Rund um das Spiel in Frankfurt

Ein letz­tes Mal (in der Liga) alles rein­schmei­ßen, für die nächs­te Rei­se in der Königs­klas­se.

Was soll ich sagen? Das Spiel gegen Lever­ku­sen hat Mut gemacht. Der VfB lässt sich von einem Rück­stand nicht umwer­fen, zeigt sich tor­ge­fähr­lich, bis­sig und die Mann­schaft zeigt, dass sie das Ziel vor Augen hat und bereit ist, viel zu inves­tie­ren, um es zu errei­chen. Und doch war das 3:1 erst die hal­be Mie­te. Genau die glei­che Inten­si­tät, viel­leicht noch mehr, wer­den wir am Sams­tag­nach­mit­tag im Frank­fur­ter Wald­sta­di­on brau­chen. Gegen eine Mann­schaft, die eine unbe­frie­di­gen­de Sai­son wenigs­tens noch mit der Teil­nah­me an der Con­fe­rence League been­den will. Gegen ein Sta­di­on, dass unab­hän­gig von der Qua­li­tät der Heim­mann­schaft erst ein­mal über­wun­den wer­den muss. Und das alles, wäh­rend für bei­de Mann­schaf­ten auch noch die Ergeb­nis­se auf vier ande­ren Plät­zen — Glad­bach und Lever­ku­sen für uns, Frei­burg und Köpe­nick für die Ein­tracht — wich­tig sind.

Viel mehr Ner­ven­kit­zen geht eigent­lich nicht, auch wenn wir mit der gesi­cher­ten Euro­pa League-Teil­nah­me natür­lich etwas wei­cher fal­len wür­den. Aber dar­an soll­ten wir kei­nen Gedan­ken ver­schwen­den, schließ­lich sind die Chan­cen, die sich durch eine erneu­te Qua­li­fi­ka­ti­on für die Cham­pi­ons League öff­nen, ungleich grö­ßer. Nicht unbe­dingt sport­li­cher Natur, dafür sind die Abstän­de im euro­päi­schen Fuß­ball viel zu groß. Aber für die finan­zi­el­le und damit auch sport­li­che Sta­bi­li­tät des VfB ist der vier­te Platz ein Sech­ser im Lot­to und die Chan­ce, auf dem Erfolg der letz­ten Jah­re wei­ter auf­zu­bau­en. Aber erst­mal gilt es, die Ein­tracht zu schla­gen und sich dabei nicht vor­wer­fen zu las­sen, man habe nicht alles ver­sucht. Bes­te Vor­aus­set­zun­gen bie­tet dafür die

Personalsituation

denn außer dem wei­ter­hin rot­ge­sperr­ten Ata­kan Kara­zor sind alle Spie­ler fit und ein­satz­be­reit, ins­be­son­de­re Finn Jeltsch.

Mögliche Startaufstellung

In die Start­elf wür­de ich ihn jedoch nicht gleich stel­len. Die wür­de ich auch im Ver­gleich zum Lever­ku­sen-Spiel nur auf einer Posi­ti­on ver­än­dern: El Khan­nouss für Nar­tey, den ich etwas stär­ker sehe. Vol­le Kapel­le.

Statistik

Die Ein­tracht ist aktu­ell 8. mit 43 Punk­ten und einer Tor­dif­fe­renz von ‑4, ein Punkt hin­ter Frei­burg auf dem Con­fe­rence-League-Platz mit 44 Punk­ten und ‑9 Toren, die am Sams­tag gegen Leip­zig spie­len.  Punkt­gleich ist aber der FC Augs­burg mit  ‑12 Toren, die bei Uni­on spie­len. Es könn­te also gut sein, dass die Ergeb­nis­se auf den ande­ren Plät­zen unse­ren Geg­ner beflü­geln, ande­rer­seits möch­te Frei­burg sicher­lich nicht mit einem Miss­erfolg ins UEFA-Pokal-Fina­le gehen. Der Trend ist auch nicht gera­de der Freund der Ein­tracht: Seit Albert Rie­r­as Amts­an­tritt Anfang Febru­ar gab es nur 4 Sie­ge in 13 Spie­len: Gegen Glad­bach, Frei­burg, Hei­den­heim und in Wolfs­burg. Kei­nes der letz­ten vier Spie­le konn­te Frank­furt gewin­nen, gegen Leip­zig, Ham­burg und Dort­mund vor­lor man, gegen Augs­burg spiel­te man Unent­schie­den.

Nach Hei­den­heim (70) und Wolfs­burg (68) hat Frank­furt die dritt­meis­ten Gegen­to­re der Liga, bei­de Tor­hü­ter haben zusam­men mit 61 Pro­zent die schlech­tes­te Fang­quo­te der Liga. Aber Vor­sicht: Bei geschos­se­nen Toren steht die Ein­tracht liga­weit auf Platz 7, bei Tor­schüs­sen auf Platz 12, ist also ziem­lich effek­tiv. Das zeigt auch die fol­gen­de Zahl von 0,37 Toren pro abge­ge­be­nem Schuss aufs Tor. Das ist in der Liga der zweit­bes­te Wert mit Bay­ern hin­ter Dort­mund, der VfB liegt bei 0,32. 38,3 Pro­zent der Schüs­se der Ein­tracht gehen auch aufs Tor (VfB 39,5). Die besten Tor­schüt­zen sind Jona­than Bur­kardt (11), Can Uzun (8), Arnaud Kali­muen­do (6), Bur­kardt hat zusätz­lich 3 Assists, Uzun 6. Ansons­ten ist die Ein­tracht ähn­lich wie der VfB stark bei der Pass­quo­te und beim Ball­be­sitz, eher schwach in den Lauf­wer­ten.

Fazit

Es gibt kei­ne Aus­re­den mehr. Nicht das Pokal­fi­na­le nächs­te Woche. Nicht die Tat­sa­che, dass DFL und DFB in ihrer unend­li­chen Welt­fremd­heit einen Wies­ba­de­ner Schieds­rich­ter für die­ses Spiel ange­setzt haben, der vor knapp zwei Wochen erst in einem wich­ti­gen Spiel einen ent­schei­den­den Feh­ler gemacht hat. Nicht, dass man den Geg­ner unter­schätzt oder die­ser es einem schwer gemacht habe. Der VfB ist stark genug, um in die Cham­pi­ons League ein­zu­zie­hen, ist resi­li­ent genug, sich in die Königs­klas­se zu kämp­fen. Der letz­te Schritt liegt vor uns, wir müs­sen ihn nur noch gehen.

Titel­bild: © Neil Baynes/Getty Images

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