Irgendwie gewonnen

Lan­ge sah es nicht so aus, als wür­de der VfB aus Köln alle drei Punk­te mit­neh­men. Umso bes­ser, dass es am Ende doch geklappt hat — wenn auch unter kurio­sen Umstän­den.

Also so rich­tig habe ich ja weder den Aus­gleich durch Erme­din Demi­ro­vic, noch den Sieg­tref­fer durch Joshua Vagno­man kom­men sehen. Gut, das lag beim Elf­me­ter­tref­fer unse­res Stür­mers vor allem dar­an, dass man im Gäs­te­block erst sehr spät ver­stand, dass es sich nicht um eine Ver­let­zungs­un­ter­bre­chung, son­dern eine VAR-Kon­trol­le han­del­te. Vor allem aber war nicht damit zu rech­nen, dass der VfB nach dem frü­hen Füh­rungs­tref­fer der Köl­ner und dem von Luca Jaquez gera­de noch ver­hin­der­ten zwei­ten Tor zurück ins Spiel fin­den wür­de. Geschwei­ge denn drei Punk­te mit­neh­men. Aber genau so kam es am Ende, weil die Mann­schaft zwar beim Auf­stei­ger nicht unbe­dingt über­zeug­te, aber auch nicht schlag­bar war.

Zunächst ein Rückschritt

Gera­de die ers­te Halb­zeit muss man nach den kon­zen­trier­ten Auf­trit­ten gegen St. Pau­li und Cel­ta de Vigo als Rück­schritt bezeich­net. Sicher­lich, der FC spielt wesent­lich druck­vol­ler als die zwei letz­ten Geg­ner, aber so ein­fach wie beim 1:0 muss man es ihnen dann auch nicht machen. Der VfB brach­te vom Anpfiff weg kaum einen Fuß auf den Boden und droh­te wie schon in Frei­burg über­rannt zu wer­den. Erst nach und nach kämpf­ten sich die Brust­ring­trä­ger ins Spiel zurück, schie­nen aber nie gefeit vor dem einen Lap­sus, der Köln zum Aus­gleich oder Sieg­tref­fer ver­hel­fen könn­te.

Das 2:1 war für mich noch weni­ger abseh­bar als der zwar kor­rek­te, aber in der Ent­ste­hung absur­de Elf­me­ter. Denn dass der VfB über­haupt in Füh­rung gehen könn­te zeich­ne­te sich eben­so­we­nig ab, wie dass Joshua Vagno­man dafür ver­ant­wort­lich sein wür­de. Natür­lich her­vor­ra­gend bedient von Ange­lo Stil­ler, der end­lich sei­nen Zau­ber­fuß wie­der­ge­fun­den hat­te, schob der Rechts­ver­tei­di­ger über­legt ins lan­ge Eck und wider­leg­te damit all jene, mich ein­ge­schlos­sen, die der Mei­nung waren, Sebas­ti­an Hoe­neß habe es mit der Rota­ti­on über­trie­ben. Wobei da schon was dran war: Ata­kan Kara­zor über­zeug­te nicht wirk­lich, Chris Füh­rich blieb erneut blass und auch Vagno­man und der erzwun­ge­ner­ma­ßen rein­ro­tier­te Jaquez zeig­ten Licht und Schat­ten.

Qualität entscheidet

Letzt­lich war es viel­leicht wirk­lich die Qua­li­tät eines Ange­lo Stil­ler, des­sen Pass Köln nicht ver­hin­dern konn­te und die Ner­ven­stär­ke eines Erme­din Demi­ro­vic, der end­lich mal wie­der einen Elfer für den VfB ver­senk­te. Dass wir die zuge­spro­chen krie­gen ist immer­hin auch ein posi­ti­ver Trend, auch wenn der Tref­fer gegen Demi­ro­vic deut­li­cher war als das ver­meint­li­che Foul an Tomás in der Vor­wo­che. Ob es eine kla­re Fehl­ent­schei­dung von Schieds­rich­ter Jöl­len­beck war, das Spiel wei­ter­lau­fen zu las­sen, fra­gen wir mal lie­ber nicht nach. Man kann auf jeden Fall fest­hal­ten: Der VfB kommt nach dem drit­ten Pflicht­spiel­sieg in Fol­ge in einen Lauf.

Die­ses Spiel zu gewin­nen, ist in der aktu­el­len Pha­se durch­aus auch ein Qua­li­täts­merk­mal. Aus­ru­hen soll­te man sich dar­auf aber wei­ter­hin nicht. Zu groß ist aktu­ell noch die Dis­kre­panz auf eini­gen Posi­tio­nen zwi­schen der zwei­ten Gar­de und der ers­ten, die in Basel wie­der auf dem Feld ste­hen dürf­te. Zu leicht­sin­nig kas­siert man immer noch Tore. Gleich­zei­tig geben die Sie­ge Selbst­ver­trau­en, die in den kom­men­den bei­den Spie­len vor der nächs­ten Län­der­spiel­pau­se ein Fak­tor sein kön­nen. Wie in der Ver­gan­gen­heit Sai­son scheint der Rhyth­mus der eng­li­schen Wochen die Mann­schaft eher zu beflü­geln als zu erschöp­fen.  Und so gewinnt man auch Spie­le, ohne wirk­lich zu wis­sen, wie.

Titel­bild: © Lars Baron/Getty Images

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