Selbstvertrauen getankt

Der VfB ging mit einem guten Gefühl in die Län­der­spiel­pau­se und kam mit einem noch bes­se­ren Gefühl wie­der raus. Nach dem 3:0 in Wolfs­burg scheint man min­des­tens men­tal für die nächs­ten Wochen gerüs­tet zu sein.

So rich­tig weiß man ja gar nicht, wie der VfB es geschafft hat, in sie­ben Spie­len 15 Punk­te zu sam­meln, dabei vier Mal ohne Gegen­tor zu blei­ben und sich bis auf Platz 3 zu schie­ben. Nach dem Hol­per­start in Ber­lin, Braun­schweig und ins­be­son­de­re Frei­burg sah es ja zunächst über­haupt nicht danach aus, als wür­de die Mann­schaft mit dem Brust­ring den zweit­bes­ten Sai­son­start der letz­ten 20 Jah­re hin­le­gen. Sicher­lich, die Mess­lat­te dafür wur­de jah­re­lang immer tie­fer gelegt und die Gast­ge­ber des Spiels am Sams­tag­nach­mit­tag waren ähn­lich harm­los wie vor zwei Wochen die Gäs­te aus Hei­den­heim. Aber der VfB ließ in Wolfs­burg auch kei­ne Zwei­fel dar­an auf­kom­men, dass er die­sen Aus­wärts­sieg woll­te.

Beein­dru­ckend, wie Mann­schaft und Trai­ner mit dem Aus­fall von Erme­din Demi­ro­vic und der Tat­sa­che, dass es bei Deniz Undav noch nicht für die Start­elf aus­reich­te, umgin­gen. Im viel­leicht bis­lang bes­ten Spiel der lau­fen­den Sai­son lie­ßen sie der Sport­ab­tei­lung von VW im eige­nen, ohne­hin nur halb­lee­ren Sta­di­on kaum Raum zum Atmen. Und auch wenn sich die Gast­ge­ber beim ers­ten Tor von einer bereits gese­he­nen Eck­ball-Vari­an­te über­töl­peln lie­ßen, auch wenn das 2:0 ein artis­ti­scher Abprall­tref­fer war — die Tore waren der ver­dien­te Lohn für einen domi­nan­ten Auf­tritt.

Ein kräftiger Nachschlag Selbstbewusstsein

Wäh­rend die von Sebas­ti­an Hoe­neß zur Fün­fer­ket­te umge­bau­te Dreier‑, bezie­hungs­wei­se Fün­fer­ket­te ihrem Tor­wart ohne gro­ße Mühe die vier­te wei­ße Wes­te der Sai­son bescher­te, kam die dem­entspre­chend auch umsor­tier­te Offen­si­ve immer mehr auf Tou­ren. Die Brust­ring­trä­ger hät­ten zwar fast die dop­pel­te Anzahl Tore schie­ßen kön­nen, fan­den aber den­noch immer wie­der den Weg vors Tor. Erneut zeig­te sich, wie viel es wert ist, wenn Unter­schieds­spie­ler wie Stil­ler und El Khan­nouss auch den Unter­schied machen — exem­pla­risch zu sehen am 3:0. Beein­dru­ckend auch das über­ra­schen­de Start­elf-Come­back des jah­re­lang ver­let­zungs­ge­plag­ten Niko Nar­tey, der Sebas­ti­an Hoe­neß viel­leicht neue Alter­na­ti­ven bie­ten kann.

Es kommt wie gesagt gar nicht mal so sehr dar­auf an, wie der VfB die Wolfs­bur­ger aus­ein­an­der pflück­te, son­dern dass die Mann­schaft sich mit dem vier­ten Liga-Sieg in Fol­ge einen kräf­ti­gen Nach­schlag an Selbst­be­wusst­sein geneh­mig­te. Natür­lich darf die nicht in Über­heb­lich­keit oder Leicht­sinn umschla­gen, wie es ja ab und zu mal pas­siert. Beim Aus­wärts­spiel in Istan­bul wäre das näm­lich genau­so wenig ange­bracht wie bei den bei­den Spie­len gegen die wie die Wolfs­bur­ger im Tabel­len­kel­ler ste­cken­den Main­zer. Aber viel­leicht hat die Mann­schaft, die gegen Wolfs­burg unab­hän­gig von der Schwä­che des Geg­ners alles in die­ses Spiel inves­tier­te, ja auch dies­be­züg­lich aus der Ver­gan­gen­heit gelernt. Denn es ist vor allem der fes­te Glau­ben an die eige­ne Stär­ke und dar­aus ent­ste­hend ein muti­ges Spiel, das uns in den letz­ten zwei Jah­ren so ver­hält­nis­mä­ßig viel Erfolg gebracht hat. Und es wäre der nächs­te Schritt, um zu bewei­sen, dass wir aktu­ell zurecht da ste­hen, wo wir ste­hen.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass zitiert Ber­ti Vogts und Maxi Mit­tel­städt: “Der Star ist die Mann­schaft”. Stuttgart.international läs­tert ein wenig über Wolfs­burg und fei­ert den Auf­tritt des VfB.

Titel­bild: © Fabio Deinert/Getty Images

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