Rund um die Mitgliederversammlung: Im Gespräch mit Präsidiumskandidat Andreas Grupp

Bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung am Sams­tag wird auch des Prä­si­di­um des e.V. neu besetzt. Wir haben mit Andre­as Grupp über sei­ne Kan­di­da­tur und sei­ne Zie­le gespro­chen.

Rund um den Brust­ring: Wie ist der Ent­schluss ent­stan­den, für das Prä­si­di­um des VfB zu kan­di­die­ren?

Andre­as Grupp: Mei­ne Ent­schei­dung, letz­tes Jahr für das Prä­si­di­um des VfB Stutt­gart zu kan­di­die­ren, basier­te auf dem Wunsch, den Ver­ein wie­der in eine posi­ti­ve Rich­tung zu füh­ren. In der dama­li­gen Situa­ti­on sah ich die Not­wen­dig­keit, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und für ein neu­es, trans­pa­ren­tes und gemein­schaft­li­ches Mit­ein­an­der zu sor­gen. Mein Ziel ist es nun, den erfolg­reich ein­ge­schla­ge­nen Weg fort­zu­füh­ren, wei­ter das Ver­trau­en der Mit­glie­der zurück­zu­ge­win­nen, die Kom­mu­ni­ka­ti­on noch wei­ter zu ver­bes­sern und den VfB als star­ken, respek­tier­ten Ver­ein in der Öffent­lich­keit zu posi­tio­nie­ren.

Was wol­len Sie anders und/oder bes­ser machen als Ihre Vor­gän­ger im Prä­si­di­um?

Ein Prä­si­di­um soll den Dia­log mit den Mit­glie­dern, Fans und auch den Medi­en suchen und dabei stets respekt­voll und trans­pa­rent agie­ren. Zudem möch­te ich einen stär­ker team­ori­en­tier­ten Ansatz in unse­rer Arbeit för­dern – sowohl inner­halb des Prä­si­di­ums als auch mit den wei­te­ren Ver­ant­wort­li­chen des Ver­eins. Ich bin über­zeugt, dass wir durch ein kon­se­quen­tes Mit­ein­an­der den Ver­ein noch stär­ker machen kön­nen.

Ein wei­te­rer Punkt ist die lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät und der nach­hal­ti­ge Erfolg des Ver­eins. Ich wer­de dar­auf ach­ten, dass wir die rich­ti­gen Wei­chen stel­len, um den VfB sowohl sport­lich als auch wirt­schaft­lich zu sichern. Dabei geht es nicht nur um kurz­fris­ti­ge Erfol­ge, son­dern dar­um, die Stra­te­gie, den VfB wei­ter­zu­ent­wi­ckeln,  gemein­schaft­lich umzu­set­zen – sei es durch geziel­te Inves­ti­tio­nen in die Nach­wuchs­ar­beit oder durch die För­de­rung einer posi­ti­ven Ver­einsi­den­ti­tät.

Ich möch­te außer­dem die Ver­eins­mit­glie­der stär­ker in wich­ti­ge Ent­schei­dungs­pro­zes­se ein­bin­den und ihre Per­spek­ti­ven und Wün­sche mehr in die Arbeit des Prä­si­di­ums ein­flie­ßen las­sen. Ein offe­ner, inklu­si­ver Aus­tausch ist mei­ner Mei­nung nach der Schlüs­sel zu einem star­ken und zukunfts­fä­hi­gen Ver­ein.

Wo sehen Sie die wich­tigs­ten Hand­lungs­fel­der im VfB e.V. in den nächs­ten Jah­ren?

Die nächs­ten Jah­re wer­den für den VfB Stutt­gart ent­schei­dend sein, um den Ver­ein nicht nur sport­lich, son­dern auch orga­ni­sa­to­risch und gesell­schaft­lich zukunfts­fä­hig auf­zu­stel­len. Ich sehe meh­re­re wich­ti­ge Hand­lungs­fel­der, auf die wir uns kon­zen­trie­ren müs­sen:

  1. Sport­li­che Sta­bi­li­tät und Erfolg: Der VfB muss lang­fris­tig sport­lich kon­kur­renz­fä­hig blei­ben. Das bedeu­tet, dass wir sowohl in der ers­ten Mann­schaft als auch in der Nach­wuchs­ar­beit wei­ter­hin hohe Stan­dards set­zen müs­sen. Ein beson­de­res Augen­merk möch­te ich auf die Ent­wick­lung des Mäd­chen-Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trums (NLZ) legen, um die Frau­en- und Mäd­chen­ab­tei­lun­gen wei­ter zu stär­ken und zukunfts­fä­hig zu machen. Gleich­zei­tig müs­sen wir unse­re stra­te­gi­sche Aus­rich­tung im Män­ner­be­reich kon­se­quent wei­ter­ver­fol­gen, um die Leis­tungs­trä­ger von mor­gen zu för­dern.
  2. Nach­hal­tig­keit und wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät: Um dau­er­haft erfolg­reich zu sein, muss der Ver­ein wirt­schaft­lich gesund blei­ben. Das bedeu­tet, wir müs­sen in zukunfts­ori­en­tier­te Pro­jek­te inves­tie­ren, die den Ver­ein nicht nur finan­zi­ell stär­ken, son­dern auch sei­ne Posi­ti­on in der Regi­on und dar­über hin­aus fes­ti­gen. Der Neckar­park ist ein Schlüs­sel­pro­jekt, das die Mög­lich­keit bie­tet, den Stand­ort zu ent­wi­ckeln, den Ver­ein zu moder­ni­sie­ren und Syn­er­gien zu nut­zen, um sowohl sport­lich als auch wirt­schaft­lich noch stär­ker zu wer­den.
  3. Wei­ter­ent­wick­lung der Abtei­lun­gen des e.V.: Der VfB ist weit mehr als nur eine Fuß­ball­ver­ein. Wir müs­sen die ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen des e.V. wei­ter­ent­wi­ckeln und stär­ken. Dies betrifft nicht nur den Fuß­ball, son­dern auch unse­re Akti­vi­tä­ten im Bereich der Nach­wuchs­för­de­rung, der sozia­len Ver­ant­wor­tung und des Ehren­amts. Es geht dar­um, ein star­kes und viel­fäl­ti­ges Ver­eins­um­feld zu schaf­fen, das auf allen Ebe­nen gut ver­netzt ist.
  4. Kom­mu­ni­ka­ti­on und Trans­pa­renz: Eine offe­ne, trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ist für mich ein zen­tra­ler Bau­stein. Die Mit­glie­der und Fans müs­sen spü­ren, dass ihre Anlie­gen gehört wer­den. Ich möch­te eine Kul­tur des Dia­logs eta­blie­ren, in der Ent­schei­dun­gen trans­pa­rent erklärt wer­den und die Ver­ant­wor­tung klar nach­voll­zieh­bar ist. Die Arbeit des Prä­si­di­ums soll für alle nach­voll­zieh­bar und ver­ständ­lich sein.
  5. Ver­einsi­den­ti­tät und Fan­bin­dung: Der VfB Stutt­gart ist ein tra­di­ti­ons­rei­cher Ver­ein, und es ist ent­schei­dend, dass wir die­se Iden­ti­tät wei­ter pfle­gen und stär­ken. Ein zukunfts­fä­hi­ger Ver­ein soll­te sich immer auch sei­ner Geschich­te bewusst sein. Eben­so möch­te ich die Bin­dung zu den Fans wei­ter aus­bau­en und den VfB als Ver­ein prä­sen­tie­ren, bei dem sich alle Mit­glie­der und Fans zu Hau­se füh­len kön­nen.
  6. Ver­ant­wor­tung als gesell­schaft­li­cher Akteur: Der VfB hat eine gro­ße gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung, der wir unter ande­rem mit unse­rer Stif­tungs­ar­beit gerecht wer­den.. Wir wer­den uns wei­ter aktiv für sozia­le The­men ein­set­zen und unse­re Reich­wei­te nut­zen, um posi­ti­ve Impul­se zu set­zen. Dies betrifft sowohl loka­le Pro­jek­te als auch die För­de­rung von Diver­si­tät und Inklu­si­on inner­halb des Ver­eins. Der VfB soll als Ver­ein ande­ren immer ein Bei­spiel für Ver­ant­wor­tung und Enga­ge­ment in der Gesell­schaft geben.

Die­se Hand­lungs­fel­der sind mit­ein­an­der ver­knüpft und erfor­dern eine ganz­heit­li­che Her­an­ge­hens­wei­se. Wir müs­sen alle Berei­che gemein­sam stär­ken, um den VfB in den kom­men­den Jah­ren erfolg­reich und zukunfts­fä­hig zu machen.

Und was sind Ihre Zie­le für Ihre Amts­zeit?

Mei­ne Zie­le für die Amts­zeit im Prä­si­di­um des VfB Stutt­gart sind viel­fäl­tig und beinhal­ten sowohl kurz­fris­ti­ge Maß­nah­men als auch lang­fris­ti­ge Visio­nen. Sie spie­geln die Not­wen­dig­keit wider, den Ver­ein auf allen Ebe­nen zu stär­ken und eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung zu för­dern:

  1. Ver­trau­en schaf­fen und stär­ken: Mein ers­tes Ziel bleibt es, das Ver­trau­en der Mit­glie­der, Fans und Part­ner in den Ver­ein wei­ter zu stär­ken. Ich möch­te Teil eines Prä­si­di­ums sein, das trans­pa­rent, respekt­voll und offen im Dia­log mit allen Betei­lig­ten steht. Wir wer­den klar und offen kom­mu­ni­zie­ren und sicher­stel­len, dass Ent­schei­dungs­pro­zess nach­voll­zieh­bar sind.
  2. Lang­fris­ti­ge sport­li­che Sta­bi­li­tät: Lang­fris­tig soll­te unser aller Ziel sein, dass der VfB eine fes­te Grö­ße im obe­ren Drit­tel der Bun­des­li­ga wird und sich wie­der inter­na­tio­nal eta­bliert. Dies bedeu­tet auch, dass wir wei­ter­hin in unse­re Nach­wuchs­ar­beit inves­tie­ren müs­sen, um den bes­ten Talen­ten eine ganz­heit­li­che Aus­bil­dung zu bie­ten und die Durch­läs­sig­keit in die ers­te Mann­schaft zu gewähr­leis­ten.
  3. Erfolg­rei­che Wei­ter­ent­wick­lung des Neckar­parks: Der Neckar­park ist ein lang­fris­ti­ges, zukunfts­wei­sen­des Pro­jekt, das den VfB Stutt­gart als Ver­ein und als Mar­ke stär­ken kann. Mein Ziel ist es, die­ses Pro­jekt vor­an­zu­trei­ben, um den Ver­ein sowohl infra­struk­tu­rell als auch wirt­schaft­lich zu stär­ken. Dabei ist mir beson­ders wich­tig, dass der Neckar­park nicht nur ein moder­nes Sta­di­on umfasst, son­dern auch neue Chan­cen für wirt­schaft­li­che und sozia­le Inno­va­tio­nen bie­tet.
  4. Stär­kung der Abtei­lun­gen und Inte­gra­ti­on der Mit­glie­der: Ich möch­te dafür sor­gen, dass die Abtei­lun­gen des e.V. wei­ter gestärkt und aus­ge­baut wer­den. Der VfB ist mehr als nur eine Fuß­ball­ver­ein – wir müs­sen die viel­fäl­ti­gen Akti­vi­tä­ten des Ver­eins för­dern und die Mit­glie­der stär­ker in wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen ein­bin­den. Ein star­kes Ver­eins­um­feld ist die Grund­la­ge für lang­fris­ti­gen Erfolg.
  5. För­de­rung des Frau­en- und Mäd­chen­fuß­balls: Ein wei­te­res Ziel ist die Wei­ter­ent­wick­lung des Mäd­chen-Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trums (NLZ), um den Mäd­chen- und Frau­en­fuß­ball nach­hal­tig zu för­dern. Wir möch­ten den VfB Stutt­gart auch im Frau­en­be­reich als füh­ren­den Ver­ein eta­blie­ren und die För­de­rung des Nach­wuch­ses auf allen Ebe­nen inten­si­vie­ren.
  6. Erhalt und Aus­bau der Ver­eins­ge­schich­te und ‑iden­ti­tät: Die Geschich­te und Iden­ti­tät des VfB Stutt­gart sind von unschätz­ba­rem Wert. Des­halb ist es eines unse­rer Zie­le, die Schaf­fung eines VfB-Muse­ums  auf den Weg zu brin­gen und ins­ge­samt noch mehr in die Pfle­ge und Prä­sen­ta­ti­on der Ver­eins­ge­schich­te zu inves­tie­ren. So möch­ten wir nicht nur die Erin­ne­rung an die gro­ße Ver­eins­ge­schich­te wach­hal­ten, son­dern auch die jün­ge­ren Gene­ra­tio­nen für die Tra­di­ti­on und die Wer­te des VfB begeis­tern.
  7. Sozia­le Ver­ant­wor­tung und gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment: Der VfB Stutt­gart soll­te nicht nur sport­lich erfolg­reich sein, son­dern auch eine akti­ve Rol­le in der Gesell­schaft über­neh­men. Ich möch­te, dass der Ver­ein auch in Zukunft wei­ter­hin Ver­ant­wor­tung über­nimmt, sozia­le Pro­jek­te unter­stützt und als Vor­bild in Sachen Diver­si­tät und Inklu­si­on fun­giert.

Ich stre­be eine Amts­zeit an, in der der VfB Stutt­gart wie­der als star­ker, gut geführ­ter und respek­tier­ter Ver­ein wahr­ge­nom­men wird, der eine enge Ver­bin­dung zu sei­nen Fans und Mit­glie­dern hat. Mein Ziel ist es, den VfB nicht nur sport­lich, son­dern auch struk­tu­rell und sozi­al nach­hal­tig in die Zukunft zu füh­ren.

Mit wel­chen Maß­nah­men wol­len sie die Abtei­lun­gen des VfB e.V. — abge­se­hen vom Jugend­fuß­ball — wei­ter stär­ken?

Der VfB Stutt­gart ist nicht nur ein Fuß­ball­ver­ein, son­dern eine gro­ße Fami­lie, die vie­le ver­schie­de­ne Sport­ar­ten umfasst. Jede Abtei­lung des Ver­eins trägt zur Viel­falt und zum Gemein­schafts­ge­fühl bei. Ich möch­te sicher­stel­len, dass wir die­se Abtei­lun­gen wei­ter­hin stär­ken und gezielt wei­ter­ent­wi­ckeln.

Die Trai­nings- und Wett­kampf­struk­tu­ren müs­sen wir wei­ter aus­bau­en, um damit eine wei­te­re Pro­fes­sio­na­li­sie­rung im Leis­tungs­sport zu ermög­li­chen, etwa bei unse­rer sehr erfolg­rei­chen Leicht­ath­le­tik. Gene­rell gilt es, über alle Abtei­lun­gen hin­weg,   Talen­te gezielt zu för­dern. Der Sport­ver­ein VfB Stutt­gart soll sowohl in der Spit­ze wie auch der Brei­te kon­kur­renz­fä­hig blei­ben und sich ent­wi­ckeln kön­nen. Da zäh­len für mich Mög­lich­kei­ten zu schaf­fen für Trai­ner­qua­li­fi­ka­tio­nen und zur Ein­füh­rung moder­ner Trai­nings­me­tho­den. Dazu gehört aber genau­so, die Sport­an­ge­bo­te des VfB noch viel sicht­ba­rer zu machen – durch kom­mu­ni­ka­ti­ve Maß­nah­men, durch Ver­an­stal­tun­gen und durch Koope­ra­tio­nen. So könn­ten wir bei­spiels­wei­se im Hockey über die Zusam­men­ar­beit mit Schu­len und Kin­der­gär­ten noch Poten­zia­le heben, damit die Abtei­lung, die sich in den zurück­lie­gen­den Jah­ren schon sehr gut ent­wi­ckelt hat, per­spek­ti­visch zu den Top­adres­sen im Länd­le für Hockey zäh­len kann.

Wir haben zudem Abtei­lun­gen wie Tisch­ten­nis oder Faust­ball, die einen wich­ti­gen Bei­trag zur Mit­glie­der­bin­dung und zum vita­len Ver­eins­le­ben leis­ten – gera­de auch vor dem Hin­ter­grund gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­der Sport- und Frei­zeit­an­ge­bo­te. Dies trifft genau­so auf unse­re Gar­de zu, der als Trä­ger unse­rer Tra­di­tio­nen und Ver­eins­wer­te eine enorm wich­ti­ge Funk­ti­on zukommt. Hier gibt es noch Poten­zi­al, die­sen wich­ti­gen Bei­trag noch weit­aus stär­ker in die Mit­glie­der­schaft wir­ken zu las­sen.

Die Ver­eins­ab­tei­lun­gen bil­den den Kern unse­res akti­ven Ver­eins­le­bens, den es wei­ter zu stär­ken und zu för­dern gilt.

Hal­ten Sie die Ein­rich­tung eines fes­ten Ver­eins­mu­se­ums für sinn­voll und umsetz­bar?

Ja, ich hal­te die Ein­rich­tung eines Ver­eins­mu­se­ums für äußerst sinn­voll und auch umsetz­bar. Die Vor­pla­nun­gen für eine per­spek­ti­vi­sche Rea­li­sie­rung lau­fen auch bereits. Der VfB Stutt­gart ist ein Ver­ein mit einer lan­gen und stol­zen Geschich­te, die von vie­len gro­ßen Erfol­gen und legen­dä­ren Momen­ten geprägt ist. Ein Ver­eins­mu­se­um wür­de nicht nur die wert­vol­le Geschich­te des Ver­eins bewah­ren, son­dern auch für zukünf­ti­ge Gene­ra­tio­nen von Fans und Mit­glie­dern greif­bar machen. Gleich­zei­tig kann ein Muse­um als Bil­dungs- und Kul­tur­ange­bot für Schu­len, Besu­cher und Tou­ris­ten die­nen und somit unse­re tie­fe Ver­wur­ze­lung in Bad Cannstatt und der Regi­on noch­mals unter­strei­chen. Der VfB braucht einen Ort, an dem die Ein­zig­ar­tig­keit unse­res Ver­eins und unse­rer Sport- wie Fan­kul­tur auch abseits der Spiel­ta­ge und Wett­kämp­fe erleb­bar wird. Ein Muse­um könn­te eine neue Platt­form für Ver­an­stal­tun­gen, Son­der­aus­stel­lun­gen, Lesun­gen und Fan-Tref­fen bie­ten. Es wäre eine groß­ar­ti­ge Mög­lich­keit, die Ver­einsi­den­ti­tät zu stär­ken und eine tie­fe­re Ver­bin­dung zwi­schen dem Ver­ein und sei­nen Anhän­gern zu schaf­fen. Ich sehe das Muse­um als ein wich­ti­ges Pro­jekt zur Fes­ti­gung der Ver­eins­mar­ke und als ein posi­ti­ves Sym­bol für die Iden­ti­tät des VfB Stutt­gart.

Der VfB hat über 120.000 Mit­glie­der. Wie wol­len Sie die­se in das Ver­eins­le­ben ein­bin­den?

Der VfB Stutt­gart hat mit über 120.000 Mit­glie­dern eine beein­dru­cken­de Gemein­schaft, und es ist mir beson­ders wich­tig, die­se Mit­glie­der noch stär­ker in das Ver­eins­le­ben ein­zu­bin­den. Der Schlüs­sel dazu ist, sowohl bestehen­de For­ma­te wei­ter aus­zu­bau­en als auch neue Mög­lich­kei­ten zur akti­ven Teil­nah­me zu schaf­fen. Ich sehe hier­bei schwer­punkt­mä­ßig das nach­fol­gen­de.

  1. Erhö­hung der Mit­glie­der­be­tei­li­gung: Ein zen­tra­ler Punkt ist die Trans­pa­renz und Mit­spra­che unse­rer Mit­glie­der. Es ist ent­schei­dend, dass die Mit­glie­der regel­mä­ßig über wich­ti­ge Ent­wick­lun­gen des Ver­eins infor­miert wer­den und die Mög­lich­keit haben, ihre Mei­nung ein­zu­brin­gen. Wir wer­den des­halb bestehen­de For­ma­te wie den „Dun­kel­ro­ten Tisch“ fort­füh­ren und auch wei­ter aus­bau­en. Der Dun­kel­ro­te Tisch ist eine her­vor­ra­gen­de Mög­lich­keit, direkt mit der Ver­eins­füh­rung ins Gespräch kom­men zu kön­nen.
  2. För­de­rung der Ver­einsi­den­ti­tät durch Events und Ver­an­stal­tun­gen: Der VfB lebt durch das Mit­ein­an­der sei­ner Mit­glie­der. Neben den for­mel­len Kanä­len wol­len wir die Mit­glie­der auch durch Events in das Ver­eins­le­ben ein­bin­den. Hier­zu gehö­ren bereits sehr belieb­te For­ma­te wie unse­re Teil­nah­me am Wein­dorf, am Weih­nachts­markt, beim Wasen oder auch die VfB im Länd­le-Ver­an­stal­tun­gen, die regio­nal und über­re­gio­nal Fans und Mit­glie­der zusam­men­brin­gen. Die­se Events bie­ten nicht nur Raum für Aus­tausch und Fei­ern, son­dern auch für die Stär­kung der Ver­einsi­den­ti­tät. Ich selbst habe in den zurück­lie­gen­den Mona­ten vie­le der Ver­an­stal­tun­gen besucht und konn­te von jeder wert­vol­len Input für unse­re Arbeit mit­neh­men. Des­halb möch­te ich die­se Ange­bo­te wei­ter aus­bau­en und auch neue Ver­an­stal­tun­gen schaf­fen, die noch mehr Mit­glie­der und Fans ein­be­zie­hen.
  3. Stär­ke­re Kom­mu­ni­ka­ti­on und Aus­tausch: Der direk­te Aus­tausch zwi­schen Ver­eins­füh­rung und Mit­glie­dern sowie Fans ist mir ein gro­ßes Anlie­gen. Hier­zu gehört neben regel­mä­ßi­gen Fan-Aus­schuss­sit­zun­gen und Mit­glie­der­ver­samm­lun­gen auch die Ver­bes­se­rung der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on. Beson­ders durch einen mög­li­chen Aus­bau des Mit­glie­der­be­reichs auf der Web­site oder wei­te­rer digi­ta­ler Ange­bo­te wol­len wir sicher­stel­len, dass sich alle Mit­glie­der immer gut infor­miert und mit­ge­nom­men füh­len.
  4. Mit­glie­der als Bot­schaf­ter des Ver­eins: Ich möch­te die Mit­glie­der nicht nur als pas­si­ve Teil­neh­mer sehen, son­dern als akti­ve Bot­schaf­ter des VfB. Sie sol­len die Mög­lich­keit haben, den Ver­ein in ihrer Regi­on und ihrem Umfeld zu reprä­sen­tie­ren, sei es durch Mit­glie­der­ver­an­stal­tun­gen, durch die Teil­nah­me an regio­na­len VfB im Länd­le-Akti­vi­tä­ten oder durch die Unter­stüt­zung bei klei­ne­ren loka­len Events. Dies stärkt nicht nur das Netz­werk des VfB Stutt­gart, son­dern sorgt auch für eine brei­te­re Prä­senz des Ver­eins in der Gesell­schaft.
  5. För­de­rung von Gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­dem Aus­tausch: Der Aus­tausch zwi­schen den ver­schie­de­nen Gene­ra­tio­nen inner­halb des Ver­eins ist mir beson­ders wich­tig. Älte­re Mit­glie­der, die den VfB seit vie­len Jah­ren beglei­ten, und jün­ge­re Mit­glie­der, die ihre Lei­den­schaft für den Ver­ein erst ent­de­cken, sol­len glei­cher­ma­ßen vom Ver­eins­le­ben pro­fi­tie­ren. Dazu möch­ten wir Ver­an­stal­tun­gen anbie­ten, bei denen ver­schie­de­ne Alters­grup­pen zusam­men­kom­men und von­ein­an­der ler­nen kön­nen. Ers­te Schrit­te in die­ser Rich­tung sind durch unser Ver­an­stal­tungs­an­ge­bot der „Ewi­gen Wil­den“ sowie die Ein­bin­dung unse­rer Gar­de-Abtei­lung beim VfB im Länd­le-Pubquiz bereits erfolgt.
  6. Stär­kung des Ehren­amts und der akti­ven Mit­glie­der: Ein star­kes Ver­eins­le­ben lebt auch von den vie­len enga­gier­ten Ehren­amt­li­chen. Ich möch­te sicher­stel­len, dass die­se noch mehr Unter­stüt­zung und Aner­ken­nung erhal­ten.

Zusam­men­ge­fasst möch­te ich, dass sich alle Mit­glie­der als akti­ven Teil des Ver­eins füh­len. Das bedeu­tet, dass wir nicht nur durch for­mel­le Kanä­le ein­be­zo­gen wer­den, son­dern auch durch akti­ve Teil­nah­me an unse­ren Ver­an­stal­tun­gen und durch die För­de­rung von Aus­tausch und Zusam­men­ar­beit auf allen Ebe­nen. Der VfB Stutt­gart soll ein Ver­ein blei­ben, bei dem jeder, egal ob er in Stutt­gart lebt oder in der gan­zen Regi­on, das Gefühl hat, dass er zu etwas Grö­ße­rem gehört. Die­se Mit­glie­der­ein­bin­dung wird der Schlüs­sel sein, um die Zukunft des VfB Stutt­gart wei­ter gemein­sam zu gestal­ten.

Wie ste­hen Sie zur Mög­lich­keit einer hybri­den Mit­glie­der­ver­samm­lung?

Grund­sätz­lich sehe ich die Mög­lich­keit einer hybri­den Mit­glie­der­ver­samm­lung als eine wert­vol­le Opti­on, die den Mit­glie­dern mehr Fle­xi­bi­li­tät bie­tet und auch den­je­ni­gen, die nicht vor Ort sein kön­nen, die Teil­nah­me erleich­tert. Aller­dings hal­te ich es für wich­tig, dass die Ent­schei­dung über die Durch­füh­rung einer hybri­den Ver­samm­lung stets vom obers­ten Organ des Ver­eins, der Mit­glie­der­ver­samm­lung, demo­kra­tisch getrof­fen wird.

Ich per­sön­lich bin ein Befür­wor­ter von Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen, da sie eine beson­de­re Bedeu­tung für den per­sön­li­chen Aus­tausch und das gemein­sa­me Erle­ben haben. Es ist mir wich­tig, dass sich die Mit­glie­der regel­mä­ßig und nicht nur vir­tu­ell tref­fen – gera­de bei einer so gro­ßen Zahl an Mit­glie­dern ist der direk­te Aus­tausch ein wert­vol­les Instru­ment, um gegen­sei­ti­ges Ver­trau­en und ein star­kes Ver­eins­ge­fühl zu för­dern. Der per­sön­li­che Kon­takt bie­tet eine leben­di­ge und authen­ti­sche Dis­kus­si­on, und in der Aus­spra­che kön­nen oft Din­ge ange­spro­chen wer­den, die in einer rein digi­ta­len Form nicht die glei­che Wir­kung ent­fal­ten wür­den.

Gleich­zei­tig müs­sen wir auch den Fort­schritt und die Mög­lich­kei­ten der digi­ta­len Welt berück­sich­ti­gen und den Zugang zur Mit­glie­der­ver­samm­lung für alle Mit­glie­der so bar­rie­re­frei wie mög­lich gestal­ten. Wenn eine hybri­de Ver­samm­lung dazu bei­trägt, den Ver­ein für alle zugäng­lich zu machen, ist dies eine Mög­lich­keit, die wir nicht aus­schlie­ßen soll­ten. Die Ent­schei­dung dar­über, wie wir die Mit­glie­der­ver­samm­lung gestal­ten, soll­te aber stets demo­kra­tisch durch die Mit­glie­der selbst getrof­fen wer­den, um den Grund­satz der Mit­be­stim­mung und Betei­li­gung zu wah­ren.

Wel­ches Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al sehen Sie noch bei der Sat­zung des e.V.?

Die Sat­zung des VfB e.V. bil­det die Grund­la­ge unse­rer Ver­eins­struk­tur, und es gibt immer Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­ent­wick­lung, um den Ver­ein zukunfts­fä­hig zu gestal­ten. Soll­te ich durch eine Wie­der­wahl im Amt bestä­tigt wer­den, wer­de ich mich dafür ein­set­zen, die Sat­zungs­kom­mis­si­on, die bis­lang her­vor­ra­gen­de Arbeit leis­tet, erneut zu man­da­tie­ren, um die Sat­zung zu über­prü­fen und wei­ter zu opti­mie­ren. Dabei wol­len wir beson­ders auf eine stär­ke­re Mit­be­stim­mung der Mit­glie­der, eine erhöh­te Trans­pa­renz in der Kom­mu­ni­ka­ti­on und eine För­de­rung des Ehren­amts ein­ge­hen. Auch Aspek­te wie die Gleich­stel­lung und die Anpas­sungs­fä­hig­keit an neue Ent­wick­lun­gen soll­ten gezielt geprüft wer­den, um sicher­zu­stel­len, dass die Sat­zung auch in Zukunft den Bedürf­nis­sen des Ver­eins gerecht wird.

Wür­den Sie im Fal­le einer Wahl und der gleich­zei­ti­gen Wahl von Diet­mar All­gai­er zum Prä­si­den­ten die Ein­füh­rung eines/r lei­ten­den Ange­stell­ten im Ver­ein, der dem Prä­si­den­ten die ope­ra­ti­ve Arbeit abnimmt, begrü­ßen und unter­stüt­zen?

Im Fal­le mei­ner Wahl und der gleich­zei­ti­gen Wahl von Diet­mar All­gai­er zum Prä­si­den­ten ist es zunächst wich­tig, dass wir die Ver­eins­stra­te­gie in Bezug auf die Abtei­lun­gen und aller anste­hen­den Pro­jek­te klar fest­le­gen. Sobald ein neu­for­mier­tes Prä­si­di­um die­se Stra­te­gie und die damit ver­bun­de­nen Pro­zes­se und Ver­ant­wort­lich­kei­ten defi­niert hat, lei­ten sich dar­aus die nächs­ten Schrit­te und Auf­ga­ben ab, auch hin­sicht­lich der per­so­nel­len Auf­stel­lung in der Ope­ra­ti­ven. Fest­zu­hal­ten bleibt, wir haben aktu­ell schon ein sehr gut arbei­ten­des Team.

Wie ist Ihre Hal­tung zum Auf­sichts­rats­vor­sitz der VfB AG: Soll­te die­ser nur vom Prä­si­den­ten des e.V. gestellt wer­den oder kann es auch ein Prä­si­di­ums-Mit­glied sein? Oder muss es über­haupt ein/e Vertreter/in des Ver­eins sein?

Für mich ist es klar, dass der Prä­si­dent des e.V. auch den Vor­sitz des Auf­sichts­rats der VfB AG über­neh­men soll­te. Die­se Ent­schei­dung lei­tet sich aus dem „ver­ba­len Aus­glie­de­rungs­ver­spre­chen“ ab, dass der Prä­si­dent des Ver­eins immer auch die Ver­ant­wor­tung im Auf­sichts­rat trägt. Die­se kla­re Struk­tur gewähr­leis­tet nicht nur die not­wen­di­ge Ver­ant­wor­tung und Trans­pa­renz, son­dern stärkt auch die Ver­bin­dung zwi­schen e.V. und AG, um eine ein­heit­li­che und effi­zi­en­te Füh­rung des Ver­eins zu gewähr­leis­ten.

Aktu­ell ist der Auf­sichts­rat der VfB AG mit 10 Per­so­nen besetzt, wovon fünf den VfB e.V. ver­tre­ten (Diet­mar All­gai­er, Andre­as Grupp, Bea­te Beck-Dehar­de, Tan­ja Gön­ner und Alex­an­der Klä­ger) je zwei den Inves­tor Mer­ce­des (Peter Schy­mon und Franz Rei­ner), je zwei den Inves­tor Por­sche (Lutz Mesch­ke und Albrecht Rei­mold) sowie mit Tobi­as Rös­chl ein Ver­tre­ter des Inves­tors JAKO. Ein wei­te­rer Platz ist noch frei. Wie ist Ihre Hal­tung zur Sitz-Ver­tei­lung im Auf­sichts­rat? Soll­te die­ser dem Ver­hält­nis der Antei­le an der VfB AG ent­spre­chen (78,2 Pro­zent VfB e.V., 10,4 Pro­zent Por­sche, 10,4 Pro­zent Mer­ce­des, 1 Pro­zent JAKO) oder reicht eine ein­fa­che Mehr­heit des e.V.?

Grund­sätz­lich hal­te ich die der­zei­ti­ge Sitz­ver­tei­lung im Auf­sichts­rat der VfB AG für sinn­voll, sehe jedoch auch Poten­zi­al für Ver­bes­se­run­gen, beson­ders im Hin­blick auf eine aus­ge­wo­ge­ne­re reprä­sen­ta­ti­ve Balan­ce zwi­schen den ver­schie­de­nen Gesell­schaf­tern. Tobi­as Rös­chl ist rich­ti­ger­wei­se Ver­tre­ter von JAKO, hat sei­nen Sitz im Auf­sichts­rat jedoch – wie auch Alex­an­der Klä­ger von SAP – als Ver­tre­ter des VfB e.V. und soll­te daher aktu­ell eben­so als Teil des e.V. betrach­tet wer­den.

Ich wür­de es begrü­ßen, wenn künf­tig alle drei Prä­si­di­ums­mit­glie­der des e.V. im Auf­sichts­rat ver­tre­ten sind. Dies wür­de die Ent­schei­dungs­fin­dung stär­ken und eine noch enge­re Ver­zah­nung zwi­schen den bei­den Orga­ni­sa­tio­nen ermög­li­chen. Dar­über hin­aus hal­te ich es für sinn­voll, einen wei­te­ren Sitz mit einer Per­son aus dem Bereich Sport­kom­pe­tenz zu beset­zen, um sicher­zu­stel­len, dass der Auf­sichts­rat über fun­dier­tes Fach­wis­sen zu sport­li­chen The­men ver­fügt.

Die Ver­ga­be die­ses zusätz­li­chen Sit­zes soll­te trans­pa­rent und nach­voll­zieh­bar erfol­gen, etwa über die Ver­öf­fent­li­chung eines Anfor­de­rungs­pro­fils, damit Mit­glie­der und die Öffent­lich­keit den Aus­wahl­pro­zess ver­ste­hen kön­nen.

Zur Fra­ge, ob die Sitz­ver­tei­lung im Auf­sichts­rat dem Anteil des e.V. an der VfB AG ent­spre­chen soll­te, den­ke ich, dass die Sitz­ver­tei­lung das Ver­hält­nis der Antei­le wider­spie­geln soll­te. Der e.V. als größ­ter Anteils­eig­ner muss auch im Auf­sichts­rat über eine ent­spre­chen­de Mehr­heit ver­fü­gen.

Dar­an anschlie­ßend: Soll­te der Auf­sichts­rat in sei­ner jet­zi­gen Grö­ße bei­be­hal­ten, ver­grö­ßert oder ver­klei­nert wer­den?

Ich befür­wor­te, den aktu­ell mög­li­chen Rah­men, den uns die Geschäfts­ord­nung der AG vor­gibt, voll­stän­dig aus­nut­zen und den Auf­sichts­rat auf 12 Sit­ze auf­zu­sto­cken. Die­se Erwei­te­rung hal­te ich für sinn­voll, da sie es ermög­licht, ein wei­te­res Prä­si­di­ums­mit­glied sowie eine Per­son mit Sport­kom­pe­tenz in den Auf­sichts­rat zu inte­grie­ren. Damit wür­de die Ent­schei­dungs­fin­dung wei­ter gestärkt und gleich­zei­tig die Ver­bin­dung zwi­schen den ver­schie­de­nen Gre­mi­en des Ver­eins inten­si­viert wer­den. Eine Per­son mit Sport­kom­pe­tenz im Auf­sichts­rat ist beson­ders wich­tig, um die sport­li­chen Aspek­te gezielt und fun­diert in die Ent­schei­dun­gen ein­zu­brin­gen. Die­se Auf­sto­ckung trägt dazu bei, die Exper­ti­se im Gre­mi­um zu erwei­tern und den Anfor­de­run­gen des Ver­eins bes­ser gerecht zu wer­den.

Soll­te der Prä­si­di­al­aus­schuss die Mehr­heits­ver­hält­nis­se eben­so wider­spie­geln oder sind Sie mit der der­zei­ti­gen Beset­zung (zwei e.V.-Vertreter, je ein Inves­to­ren-Ver­tre­ter, Mehr­heit des e.V. ist durch dop­pel­tes Stimm­recht des Prä­si­den­ten gewahrt) zufrie­den?

Grund­sätz­lich hal­te ich es für wich­tig, dass auch der Prä­si­di­al­aus­schuss die Mehr­heits­ver­hält­nis­se des e.V. wider­spie­gelt. Der e.V. ist Haupt­an­teils­eig­ner, und daher soll­te sich die­se Mehr­heit auch per­so­nell im Prä­si­di­al­aus­schuss wider­spie­geln. Die der­zei­ti­ge Beset­zung, bei der der Prä­si­dent über ein dop­pel­tes Stimm­recht ver­fügt, sorgt zwar dafür, dass die Mehr­heit des e.V. gewahrt bleibt, doch grund­sätz­lich wäre es aus mei­ner Sicht sinn­vol­ler, die Beset­zung des Prä­si­di­al­aus­schus­ses so anzu­pas­sen, dass die Ver­tei­lung der Sit­ze auch nach Köp­fen die Mehr­heits­ver­hält­nis­se im Ver­ein wider­spie­gelt.

Sehen Sie die Not­wen­dig­keit, den Auf­sichts­rat vor Ablauf der Amts­zeit 2027 neu zu beset­zen, was die Ver­tre­tung des VfB e.V. angeht?

Ja, ich sehe die Not­wen­dig­keit, den Auf­sichts­rat vor Ablauf der Amts­zeit 2027 neu zu beset­zen, ins­be­son­de­re was die Ver­tre­tung des VfB e.V. angeht. Es soll­te ein wei­te­res Prä­si­di­ums­mit­glied in den Auf­sichts­rat auf­ge­nom­men und zusätz­lich ein Ver­tre­ter mit Sport­kom­pe­tenz inte­griert wer­den, um sicher­zu­stel­len, dass der Auf­sichts­rat sowohl in unter­neh­me­ri­schen als auch in sport­li­chen Fra­gen kom­pe­tent auf­ge­stellt ist. Falls in Zukunft zudem wei­te­re Ände­run­gen vor­ge­nom­men wer­den, muss dies trans­pa­rent und nach­voll­zieh­bar gesche­hen, sodass alle Mit­glie­der des Ver­eins und die Öffent­lich­keit den Aus­wahl­pro­zess und die Grün­de für die Ände­run­gen ver­ste­hen kön­nen.

Sehen Sie die Not­wen­dig­keit, die Mit­glie­der über einen Ver­kauf von Antei­len über die 2017 beschlos­se­nen 24,9 Pro­zent abstim­men zu las­sen? War­um oder war­um nicht? 

Das ist aktu­ell kein The­ma und auch über unse­re Sat­zung klar gere­gelt. Ich hal­te es dem­entspre­chend für zwin­gend not­wen­dig, dass die Mit­glie­der über einen Ver­kauf von Antei­len über die 2017 beschlos­se­nen 24,9 Pro­zent hin­aus abstim­men soll­ten, falls dies ein­mal in Zukunft The­ma sein könn­te. Ein sol­cher Schritt betrifft die Grund­struk­tur und Unab­hän­gig­keit des Ver­eins, wes­halb er nur vom obers­ten Organ des Ver­eins, der Mit­glie­der­ver­samm­lung, beschlos­sen wer­den kann. Die Mit­glie­der müs­sen in die­se Ent­schei­dung ein­ge­bun­den wer­den, um sicher­zu­stel­len, dass die Inter­es­sen des Ver­eins und sei­ner Mit­glie­der gewahrt blei­ben und eine ganz­heit­li­che Zustim­mung zu einer sol­chen Maß­nah­me erfolgt.

Wel­che The­men, die Fans abseits des sport­li­chen Erfolgs bewe­gen, hal­ten Sie für am wich­tigs­ten?

Abseits des sport­li­chen Erfolgs gibt es meh­re­re The­men, die für die Fans des VfB Stutt­gart von gro­ßer Bedeu­tung sind. Ein zen­tra­les The­ma ist sicher­lich die Trans­pa­renz und Kom­mu­ni­ka­ti­on sei­tens des Ver­eins. Fans wün­schen sich mehr Ein­bli­cke in die Ent­schei­dungs­pro­zes­se und möch­ten aktiv in die Ent­wick­lung des Ver­eins ein­ge­bun­den wer­den. Eben­so ist die Mit­be­stim­mung der Mit­glie­der ein wich­ti­ger Punkt, gera­de bei Ent­schei­dun­gen, die den Ver­ein lang­fris­tig betref­fen.

Ein wei­te­res The­ma ist die Nach­hal­tig­keit, sowohl in Bezug auf den Ver­ein als auch auf die Ver­eins­in­fra­struk­tur. Die Fans legen zuneh­mend Wert auf umwelt­be­wuss­te Ent­schei­dun­gen und die För­de­rung von Sozi­al­pro­jek­ten. Der VfB ist hier bereits sehr enga­giert und wir stre­ben eine Vor­rei­ter­rol­le an.

Nicht zuletzt spielt auch die Wert­schät­zung der Ver­eins­ge­schich­te und ‑tra­di­ti­on eine wich­ti­ge Rol­le. Fans möch­ten den Brust­ring nicht nur als sport­li­chen, son­dern auch als kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Wert erle­ben. Ein stär­ke­res Augen­merk auf den Erhalt der Tra­di­ti­on und die Stär­kung des Ver­eins­le­bens im wei­tes­ten Sin­ne ist daher ein wei­te­rer zen­tra­ler Punkt.

Wel­che Lösun­gen sehen Sie für eine nach­voll­zieh­ba­re Ver­tei­lung von Ein­tritts­kar­ten?

Die Fra­ge der nach­voll­zieh­ba­ren Ver­tei­lung von Ein­tritts­kar­ten ist in der Tat schwie­rig zu beant­wor­ten, ins­be­son­de­re da die Nach­fra­ge nach Heim­spiel-Tickets aktu­ell bei wei­tem die Sta­di­on­ka­pa­zi­tät über­steigt, was immer wie­der zu Ärger bei unse­ren Fans führt. Es ist eine her­aus­for­dern­de Situa­ti­on, da es kaum mög­lich ist, allen Fans gerecht zu wer­den, die ein Ticket wün­schen.

Hin­zu kom­men die noch bestehen­den Anlauf­schwie­rig­kei­ten mit dem neu ein­ge­führ­ten Ticket­sys­tem, bei dem es immer noch tech­ni­sche Hür­den gibt. Die zustän­di­gen Fach­ab­tei­lun­gen arbei­ten inten­siv dar­an, die­se Pro­ble­me zu lösen, um den Ticket­ver­kaufs­pro­zess so rei­bungs­los wie mög­lich zu gestal­ten.

Es ist unser Ziel, den Pro­zess in Zukunft trans­pa­ren­ter und fai­rer zu gestal­ten. Ent­spre­chen­de Lösungs­an­sät­ze wer­den auch zeit­nah dem Fan-Aus­schuss vor­ge­stellt und dort dis­ku­tiert.

Wel­che Rol­le kön­nen Sie als Prä­si­di­ums­mit­glied des e.V. im Span­nungs­feld zwi­schen orga­ni­sier­ten Fans, der Poli­zei und der Liga spie­len?

Der Ver­ein soll als Ver­mitt­ler und Brü­cken­bau­er zwi­schen den ver­schie­de­nen Akteu­ren agie­ren. Es ist wich­tig, dass wir die Beden­ken der orga­ni­sier­ten Fans ernst neh­men und im Dia­log mit ihnen auf Augen­hö­he kom­mu­ni­zie­ren. Gleich­zei­tig müs­sen wir jedoch auch der Poli­zei, den Behör­den und den Anfor­de­run­gen der Liga Rech­nung tra­gen und hier eben­so im Dia­log blei­ben, ins­be­son­de­re wenn es um Sicher­heits­aspek­te und die Ein­hal­tung von Regu­la­ri­en geht.

Im Novem­ber gaben Sie und Diet­mar All­gai­er über die Ver­eins­web­sei­te und in einem Pres­se­ter­min des VfB ihre Kan­di­da­tur bekannt. Sehen Sie es als legi­tim an, dass Amts­in­ha­ber die kom­mu­ni­ka­ti­ve Infra­struk­tur ihres Amtes für eine erneu­te Kan­di­da­tur nut­zen, wäh­rend ande­re Bewer­ber zu die­sem Zeit­punkt noch nicht dar­auf zurück­grei­fen kön­nen?

Ja, ich hal­te es für legi­tim, dass wir die kom­mu­ni­ka­ti­ve Infra­struk­tur des Ver­eins genutzt haben, um unse­re Kan­di­da­tur bekannt zu geben. Dabei war es jedoch kei­ne Wer­be­ver­an­stal­tung und auch kein Wahl­auf­ruf von uns bzw. für uns. Viel­mehr ging es dar­um, unse­re Mit­glie­der trans­pa­rent und früh­zei­tig dar­über zu infor­mie­ren, dass sowohl unser Inte­rims­prä­si­dent Diet­mar All­gai­er als auch ich erneut kan­di­die­ren wer­den.

Das Infor­ma­ti­ons­me­di­um der Ver­eins­web­sei­te steht uns als Amts­in­ha­ber zu, um unse­re Mit­glied­schaft über die anste­hen­de Wahl zu infor­mie­ren. Wir haben jedoch dar­auf geach­tet, dass alles Wei­te­re, was unse­re Kan­di­da­tur betrifft, nicht über die offi­zi­el­len VfB-Kanä­le kom­mu­ni­ziert wird. Der Wahl­pro­zess soll­te fair und trans­pa­rent sein, und der Wahl­aus­schuss hat sicher­ge­stellt, dass dies für alle Bewer­ber glei­cher­ma­ßen gilt.

War die Bekannt­ga­be ihrer erneu­ten Kan­di­da­tur mit dem Wahl­aus­schuss abge­spro­chen?

Ja, ich habe, wie auch Diet­mar All­gai­er, den Wahl­aus­schuss im Vor­feld über mei­ne erneu­te Kan­di­da­tur infor­miert. Der Wahl­aus­schuss hat eben­falls die Not­wen­dig­keit gese­hen, die Mit­glied­schaft dar­über zu infor­mie­ren, ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund, dass sich unser Inte­rims­prä­si­dent dazu ent­schie­den hat, eben­falls zu kan­di­die­ren. Es war uns wich­tig, die­se Infor­ma­ti­on früh­zei­tig und trans­pa­rent an die Mit­glie­der wei­ter­zu­ge­ben.

Vie­len Dank für das Gespräch!

Titel­bild: © Andre­as Grupp

Schreibe einen Kommentar

Rund um den Brustring
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.