Wider den “Downfall”

Über­ra­schend und auch ein wenig glück­lich gewann der VfB das Aus­wärts­spiel bei Borus­sia Dort­mund. Nach dem knap­pen Sieg im Pokal der nächs­te wich­ti­ge Erfolg für die Köp­fe und den wei­te­ren Sai­son­ver­lauf.

Kaum Chan­cen haben, aber die Punk­te am Ende mit­neh­men — sowas kann­ten wir sonst eigent­lich nur von den Geg­nern des VfB, die sich gegen (wer­den­den) Vize­meis­ter hin­ten rein stell­ten und nichts vom Spiel woll­ten außer eben den Punk­ten. Dass der VfB das auch beherrscht, sahen wir, wenn auch mehr not­ge­drun­gen, beim 0:0 in Lever­ku­sen in der Hin­run­de. Damals wuss­te wahr­schein­lich nie­mand von uns, wie wir da ohne Gegen­tor und mit einem Punkt wie­der heil raus­ge­kom­men sind. Etwas cle­ve­rer stell­te es die Brust­ring-Elf am Sams­tag­nach­mit­tag bei Borus­sia Dort­mund an — und ging am Ende mit drei Punk­ten aus dem Spiel.

Abge­se­hen von die­sem Spiel war mein Wochen­en­de übri­gens ziem­lich beschei­den. Ich war mehr krank als gesund und lag mehr Zeit im Bett, als im Sit­zen zubrach­te und auch wenn ich kei­ne so star­ke Abnei­gung gegen den BVB ver­spü­re wie anders­her­um die­ser Redak­teur von schwatzgelb.de offen­bar gegen uns, so ver­schaff­te mir die­ser Aus­wärts­sieg doch eine gewis­se Genug­tu­ung. Viel­leicht weil er so schön dre­ckig war. Mit Sicher­heit weil Wal­de­mar Anton, der sich auf die Abnei­gung des Gäs­te­blocks schein­bar immer noch kei­nen Reim machen kann, so einen gro­ßen Anteil dar­an hat­te. Oder viel­leicht ein­fach nur, weil der VfB aus der ungüns­tigs­ten aller Kon­stel­la­ti­on das Maxi­mum herauge­holt hat­te.

Unerwarteter Punktgewinn

Denn ganz ehr­lich: Nach einer Woche vol­ler Nie­der­la­gen und einem erkämpf­ten Ein­zug ins Pokal-Halb­fi­na­le, nach­dem meh­re­re Spie­ler krank oder ver­letzt aus­fie­len und nach­dem der BVB just vor dem Spiel einen neu­en Trai­ner vor­ge­stellt hat­te, wäre ich mit dem Halb­zeit­stand von 0:0 schon voll­auf zufrie­den gewe­sen. Damit hät­te man die strau­cheln­de Borus­sia auf Distanz gehal­ten, die Punk­te, um Kon­kur­ren­ten wie Frei­burg, Mainz oder Wolfs­burg wie­der zu über­ho­len, hät­te man schon irgend­wie gesam­melt. Statt­des­sen ste­hen wir jetzt sechs Punk­te vor dem BVB und haben auf die nicht-euro­päi­schen Plät­ze ein klei­nes Pols­ter von drei Punk­ten, das wir hof­fent­lich nicht wie­der so schnell ver­bren­nen wie das letz­te.

So rich­tig lässt sich gar nicht fest­ma­chen, wie der VfB die­ses Spiel in Dort­mund gewann. Denn die Mann­schaft zeig­te zwar gro­ßen Ein­satz und Kon­zen­tra­ti­on, ließ aber den­noch eine Viel­zahl von Chan­cen zu. Und die größ­te eige­ne Chan­ce ließ sie sogar lie­gen, als Deniz Undav den Fehl­pass von  — natür­lich — Wal­de­mar Anton auf­nahm und sich, wie es Tak­tik­ex­per­te Tobi­as Escher so schön for­mu­lier­te, erst über­leg­te, wie er das Tor machen woll­te, nach­dem er schon an Gre­gor Kobel vor­bei­ge­zo­gen war. Ein par­tei­ischer Schieds­rich­ter also, wie man in Dort­mund beklag­te? Nun, ich kann der gelb-roten Kar­te von Ryer­son aus der Situa­ti­on her­aus auch nichts abge­win­nen, denn mit der Regel, bei einer Ran­ge­lei bei­den Streit­häh­nen gelb zu zei­gen und nicht nur dem Ver­ur­sa­cher — in dem Fall ganz klar Stil­ler — erspart man dem Schieds­rich­ter nur die Spiel­lei­tung. Ande­rer­seits war Ryer­son schon das gan­ze Spiel über auf 180 und viel­leicht war die­se eine Akti­on dann zuviel. Abge­se­hen davon, dass sich bei­de Mann­schaf­ten im leicht­fer­ti­gen Fal­len nichts nah­men.

Glück gehört auch dazu

Viel­leicht ist ein­fach auch eine gehö­ri­ge Por­ti­on Glück dabei, die die­ses Mal end­lich wie­der auf unse­rer Sei­te lan­de­te. Die Schuss­flan­ke von Chris Füh­rich wäre näm­lich wer weiß wohin gegan­gen, hät­te Anton sie nicht ins eige­ne Tor gegrätscht. Und viel­leicht hät­te ein ande­re Schieds­rich­ter am 2:0 durch Cha­b­ot irgend­was aus­zu­set­zen gehabt (ich weiß ehr­lich gesagt nicht, was). Oder der Geg­ner setzt sei­ne Angrif­fe nicht ans Gebälk, son­dern ins Tor. Am Ende ist ver­mut­lich von allem etwas, kann uns aber auch egal sein. Neh­men wir es im Zwei­fel als Aus­gleich für das völ­lig ver­pfif­fe­ne Spiel gegen Wolfs­burg in der Hin­run­de.

Womit wir beim nächs­ten Geg­ner sind. Wie­der ein schwe­rer Bro­cken und direk­ter Kon­kur­rent um den Euro­pa­po­kal. Aber zu Hau­se ganz und gar nicht unbe­zwing­bar, wie eigent­lich schon das Hin­spiel zeig­te. Auch wenn der VfB in den letz­ten bei­den Par­tien nicht den ganz gro­ßen Fuß­ball zeig­te, fuhr er den­noch zwei wich­ti­ge Ergeb­nis­se ein — im Gegen­satz zu der Woche davor. Mit die­sem Rücken­wind und einem hof­fent­lich wie­der etwas vol­le­ren Kader kann man die nächs­ten Spie­le gleich viel bes­ser ange­hen. Der viel­be­schwo­re­ne “Down­fall”, der es sogar aus den Untie­fen des Inter­nets zu Sebas­ti­an Hoe­neß geschafft hat, scheint mal wie­der abge­wen­det. Unab­hän­gig davon wird das Ren­nen um die Euro­pa­po­kal­plät­ze ein Mara­thon und kein Sprint. Und wir sind gut dabei.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass fei­ert den schlau­en Herrn Hoe­neß.

Titel­bild: © Chris­tof Koepsel/Getty Images

Schreibe einen Kommentar

Rund um den Brustring
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.