Rund um das Spiel in Bremen

Nach dem erfolg­rei­chen, aber zeit­wei­se fah­ri­gen Auf­tritt gegen Tel-Aviv muss der VfB in Bre­men wie­der auf ein höhe­res Level kom­men.

Das 0:5 vom letz­ten Wochen­en­de wirkt bei mir ehr­lich gesagt noch nach. Die Mann­schaft wirk­te am Don­ners­tag gegen hoff­nungs­los unter­le­ge­ne Gäs­te nicht so über­zeu­gend und scharf, wie ich mir das als Reak­ti­on gewünscht hät­te. Beson­ders die Pha­se nach dem 3:0 in der zwei­ten Halb­zeit erin­ner­te ungut an ande­re Spie­le, in denen die Mann­schaft mit dem Brust­ring alles ein biss­chen schlei­fen ließ und prompt bestraft wur­de. Jetzt befin­den wir uns natür­lich am Ende einer erneut lan­gen und anstren­gen­den Hin­run­de, es ist das letz­te Aus­wärts­spiel in 2025. Damit lässt sich der Auf­tritt gegen Tel-Aviv erklä­ren, gleich­zei­tig ver­heißt das das Aus­wärts­spiel in Bre­men, bei dem wir uns tra­di­tio­nell schwer tun, nicht viel Gutes. Denn Wer­der spielt schon seit dem pein­li­chen Aus­schei­den in Bie­le­feld in der ers­ten Pokal­run­de Mit­te August nur noch in einem Wett­be­werb und will zudem, genau­so wie der VfB, das Ergeb­nis vom letz­ten Wochen­en­de ver­ges­sen machen — ein 2:3 im Der­by gegen den HSV

Der VfB braucht also an der Weser eine ganz ande­re Wider­stands­fä­hig­keit, als er sie in der Schluss­pha­se gegen die Bay­ern zeig­te. Eigent­lich absurd, dass man sich von einer Nie­der­la­ge wie­der so ver­un­si­chern lässt, was die Fähig­kei­ten der Mann­schaft angeht. Aber wenn man sah, wie umständ­lich sich die Brust­ring­trä­ger gegen tief­stehen­de Gäs­te am Don­ners­tag in der Offen­si­ve anstell­te, dann wird deut­lich, dass es einer erkenn­ba­ren Leis­tungs­stei­ge­rung bedarf, um eine Bun­des­li­ga-Mann­schaft zu schla­gen und auch in die­sem Wett­be­werb den Anschluss nach oben zu hal­ten. Zumal am Sams­tag alle Kon­kur­ren­ten um die vor­de­ren Plät­ze gewon­nen haben.

Kom­men wir zur

Personalsituation

an der sich im Ver­gleich zum Don­ners­tag eigent­lich nur ändert, dass Jeff Cha­b­ot wie­der spiel­be­rech­tigt ist, Lorenz Assi­gnon nach sei­ner Para­de auf der Linie dafür nicht. Da der VfB nach dem Euro­pa­po­kal-Spiel kein Per­so­nal­up­date mehr kom­mu­ni­ziert hat, gehe ich davon aus, dass sonst neben den bekann­ten Ver­letz­ten Dan-Axel Zag­adou, Luca Jaquez, Erme­din Demi­ro­vic sowie den Reser­vis­ten Yan­nik Kei­tel und Ste­fan Drl­ja­ca nie­mand fehlt. Jus­tin Diehl spiel­te am Sams­tag immer­hin bei der zwei­ten Mann­schaft wie­der für eine hal­be Stun­de.

Mögliche Startaufstellung

Nach­dem die Innen­ver­tei­di­ger-Dür­re Hoe­neß zu einer Rück­kehr zur Vie­rer­ket­te zwang, erwar­te ich dies­mal wie­der eine Drei­er­ket­te mit Cha­b­ot im Zen­trum. Vagno­man ersetzt den gesperr­ten Assi­gnon, Che­ma Kara­zor. El Khan­nouss läuft vor sei­ner Abrei­se zum Afri­ka-Cup noch­mal in der Start­elf auf, Undav und Tomás durf­ten am Don­ners­tag schon nach einer Stun­de run­ter, soll­ten also genü­gen Kraft für einen wei­te­ren Star­t­el­fein­satz haben.

Statistik

Es ist 117. Spiel bei­der Mann­schaf­ten ins­ge­samt, das 113. in der Liga. Der VfB hat mit 39 zu 38 Sie­gen knapp die Nase vorn. Der letz­te Sieg in Bre­men ist aber schon knapp fünf Jah­re her, als Silas die Bre­mer beim 2:0 auf der Tor­li­nie fopp­te, bevor ein gewis­ser Nick Wol­te­ma­de den spä­ten Anschluss­tref­fer von Davie Sel­ke vor­be­rei­te­te. Der letz­te Sieg davor datiert übri­gens aus dem Jahr 2006.… Gene­rell gewinnt die­se Begeg­nung meist das Heim­team, in den letz­ten 20 Jah­ren gab es zwi­schen bei­den Mann­schaf­ten nur sechs Aus­wärts­sie­ge. Bre­men hat nach Frank­furt (29), Hei­den­heim (28), Augs­burg (27) und St. Pau­li (25) gemein­sam mit Mainz die fünft­meis­ten Tore kas­siert, aber die meis­ten Tore der unte­ren Tabel­len­hälf­te erzielt. Dabei geben die Bre­mer die sechst­meis­ten Schüs­se der Liga ab. Als beson­ders treff­si­cher erweist sich Jens Stage mit fünf Tref­fern, Juve-Neu­zu­gang Samu­el Mban­gu­la traf bereits drei Mal und leg­te drei Mal auf. Inter­es­sant auch, dass Bre­men nach Augs­burg die zweit­meis­ten gel­ben Kar­ten kas­siert hat, obwohl sie bei den began­ge­nen Fouls nur im Mit­tel­feld lie­gen — viel­leicht erge­ben sich hier für den VfB gute Frei­stoß­si­tua­tio­nen.

Fazit

Wie auch immer der VfB den drit­ten Aus­wärts­sieg im Weser­sta­di­on in 20 Jah­ren klar­ma­chen will — er wäre emi­nent wich­tig, nicht nur für die Tabel­le, son­dern auch fürs Gemüt. Denn in der rest­li­chen Hin­run­de erwar­ten uns mit Hof­fen­heim vor sowie Lever­ku­sen und Frank­furt nach der Win­ter­pau­se drei direk­te Kon­kur­ren­ten um die Qua­li­fi­ka­ti­on für den Euro­pa­po­kal. Natür­lich ent­schei­det sich die nicht im Janu­ar, aber nach der Stei­ge­rung zu Sai­son­be­ginn und den erwart­ba­ren Punkt­ver­lus­ten gegen Bay­ern und Dort­mund müs­sen wir uns jetzt im ers­ten Tabel­len­drit­tel kon­so­li­die­ren, um eine gute Grund­la­ge für eine Rück­run­de mit neu­em Schwung zu legen.

Titel­bild: © Selim Sudheimer/Getty Images

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