Ersten hinten pfui, dann vorne, dann weiter

In Pader­born zeigt der VfB nicht so wirk­lich eine Reak­ti­on auf das Spiel gegen Glad­bach, setzt sich aber letzt­lich in Über­zahl durch. Ein schwer zu inter­pre­tie­ren­des Spiel — aber viel­leicht ist das im Pokal auch egal.

Immer­hin: Nach fünf ziem­lich däm­li­chen Gegen­to­ren am Stück spiel­ten Fabi­an Bred­low und sei­ne Vor­der­leu­te mal wie­der zu Null. Und Deniz Undav ent­schied mal wie­der ein Spiel. Und der VfB steht im Ach­tel­fi­na­le. Man kann also durch­aus posi­ti­ve Aspek­te fin­den an die­ser zwei­ten Pokal­run­de in Ost­west­fa­len. Dass die­se drei Aspek­te über­haupt erwäh­nens­wert sind, zeigt aber, in wel­cher Lage sich die Mann­schaft aktu­ell befin­det. Zumal auch nicht viel gefehlt hät­te damit die hane­bü­che­ne Abwehr­leis­tung in den ers­ten zehn Minu­ten den nächs­ten Gegen­tref­fer ein­ge­lei­tet hät­te. Der VfB über­stand die­se Pha­se — in der die Mann­schaft nicht etwa eine Reak­ti­on auf die Bla­ma­ge gegen Glad­bach zeig­te, son­dern vor lau­ter Angst vor der nächs­ten die Hosen ziem­lich voll hat­te — irgend­wie und pro­fi­tier­te am Ende auch vom völ­lig ver­dien­ten Platz­ver­weis gegen Pader­borns Cur­da.

Denn ver­dient war der von ihm glän­zend diri­gier­te und voll­ende­te Sieg­tref­fer von Deniz Undav natür­lich kom­plett. Pader­born gab nach dem Sei­ten­wech­sel nur noch vier Schüs­se ab, kei­ner davon ging aufs Tor. Das ein­zi­ge Ziel der Gast­ge­ber schien dar­in zu bestehen, sich in Unter­zahl ins Elf­me­ter­schie­ßen zu ret­ten. Das wäre bei­na­he schon frü­her genau­so schief gegan­gen wie der Ver­such des VfB, das eige­ne Tor sau­ber zu hal­ten. Pader­born hat­te aber Glück, dass Erme­din Demi­ro­vic nach sei­nen zwei Toren am Frei­tag wie­der Lade­hem­mung hat­te und bes­te Chan­cen lie­gen ließ. Auch in die­sem Spiel beglei­te­te die Mann­schaft also das The­ma Chance­ver­wer­tung. Man kann also auch genü­gend nega­ti­ve Aspek­te fin­den am Auf­tritt in der Home Delu­xe Are­na.

Was nehmen wir mit?

Wie also die­ses Spiel ein­ord­nen? Die Über­schrift ist ja mehr Beschrei­bung als Inter­pre­ta­ti­on. Für den Wett­be­werb ist die Aus­gangs­la­ge klar: Der VfB ist eine Run­de wei­ter und darf Anfang Dezem­ber wie­der antre­ten. Für die drei anste­hen­den Spie­le in Lever­ku­sen und Istan­bul sowie gegen Bre­men lie­fert die­ses Spiel wenig Erkennt­nis­se, außer das Patrik Schick, Vic­tor Osim­hen und Niklas Füll­krug sich wahr­schein­lich vor dem Tor nicht so häu­fig bit­ten las­sen wer­den wie Pader­borns Mar­vin Pier­in­ger. Man könn­te der Mann­schaft in einem KO-Aus­wärts­spiel Wider­stands­fä­hig­keit attes­tie­ren, aber viel Druck gab es nach der Pau­se nicht mehr, dem man hät­te wider­ste­hen müs­sen. Und eine Atti­tü­de wie gegen Atlé­ti­co könn­te man der Mann­schaft auch nicht unbe­dingt beschei­ni­gen.

Im bes­ten Fall ist der spä­te Sieg­tref­fer ein Zei­chen, dass man Spie­le auch dre­ckig gewin­nen kann, was uns weder in Hof­fen­heim, noch in Ham­burg gelang. Das ist viel­leicht für eine zwei­te Pokal­run­de gegen einen Auf­stei­ger in Über­zahl auch ok. Die Mann­schaft muss sich aber mas­siv stei­gern, will sie nicht mit einer erschre­ckend gerin­gen Punkt­zahl in die nächs­te Län­der­spiel­pau­se gehen. Lever­ku­sen und Bre­men sind gut drauf und ste­hen da, wo wir hin wol­len. Es bedarf in die­sen Spie­len viel mehr, als wir zuletzt gese­hen haben. Vor allem kön­nen wir uns län­ge­re Schwä­che- und kol­lek­ti­ve Tief­schlaf­pha­sen nicht erlau­ben — nicht jeder Geg­ner ist so gnä­dig wie der SC Pader­born.

Titel­bild: © Chris­tof Koepsel/Getty Images

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