Neu im Brustring: Marc-Oliver Kempf, Borna Sosa, Pablo Maffeo, David Kopacz und Roberto Massimo

Neu im Brustring: Marc-Oliver Kempf, Borna Sosa, Pablo Maffeo, David Kopacz und Roberto Massimo

Holla, die Waldfee. Michael Reschke hat auf der heutigen Pressekonferenz neben vielen anderen Neuigkeiten auch die Verpflichtung von fünf (!) neuen Spielern verkündet. Wir haben uns über sie schlau gemacht.

Ohne Ausrufezeichen in Klammern geht es dieser Tage nicht. Nach dem furiosen 4:1 in München am Samstag lud der VfB am Montag vormittag zu einer Pressekonferenz ein und überrollte die anwesenden Journalisten mit einer Vielzahl von wirtschaftlichen und personellen Informationen. Um den neuen Ausrüster Jako, die ver- und geliehenen Spieler sowie die Vertragsverlängerungen von Jens Grahl und Emiliano Insua soll es an dieser Stelle ebensowenig gehen, wie um den positiven Gesamteindruck, den Michael Reschke vermittelte. Nein, wir widmen uns den insgesamt fünf Neuzugängen (eigentlich viereinhalb, aber dazu später mehr), die eben jener Reschke aus dem Sack ließ. Wie schon in der Vergangenheit haben wir uns mit Experten und Fans ihrer derzeitigen Vereine unterhalten, denn diese sind meist am nächsten dran und geben den reinen Statistiken der Spieler etwas mehr Tiefe. Beginnen wollen wir mit einem Transfer, der eigentlich schon seit einer Weile feststand.

Marc-Oliver Kempf

Um noch ein wenig mehr über den neuen Brustringträger zu erfahren, haben wir Freiburg-Fan Philipp Schneider (@PshSchneider) vom Podcast Füchsletalk, mit dem wir bereits vor dem Rückspiel in Freiburg sprachen, befragt.

Gebürtig aus Lich in der Nähe von Gießen kam Kempf mit 12 Jahren in die Jugendabteilung von Eintracht Frankfurt. 2012 gab der Innenverteidiger mit 17 Jahren sein Bundesliga-Debüt. Im Sommer 2014 kam er dann mit 19 Jahren zum SC Freiburg.  Er sei mit dem Versprechen gekommen, ein hoch veranlagter Spieler und ein Verteidiger für die Zukunft zu werden, so Philipp, dieses Versprechen habe sich auch erfüllt. Leider hätten ihn kleine Verletzungen immer wieder zurück geworfen.

Verletzungen sind in der Tat ein Thema bei Kempf. Einmal war es die Patellasehne, einmal der Meniskus, dann verschiedene Muskelprobleme. So spielte er nur die Zweitliga-Saison 2015/2016 komplett durch, fehlte lediglich zu Saisonbeginn in drei Spielen. In der Saison schoss er auch fünf Tore und war für Philipp der beste Verteidiger der Liga. Sollte er frei von Verletzungen bleiben, sagt Philipp, könne er dem VfB sehr weiter helfen. Seine Stärken liegen, ähnlich wie bei Holger Badstuber und Benjamin Pavard, im Zweikampf und in der Spieleröffnung. Außerdem versuche er meistens, Situationen ohne Foul zu lösen, für einen Innenverteidiger nicht die schlechteste Qualität. Probleme habe er, so Philipp, noch im Stellungsspiel.

Christian Streich äußerte sich bereits im November, als feststand, dass Kempf den Verein ablösefrei verlassen würde, aber noch nicht wohin, ziemlich nüchtern dazu:

Philipps Einschätzung zum Wechsel von Baden nach Württemberg: “Ich glaube, dass ist bei dem Einen mehr, bei dem Anderen weniger entspannt aufgenommen worden. Das kommt glaube ich bei jedem persönlich darauf an, wie groß die Abneigung gegen den VfB ist. Kempf war nie einer, der große Töne gespuckt hat. Ich hatte immer das Gefühl, beide wissen was sie voneinander haben, aber jedem war klar das Kempf nicht seine Karriere in Freiburg beendet, Was ich auch überhaupt nicht verwerflich finde.” Kempf hat alle Nachwuchsmannschaften des DFB bis zur U21 durchlaufen und wurde mit dieser und der U19 Europameister.

Meine Einschätzung: Abhängig von den weiteren Karriereplänen Holger Badstubers und davon, dass Kempf verletzungsfrei bleibt, kann er als dritter Verteidiger Pavard und Baumgartl ordentlich Feuer unterm Hintern machen und damit das Prinzip des Konkurrenzdrucks auf jeder Position vom letzten Sommer fortsetzen.

Borna Sosa

Borna Sosa, geboren 1998 in Zagreb, hat  bisher nie bei einem anderen Verein als Dinamo gespielt. Über den gelernten Linksverteidiger haben wir uns bei Aleksandar Holiga (@AlexHoliga) erkundigt, der Chedredakteur von Telesport, einem kroatischen Online-Sportmagazin ist und bereits verschiedene Beiträge über den kroatischen Fußball in ausländischen Publikationen verfasst hat, unter anderem im Guardian, bei FourFourTwo und in 11Freunde. Er ist zwar eigentlich Fan von Hajduk Split, beschäftigt sich aber beruflich intensiv mit Dinamo.

Sosa spielte im März 2015 mit 17 Jahren zum ersten Mal für Dinamo Zagreb in der HNL, der ersten kroatischen Liga. In der darauf folgenden Saison folgten zwei weitere Einsätze, einmal stand er dabei übrigens mit Josip Brekalo gemeinsam auf dem Platz, der nicht nur im Verein, sondern auch in den kroatischen Nachwuchsnationalmannschaften einen ähnlichen Weg ging wie Sosa, nur dass er den Sprung in die Bundesliga früher machte. Split, Rijeka und Osijek liefen der Talentschmide Dinamos zwar in letzter Zeit ein wenig den Rang ab, so Aleks, dennoch habe der Verein auch in der jüngeren Vergangenheit viele gute Spieler ausgebildet, zu denen auch Sosa gehöre. Es sei aber auch Teil der Geschichte, dass die Nachwuchsarbeit Dinamos stark von der Stadt Zagreb gefördert worden sei und dass viele Jugendspieler des Vereins aufgrund dessen großen Einflusses auf den kroatischen Verband in den Jugendnationalmannschaften vertreten seien. Sosa hat alle diese Mannschaften durchlaufen, spielt derzeit für U21 und wurde am Montag in den vorläufigen WM-Kader der A-Nationalmannschaft berufen. Selbst wenn er es nicht nach Russland schaffe, erklärt Aleks, erwarte jeder, dass er in naher Zukunft die Linksverteidigerposition in der Mannschaft besetze. Auch weil Kroatien quasi seit dem Karriereende Robert Jarnis Anfang des Jahrtausends ein Problem auf dieser Position habe.

In der vergangenen Saison absolvierte Sosa 21 Spiele für Dinamo in der ersten Liga, und das, obwohl er zunächst nur dritte Wahl gewesen sei. Da aber der eine Konkurrent auf seiner Position verkauft wurde und der andere nicht die Erwartungen erfülllte, bekam er nach und nach mehr Chancen und konnte nach anfänglichen, vor allem defensiven Schwächen, seine Qualität unter Beweis stellen. Er hätte sogar noch mehr spielen können, sei jedoch vom Trainer geschont worden, um Verletzungen vorzubeugen und damit, so vermutet Aleks, den Marktwert nicht zu gefährden. Es wird gemutmaßt, dass der VfB für Sosa rund acht Millionen Euro auf den Tisch legte.

Aus verschiedenen Quellen konnte man erfahren, dass Sosa seine Stärken weiterhin vor allem in der Offensive hat, laut Ex-VfB-Profi Jurica Vranjes vor allem deswegen, weil Dinamo so dominant sei, dass er in der Defensive kaum gefordert sei. Auf Transfermarkt.de lobt Stefan Reinartz, früher Leverkusen, heute Analyst, vor allem die Anzahl der überspielten Gegner auf Grundlage der Youth League-Spiele Sosas, attestiert ihm aber in der gleichen Statistik defensiv Schwächen. Sosa sei noch kein komplett fertiger Spieler, so auch die Einschätzung von Aleks, aber er habe das Potenzial, bereits in der kommenden Saison einen großen Einfluss auf das VfB-Spiel zu haben. Er sei läuferisch stark und auch gefährlich bei Flanken und im Zweikampf. Außerdem habe er sich defensiv im Laufe der Saison – wie bereits angesprochen – verbessert. Er sei sehr lernwillig und sehr professionell, Aleks beschreibt ihn gar als “psychisch überdurschnittlich stabil”, angesprochen auf die notwendige Eingewöhnungszeit.

Diese wird sicher ein wenig länger sein als bei Kempf. Vergleiche man den kroatischen mit dem deutschen Fußball, würde sich Zagreb wahrscheinlich in der oberen Tabellenhälfte der 2. Bundesliga wiederfinden, so Aleks Einschätzung. Sosa sei auch kein Wunderkind, sondern habe sich stetig weiterentwickelt. Taktisch ist er fast ausschließlich auf der linken Abwehrseite, gelegentlich im linken Mittelfeld zu Hause. Dinamo habe meistens mit einer Viererkette gespielt, bei Rückständen auch mit einer Dreierkette, in der Sosa aber auch eine gute Figur gemacht habe. Allgemein würdens sich kroatische Spieler aber schnell im Ausland zurechtfinden. Sosa hat zwar noch nie für einen Verein außerhalb Kroatiens gespielt, habe aber durch die Nationalmannschaft viel internationale Erfahrung.

Ich werde mich hier wahrscheinlich wiederholen, aber auch die Verpflichtung Sosas passt in das Schema, Positionen doppelt stark zu besetzen, in diesem Fall gerade auf den wichtigen Außenverteidigerpositionen, auf denen gute Spieler rar gesät sind. Wie man heute erfahren konnte, wird Ailton wohl in Portugal bleiben. Dennis Aogo hat seine Stärken eindeutig im Mittelfeld und Emiliano Insua hat zwar seinen Vertrag für mindestens zwei Jahre verlängert, wäre aber, ähnlich wie Andreas Beck in dieser Saison, ohne diese Verpflichtung konkurrenzlos gesetzt. Es wird mit Sicherheit einen harten Zweikampf geben, der nur zum Wohle der Gesamtqualität des Kaders sein kann und den Sosa wahrscheinlich auf Dauer für sich entscheiden wird. Dennoch wird er zunächst auch kein Problem haben, sich auf die Bank zu setzen. Natürlich verläuft nicht jede Karriere linear nach oben. Aber sollte Sosa sich im Defensivspiel an die Bundesliga –  und die Ansprüche der Abwehr aus Granit – anpassen, könnte das einer der wichtigsten Transfers der letzten Jahre werden. In diese Kategorie könnte auch der nächste neue Spieler fallen.

Pablo Maffeo

Pablo Carmine Maffeo Becerra ist nur ein Jahr älter als Sosa und auf der gegenüberliegenden Seite der Viererkette zu Hause. Für den in dieser Saison von Manchester City an den FC Girona nach Spanien ausgeliehenen Rechtsverteidiger blätterte der VfB angeblich 10 Millionen Euro hin, so viel wie noch nie für einen Spieler. Jonathan Smith (@jonnysmiffy) berichtet für ESPN über Manchester City und stand uns Rede und Antwort, ebenso wie Pete Cummings, der den City-Blog Bitter and Blue betreibt. Informationen aus Girona waren in der Kürze der Zeit noch nicht zu bekommen, werden aber ergänzt.

Maffeo wuchs in Katalonien auf und machte seine ersten fußballerischen Schritte bei Espanyol Barcelona, bevor er 2013 zu Manchester City nach England wechselte. Nachdem er die Nachwuchsmannschaften der Citizens durchlaufen hatte, wurde er erstmals im Januar 2016 zurück in sein Heimatland, sogar in seine Heimatregion, zum FC Girona verliehen. Bis zu diesem Sommer passierte das zwei weitere Male, nachdem Maffeo zwischendurch immerhin einen Champions-League-Einsatz für City absolvierte. Girona stieg zeitgleich mit dem VfB in die erste Liga auf und steht derzeit im Tabellenmittelfeld. Die Verbindung zwischen Girona und Manchester ist übrigens kein Zufall, wenn man weiß, dass der Verein zu je knapp 44 Prozent der City Group und dem Bruder von City-Trainer Pep Guardiola gehört, wie unter anderem die Welt und der britische Independent zu berichten wussten.

Sei es drum, die Leihen nach Katalonien seien für Maffeo auf jeden Fall perfekt gewesen, sagt Jonathan. Er habe sich in der zweiten Liga in der Mannschaft etabliert und auch in dieser Saison für Aufsehen gesorgt, unter anderem im Spiel gegen den FC Barcelona und dessen Star Lionel Messi. Maffeo habe Messi so penetrant verfolgt, dass seine Leistung in diesem Spiel sogar in Cartoon-Form festgehalten wurde, erzählt Pete:

Vor großen Kulissen in Spanien statt vor 3.000 Zuschauern in der zweiten Mannschaft in England zu spielen, sei besser für junge Spieler, so Pete. Von den vier Leihspielern, die City nach Girona geschickt habe, sei er der einzige, der sich durchgesetzt habe. In der aktuellen Saison hat er für den Verein 31 Spiele bestritten. In Manchester habe er zwar unter Guardiola insgesamt nur drei Mal gespielt, sei jedoch ein wichtiger Spieler in den Nachwuchsmannschaften gewesen. Dass Guardiola Maffeo und den VfB einander empfohlen habe, sage bereits viel über seine Qualität aus. Jonathan geht davon aus, dass Maffeo in spätestens drei Jahren irgendwo in der Champions League spielt. Pete weist noch darauf hin dass Maffeo bei Girona einige gelbe Karten gesammelt habe und eventuell noch lernen müsse, etwas ruhiger zu werden.

Maffeo sei der klassische moderne Rechtsverteidiger. Er sei, ähnlich wie Sosa, offensiv sehr gefährlich, sowohl am Ball als auch mit Flanken, könne aber auch gut verteidigen. Ich hoffe, hier aus Katalonien noch ein paar mehr Hintergründe zu erfahren. Maffeo spielt derzeit ebenso wie Sosa für die U21 seines Landes. Natürlich ist die Konkurrenz beim ehemaligen Welt- und Europameister noch größer als in Kroatien, sowohl Jonathan, als auch Pete räumen Maffeo mittelfristig aber gute Chancen ein.

Noch wärmer als Emiliano Insua muss sich Andreas Beck in der kommenden Saison anziehen, zumal er ja erst einmal von seiner Verletzung zurückkommen muss. Maffeo, für den Manchester trotz eines Arbeitspapiers bis 2023 angeblich eine Rückkaufoption hat, ist wie bereits angesprochen der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte und ist im Gegensatz zu seinem Pendant auf links scheinbar offensiv wie defensiv stark. Beck fehlt, wie wir wissen, vor allem die offensive Durchschlagskraft, was er aber teilweise, wie auch Insua, durch Erfahrung und Abgeklärtheit wieder wettmachen kann. Trotzdem sehe ich ihn, wenn Maffeo das hält, was er verspricht, schneller auf der Bank als Emiliano Insua. Ich hatte ja noch mit einer Rückkehr von Zimmer und einem Zweikampf zwischen ihm und Beck gerechnet, aber nicht mit einem Transfer dieses Kalibers. Etwas weniger Spielzeit werden die letzten beiden Neuzugänge dieses Super-Montags erhalten.

David Kopacz

Die Transfers aus dem BVB-Nachwuchs an den Neckar haben ja schon eine gewisse Tradition. Im Gegensatz zu Dzenis Burnic und Jacob Bruun Larsen, die nach Ende ihrer Leihen wieder zur Borussia zurückkehren, ist der 18jährige David Kopacz aber fest an den VfB gebunden. Geboren in Iserlohn, mit polnischer Staatsbürgerschaft, kam er mit acht Jahren zum BVB und durchlief dort alle Jugendmannschaften. Wer könnte uns also besser Auskunft über ihn geben als Klaus Pablo Torgau, bei Twitter als @AlsterPeruaner und unter dem Account @BVBJugend unterwegs, der uns schon Burnic und Larsen näherbrachte?

Burnic, Larsen und auch Mangala seien in der U19 qualitativ vor Kopacz anzusiedeln, erklärt Klaus Pablo, wobei diese auch ein Jahr älter seien. Die U19 des BVB habe sich dieses Jahr erneut für die Meisterschafts-Endrunde qualifiziert, stehe dort aber kurz vor dem Ausscheiden. Von Kopacz habe man sich, vor allem am Saisonanfang, etwas mehr versprochen, er ist jedoch in dieser Saison klarer Stammspieler. Kopacz ist ein Offensivallrounder im besten Sinne, mit Einsätzen als Zehner, Achter oder auch auf der Außenbahn. Er sei aber auch schwerer in eine klare Rolle zu packen als Burnic, Mangala oder Larsen. Rechts offensiv sieht Klaus Pablo ihn am stärksten. Er sei ein laufstarker, technisch sauberer Spieler, dessen größte Stärke es sei, Räume auf dem Spielfeld zu erkennen. Klaus Pablo verweist auch auf diesen Artikel auf Goal.com, der die Entwicklung Kopaczs nachzeichnet. In dieser Saison hat er für die U19 des BVB sieben Tore erzielt.

Am Beispiel von Dzenis Burnic könne man aber auch sehen, dass der Sprung von der Junioren- in die Herren-Bundesliga vor allem in Sachen Spielintensität und -geschwindigkeit, aber auch was die Körperlichkeit angeht, ziemlich groß ist. Kopacz müsse sich in allen Bereichen noch weiterentwickeln. In der polnischen U21-Nationalmannschaft hat er allerdings schon einen ordentlichen Sprung gemacht, denn dort spielte er bereits ein paar Mal mit, obwohl er erst 18 Jahre alt ist. Klaus Pablo sieht ihn beim VfB, auch angesichts des aufgerüsteten Kaders als Perspektivspieler mit der Aussicht auf ein paar Minuten Bundesliga-Luft.

Das waren so ziemlich auch die Worte, die Michael Reschke wählte und darauf wird es auch hinauslaufen. Sollte Tayfun Korkut nächste Saison mit einem ähnlichen System spielen, dann gäbe es sowieso keine Zehnerposition und auf den offensiven Außenbahnen hat er mit Akolo, Donis, Thommy und Gentner derzeit ein Überangebot. Scheinbar war die Verpflichtung von Larsen im Winter doch kein Nottransfer auf Anraten von Hannes  Wolf, denn auch Korkut und Reschke sind wohl von der Dortmunder Nachwuchsarbeit begeistert. Bis dieser Transfer Früchte trägt, werden wir wohl aber noch ein wenig warten müssen. Das gilt auch für den letzten Spieler, den wir vorstellen.

Roberto Massimo

Roberto Massimo, in Ghana geborener Deutsch-Italiener, unterschrieb zwar einen Vertrag beim VfB, wird aber mindestens nächste, vielleicht auch übernächste Saison, bei der Arminia in Bielefeld verbringen, für die er in dieser Zweitliga-Saison mit 17 Jahren sein Profidebüt gab. Auch in Bielefeld kennen wir natürlich aus der vorvergangenen Saison noch jemand, nämlich Maike (@masi_76), die uns vor dem Hinspiel damals 11 Fragen zur Arminia beantwortete.

Massimo kam 2014 aus Lippstadt nach Bielefeld und wurde 2016/2017 Torschützenkönig der B-Junioren-Bundesliga mit 16 Treffern. Zu Beginn der Saison noch für die A-Jugend eingesetzt, absolvierte er die letzten sechs Ligaspiele der Arminia auf der Rechtsaußenposition. Dass sich Massimo in so kurzer Zeit einen Stammplatz beim immerhin Tabellenvierten der 2. Liga erspielt habe, sei ein deutliches Zeichen, so Maike. Sollte er weiter konstant so spielen, traut sie ihm unter Trainer Jeff Saibene, der gerne auf junge Spieler setze, weitere Einsätze zu. Die Arminia wird ihre zweite Mannschaft in diesem Sommer abschaffen und auch im Fall von Massimo habe ein Einsatz in der Oberliga keine Rolle gespielt.

Maike beschreibt ihn als sehr ballsicher und schnell und für sein Alter verhältnismäßig zweikampfstark. Am Sonntag gegen Sandhausen wäre ihm sogar fast sein erstes Tor gelungen. Die Vertragskonstellation spreche für die Bodenständigkeit des Spielers, den sie auch sonst als sehr zurückhaltend wahrnimmt. Es habe schon in der A-Jugend diverse Anfragen gegeben, diesmal musste sich der VfB dem Vernehmen nach gegen Hoffenheim durchsetzen. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich Massimo in den nächsten ein bis zwei Jahren bei der Arminia entwickelt.

Entwicklung statt großer Namen

Was kann man also über diese Flut an Neuzugängen sagen? Der VfB setzt weiterhin nicht auf große Namen, sondern auf entwicklungsfähige Spieler, die durchaus auch ihren Preis haben. Werden sie alle einschlagen? Das kann jetzt noch keiner verlässlich einschätzen. Aber den Ansatz, mit hungrigen jungen Spielern den Konkurrenzdruck zunächst auf den Außenverteidigerpositionen zu erhöhen, gefällt mir auch weiterhin. Ich bin gespannt, was Reschke vor allem offensiv noch nachlegt. Ich war zugegebenermaßen bisher noch ein wenig skeptisch ihm gegenüber, auch weil Beck und Aogo nur eine mittelmäßige Hinrunde spielten. Am Montag hat Reschke uns alle überrascht und seinen Ruf beim VfB ziemlich rehabilitiert. Nichtsdestotrotz bedeuten diese Verpflichtungen natürlich nicht, und auch das hat er betont, dass wir jetzt die Liga plattwalzen. Aber der VfB und der Blick in dessen Zukunft macht momentan ziemlich Spaß.

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