Rund um das Spiel in Leipzig

Mit Leip­zig als letz­tem Geg­ner wird eine schwa­che Rück­run­de mit einem unat­trak­ti­ven Geg­ner abge­run­det. Doch obwohl es für den VfB um nichts mehr geht, ist ein Sieg Pflicht.

Es gibt nichts, wirk­lich gar nichts, was die­se eher doch ent­täu­schen­de Rück­run­de bes­ser sym­bo­li­siert, als am 34. Spiel­tag nach Leip­zig zu fah­ren. Es fühlt sich auch irgend­wie nicht nach Sai­son­fi­na­le an in Bad Cannstatt, schließ­lich geht es kaum um etwas, son­dern eher mehr um ein Aus­lau­fen. Wie das For­mel 1‑Auto, wel­ches zum zwei­ten Mal über­run­det wur­de und auf ein­mal die Ziel­flag­ge vor sich sieht und sich denkt: „Ach das war’s schon?“. Wäh­rend die letz­ten Jah­re das letz­te Sai­son­spiel ent­we­der eine mehr oder weni­ger gelun­ge­ne Last-Minu­te-Ret­tung vor der Rele­ga­ti­on oder als krö­nen­der Abschluss einer erfolg­rei­chen Sai­son wirk­te, ist es die­ses Mal…uninteressant. Viel­leicht liegt es aber auch eher dar­an, dass das eigent­li­che Sai­son­fi­na­le noch auf uns war­tet: Heu­te in einer Woche steigt das DFB-Pokal­fi­na­le in Ber­lin! Ganz Stutt­gart hat natür­lich den Fokus auf die­ses eine Spiel und die Auf­ga­be in Leip­zig wirkt dage­gen eher läs­tig. Auch weil Leip­zig – ich weiß ich wie­der­ho­le mich – ein Geg­ner ist, der wie kein ande­rer Ver­ein die Pro­ble­me des moder­nen Fuß­balls sym­bo­li­siert. Ein Fuß­ball­ver­ein, der nur dazu da ist, Wer­bung zu betrei­ben. Ja, der VfB hat auch Wer­bung auf sei­nem Tri­kot und auch einen Inves­tor, den­noch ist das für den VfB ein Mit­tel zum Zweck, wäh­rend es für R. Leip­zig die Exis­tenz­grund­la­ge ist. Den VfB gab es vor Mer­ce­des und Por­sche und den VfB wird es auch ohne Mer­ce­des und Por­sche geben, Leip­zig dage­gen wird ohne Red Bull dort enden, wo der­zeit der KFC Uer­din­gen 05 oder gar der SC Kre­feld 05 (bis letz­tes Jahr als SC Bay­er 05 Uer­din­gen bekannt, bevor die Bay­er AG end­gül­tig den Ste­cker gezo­gen hat) rum­gur­ken: Im Nir­gend­wo des Ama­teur­fuß­balls.
Auch wenn die­ses Spiel für den VfB bedeu­tungs­los erscheint, wäre ein Sieg den­noch wich­tig. Zum einen wür­de man dem Geg­ner die Euro­pa-Rei­se nächs­tes Jahr weg­neh­men (womit das Argu­ment „hier wird zumin­dest gut und wirt­schaft­lich gear­bei­tet“ auch wider­legt wird), zum Ande­ren als Moti­va­ti­ons­schub für kom­men­de Woche. Mit einem Sieg im Rücken, fährt es sich nun mal leich­ter nach Ber­lin.

Personalsituation

Stil­ler und Kei­tel fal­len wie erwar­tet aus, bei Jeltsch wird es höchs­tens eine Punkt­lan­dung. Auch Al-Dak­hil muss wei­ter­hin zuschau­en. Jus­tin Diehl wird in der zwei­ten Mann­schaft auf­lau­fen, um den Klas­sen­er­halt zu sichern.

Mögliche Startaufstellung

meineaufstellung.de
Hoe­neß meint, er rotiert nicht, also rotie­ren wir auch nicht. Sten­zel ist at this point unser bes­ter Rechts­ver­tei­di­ger und damit vor Vagno­man. Hen­driks ersetzt den ver­letz­ten Jeltsch und Mil­lot springt auf der Dop­pel­sechs für Stil­ler ein. Ansons­ten alles wie gehabt. Die Fra­ge, wer von den drei Stür­mern Undav, Demi­ro­vic und Wol­te­ma­de star­tet und wer auf der Bank Platz neh­men muss, ist mitt­ler­wei­le eine Qual der Wahl statt Wahl der Qual gewor­den.

Statistik

Auch wenn seit Hoe­neß’ Antritt die Duel­le gegen Leip­zig eher posi­tiv für uns aus­gin­gen, so sieht die Bilanz immer noch recht ein­sei­tig pro Dosen aus. Zwei Sie­ge, twei Unent­schie­den und gan­ze neun Nie­der­la­gen lau­tet die Bilanz des VfB in der Bun­des­li­ga gegen Leip­zig. Aus­wärts ist die Bilanz ein­deu­ti­ger: Sechs Spie­le, sechs Nie­der­la­gen. Wobei der letz­te Besuch im Leip­zi­ger Zen­tral­sta­di­on auch eine Wei­le her ist: Am 25. August 2023 kas­sier­te der VfB trotz Füh­rungs­tref­fer von Ser­hou Gui­ras­sy eine 1:5 Nie­der­la­ge. Das ist mitt­ler­wei­le fast zwei (!) Jah­re her. Sta­tis­tisch gese­hen wird der VfB Stutt­gart die Sai­son in der xPoints Tabel­le auf Platz 5 been­den. Man hat fast neun Punk­te weni­ger geholt, als man ver­dient hät­te. Anders­her­um sieht es bei den Leip­zi­gern aus. Sie hät­ten statt den 51 Punk­ten eigent­lich nur 41 holen dür­fen. Aber so ist Fuß­ball, man­che nut­zen ihre weni­gen Chan­cen, die Ande­ren ihre vie­len nicht.

Fazit

Auch wenn es in die­sem Spiel um nichts mehr rich­tig geht, wäre es falsch es abzu­schen­ken. Es wür­de Bal­sam für die See­le des Tra­di­tio­na­lis­ten sein, wenn die­ses Kon­strukt Euro­pa ver­pas­sen wür­de. Zu dem wür­de es Rücken­wind Rich­tung DFB-Pokal­fi­na­le geben.

Titel­bild: © Alex­an­der Hassenstein/Getty Images

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