Rund um das Spiel in Dortmund

Mit dem Spiel gegen den BVB enden vor­erst die eng­li­schen Wochen für den VfB. Die Vor­zei­chen könn­ten bes­ser sein, doch es gibt noch Hoff­nung.

Das Jahr 2025 ist kaum ein Monat alt und der VfB Stutt­gart hat schon 8 Spie­le hin­ter sich. Das hin­ter­lässt Spu­ren — phy­sisch wie men­tal. Man merkt lang­sam, dass die Mann­schaft eine Pau­se braucht, aber bis es end­lich auch mal unter der Woche ruhi­ger an der Mer­ce­des­stra­ße wird, besucht der VfB noch­mal das West­fa­len­sta­di­on. Ich bin ehr­lich, es gab bes­se­re Tage gegen den BVB zu spie­len. Die Tren­nung von Nuri Sahin hat Dort­mund ein Stück weit gestärkt, dazu kommt jetzt mit Niko Kovac ein neu­er Trai­ner, was die Vor­be­rei­tung auf das Spiel erschwert. Und den VfB plag­te zuletzt eine Krank­heits­wel­le plus Ver­let­zungs­sor­gen, dazu kommt noch eine völ­lig neue Innen­ver­tei­di­gung die kaum an die Vize­meis­ter-Ver­tei­di­gung von letz­ten Jahr erin­nert.

Ich war­ne euch schon mal vor: Das wird nicht wie die letz­ten vier Spie­le gegen den BVB. Doch es gibt auch ein paar Aspek­te auf die wir uns freu­en kön­nen. Zum Bei­spiel auf das gel­len­de Pfeif­kon­zert vom Gäs­te­block jedes Mal wenn Anton den Ball berührt und unse­re span­nen­den Neu­ver­pflich­tun­gen Jaquez und Jeltsch. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass Hoe­neß einen der Bei­den in Dort­mund star­ten lässt. Hoff­nung macht zudem, dass Niko Kovac Fuß­ball­stil zuletzt sehr bie­der und ein Stück weit ver­al­tet wirkt. Ich per­sön­lich den­ke, er passt nicht zu Dort­mund. Sein Fuß­ball­stil passt eher zu einer Mann­schaft, die als Under­dog ins Spiel geht und auf Kampf und Wil­len setzt, statt auf Ball­be­sitz und Tak­tik. Er wäre eigent­lich bei Ver­ei­nen wie FC Augs­burg, Uni­on Ber­lin oder VfL Bochum bes­ser auf­ge­ho­ben, aber Dort­mund? Das wirkt irgend­wie falsch. Aber ich kann mich auch irren…

Aber genug über den BVB gere­det, reden wir über unse­ren VfB Stutt­gart und da trei­ben mir die letz­ten Spie­le Sor­gen­fal­ten in die Stirn. Klam­mern wir das Paris-Spiel aus, haben wir gegen Mainz 05 und Glad­bach zwei sehr unter­ir­di­sche Spie­le gehabt, aber auch der Pokal­sieg beim FCA wirk­te nicht gera­de befrei­end. Es fehl­te die Selbst­ver­ständ­lich­keit im Pass­spiel, die Zwei­kampf­stär­ke und die Krea­ti­vi­tät im Sturm. Wenn sogar Deniz Undav anfängt zu schwä­cheln, weiß man, dass irgend­was gewal­tig schief läuft. Wie ein­gangs erwähnt könn­te dies an der zusätz­li­chen Belas­tung lie­gen, viel­leicht braucht die Mann­schaft ruhi­ge­re Wochen, wo sie unter der Woche mehr trai­nie­ren und sich mehr auf den Geg­ner am Wochen­en­de fokus­sie­ren kön­nen. Zumin­dest hof­fe ich das, denn wenn es ein ande­res Pro­blem ist — zum Bei­spiel tak­ti­scher Natur — dann wer­den das ein paar schwie­ri­ge Wochen und Mona­te.

Personalsituation

Neben den alt­be­kann­ten lang­fris­ti­gen Ver­let­zun­gen belas­tet eine Krank­heits­wel­le die Mann­schaft von Sebas­ti­an Hoe­neß. Wol­te­ma­de, Vagno­man und auch Jacob Bru­un Lar­sen fah­len krank­heits­be­dingt aus. Al-Dak­hil erholt sich zudem von einer Zer­rung und wird sicher gegen Dort­mund aus­fal­len. Ent­war­nung gab es bei Enzo Mil­lot: Er könn­te viel­leicht sogar schon gegen Dort­mund fit wer­den.

Mögliche Aufstellung

meineaufstellung.de

Gehen wir davon aus, dass Mil­lot fehlt, stellt sich die Mann­schaft selbst auf. Viel­leicht sehen wir Pas­cal Sten­zel rechts statt Ster­giou, aber ich glau­be Hoe­neß wird eher auf den gre­co-ser­bi­schen Schwei­zer set­zen.

Statistik

In der Bun­des­li­ga führt der VfB Stutt­gart gegen den BVB mit 43 zu 41 Sie­gen (25 Unent­schie­den). Das kommt vor allem von der aktu­el­len Serie von vier gewon­ne­nen Spie­len (dar­un­ter ein Pokal­spiel) gegen die Schwarz­gel­ben. Zudem ist man seit fünf Pflicht­spie­len unge­schla­gen. Die letz­te Nie­der­la­ge gab es im Okto­ber 2022 unter Inte­rims­coach Micha­el Wim­mer. Niko Kovac konn­te bis­lang in acht Spie­len fünf Mal gegen den VfB gewin­nen, jedoch ist er noch punkt — und sieg­los gegen Sebas­ti­an Hoe­neß. Der BVB war bis zuletzt eine Ball­be­sitz­mann­schaft. Sie ist auf Platz zwei beim durch­schnitt­li­chen Ball­be­sitz, hat eine hohe Pass­quo­te (88 %) und hat die dritt­meis­ten Päs­se in der Bun­des­li­ga gespielt. Nur kön­nen sie es nicht so rich­tig in Tore und Chan­cen ummün­zen. Sie sind nur auf Platz 7 der Tor­schüs­se und Platz 6 bei den Toren. Sie sind wie der VfB eher eine der lauf­fau­le­ren Mann­schaf­ten. Sie haben die dritt­we­nigs­ten Kilo­me­ter abge­spult und auch die fünft­we­nigs­ten Inten­si­ven Läu­fe. Dies wird sich aber unter Kovac ver­än­dern. Ihr Tops­corer ist unser alter Stür­mer Ser­hou Gui­ras­sy mit neun Toren und vier Assists.

Fazit

Alles außer einer Nie­der­la­ge ist ein Gewinn für den VfB. Es wird wahr­schein­lich nicht dar­auf ankom­men, was am Ende auf der Anzei­ge­ta­fel steht, son­dern wie sich die Mann­schaft prä­sen­tiert. Ich wäre viel­leicht am Ende sogar zufrie­de­ner, wenn die Ent­wick­lungs­kur­ve trotz Nie­der­la­ge wie­der nach oben zeigt, als wenn wir mit glück­lich einen Punkt holen.

Titel­bild: © Chris­tof Koepsel/Getty Images

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