Das Fußballjahr nimmt Fahrt auf: Nur drei Tage nach dem fulminanten Auswärtssieg in Leverkusen empfangen wir zum Hinrundenabschluss die Frankfurter Eintracht.
Damit war nun wirklich nicht zu rechnen: Aus den beiden Auftaktspielen 2026 konnte man sich ja durchaus ein paar Punkte erhoffen, auch wenn es schwere Arbeit werden würde. Dass man schon in Leverkusen drei Zähler holt und dafür nur 45 Minuten braucht, hatte ich noch nicht auf meine Bingo-Zettel. Umso wichtiger, diese Motivation mit in die nächsten Spiele zu nehmen. Zunächst gegen Frankfurt, die ein seltsames Jahr haben, irgendwie oben dran sind, aber nicht so richtig. Aber auch gegen Union und Freiburg in den kommenden Wochen, gegen die wir uns im Hinspiel unnötige Niederlagen eingefangen haben. Und natürlich in Rom und gegen Bern. Vielleicht bleibt uns in diesem Frühjahr auch eine Wiederholung der letzten Rückrunde erspart, als es die Mannschaft scheinbar völlig aus dem Tritt brachte, dass man nur noch einmal die Woche spielte. Auch damals startete man furios ins Jahr und stand Ende Januar auf einen Champions League-Platz. Aktuell haben wir eine ähnliche Perspektive und nun gilt es, mit dieser Situation reifer umzugehen, als vor zwölf Monaten. Der beeindruckende Auftritt in Leverkusen könnte ein Fingerzeig sein.
Aber eins nach dem anderen, blicken wir auf die
Personalsituation
vor dem 17. Spieltag, die nicht viel anders aussieht als die vor dem 16.: Zagadou, Jaquez, Tomás und Al-Dakhil fehlen und damit weiterhin drei Innenverteidiger. Immerhin Finn Jeltsch konnte ja in Leverkusen neben Jeff Chabot und Ramon Hendriks zeitweise auf dem Platz stehen. Justin Diehl und Noah Darvich trainieren wieder, dass sie heute Abend im Kader stehen, glaube ich kaum. El Khannouss bestreitet am Mittwochabend das Halbfinale des Africa-Cups.
Mögliche Aufstellung
Wir hatten zwar etwas Pause, ganz ohne Rotation wird es aber nicht gehen. Falls Jeltsch schon fit genug ist, rutscht er für Hendriks in die Startelf. Rechts kommt Assignon für Vagnoman, Chema ersetzt Karazor. Führich und Leweling können an ihre Stärken Auftritte am Samstagabend anschließen, zu Nartey auf der Zehn gibt eigentlich aktuell keine Alternative. Vorne feiert Demirovic sein Startelfcomeback. Wofür haben wir schließlich zwei fitte Stürmer?
Statistik
Es ist das 105. Aufeinandertreffen der beiden Bundesliga-Urgesteine, mit 44 zu 37 Siegen hat der VfB hier die Nase vorn. Von den letzten zwölf Aufeinandertreffen konnten wir aber nur die Spiele in der Vizemeister-Saison gewinnen. Aktueller Topscorer der Eintracht ist Can Uzun, der beim wilden Spiel gegen Dortmund am Freitagabend seinen sechsten Saisontreffer erzielte und zudem vier Assists hat. In diesem Spiel kehrte auch Kaua Santos zurück ins Tor der SGE und will nun versuchen, die wohl größte Schwachstelle der Eintracht zu beheben. Zwar haben die Frankfurter drei Tore mehr geschossen als der VfB, aber ganze zehn mehr kassiert. Nur der Vorletzte aus Heidenheim und seit Sonntag Wolfsburg mussten öfters den Ball aus dem eigenen Netz holen. Dabei sehen auch die Frankfurter Schlussleute nicht gut aus: Nach post-shot xG haben sie 7,7 Tore mehr kassiert als erwartet, der schlechteste Wert der Liga. Zum Vergleich: Alex Nübel hat uns schon 2,5 Tore gerettet. Gleichzeitig sind die Frankfurter sehr effektiv, haben zehn Tore mehr geschossen als erwartet, nach expected points stünden sie trotzdem noch zwei Zähler hinter uns. Dennoch: 45 Prozent der Schüsse, die sie direkt aufs Tor abgeben, sind auch drin, das ist fast jeder Zweite. Wie der VfB am Samstag kann auch die Eintracht gut pressen und lässt pro eigene Defensivaktion nur einen Pass des Gegners mehr zu als wir.
Fazit
Es ist also alles angerichtet für ein hochklassiges Spiel — und zudem noch ein besonderer Tag, denn heute ist Sebastian Hoeneß länger im Amt als Pellegrino Matarazzo und ein Schritt näher an der Spitze der am längsten amtierenden VfB-Trainer. Morgen ist dann Armin Veh in der Meistertrainer-Version dran. Hoffen wir, dass die Mannschaft vor heimischer Kulisse genauso gierig auftritt wie am Rhein und ihren Trainer erneut beschenkt.
Titelbild: © Alex Grimm/Getty Images
