Rund um das Spiel gegen Dortmund

Mit dem Heim­spiel gegen Dort­mund beschließt der VfB die ers­te Sai­son­pha­se vor der Län­der­spiel­pau­se — und hat damit auch ein schwe­res Auf­takt­pro­gramm hin­ter sich.

Klar ist: Aus­ru­hen soll­ten wir uns nicht dar­auf, dass wir es mit dem Vor­jah­res-Meis­ter, ‑Vize­meis­ter und ‑Tabel­len­fünf­ten beson­ders schwer hat­ten zu Beginn die­ser Spiel­zeit. Dass man gegen Hof­fen­heim gewin­nen kann und in Mün­chen nicht unter­ge­hen muss haben die letz­ten Wochen gezeigt. Was wir aber auch nicht außer acht las­sen dür­fen: Sol­che Spie­le kön­nen ver­lo­ren gehen, ohne dass dadurch auch die Sai­son schon ver­lo­ren ist. Was sie Mit­te Sep­tem­ber ohne­hin noch nicht ist. Die Pro­ble­me, die die Mann­schaft mit dem Brust­ring in den letz­ten Spie­len mit sich rum­trug, müs­sen nichts­des­to­trotz ange­gan­gen wer­den. Wir sind nun ein­mal nicht die Bay­ern, die vor­ne hoch pres­sen und hin­ten trotz­dem alles sau­ber hal­ten kön­nen. Die Absicht, das Spiel durch ein akti­ves Auf­tre­ten früh für sich ent­schei­den zu wol­len, ist lobens­wert, ein biss­chen mehr Aus­ge­wo­gen­heit im Ansatz wäre mir lie­ber. Und, das darf nicht unter­schla­gen wer­den, ein biss­chen mehr Gier, ein biss­chen mehr Ein­satz, auch noch ein paar Meter extra zu machen.

Mit dem BVB tref­fen wir auf eine Mann­schaft, die sich seit unse­rem mär­chen­haf­ten Auf­stieg zu einer Art Lieb­lings­geg­ner ent­wi­ckelt hat — was immer auch ein wenig ein Spiel mit dem Feu­er war. Denn in den meis­ten Spie­len traf ein über­ra­gen­der VfB auf eine leicht strau­cheln­de Borus­sia. Das soll unse­re Leis­tung nicht schmä­lern, aber ver­deut­li­chen, dass man in Dort­mund wei­ter­hin ganz ande­re finan­zi­el­le und damit auch sport­li­che Mög­lich­kei­ten hat als in Bad Cannstatt. In die­ser Sai­son wirkt es, als wür­de man die auch auf den Platz brin­gen kön­nen, ande­rer­seits hat­te der BVB mit Ham­burg und Pader­born auch eine ande­re Gewichts­klas­se vor der Brust. Für bei­de Mann­schaf­ten wird der Sams­tag­abend also auch eine gute Leis­tungs­schau vor der drei­wö­chi­gen Pau­se wer­den.

Und damit kom­men wir zur

Personalsituation

Jus­tin Diehl ist noch immer nicht zurück im Mann­schafts­trai­ning, Tia­go Tomás und Daxo Zag­adou trai­nie­ren immer­hin indi­vi­du­ell, Luca Jaquez, Lorenz Assi­gnon und Den­nis Sei­men waren schon teil­wei­se im Mann­schafts­trai­ning dabei. Für Niko Nar­tey und Ange­lo Stil­ler ließ sich Sebas­ti­an Hoe­neß eine Kader­no­mi­nie­rung offen. Nach der Län­der­spiel­pau­se dürf­te der Trai­nings­platz dann auch wie­der vol­ler sein.

Mögliche Aufstellung

Heu­te mal von Fot­mob statt von meineaufstellung.de. Undav wür­de ich aus Prin­zip in die Start­elf stel­len, um ihm das Ver­trau­en aus­zu­spre­chen. Statt Füh­rich oder Lewe­ling könn­te man auch El Khan­nouss star­ten las­sen, wobei Füh­rich bei mir qua­si gesetzt ist. Der Rest stellt sich wei­ter­hin von allei­ne auf.

Statistik

Der BVB hat einen per­fek­ten Start mit drei Sie­gen aus drei Spie­len hin­ge­legt und wird von der Tabel­len­spit­ze nur von den noch tor­ge­fähr­li­che­ren Frei­bur­gern ver­drängt. Fabio Sil­va, Ser­hou Gui­ras­sy und Felix Nme­cha haben bereits jeweils dop­pelt getrof­fen, Unser Ex-Stür­mer auch in der Cham­pi­ons League beim 3:2 über Vill­are­al.  Es ist das 113. Auf­ein­an­der­tref­fen bei­der Mann­schaf­ten in der Bun­des­li­ga, 44 Sie­gen des VfB ste­hen 26 Unent­schie­den und 42 Sie­ge des BVB gegen­über — eine Bilanz, die der VfB in den letz­ten Jah­ren in sei­ne Rich­tung dre­hen konn­te. Zwi­schen Novem­ber 2023 und Febru­ar 2025 gewan­nen die Brust­ring­trä­ger vier Begeg­nun­gen am Stück, im Früh­jahr gelang dem BVB um ers­ten Mal seit 2022 wie­der ein Sieg in und gegen den VfB. Wir füh­ren die Liga nach drei Spie­len bei Alu­mi­ni­um-Tref­fern und Eigen­to­ren an, der BVB hat bis dato die meis­ten Zwei­kämp­fe gewon­nen und liegt vor allem bei Sprints und inten­si­ven Läu­fen vor­ne in der Liga.

Fazit

Es gibt kei­nen Grund, schon vor die­sem Spiel in Pes­si­mis­mus zu ver­fal­len. Ja, der BVB ist ein her­aus­for­dern­der Geg­ner. Aber nein, der VfB ist nicht auf dem abstei­gen­den Ast. Sebas­ti­an Hoe­neß hat­te auf der Pres­se­kon­fe­renz ange­kün­digt, dass man das Pro­blem mit der Rest­ver­tei­di­gung in der zurück­lie­gen­den Trai­nings­wo­che adres­siert hat. Wie die Mann­schaft das umge­setzt hat, wer­den wir sehen. Und selbst wenn danach die nächs­ten drei Wochen der Blick auf die Tabel­le ner­ven soll­te: Danach kom­men nicht nur sehr vie­le Ver­letz­te zurück, nein der VfB darf dann auch gegen Mann­schaf­ten wie den HSV und Pader­born spie­len — und kommt dann hof­fent­lich end­lich rich­tig in Fahrt.

Titel­bild: © Alex­an­der Hassenstein/Getty Images

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