange­kün­digt, dass man mit ihm über die Sai­son hin­aus wei­ter­ma­chen möch­te und des­halb wur­de sein Ver­trag vor kur­zem auch erst ver­län­gert. In unse­rer Situa­ti­on war Die­ter Hecking natür­lich ein abso­lu­ter Glücks­griff.

Wie hoch schätzt du die Chan­ce auf einen Bochu­mer Klas­sen­er­halt?

Es ist mitt­ler­wei­le auf jeden Fall wie­der rea­lis­tisch. Letz­ten Spiel­tag sind wir wie­der auf den direk­ten Abstiegs­platz gerutscht, aber da unten ist alles sehr eng. Wir haben das ver­mut­lich „leich­tes­te“ Rest­pro­gramm von allen Abstiegs­kan­di­da­ten, aber kein Spiel wird zum Selbst­läu­fer. Wich­tig wird noch das direk­te Duell in Hei­den­heim und beim FC St. Pau­li am letz­ten Spiel­tag.

Wie ist die aktu­el­le Per­so­nal­si­tua­ti­on beim Revier­club?

Bis auf Ber­nar­do müss­ten alle Stamm­spie­ler ein­satz­be­reit sein. Unser Top-Stür­mer Myron Boadu ist nicht kon­stant fit, wird uns aber hof­fent­lich für die rest­li­chen Spie­le zur Ver­fü­gung ste­hen. Die ers­te Elf kann gegen jede Bun­des­li­ga-Mann­schaft mit­hal­ten, aber wenn mal eine Ach­se weg bricht wird es sehr schwer für uns, da die Kader­brei­te sehr begrenzt ist und von der Bank oft zu wenig Qua­li­tät kommt.

Wer ist dein aktu­el­ler Bochum-Spie­ler der Sai­son?

Mein aktu­el­ler Bochum-Spie­ler der Sai­son ist defi­ni­tiv Ibrahi­ma Sis­so­ko. Er kam im Som­mer an die Cas­tro­per, aber brauch­te kaum Ein­lauf­zeit und war direkt auf der 6 gesetzt. „Ibo“ zeich­net sich beson­ders durch sei­ne Robust­heit und sei­ne phy­si­sche Stär­ke aus. Außer­dem erzwingt er ger­ne Ball­ver­lus­te des Geg­ners und zeigt Ansät­ze im pro­gres­si­ven Spiel. Mit sei­nen zwei Sai­son­to­ren hat er auch schon gezeigt, dass man mit ihm im geg­ne­ri­schen Straf­raum defi­ni­tiv rech­nen soll­te.

Wie wür­dest du den Bochu­mer Fuß­ball beschrei­ben?

Die­ter Hecking setzt auf einen kämp­fe­ri­schen und prag­ma­ti­schen Fuß­ball. Im Ball­be­sitz hat die Mann­schaft sich über die ver­gan­ge­nen Mona­te deut­lich ver­bes­sert, jedoch über­las­sen wir dem Geg­ner ger­ne den Ball und set­zen auf schnel­le Umschalt­si­tua­tio­nen durch Holt­mann oder Olym­pia­kos-Leih­spie­ler Masou­ras. Es ist meist kein schö­ner Fuß­ball, aber ein Fuß­ball der viel har­te Arbeit und Kom­pakt­heit erfor­dert. So konn­ten wir in die­ser Sai­son schon die Top-Mann­schaf­ten ärgern und ich hof­fe natür­lich, dass wir auch den VfB ärgern kön­nen!

Was sind Eure Stär­ken und Schwä­chen?

Unse­re Stär­ken lie­gen klar in der Men­ta­li­tät und im Team­geist. Gegen den FC Bay­ern und Leip­zig haben die Jungs schon gezeigt, dass sie bei frü­hem Rück­stand den Kopf nicht in den Sand ste­cken, son­dern auch Come­back-Qua­li­tä­ten in sich haben. Außer­dem ist und bleibt das Ruhr­sta­di­on eine Stär­ke auch wenn es in die­ser Sai­son oft knap­pe Heim­nie­der­la­gen gab. Kein Geg­ner fährt ger­ne „Anne Cas­tro­per“ und dort konn­ten wir auch schon alle Top-Mann­schaf­ten der Bun­des­li­ga in den letz­ten Jah­ren geschla­gen! Wir pro­fi­tie­ren in die­ser Sai­son außer­dem noch von einem sehr erfah­re­nen Trai­ner der oft das rich­ti­ge Händ­chen bei sei­nen Ent­schei­dun­gen gezeigt hat.

Zum Schluss: Was ist Dein Tipp für das Spiel?

Nach zwei Nie­der­la­gen in Fol­ge bin ich davon über­zeugt, dass wir das Spiel für uns ent­schei­den kön­nen und tip­pe auf ein 2:0. Even­tu­ell tref­fen wir ja auch auf einen müden VfB, der nach dem DFB-Pokal Final­ein­zug zu viel gefei­ert hat!

Vie­len Dank!

Titel­bild: © Lars Baron/Getty Images

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