Rund um das Spiel in Freiburg

Nach einem ergeb­nis­tech­nisch pas­sa­blen Sai­son­auf­takt soll­te der VfB mit der Par­tie in Frei­burg auch spie­le­risch in die Spur kom­men.

Eigent­lich ist die­se Län­der­spiel­pau­se nach nur zwei Bun­des­li­ga-Spiel­ta­gen ja völ­lig unnö­tig: Mal ganz abge­se­hen von der Welt­un­ter­gangs­stim­mung, die Fans der Natio­nal­mann­schaft bei jeder Nie­der­la­ge befällt und sie weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen im deut­schen Fuß­ball for­dern lässt, hat­te man sich ja gera­de wie­der an den wöchent­li­chen Rhyth­mus von Hoff­nung und Ver­zweif­lung rund um sei­nen Lieb­lings­ver­ein gewöhnt, nur um direkt wie­der raus­ge­ris­sen zu wer­den. Nach dem ner­ven­auf­rei­ben­den Sai­son­auf­takt und dem ner­vi­gen letz­ten Wochen­en­de des Trans­fer­fens­ters war die zwei­wö­chi­ge Pau­se aber dies­mal eine will­kom­me­ne Abwechs­lung für mich — und für den VfB eine Chan­ce auf einen zwei­ten Sai­son­start.

Sicher­lich, von den Ergeb­nis­sen her ist das alles in Ord­nung. Eine Nie­der­la­ge gegen den Rekord­meis­ter im letz­ten Vor­be­rei­tungs­spiel, der Ein­zug in die zwei­te Pokal­run­de und drei Punk­te aus zwei Bun­des­li­ga-Spie­len — wir sind schon schlech­ter gestar­tet. Das nimmt auch den ganz gro­ßen Druck aus den anste­hen­den Auf­ga­ben, die bald im halb­wö­chent­li­chen Abstand auf uns zukom­men. Gleich­zei­tig besteht die größ­te Auf­ga­be für Trai­ner und Mann­schaft jetzt dar­in, mög­lichst schnell auf Betriebs­tem­pe­ra­tur zu kom­men. Das gelang vor zwei Wochen gegen eine wei­test­ge­hen­de harm­lo­se Glad­ba­cher Borus­sia so leid­lich, in den Spie­len davor schien bei der Mann­schaft aber jedes Mal die Hand­brem­se zu klem­men, so dass man weder Uni­on noch Braun­schweig in Sachen Inten­si­tät und Cle­ver­ness viel ent­ge­gen set­zen konn­te. Im Pokal ret­te­te uns statt­des­sen vor allem die indi­vi­du­el­le Qua­li­tät.

Die allei­ne wird es aber in den kom­men­den Wochen nicht regeln, zumal uns aktu­ell alle drei Tor­schüt­zen aus dem Pokal­fi­na­le im Mai nicht zur Ver­fü­gung ste­hen: Mil­lot und Wol­te­ma­de ver­kauft und Undav ver­letzt. Was für die Mann­schaft bedeu­tet, dass jeder noch näher an sei­ne Leis­tungs­gren­ze her­an­rü­cken muss und für Trai­ner Sebas­ti­an Hoe­neß, dass er aus dem neu­en Kader wie­der eine har­mo­ni­sche und schlag­kräf­ti­ge Trup­pe for­men muss — wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren.

Und damit zur

Personalsituation

Silas und Jus­tin Diehl fal­len defi­ni­tiv noch aus, eben­so der eben erwähn­te Deniz Undav und Ersatz­kee­per Fabi Bred­low. Luca Jaquez, Ameen Al-Dak­hil und Leo Ster­giou befin­den sich im Auf­bau­trai­ning und brau­chen wohl noch eine Woche. Jeff Cha­b­ot ist wie­der fit, Tia­go Tomás muss schau­en, ob er den Infekt bis Sams­tag besiegt hat.

Eini­ge offe­ne Fra­gen also noch für eine

Mögliche Startaufstellung

Ein paar Sachen ließ Sebas­ti­an Hoe­neß ja schon auf der Pres­se­kon­fe­renz durch­bli­cken: Finn Jeltsch, unter der Woche Kapi­tän der deut­schen U21 wird spie­len. Neu­zu­gang El Khan­nouss sei zumin­dest eine Opti­on für den Kader, nach­dem er am Don­ners­tag zum ers­ten Mal mit der Mann­schaft trai­nier­te. Was mich dazu ver­lei­tet, Bouana­ni auf die 8 zu stel­len und rechts bei­de Außen­ver­tei­di­ger auf den Platz zu brin­gen. Demi­ro­vic und Lewe­ling sind gesetzt, der eine man­gels Alter­na­ti­ve, der ande­re wegen auf­stei­gen­der Form­kur­ve, Was wie­der­um nicht für Chris Füh­rich gilt.

Statistik

Zunächst eine obsku­re Sta­tis­tik: Von den letz­ten sechs Hin­run­den­be­geg­nun­gen bei­der Mann­schaf­ten fan­den zwei am ers­ten Spiel­tag statt und vier, wie in die­sem Jahr, am drit­ten. Von 46 Begeg­nun­gen in der Bun­des­li­ga gewann der VfB 24 und ver­lor 17. In Frei­burg ist die Bilanz aller­dings ziem­lich durch­wach­sen: nur zwei Aus­wärts­sie­ge ste­hen in den letz­ten sie­ben Gast­spie­len zu Buche. Nach zwei Spie­len steht der SCF mit null Punk­ten und 2:7 Toren am Tabel­len­en­de. Nicht beson­ders aus­sa­ge­kräf­tig natür­lich, aber den­noch in Ver­bin­dung mit der Tor­dif­fe­renz der schlech­tes­te Sai­son­start ihrer Bun­des­li­ga-Geschich­te bis jetzt.

Fazit

Das soll­te uns aber nicht in Sicher­heit wie­gen, ganz im Gegen­teil. Auch die Frei­bur­ger hat­ten zwei Wochen Zeit, um sich auf den zwei­ten Sai­son­start vor­zu­be­rei­ten. Vor eige­nem Publi­kum und mit eini­gen bis­her ver­letz­ten Rück­keh­rern wird Juli­an Schus­ters Mann­schaft alles dar­an set­zen, den kom­plet­ten Fehl­start abzu­wen­den. Für den VfB geht es dar­um, dage­gen zu hal­ten und die Frei­bur­ger ihrer­seits bei Nach­läs­sig­kei­ten zu bestra­fen und sich sel­ber so weni­ge wie mög­lich zu leis­ten. Auch wenn wir in die­sem Spiel kein Schüt­zen­fest wie zu Jah­res­be­ginn erwar­ten kön­nen: Die Hand­brem­se muss end­lich gelöst wer­den.

Titel­bild: © Alex Grimm/Getty Images

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