Mit einem Heimspiel gegen den norwegischen Meister startet der VfB in die Champions-League-Saison. Holen wir uns diesmal rechtzeitig die nötigen Punkte zum Weiterkommen.
Es ist immer noch nicht Normalität. Auch wenn der VfB heute Abend zum dritten Mal in Folge im Europapokal antritt: Wenn im Neckarstadion wieder die Champions-League-Hymne ertönt, wird es wieder kribbeln. Auch wenn der Gegner vielleicht nur zur ersten Garde Europas zählt. Es ist erst unsere sechste Teilnahme an der Königsklasse, hinzu kommen Spiele im alten Europapokal der Landesmeister nach dem Titel 1984. Und irgendwie ist es ja auch ein bisschen retro, dass wir eben nicht gegen den Vierten oder Fünften einer der Topligen antreten, sondern eben gegen den norwegischen Meister.
Gleichzeitig könnte uns Stavanger, bei allem Respekt vor deren sportlicher Leistung, den Einstieg in die internationale Spielzeit etwas erleichtern. Natürlich sind gerade eingespielte und national erfolgreiche Außenseiter besonders schwer zu bespielen, aber es ist natürlich schon was anderes als ein Auswärtsspiel im Bernabeu zu Anfang. Nachdem die Brustringträger am vergangenen Freitag schon in der Liga vor einer tollen Heimkulisse in der Bundesliga wieder in die Spur fanden, können sie das hoffentlich heute Abend wiederholen.
Personalsituation
Dennis Seimen, Justin Diehl, Daxo Zagadou und auch Tiago Tomás fallen definitiv aus, auch für Niko Nartey. Luca Jaquez und Lorenz Assignon reicht es noch nicht. Zagadou, Diehl und Stergiou wären für die Champions League ohnehin nicht spielberechtigt und Niko Nartey hätte noch eine gelb-rot-Sperre aus dem Rückspiel gegen Porto im März abzusitzen — behauptet zumindest Transfermarkt.de. Das dürfte sich mit dem heutigen Spiel auch erledigt haben.
Mögliche Aufstellung
Es ist die erste und einzige englische Woche vor der langen Länderspielpause Ende des Monats, deswegen könnte Sebastian Hoeneß vermutlich auch auf Rotation verzichten, gleichzeitig stehen am Samstag und in der kommenden Woche wichtige Spiele in Hoffenheim und gegen Dortmund an. Deswegen gehe ich davon aus, dass Demirovic — gerade nach seinem Tor — und Jamie Leweling in die Startelf rotieren und Pejcinovic und El Khannouss dafür von der Bank kommen.
Statistik
Es ist das 34. Champions-League-Spiel des VfB, elf Siegen stehen sechs Unentschieden und 16 Niederlagen gegenüber. Bisher trafen wir im Europapokal nur auf einen anderen Verein aus Norwegen: Molde FK. 2010 schossen Martin Harnik, Zdravko Kuzmanovic und Sebastian Rudy einen 3:2‑Sieg in Norwegen heraus, im Rückspiel trafen Pavel Pogrebnyak und Timo Gebhart beim 2:2, welches für den VfB die Qualifikation für die Europa League bedeutete. Zwei Jahre später zogen die Brustringträger in beiden Gruppenspielen den Kürzeren: 0:2 hieß es auswärts, 0:1 zu Hause. Viking ist aktuell Tabellenzweiter in der norwegischen Liga, die nach dem Kalenderjahr ausgespielt wird und deswegen schon 19 Spieltage alt ist. In den Playoffs setzten sie sich in zwei Spielen gegen Dinamo Zagreb durch.
Fazit
Uns erwartet wie gesagt ein Gegner, der national um die Titelverteidigung mitspielt, vermutlich sehr gut eingespielt ist und nichts zu verlieren hat. Die Devise kann nur die gleiche wie gegen Köln sein, nämlich sofort die eigenen Qualität auf den Platz bringen und nutzen, bevor Stavanger in der Lage ist, unser hohes Pressing für einen Konter zu nutzen. Es ist halt immer noch Champions League und einen Heimauftakt wie vor zwei Jahren gegen Prag sollten wir uns diesmal ersparen.
Titelbild: © Jurij Kodrun/Getty Images
