Gegenteil-Tag

Mit zwei Sie­gen gegen direk­te Kon­kur­ren­ten star­ten die Brust­ring­trä­ger ins Jahr 2026. Beim Heim­sieg gegen die Ein­tracht war aber irgend­wie alles anders als beim Aus­wärts­sieg am Sams­tag­abend. Die drei Punk­te blie­ben trotz­dem in Bad Cannstatt, auch dank eines über­ra­schen­den Tor­schüt­zen

Die Gegen­sät­ze hät­ten wirk­lich kaum grö­ßer sein kön­nen: Am Sams­tag spiel­te der VfB die Gast­ge­ber vor der Pau­se regel­recht an die Wand und nutz­te fast jede sei­ner Chan­cen. Gegen die SGE hät­te Deniz Undav nach eige­ner Aus­sa­ge “zehn Tore” schie­ßen kön­nen, so blieb es “nur” bei sei­nem zehn­ten Sai­son­tref­fer im 13. Spiel und bei dem war auch ein wenig Glück dabei. Gegen Lever­ku­sen zeig­te der VfB über wei­te Stre­cken eine domi­nan­te und kon­zen­trier­te Leis­tung, am Diens­tag­abend hin­ge­gen mach­te sich die Mann­schaft immer wie­der das Leben mit Unge­nau­ig­kei­ten sel­ber schwer und kas­sier­te zum einen zwei abso­lut ver­meid­ba­re Gegen­to­re: Erst ließ Vagno­man Kris­ten­sen am kur­zen Pfos­ten zu viel Raum und spä­ter ließ sich der VfB bei einer 2:1‑Führung im eige­nen Sta­di­on aus­kon­tern, weil Badre­di­ne Bouana­ni zuerst einen hohen Ball unin­spi­riert direkt auf den Frank­fur­ter Tor­hü­ter spiel­te und dann nach des­sen Abwurf nicht mehr hin­ter Außen­ver­tei­di­ger Thea­te hin­ter­her kam, als der den Aus­gleich ein­lei­te­te. Gegen Lever­ku­sen war das Spiel früh ent­schie­den, gegen die Ein­tracht traf der VfB spät und dann auch noch durch jeman­den, von dem man es nicht erwar­te­te, dem man es aber umso mehr gönnt.

Niko Nar­tey muss­te erst­mal über­prü­fen, ob ihm nicht wie gegen die Bay­ern der VAR wie­der ein Tor klau­en will, bevor er sich rich­tig freu­en konn­te. Und dazu hat er allen Grund: Im Som­mer noch kurz vor Ver­trags­en­de spiel­te er sich im Lau­fe der jetzt been­de­ten Hin­run­de zurück in die Mann­schaft und zahl­te das Ver­trau­en sei­nes Trai­ners in den letz­ten Wochen zurück, bevor er sich kurz vor Ende des Spiels sel­ber für sei­ne Beharr­lich­keit belohn­te, die ihn vom dro­hen­den Kar­rie­re­en­de mit­ten zurück in den Bun­des­li­ga-Betrieb geführt hat. Was eine schö­ne Geschich­te, die aber auch zum VfB in die­sem Spiel pass­te. Denn die Mann­schaft woll­te sich nicht mit dem 2:2 gegen durch­aus nicht zu unter­schät­zen­de Frank­fur­ter zufrie­den geben. Der Glau­ben, auch spät noch Spie­le ent­schei­den zu kön­nen, ist unge­bro­chen. Zumal es sich auch die Ein­tracht sel­ber ein wenig schwer mach­te.

Der VfB ist nicht zu stoppen

Fast schon ein wenig abseh­bar war der Feh­ler von Kauã San­tos vor dem Aus­gleich von Start­elf-Rück­keh­rer Erme­din Demi­ro­vic — übri­gens mit vier Tref­fern in acht Spie­len jetzt — denn gegen eine der anfäl­ligs­ten Abwehr­rei­hen der Liga durf­te auch der VfB sei­ne Tore machen. Und es hät­ten noch viel mehr sein kön­nen, weil die Mann­schaft nach dem Aus­gleich, wie so häu­fig, immer bes­ser ins Spiel rein fand, bis man dann in der zwei­ten Halb­zeit regel­rech­ten Chan­cen­wu­cher betrieb und ganz klas­sisch dafür bestraft wur­de. Aber der VfB 2026 ist bis­her nicht zu stop­pen. Und dass, obwohl ein wich­ti­ger Offen­siv­spie­ler sowie meh­re­re Abwehr­spie­ler feh­len, so dass Sebas­ti­an Hoe­neß ganz unty­pisch sei­ne Start­elf nur auf einer Posi­ti­on ver­än­der­te und dabei aus­ge­rech­net den spä­te­ren Sieg­tor­schüt­zen von der Bank brach­te.

Die­sen Rück­run­den­ab­schluss kann man nicht anders als beein­dru­ckend beschrei­ben. Die Mann­schaft hat in zwei Spie­len sowohl ihre Spiel­stär­ke, als auch ihren Durch­set­zungs­wil­len und ihre Resi­li­enz bewie­sen, außer­dem tref­fen wir wie­der regel­mä­ßig. 32 Tore in 17 Spie­len sind eine gute Haus­num­mer, genau­so wie die glei­che Anzahl an Punk­ten. Da feh­len einer­seits nur acht bis zu den 40 Punk­ten, ande­rer­seits nur zwei zu den 34 Hin­run­den-Punk­ten in der Vize­meis­ter-Sai­son. Nach einem holp­ri­gen Start und dem Wach­ma­cher gegen Frei­burg ist der VfB jetzt wie­der rich­tig in Fahrt gekom­men, klei­ne Aus­set­zer wie Mün­chen oder Ham­burg ein­mal aus­ge­nom­men. Auf die bis­he­ri­ge Halb­se­rie kann man auf jeden Fall mit Stolz zurück­bli­cken. Die Aus­set­zer, die die Brust­ring-Mann­schaft auch gegen Frank­furt hat­te, über­kam man, der nächs­te Schritt ist jetzt, noch kon­stan­ter dabei zu sein, sol­che Situa­tio­nen zu ver­mei­den. Aber wir haben ja noch ein paar Spie­le vor uns.

Titel­bild: © Chris­ti­an Kas­par-Bart­ke/­Get­ty Images

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