Mit erhobenem Haupt

Im Fina­le gegen den FC Bay­ern konn­te der VfB den DFB-Pokal nicht ver­tei­di­gen. Aber sel­ten hat man in Stutt­gart ein ver­lo­re­nes Fina­le so gelas­sen auf­ge­nom­men.

Irgend­wann kam es ja so, wie es kom­men muss­te. Immer­hin muss­te ich es dank der durchs Olym­pia­sta­di­on wabern­den Rauch­schwa­den nicht sehen, wie Bay­erns 100-Mil­lio­nen-Stür­mer unse­ren Traum von der Titel­ver­tei­di­gung zer­stör­te. Und über­haupt: Wer mit einer gesun­den Mischung aus Rea­lis­mus und Zweck­op­ti­mis­mus zu die­sem Pokal­fi­na­le gekom­men war, den konn­te das nicht über­ra­schen. Zu wenig Tor­ge­fahr strahl­te die Mann­schaft im Brust­ring aus, zu luf­tig ver­tei­dig­te sie die Angrif­fe der Bay­ern nach star­ken 60 Minu­ten, in denen bei­de Fina­lis­ten auf Augen­hö­he agier­ten. Das 0:3 war viel­leicht am Ende einen Ticken zu hoch, einen Unter­schied mach­te aber auch das nicht mehr: Die Her­ren sind die ein­zi­ge Mann­schaft des Ver­eins für Bewe­gungs­spie­le, die in die­ser Sai­son kei­ne Tro­phäe in die Höhe recken konn­te.

Wahn­sinn, oder? Nach der Zweit­li­ga-Meis­ter­schaft der Frau­en und der Deut­schen Meis­ter­schaft der U17 mach­te am Vor­abend noch die A‑Jugend den DFB-Pokal der Junio­ren klar und run­de­te damit eine her­vor­ra­gen­de Spiel­zeit ab, in der natür­lich auch die Bun­des­li­ga-Mann­schaft mit der Qua­li­fi­ka­ti­on zur Cham­pi­ons League ihr wich­tigs­tes Ziel erreich­te. Ent­spre­chend gelöst war die Stim­mung im Olym­pia­sta­di­on, das ent­ge­gen dem Anteil an der Gesamt­be­völ­ke­rung zu ca zwei Drit­teln mit VfB-Fans im wei­ßen Tri­kot und rotem Brust­ring gefüllt war. Das Mara­thon­tor tat weder der Laut­stär­ke, noch der gra­phi­schen Gestal­tung der Unter­stüt­zung einen Abbruch. Da stör­te eigent­lich nur das Ergeb­nis.

Würdiger Abschluss

Unterm Strich also ein wür­di­ges Ende einer Sai­son, die wir uns guten Gewis­sens gerahmt über den Kamin hän­gen kön­nen. Auch wenn es nie­mand mehr hören kann, muss man es ein­fach immer wie­der wie­der­ho­len: Was für eine unfass­bar gei­le Zeit, um VfB-Fan zu sein. Was für eine Wie­der­auf­er­ste­hung. Lie­be Mann­schaft, lie­be Ver­ant­wort­li­che: Dan­ke dafür!

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