Rund um den nächsten Gegner: Im Gespräch mit dem Slovan-Podcast My sme Belasí

Das vor­letz­te Cham­pi­ons League-Spiel in der Liga­pha­se führt den VfB nach vier­zehn­ein­halb Jah­ren wie­der nach Bra­tis­la­va. Wie es beim slo­wa­ki­schen Meis­ter, Seri­en­meis­ter und Rekord­meis­ter der­zeit aus­sieht, ver­ra­ten uns die Macher des Pod­casts My sme Bela­sí.

Rund um den Brust­ring: Hal­lo und vie­len Dank, dass Ihr Euch die Zeit genom­men haben, unse­re Fra­gen zu beant­wor­ten. Stellt Euch doch bit­te zunächst unse­ren Lese­rin­nen und Lesern vor.

My sme Bela­sí: Hal­lo, wir sind der aller­ers­te Pod­cast, der unse­rem gelieb­ten Klub ŠK Slo­van Bra­tis­la­va gewid­met ist, und pro­du­zie­ren nun schon in der drit­ten Sai­son Pod­casts über alles, was mit Slo­van zu tun hat.

In die­ser Sai­son hat Slo­van zum ers­ten Mal die Grup­pen- bzw. Liga­pha­se der Cham­pi­ons League erreicht. Wie wich­tig war das für den Klub und die Fans?

Dies ist der größ­te Erfolg in der moder­nen Geschich­te des Klubs (seit dem Umzug ins neue Sta­di­on), und über Jah­re war es ein gemein­sa­mer Traum aller Slo­van-Fans. Es war abso­lu­te Eupho­rie – ein wahr gewor­de­ner Traum für Fans und alle im Klub.

Seid Ihr ent­täuscht von den bis­he­ri­gen Ergeb­nis­sen in der Cham­pi­ons League, wäh­rend Slo­van der­zeit auf Kurs zu einer wei­te­ren slo­wa­ki­schen Meis­ter­schaft ist?

Ehr­lich gesagt, nein, wir haben es erwar­tet. Natür­lich will jeder, dass sein Klub gewinnt, aber wir spie­len zum ers­ten Mal in der Cham­pi­ons League. Wenn man die Qua­li­tät des Kaders und die feh­len­de Erfah­rung betrach­tet, ergibt das Sinn. Der Klub passt sich ein­fach an etwas Unge­wohn­tes an. Das Posi­ti­ve dar­an ist jedoch, dass die Leis­tun­gen sich ste­tig ver­bes­sern.

Die Niké Liga star­tet erst wie­der im Febru­ar, wäh­rend Stutt­gart bereits drei Spie­le absol­viert hat. Denkt Ihr, dass dies ein Vor­teil oder ein Nach­teil für Slo­van ist?

Es ist defi­ni­tiv ein Vor­teil. Wir haben eine älte­re Mann­schaft, daher war die­se Pau­se vor­teil­haft. Die Spie­ler konn­ten sich aus­ru­hen, und auf der ande­ren Sei­te hat­ten sie ein sehr hoch­wer­ti­ges Trai­nings­la­ger, sodass die Spiel­be­reit­schaft in Ord­nung sein soll­te.

Als wir in Bel­grad eine deut­li­che Nie­der­la­ge ein­ste­cken muss­ten, konn­te man sehen, dass es nicht ein­fach ist, gegen ein Team zu spie­len, das in der Liga ans Gewin­nen gewöhnt ist und inter­na­tio­nal nichts zu ver­lie­ren hat. Sind die Situa­tio­nen von Slo­van und Crve­na zvez­da ver­gleich­bar?

Das ist ein wei­tes Feld. Es könn­te eine Rol­le spie­len, aber wir den­ken nicht, dass das der wich­tigs­te Fak­tor ist, der für Slo­van spricht.

Die bei­den Klubs tra­fen 2010 in der Qua­li­fi­ka­ti­on zur Euro­pa League auf­ein­an­der, was im Hin­spiel von Zusam­men­stö­ßen zwi­schen den Fans über­schat­tet wur­de. Habt Ihr irgend­wel­che Erin­ne­run­gen an die­se Spie­le?

Ehr­lich gesagt, es ist schon so lan­ge her, dass wir nicht ein­mal mehr dar­an gedacht haben.

Erwar­tet Ihr irgend­wel­che Reak­tio­nen aus der Slo­van-Fan­sze­ne in Bezug auf das Spiel damals im Pasi­en­ky, oder ist das größ­ten­teils ver­ges­sen?

Wir glau­ben nicht, dass es etwas direkt dar­auf Abzie­len­des geben wird, aber wir erwar­ten etwas Span­nung, da bei­de Klubs gute und emo­tio­na­le Ultras haben.

Zur Gegen­wart: Slo­van hat knapp mit 2:3 gegen Mai­land ver­lo­ren. Was hat in die­sem Spiel für Slo­van gut funk­tio­niert?

Die größ­ten Vor­tei­le haben funk­tio­niert: Emo­ti­on, Team­geist und Mann­schafts­leis­tung. Zusam­men mit den Fans kön­nen sich die Spie­ler in einen unglaub­li­chen Rausch ver­set­zen und selbst gegen deut­lich stär­ke­re Geg­ner groß­ar­ti­ge Spie­le ablie­fern. Es ist ein Zustand, in dem die Fans und ins­be­son­de­re die Spie­ler 200 % geben, nicht für sich selbst, son­dern für alle kämp­fen. Gegen AC waren wir in einem sol­chen Rausch, und wir waren nicht weit von einem Wun­der ent­fernt.

Wie ist der Spiel­stil von Slo­van in der Cham­pi­ons League, und wo seht Ihr die Stär­ken und Schwä­chen Eures Teams?

Meis­tens ver­su­chen wir, aus einer soli­den Defen­si­ve zu spie­len und töd­li­che Kon­ter zu nut­zen. Unse­re größ­te Schwä­che ist ein­fach die Uner­fah­ren­heit der Spie­ler auf die­sem Niveau und gele­gent­li­che unnö­ti­ge indi­vi­du­el­le Feh­ler. Unse­re Stär­ken sind defi­ni­tiv die Kon­ter. Wir haben vie­le Spie­ler mit einer hohen Fuß­ball­in­tel­li­genz und groß­ar­ti­gen Pass­fä­hig­kei­ten. Und wir müs­sen unse­ren Tor­hü­ter erwäh­nen, der auf der Linie Wun­der voll­brin­gen kann.

Auf wel­chen Spie­ler soll­ten wir beson­ders ach­ten?

Es fällt sehr schwer, nur einen aus­zu­wäh­len, aber die inter­es­san­tes­te Per­sön­lich­keit und Spie­ler ist zwei­fel­los unser Kapi­tän Vlad­ko Weiss Jr.

Für Stutt­gart-Fans, die Bra­tis­la­va besu­chen: Gibt es etwas, das Ihr emp­fehlt, das man unbe­dingt sehen soll­te?

Das Stadt­zen­trum ist wun­der­schön. Wir emp­feh­len defi­ni­tiv einen Besuch der Burg Bra­tis­la­va oder der Gegend rund um die Donau. Aber für uns, als Slo­van-Fans, ist der schöns­te Ort natür­lich Tehe­l­né pole (das alte, mitt­ler­wei­le abge­ris­se­ne Sta­di­on von Slo­van, Anm. d. Red.).

Wie lau­tet Euer Tipp für die Start­elf von Slo­van und das Ergeb­nis?

Das ist sehr schwie­rig, weil wir regel­mä­ßig zwi­schen zwei Spiel­sys­te­men wech­seln. Wir wagen jedoch eine Ver­mu­tung mit einem 3–4‑3:
Takáč – Bajrić – Kas­hia – Wim­mer
Black­man – Sav­vi­dis – Igna­ten­ko (falls fit) – Med­ve­dev
Bar­seg­hyan – Strelec – Weiss

Und das Ergeb­nis… nun, wir wol­len posi­tiv blei­ben, also sagen wir 1:1. Wir ver­bes­sern uns, und die Spie­ler wer­den bes­ser, also war­um nicht über­ra­schen?

Titel­bild: © Chris­ti­an Hofer/Getty Images

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